Gerade in der Produktfotografie für Online-Shops, Ebay oder für Blogbeiträge, möchte man schöne Produktfotos, die auf weißem Hintergrund stehen. Zwar müssen dazu die Produkte entsprechend fotografiert werden, die Nachbearbeitung geht dank Lightroom aber ganz schnell.

Für richtig gute Produktfotos ist eine kleine Studioausstattung mit mind. zwei Blitzanlagen, eine Hohlkehle mit weißem Karton und reichlich Erfahrung notwendig. Nicht jeder kann und will aber diesen Aufwand betreiben und mit etwas Improvisation und Know-How geht es auch mit einer Minimalausstattung und Lightroom 4 ganz ordentlich.

Vor längerer Zeit habe ich HIER eine Selbstbaulösung für ein kleines Desktopstudio beschrieben, die weniger als 5 Euro kostet und ideal zum isolierten fotografieren von kleineren Produkten ist.

Die Hohlkehle von vorne

Mit etwas Experimentierfreude und indirektem Blitzen gegen die (weiße) Zimmerdecke, kann man hier ganz ordentliche Ergebnisse erzielen. Der Hintergrund wird aber nicht immer total weiß sein, da sonst das eigentliche Objekt überbelichtet würde.

Hat man dann ein Foto, kann man sich auf die Nachbearbeitung in Lightroom 4 machen. Wir brauchen hier wirklich die Version 4, da erst hier die Einstellmöglichkeiten zur Verfügung stehen, die wir hierzu brauchen.

Das Foto hat einen recht weißen, aber eben nicht reinweißen Hintergrund wie hier:

Originalbild ohne Bearbeitungen, der Hintergrund ist nur teilweise 100% weiß

 

Zuerst aktivieren wir die Anzeige für die Lichterbeschneidung, indem wir oben rechts im Histogramm den kleinen weißen Pfeil anklicken. Diese zeigt uns mit roter Farbe die Bereich im Bild an, die überbelichtet oder eben weiß sind.

Lichterbeschneidung und weiße Flächen werden rot angezeigt

Nun schieben wir den Regler für Weiß soweit nach rechts, dass die übrigen weißen Flächen so weit wie möglich auch rot angezeigt werden. Mit dem Regler für Lichter kann man noch ein kleines bisschen probieren, ob vielleicht noch mehr Fläche “rot” wird.

Die weißen Flächen wurden mit dem Weiß- und Lichter-Regler aufgehellt

Was nun übrig bleibt ist der Schatten des Objekts. Diesen könnte man nun noch mit dem Korrekturpinsel “wegmalen”, indem man die Belichtung für den Korrekturpinsel erhöht und über diese Bereich malt, bis diese auch rot werden. Ein bisschen Schatten etc. lässt das Objekt aber natürlicher und plastischer erscheinen.

Man kann sich nun an die übrigen Korrekturen machen und muss ggf. mit dem Weißregler etwas nachjustieren.

Sollten dabei auch Bereiche des Objekts zu hell werden, kann man mit dem Korrekturpinsel und einer negativen Belichtungseinstellung diese Bereiche wieder abdunkeln.

Ein kleiner Trick: Auch mit dem Vignette nach Freistellen Regler kann man Bereich am Rand aufhellen, wie im Beispiel unten links. Hier muss man ggf. den Mittelpunkt korrigieren, damit die Vignette nicht bis ins Objekt reicht.

Weitere Aufhellungen mit der Vignette

Das Ergebnis dieser sehr schnellen Bearbeitung sieht dann im Vergleich so aus:

Vorher/Nachher Vergleich

Dieser Lightroom-Quickie ist ganz bestimmt nicht die eleganteste Lösung, ist aber für schnelle saubere Produktbilder auf weißem Hintergrund sehr praktikabel und man muss nicht unbedingt Photoshop mit Masken, Pfaden etc. bemühen.

Das Produkt im Beispiel ist übrigens ein Bluetooth-Lautsprecher für Smartphones etc., den ich HIER vorgestellt habe.

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2 Responses

  1. Fredy Hofmann

    Hey herzlichen Dank für diese super Tipps, ich freue mich immer auf den Sonntag wo es wieder den Sonntags-Blick gibt, wirklich eine coole Sache und endlich mal Zeit ein herzliches Dankeschön auszusprechen. Auch für diese tolle Seite mit den vielen Tipps und Tricks ein herzliches Danke aus der Schweiz ;-)

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