Du fotografierst gerne – zu gerne vielleicht, um dein Talent weiterhin nur als Hobby zu vergeuden? Du fühlst dich berufen und Fotografie ist der Sinn deines Lebens? Du bist dir sicher, dass die Auftraggeber nur so auf dich warten? Kurz: Du bist geboren, um der Welt zu zeigen, wie man Fotos macht?

Dann hat …nachbelichtet den ultimativen Ratgeber zur Vorbereitung auf deine Karriere als Profifotograf. Vom Einsteiger zum Profi mit nur zehn einfachen Regeln. Jetzt neu: Mit Powertipps!

  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Dieser Beitrag wurde 2008 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

Neu! Mit Powertipps!

  1. Kauf dir die beste, teuerste und neueste Kamera, die du derzeit bekommen kannst. Was wirklich gut ist, sagen dir Vollprofis in Fotografieforen. Die haben schon so viele Ziegelwände, Lineale und Hauskatzen fotografiert, dass sie es wissen MÜSSEN.Powertipp: Du erkennst einen ambitionierten Digitalfotografen der auch wirklich Bescheid weiß daran, dass er immer nur 200% Ansichten seiner Bilder an der Wand hängen hat – denn nur dann sieht man, wie gut Kamera und Objektiv wirklich sind. Außerdem waren sie alle schon fast einmal mit einem HDR- oder Tröpfchenbild in der Galerie bei fotocommunity.de
  2. Sag jedem, dass du jetzt Profifotograf bist. Du hast es einfach drauf, seit du dir vor 12 Monaten deine Kamera und „Digitale Fotografie for Dummies“ gekauft hast. Schmeiß ein bisschen mit Fachkauderwelsch wie Vollformatsensor, Brennweitenverlängerung, chromatische Aberration oder Highkey um dich und sie werden es dir auch glauben. Ob du damit selbst was anfangen kannst, ist eher zweitrangig.Powertipp: Falls man dich einmal bei einer Wissenslücke ertappen sollte (die du ja zweifelsfrei hast), antworte einfach mit: „Manches wird auch einfach überschätzt …“ – das passt fast immer und du läufst nicht in Gefahr in die Kategorie „gefährliches Halbwissen“ gesteckt zu werden, denn da tummeln sich schon die anderen.
  3. Lies jedes Fotobuch, das du bekommen kannst, denn dadurch lernst du auch zu fotografieren! Das ist viel wichtiger als selbst Fotos zu machen und Erfahrung zu sammeln Die Anleitungen in den Büchern kannst du gleich als Ideen-Preset nutzen, dann brauchst du dir keine eigenen Gedanken machen. Besser gut geklaut, als schlecht selbst gemacht! Geige lernt man auch, wenn man Bücher darüber liest – ehrlich!
    Alternative: Stell‘ dir die Bücher zumindest ins Regal, damit andere sehen, dass du Ahnung von Fotos hast.Powertipp: Unter keinen Umständen die Bedienungsanleitung der Kamera lesen, das verwirrt dich nur und wozu gibt es denn das Automatikprogramm!?
  4. Besorg dir die allerneueste (und wirklich nur die!) Photoshop CS4 XXL Pro Version. Die gibts doch in jeder dunklen Ecke im Internet kostenlos zum Download! Wundere dich nicht über die Mengen an Menüs und Paletten, denn die brauchst du eh nicht. Deine Bilder brauchen keine Nachbearbeitung – sie sind so perfekt wie sie auf der Speicherkarte sind!
  5. Du bist Profi, also kannst du alles – merk‘ dir das gut! Es ist egal ob du Portraits, Landschaft, Architektur, Food, Reportage, Hochzeit, Akt, Produktfotografie oder sonstwas machst, denn Foto ist Foto! Die anderen sind nur so dumm und lassen sich Aufträge durch die Lappen gehen, weil sie darauf angeblich nicht spezialisiert wären. Du weißt aber: Sie können es nur nicht!

    Powertipp:
    Nie so armseelig werden und nie zugeben, dass man etwas nicht könne.
  6. Gehe Restaurant- und Barbesitzern, Galeristen und dem Bankvorstand so lange auf die Nerven, bis die dich endlich deine Fotos ausstellen lassen (auch wenn sie nur ihre Ruhe vor dir haben wollen)! Mach kleine Preisschilder mit umso größeren Zahlen an die Bilder, denn nur was teuer ist, ist auch etwas wert!Powertipp: Penetriere auch gleichzeitig das lokale Käseblatt. Mit der Presse auf deiner Seite hast du auch es gleich schwarz auf weiß, dass du es drauf hast und kannst es denen unter die Nase halten, die dein Werk nicht so toll finden.

    Extra-Powertipp:
    Lade möglichst viele Freunde und Verwandte zu deinen Ausstellungen ein, denn die trauen sich oft nicht zu gehen, ohne etwas gekauft zu haben!
  7. Verbringe möglichst viel Zeit in Internetforen um über Bilder und Equipment zu diskutieren. Betone hier auf jeden Fall, dass du Profi bist und daher weißt wie der Hase läuft. Wichtig dabei: Ignoriere Anfragen nach Kostproben deiner eigenen Bilder – die wollen dich nur kopieren und sind neidisch!Außerdem: „Um ein faules Ei zu erkennen, brauche ich keine Eier legen können!“. Beim Bild selbst kannst du dir Unsicherheiten erlauben, jedoch nie bei den technischen Daten deiner Kamera – die müssen Sitzen!

    Powertipp: Netzwerke bilden! Triff‘ dich mit anderen Profianwärtern in deiner Region und hau‘ richtig auf die Kacke, damit die Idoten merken, wo der Frosch die Locken trägt und dass sie von dir noch viel lernen können. Opfer findest du auch bei Xing oder StudiVZ.Dass darunter nie echte Profis sind, sollte dich nicht verunsichern – die haben nur Angst! Mit ausreichend Schleimern um dich herum wird dein Wort und deine Kunst automatisch unters Volk getragen!

  8. Um dich vom fotografischen Fußvolk abzusetzen, solltest du immer betonen, dass du Künstler bist, denn dann wird dir viel verziehen – unscharfe und verrauschte Bilder mit unglücklichem Zuschnitt sowieso. Außerdem impliziert dies automatisch Profiqualitäten, denn Künstler wird nur, wer die handwerklichen Aspekte des Schaffens bereits verinnerlicht und ausgereizt hat. Darum kann das unscharfe Bild auch kein Zufall sein, sondern ist sorgfältig komponiert.

    Powertipp: Als Fotokünstler solltest du immer ein entsprechendes Outfit tragen, das deinen Kunstanspruch unterstreicht. Rollis und weiße Leinenhosen sind da sehr brauchbar, aber auch exotisches Equipment wie Leica und Hasselblad oder angefettete Haare helfen dabei ungemein.

  9. Seit du begonnen hast diesen Text zu lesen, sind bestimmt 3 Minuten vergangen – schau dich gleich mal um, ob es nicht schon wieder ein neues Kameramodell gibt, das einfach noch bessere Bilder macht. Aber Obacht: Bei Digitalkameras verhält es sich meistens nicht wie bei den Autos! Kleine Modellbezeichnungen wie Nikon D3 oder Canon EOS 1D meinen dabei die Topmodelle, also genau umgekehrt wie z.B. beim Audi A3 und A8. Du erkennst das aber auch ganz einfach am Preisschild und an der längeren Ausstattungsliste – hier verhält es sich wieder wie beim Auto.Powertipp: Was bei Autos funktioniert, triff auch auf Kameras zu. Diese sind der Beweis nach außen, dass du etwas bist und etwas kannst. Lass‘ dir nicht so einen Schwachsinn wie „Schwanzverlängerung“ einreden. Übrigens kann man teuere Kameras auch leasen – genau wie den Porsche!
  10. Sobald du diese zehn Tipps beachtet und 1 bis 2 Jahre rumfotografiert hast, also die Hochzeit der Schwester, Rundumansichten deines Stubentigers, deine Freundin beim Duschen, das Rübenfeld hinterm Haus und auch immer schön alle fotografischen Trends kopierst, ist es auf jeden Fall höchste Zeit dich selbstständig zu machen! Schmeiß deinen sicheren Job weg, denn du hast nun schon 3 sichere Aufträge – zumindest ziemlich sicher und deine Cousine heiratet ja auch demnächst und braucht Fotos. Ab jetzt machst du nur noch, was dir Spaß macht und was du wirklich kannst. 3-4 Aufträge im Monat für 1000€ pro Einsatz und den Rest der Zeit: Halligallidrecksaufete und angesehener Künstler sein, mit dem sich alle schmücken. Powertipp: Halte dich körperlich fit, damit du beim Geldsackschleppen keinen Bandscheibenschaden erleidest!Obacht: Wo viel Geld und Erfolg daheim sind, sind auch falsche Freunde!

Falls diese Tipps wider erwarten nicht zum gewünschten Erfolg führen sollten, darfst du dabei den Fehler nicht bei dir suchen. Dein gesunder Menschenverstand hat dich nicht genarrt, dein Ego ist nich überzogen und deine Eltern und Freunde fanden deine Fotos wirklich immer toll – die hätten dir auch das Gegenteil gesagt – ehrlich!

Vielleicht war deine Kamera einfach nicht gut genug oder Photoshop doch noch nicht so ganz ausgereift! Als Künstler wurdest du auch ganz einfach verkannt – die Tröten da draußen haben doch keine Ahnung! Vielleicht solltest du es jetzt einmal mit einer Agentur für Webdesign probieren!?

Alle Angaben ohne Gewähr.

Dazu übrigens passend der Beitrag „Wie werde ich Profifotograf“ mit DIY Basteltipp!
Oder möchtest du mal etwas zum Thema Fotokunst lesen?

  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Wie hat dir dieser Beitrag gefallen?

1 gar nicht (warum nicht?)2 Geht so ...3 ganz interessant4 Toller Artikel5 Sehr gut! Mehr davon! (16 Bewertungen, Durchschnitt: 3,63 von 5)
Loading...