Preiserhöhung zum falschen Zeitpunkt

Nabu Casa erhöht Preise für Home Assistant Cloud

Nabu Casa, die Firma hinter Home Assistant, hat die Preise für das Cloud-Abo erhöht. Dieser Preisanpassung kommt allerdings zur Unzeit.

Nabu Casa ist ein kommerzielles Unternehmen hinter Home Assistant, die den Home Assistant Cloud Service anbieten. Dieser ermöglicht die sehr einfache Anbindung von Home Assistant an Sprachassistenten wie Amazon Alexa oder Google Assistant. Mit aktivem Account können die Entitäten und Geräte, die für den Sprachassistenten erreichbar sein sollen, ganz einfach über die Benutzeroberfläche eingestellt werden.

Außerdem bietet Nabu Casa mit Abo die Möglichkeit eines gesicherten externen Zugangs zu Home Assistant, was gerade mit der Home Assistant App sehr praktisch ist. Für diesen Service verlangte Nabu Casa bislang 5 US-Dollar pro Monat, also etwa 4,40 Euro. Nun wurde der Preis dafür auf 6,50 US-Dollar angehoben, immerhin eine Erhöhung um 30 %. Wer ein Jahr im Voraus bezahlt, spart sich 2 Monate und kommt damit auf 65,00 US-Dollar. Alle bestehenden Nutzern mit aktivem Abo werden erst in 3 Monaten die neuen Preise zahlen müssen.

Freigabe der Entitäten für Alexa in der Home Assistant Cloud Einstellung

Der Betrag bringt niemanden um, der ein Smarthome betreibt, denn die anderen Kosten dafür fallen wohl stärker ins Gewicht. Zudem unterstützt man mit diesem Beitrag auch die Weiterentwicklung von Home Assistant.

Allerdings war die Cloud-Funktion von Nabu Casa in den letzten Wochen extrem langsam und unzuverlässig, sodass es viel Kritik gab. Nabu Casa teilte daraufhin mit, dass man an einem neuen Unterbau für die Cloud-Verbindung zu Alexa arbeite, welche die alte Performance wieder herstellen soll. Das erfolgte wohl auch schneller als anfangs angekündigt. Dennoch war der Zeitpunkt für die Preiserhöhung sehr unglücklich gewählt, da er noch in den Zeitraum fiel, als die Services nicht zuverlässig arbeiteten.

Da wir selbst viele Dinge in Home Assistant per Alexa steuern, habe ich schon vor zwei Wochen die Reißleine gezogen und Alexa manuell, ohne Nabu Casa, an Amazon angebunden, was gar nicht so aufwendig war, wie zunächst befürchtet. Da ich trotzdem noch das Home Assistant Cloud Abo habe, konnte ich nun einen Vergleich machen. Tatsächlich arbeitet Nabu Casa wieder so, wie ich es gewohnt war. Allerdings ist die direkte Anbindung ohne die Home Assistant Cloud im direkten Vergleich noch immer deutlich schneller, weil sie nicht über einen oder mehrere (ich kenne die Infrastruktur von Nabu Casa nicht) Hops gehen muss.

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Auch der externe Zugang, der bei mir nun über einen NGINX Reverse-Proxy direkt über die feste IP meines DSL-Providers erfolgt, ist noch ein Stück zackiger in der Bedienung. Wer hier Bedenken hat, kann den Zugang außerdem noch mit einem kostenlosen Account von Cloudflare absichern.

Für mich hat sich die manuelle Lösung als besser herausgestellt und wenn man die technischen Voraussetzungen und Kenntnisse hat, kann man das zweifellos in Betracht ziehen. Wer es einfach und komfortabel möchte, setzt weiterhin auf Nabu Casa. Fällt die Infrastruktur von Nabu Casa aus oder wird sie angegriffen, fallen eben alle angebundenen Home Assistant Systeme für Sprachsteuerung und Fernzugriff aus. Natürlich kann es auch Probleme bei der manuellen Anbindung, etwa durch Veränderungen der API etc. geben, aber das hat man dann wenigstens selbst in der Hand. Unterstützen kann man Home Assistant durch das Abo weiterhin – man muss aber die Dienste nicht nutzen.

Dazu passend: Home Assistant mit Alexa schneller, zuverlässiger und kostenlos anbinden

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4 Kommentare

  1. Ich persönlich finde die ganze Home Assist Geschichte mehr als fragwürdig. Ist das ganze viel besser als Tuya? Habe mir die OS auf eine Proxmox VM installiert und teste es seit ein paar Stunden. Kein wirklicher SSH Zugriff. Auf eigenem Server nicht lauffähig. Für Dienste wie Alexa zu bezahlen? Eine Cloud mit keinen wirklich sinnvollen Diensten zu so einem Preis? Anbindung an meine vorhandene Infrastruktur absolut mangelhaft. Hier ist mal wieder Klicky Bunti nicht alles! Nutze seit vielen Jahren das wirklich offene, ohne jeglichen Cloudzwang verfügbare FHEM. Einfach auf einem eigenen Debian oder Ubuntu Server per apt installierbar. Werde es noch etwas testen. Erster Eindruck ist auf jeden Fall Mangelhaft. Nicht zu vergessen die nicht vorhandene Absicherung des Servers mit Zertifikat. Klar Einbindung mit Letsencrypt gibt es, jedoch nicht brauchbar, da ich nicht jeder VM einen eigenen Account bei LE einrichte. Einbindung vorhandener Zertifikate nicht möglich. Nginx-Proxy lässt sich installieren, jedoch Einrichtung für Zertifikate mangelhaft. Normalerweise erledigt das ein Server im Netzwerk. LE Zertifikate aktualisieren und an alle Server im Netzwerk verteilen. Hier nicht möglich, da SSH Zugriff kastriert. Auf der einen Seite wird das System als sooo sicher angepriesen, auf der Anderen nur http Zugriff. Hier hätte man den Port nicht auf 8123 stellen müssen, das ist Sinnfrei! Das findet ein Portscanner innerhalb von kürzester Zeit:

    Port 8123 (TCP)
    aiohttp 3.8.5 Python 3.11

    • Es ist doch schön, dass wir so viel Auswahl haben und jeder wählen kann, was er (oder sie) für sich für passend empfindet. Vielleicht solltest du dich aber noch etwas tiefer damit befassen. Einige Dinge scheinen an dir vorbeigegangen zu sein.

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