Lightroom-Quickie: Mein Lightroom Workflow und wie ihn die gehasste Taste beschleunigt

Wenn es eine Taste auf der Tastatur gibt, die wohl jeder hasst, dann ist es die Feststelltaste oder „Caps Lock“, wie der Engländer sagt. Man wundert sich warum das Passwort nicht mehr funktioniert: Feststelltaste aktiviert. Man schreibt flott vor sich hin und auf einmal hat man nur noch Großbuchstaben: Feststelltaste.
Welchen Platz diese Taste aber in meinem Lightroom-Workflow hat, seht ihr in diesem Lightroom-Quickie. Gleichzeitig ist das der erste Beitrag im neuen Jahr.

Mal ehrlich: Auf einer Computertastatur ist die Feststelltaste normalerweise überflüssig wie ein Kropf. Der Ursprung dieser „Hilfstaste“ sind mechanische Schreibmaschinen. Da es hier sehr schwer war mehrere Großbuchstaben hintereinander bei permanent gedrückter Umschalttaste zu schreiben – schließlich betätigt man diese mit dem kleinen Finger – war die Feststelltaste eine große Erleichterung.

In Adobe Lightroom erlebt die Umschalttaste sicher auch bei euch eine Renaissance wenn ihr wisst, wie sie eure Arbeit erleichtern und beschleunigen kann.

Der Lightroom-Workflow nach dem Import

Ich möchte an dieser Stelle kurz etwas ausholen und meinen Lightroom-Workflow nach dem Import der Fotos beschreiben.

Schritt 1: Umgebung einrichten

Nach dem Import einer größeren Zahl von Bildern (z. B. ein komplettes Shooting, Urlaubsfotos etc.), gehe ich zunächst in den Ordner „Vorheriger Import“ und lasse mir in der Bibliothek alle Bilder anzeigen. In der Lupenansicht (Taste E) gehe ich, bei ausgeblendeten Seitenpanels (Umschalt+TAB) und gedimmtem Hintergrund (Taste L) mit den Cursortasten durch alle Fotos. Durch die große Ansicht erkenne ich schon hier stärkte Unschärfen und der gedimmte Hintergrund lenkt weniger vom Bild ab, denn nun geht es sehr flott:

Schritt 2: Renner und Penner

Ich gehe sehr zügig durch alle Fotos und markiere zunächst „Renner und Penner“, also die guten Fotos mit der P-Taste („Pick“) und wirklich unbrauchbaren Fotos mit der X-Taste. Damit habe ich die Auswahl schon einmal ziemlich eingeschränkt und kann mich danach auf die guten Fotos konzentrieren.

Schritt 3: Filter auf die „Picks“

Den Attribut-Filter setze ich nun auf die Picks, in dem ich das weiße Fähnchen anklicke. Lightroom zeigt mir darauf hin nur noch die ausgewählten und als brauchbar befundenen Bilder an.

Lightroom Markierung
Lightroom Markierung

Nun beginne ich den Spaß wie in Schritt 2 noch einmal von vorne und bewerte die Fotos. Hierzu benutze ich einfach die Tasten 1-5 auf dem Ziffernblock und vergebe meine Bewertungen.

Wo bleibt denn nun der tolle Lightroom-Quickie?

Jaja, kommt ja schon. Aaalso – bislang bin ich (und sicher auch ihr) mit der Pfeil-Rechts Taste zum nächsten Foto gegangen um es auszuwählen, abzulehnen oder zu bewerten. Das sind zwei Tastenbetätigungen pro Foto.

Aaaachtung – jetzt kommts:

Wenn man nun aber die Feststelltaste betätigt, braucht man nach einer Auswahl oder Bewertung nicht zusätzlich die Pfeil-Rechts Taste drücken, um zum nächsten Foto zu kommen, denn Lightroom schaltet automatisch weiter zum nächsten Bild – eine große Erleichterung!

Das funktioniert mit der Markierung (Fahne), der Bewertung, der Schnellauswahl und den Farblabels – allerdings nur im Lupenmodus (Großansicht).

Warum zwei (oder mehr) Durchgänge?

Ich gehöre nicht zu den Erbsenzählern, die sich mit jedem Foto stundenlang aufhalten wollen. Mit dem ersten Durchgang wird direkt aus dem Bauch heraus entschieden, ob das Foto taugt oder nicht (P oder X). Ein Foto, das ohnehin nicht brauchbar ist, brauche ich auch nicht bewerten, mit Keywords oder gar Beschreibungen versehen und es wird auch nicht besser, wenn ich es länger anschaue. Zudem kann ich den „Abgelehnt-Filter“ auch später einfach mal setzen und den ganzen Müll auch komplett aus dem Lightroom-Katalog löschen.

Der zweite Durchgang ist für die Bewertung der Fotos gedacht. Hier sehe ich mir die Bilder auch genauer an und vergebe entsprechend 1-5 Sterne dafür.

Beispiel meiner Bewertungen
Beispiel meiner Bewertungen

Farblabels nutze ich z. B. für Fotos die für eine bestimmte Nutzung geeignet sind. In meinem Fall wären das Fotos für Blogbeiträge (rot), mögliche Kandidaten für Stockfotos (grün) oder Testaufnahmen aus Produkttests (weiß).

Metadaten und Keywords

Nachdem die Fotos aussortiert und bewertet wurden, vergebe ich die Stichwörter und ggf. Beschreibungen und Titel – sofern ich das nicht schon beim Import getan habe. Der Titel ist mir vor allem bei möglichen Stockfotos oder Bildern für Facebook wichtig, weil ich diesen auch gleich beim Export für den Dateinamen verwende. Darüber aber mehr in einem der nächsten Lightroom-Quickies.

Wenn das alles abgeschlossen ist, widme ich mich der Entwicklung meiner Fotos und sortiere sie in entsprechende Sammlungen.

Aber keine Angst: Oft bin ich auch nicht so konsequent 😉

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