Es gibt ja jede Menge guter Quellen mit Tipps und Tricks zur Fotografie. Manche dieser Tricks sind bekannt, manche weniger und manche liest man fast täglich wieder. Dreißig der wichtigsten Tipps und Tricks aus meiner persönlichen Erfahrung möchte ich Dir in diesem Beitrag näherbringen – ganz ohne unnötiges Gelaber und Ballast.
Neben diesen 30 Tipps, gibt es zum Schluss noch einen wichtigen Extratipp!

Dieser Beitrag wurde 2010 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

Es gibt ja jede Menge guter Quellen mit Tipps und Tricks zur Fotografie. Manche dieser Tricks sind bekannt, manche weniger und manche liest man fast täglich wieder. Dreißig der wichtigsten Tipps und Tricks aus meiner persönlichen Erfahrung möchte ich Dir in diesem Beitrag näherbringen – ganz ohne unnötiges Gelaber und Ballast.

Fotografie allgemein

  1. Fotografiere so oft Du kannst. Nur dadurch kannst Du Deinen Blick für gute Motive schulen und lernst gleichzeitig, mit Deiner Ausrüstung umzugehen.
  2. Fotografiere für Dich! Löse Dich von irgendwelchen fotografischen Trends, Ansprüche anderer oder festgefahrenen Regeln. Mach Dein Ding und experimentiere – Du wirst von den Ergebnissen überrascht sein!
  3. Fotografiere früh oder spät. Die Morgendämmerung und die Blaue Stunde bieten alleine durch die besondere Lichtstimmung viele Motive.
  4. Fotografiere von einer niedrigeren oder höheren Position, als Deiner normalen Standposition. Allein der andere Blickwinkel kann ein Motiv richtig interessant machen.
  5. Halte den Hintergrund einfach. Zuviel Information im Hintergrund lenkt vom Hauptmotiv ab.
  6. Geh mit nur einer Festbrennweite auf Fotosafari und entdecke, wie man auch ohne viele Brennweiten und Zoom gute und oft viel interessantere Fotos machen kann. Der „Fuß-Zoom“ funktioniert stufenlos und in einem riesigen Brennweitenbereich 😉

Ausrüstung

  1. Ich habe immer ein einfaches Mikrofasertuch in meiner Ausrüstung. Damit kann man schnell und unkompliziert Linsen und Kamera reinigen – zumindest besser, als mit dem T-Shirt. Die Tücher von Aldi & Co. funktionieren hier wunderbar.
  2. Wenn Du das Objektiv im Freien wechseln musst, solltest Du die Kamera nach unten halten, damit nicht unnötig viel Staub in die Kamera fällt. Bei besonders staubiger oder nasser Umgebung kann man das Objektiv mit ein bisschen Übung auch in einer großen Plastiktüte oder zu Not unter T-Shirt oder Jacke wechseln.
  3. Backup, Backup, Backup! Ich kann es nicht oft genug sagen. Fotos sind oft einmalige Erinnerungen, die ganz schnell weg sein können! Hier bei … nachbelichtet gibt es mehrere Beiträge zum Thema Backup – benutze einfach die Suchfunktion!
  4. Hab immer einen Satz Akkus mehr im Gepäck, als nötig – irgendwann bist Du dankbar dafür.
  5. Ein Wechselrichter fürs Auto hilft bei leeren Akkus – egal ob es die Kamera oder das Notebook ist. Sie wandeln die 12V im KFZ in 230V um und sind für wenige Euro z. B. bei Amazon erhältlich.
  6. Nutze eine Software zur Verwaltung Deiner Fotos. Selbst ganz einfache Lösungen wie Picasa bieten besseren Komfort, als die Verwaltung im Dateisystem. Bessere Lösungen sind z. B. ACDSee 3 Pro oder Adobe Lightroom.

Porträts

  1. Sei locker, wenn Du Porträts fotografierst – Unsicherheit und Hektik übertragen sich auf Dein Model. Also mal locker durch die Hose atmen und ruhig an die Sache gehen. Das ist übrigens mein Tipp für praktische jede Situation des Lebens.
  2. Das Model muss dir sympathisch sein, denn eine Abneigung überträgt sich auf Deinen fotografischen Blick und damit auf Deine Fotos!
  3. Blickwinkel!Es gibt die berühmte „Schokoladenseite“ und der Blickwinkel schafft die Bildaussage. Von unten fotografiert, strahlt die Person mehr Größe und Stärke aus.
  4. Licht! Beim Porträt dreht sich es um das Malen mit Licht. Mit gut gesetztem Licht kann man verschiedene Stimmungen erzeugen, Stärken hervorheben oder Schwächen kaschieren.
  5. Augen! Wir sind gewohnt, auf und in die Augen zu schauen, daher sollten diese knackscharf abgebildet sein. Dabei ist es egal, ob es sich um Mensch oder Tier handelt. Die Augen sind ja bekanntlich auch der Spiegel der Seele.
  6. Haut! Achte auf den Hautton. Auch das schönste Model nützt nichts, wenn es aussieht wie eine Wasserleiche. Eine Graukarte hilft den korrekten Weißabgleich zu finden und spart jede Menge Zeit bei der Nachbearbeitung.

Organisation

  1. Im Laufe der Zeit sammelt sich eine Menge an Ausrüstung an, die man nicht immer mit dabei haben, aber sicher aufbewahren muss. Hier eignen sich einfache Foto- oder Aufbewahrungsboxen aus Pappe. Diese kosten nicht viel, lassen sich gut stapeln und sind mit einem Dymo-Labeler schnell beschriftet.
  2. Nicht nur bei Wanderungen, sondern auch beim Fotoshooting im Freien gilt: Kleide Dich in Schichten. Beim Fotografieren wird es einem schnell warm und in der Blauen Stunde kühlt es schnell ab. Mit der Zwiebeltechnik bist du temperaturtechnisch immer in der Komfortzone.
  3. Wenn Du mehrere Fächer in Deiner Fototasche hast, kannst Du eine für volle Akkus und leere Speicherkarten und eine für leere Akkus und volle Speicherkarten vorsehen.
  4. Gerade bei Auftragsarbeiten solltest Du Dir die Location vorher schon einmal ansehen, um gute Positionen zum Fotografieren auszumachen und um Wege zu minimieren.
  5. Ein Stift, ein Notizbuch und ein paar Modelreleases können nie schaden – vielleicht läuft Dir ja das Motiv Deines Lebens über den Weg …
  6. Packliste! Wie oft war ich schon beim Shooting und hatte irgend etwas vergessen. Mach Dir eine Packliste von Deinem Equipment und hake diese ab, bevor Du zum Shooting gehst.

Beleuchtung

  1. Selbst der einfachste eingebaute Kamerablitz kann bei vielen Motiven Wunder wirken. Einen Blitz braucht man nicht nur bei zu wenig Licht, sondern besonders auch bei zu viel Hintergrundlicht.
  2. Ein 5in1 Faltreflektor passt in die meisten Fototaschen, kostet wenig und hat großen Effekt. Zudem kann man mit einem Reflektor nicht nur aufhellen, sondern auch abschatten.
  3. Wenn Du keinen Diffusor für Deinen Blitz hast oder den Blitz einer Kompaktkamera nutzt, kann ein Stück Papiertaschentuch über dem Blitz für ein viel weicheres und damit natürlicheres Licht sorgen – gerade bei Porträts.
  4. Mittagssonne ist weder für Landschaftsfotos noch für Porträts gut, da Licht und damit auch Schatten zu hart sind. Wenn Du eine Person bei Mittagssonne fotografieren willst oder musst, dann solltest du in den Schatten, z. B. unter einen Baum gehen, zumal das Model bei zu viel Licht immer die Augen zusammenkneifen wird.
  5. Ein Systemblitzgerät ist neben einem Stativ das wohl wichtigste Zubehör für Deine Kamera. Fotografie bedeutet das Abbilden von Licht und mit einem guten Blitzgerät hast Du mehr fotografische Möglichkeiten.
  6. Experimentiere mit dem entfesselten Blitzen. Der Blitz muss nicht immer auf der Kamera sein, sondern kann bei vielen Modellen auch ferngesteuert werden. Dadurch ergeben sich ungeahnte Gestaltungsmöglichkeiten.

Das waren meine 30 Tipps zur Fotografie und ich würde mich freuen, wenn der ein oder andere Tipp für Dich hilfreich war. Praktisch außer Konkurrenz möchte ich Dir aber noch einen Tipp mit auf den Weg geben – meiner Ansicht nach fast der Wichtigste:

Viel über Fotografie lesen macht zwar oft sehr viel Spaß, verhilft aber nur selten zu besseren Fotos. Gute Fotos machst Du nur, wenn Du viel fotografierst und das kannst Du nicht, wenn Du Deine Zeit in Foren oder auf Fotoblogs vergeudest (von meinem natürlich abgesehen, hahaha). Lass‘ Dich nicht zu sehr von der Meinung anderer beeinflussen und schon gar nicht von den müßigen Diskussionen über die „richtige“ Ausrüstung. Man wird auch nicht fitter, wenn man Bücher über das Laufen liest …

22 Responses

  1. Franzi

    Super, vielen Dank für sie tollen Tipps. Habe sie gleich an meine Blog-Leser weiter gegeben.

    Gerade für Hobbyfotografen und Einsteiger, dass wichtigste zusammengefasst.

    Liebe Grüße

    Franzi

    Antworten
  2. carlos

    Hallo,
    ganz konkret würde mich interessieren, mit welcher Ausrüstung, welchen Hilfsmitteln, welchen Belichtungs-/etc.-Einstellungen, welchen Hintergründen Portraitfotos („ganz einfache Brustbilder“ = nur gesicht + Schulter; keine „Posen“), zB für die Darstellung im Web (zur Personendarstellung), als auch für Druck, gemacht werden „sollten“. Also welche Objektive sich dazu eignen würden, welche „Beleuchtungsgerätschaften“, in welchem Abstand fotografiert werden sollte usw.
    Eine Person einfach so vor einen einfarbigen Hintergrund zu stellen und drauflos zu knipsen — man sieht es meinen Bildern an…

    Kennt sich konkret dazu jemand aus oder kennt Webseiten, auf denen Beispielsettings erklärt werden?
    Carlos

    Antworten
  3. Saladetten Schröder

    Hallo Markus !!

    Wirklich eine Super-tolle Seite die Du hier pflegst. Danke für die vielen guten Tips und Ratschläge. Gerade auch für mich als Anfänger kann ich mich so leichter in die Materie einlesen und stehe nicht blöd vor diesem prikanten Thema der Fotografie.
    Auf jeden Fall werde ich hier öfter mal vorbeischaun. Für die Zukunft alles Gute und weiter so.

    Torsten

    Antworten
  4. Janosh

    Hallo,
    was fuer einen Studioblitz benutzt Du? Ich sehe er hat AC und DC Eingang. Was fuer eine Battery nutzt Du mit dem Blitz?

    Jeno

    Antworten
  5. Jeriko

    Ich würde Organisation vielleicht noch eine kleine Digiknipse hinzufügen, die man immer dabei haben sollte, um gute Locations, die einem per Zufall begegnen, auch schon mal bildlich festzuhalten.

    Ansonsten aber schöne Tipps, merci beaucoup!

    Antworten
    • Markus

      Für Notizen, Schnappschüsse von interessanten Locations etc. nutze ich das Handy,weshalb ich hier keine weiteren Ausführungen gemacht habe

      Antworten
  6. Daniel

    Hallo,

    Vielen Dank für deine zahlreichen Tipps. Besonders den letzte Teil werde ich mir zu Herzen nehmen.

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  7. Martin

    Hallo,
    vielen Dank für diesen interessanten Artikel.
    Jedoch wenn ich so einige Passagen mir durchlese, stelle ich fest, dass ich doch das ein oder andere zum Shooting vergesse. 🙂

    Wird allen anderen aber wahrscheinlich genauso gehen. 🙂

    Antworten
  8. Daniel

    Hallo Markus,
    ein schöne Übersicht, grad für Anfänger/Einsteiger. Aber eine Sache stört mich, denn ein über den Blitz gestülptes Taschentuch macht das Licht nicht weicher. Das passiert erst, wenn ich die Abstrahlfläche vergrößere, also müsste ich das Taschentuch schon so 20cm vom Blitz entfernt halten. Besser wäre hier in eine Tupperdose zu blitzen oder wie im folgenden Video einfach indirekt über ein weißes T-Shirt 🙂

    PS: Finde dein neues Theme klasse. Wirkt durch die individuellen und persönlichen Anpassungen kompl eigenständig.

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  9. Markus

    @Daniel: Wenn man das Taschentuch nur in einer kleinen Schlaufe über den Blitz legt, macht das tatsächlich schon etwas aus, gerade bei den kleinen Kamerablitzen. Das Licht ist nicht mehr ganz so gerichtet.

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