AA-Akkus von Eneloop, Amazon Basics und Aldi Süd gemessen – welche sind besser?

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AA-Akkus dürften wohl zu der am meisten eingesetzten Zellengröße zählen. Als Fotograf hat man AA-Batterien häufig in Systemblitzgeräten oder auch machen Batteriegriffen im Einsatz. Gerade beim Einsatz im Blitzgerät möchte man natürlich möglichst viele Auslösungen aus einem Satz Akkus herauskitzeln. Für viele sind Panasonics Eneloops der Standard bei vorgeladenen und lagerfähigen Akkus. Ich habe diese und zum Vergleich die günstigere Amazon Basics sowie Akkus von Discounter (Aldi Süd) gemessen.

Normale Batterien sind bei stromhungrigen Anwendungen wie im Blitzgerät auf Dauer einfach zu teuer. Vorteile haben sie jedoch wenn es um die Lagerfähigkeit (geringe Selbstentladung) und den Langzeiteinsatz bei geringer Beanspruchung geht, wie z. B. in Fernbedienungen. Moderne Fernbedienungen benötigen nur kurze Spitzenströme und befinden sich dann wieder im Schlafmodus. Hier lohnt sich der Einsatz von Akkus kaum, da selbst bei den modernen Akkus mit geringer Selbstentladung, diese noch um den Faktor 2-3 höher ist, als bei guten Alkali-Mangan Batterien. Zudem ist die Zellspannung bei Akkus geringer als bei Batterien, sodass der die Fernbedienung häufig früher den Dienst quittiert, als bei herkömmlichen Batterien, obwohl der Akku noch über reichlich Restkapazität verfügt.

Da ich es mal etwas genauer wissen wollte, habe ich drei verschiedene Akkus mit einer sogenannten „Elektronischen Last“ (auch Dummyload, Stromsenke, Electronic Load oder Powersink genannt) kontrolliert entladen. Die Elektronische Last kann so eingestellt werden, dass immer der gleiche Strom fließt, egal wie sehr die Spannung der Zelle sinkt. Die so entnommene Leistung wird einfach in Wärme umgesetzt, weshalb auch ein kleiner Lüfter auf dem Gerät montiert ist. Mit diesem kleinen Messgerät kann man nicht nur die Kapazität von Akkus, Batterien und Powerbanks messen, sondern auch den Ausgangsstrom kleinerer Netzteile oder Ladegeräte. Man kann damit Quellen mit bis zu 20 Volt Ausgangsspannung und einem maximalen Strom von 3 Ampere. Die maximale Gesamtbelastung liegt bei 20 Watt. Wer Hochleistungs-LiPo-Akkus für Copter mit 25 C messen will, braucht natürlich eine andere Lösung. Mit knapp 20 Euro inkl. Versand aus China ist das Teil sehr erschwinglich. Man könnte sich so einen Kapazitätstester für Akkus auch mit einem Arduino zusammenbauen, aber nicht für diesen Preis. Eine etwas „highendigere“ Version einer solchen Messanordnung mit entsprechenden Messgeräten und National Instruments LabView als Visualisierungssoftware, werde ich demnächst mal zeigen.

Testaufbau mit der Elektronischen Last
Testaufbau mit der Elektronischen Last

Laut Datenblätter der Akkuhersteller wird die Nennkapazität, die auf dem Akku aufgedruckt ist, bei einer konstanten Entladung mit 0,2 C gemessen. „C“ ist das bei Nennkapazität. Im Fall der Eneloop und Amazon Basics Akkus also 1900 Milliamperestunden. 0,2 sind also ein Fünftel von 1900 = 380. Die Akkus müssen also mit einem konstanten Strom von 380 Milliampere (mA) entladen werden. Nun muss man noch festlegen, bis wann man eigentlich entladen möchte. Auch dazu geben die Hersteller einen Wert an, die sog. Ladeschlussspannung oder engl. „Cutoff Voltage“. Diese liegt bei 1,0 Volt. Wir messen also so lange, bis die Spannung am Akku unter 1,0 Volt sinkt.

Da die Elektronische Last per USB mit dem Rechner verbunden ist, kann ich sowohl den Entladestrom, als auch Ladeschlussspannung vorgeben. Die gemessene Kapazität in mAh und Milliwattstunden wird automatisch berechnet und die Entladung mit einer Entladungskurve visualisiert.

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26 Comments
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Hi
Leider konnte ich keinen weiterführenden Test finden der dann auch die Entladung auf Zeit zeigt
Wie war das ergebnis?
Liebe Grüße!

Guten Abend,
…ja das Ergebnis der Selbstentladung würde mich auch interessieren. Was kam denn raus nach den vier Wochen?

Viele Grüße

Danke für den Test!
Was mich interessieren würde: warum gibt es eigentlich keine Akkus mit 1,5 Volt, sondern nur mit 1,2?

MfG

Danke für die Antwort!

Sehr schön und fast richtig erklärt. Nur im letzten Satz muss es bei der 9 Volt Blockbatterie als Akku lauten, dass diese aus 7 Zellen mit jeweils 1,2V bestehen und somit eine Nennspannung von insgesamt 8,4V hat.

Mal ein toller Test, vielen Dank!

Der einzige Anbieter für die benötigte Software schreibt mir:
„The download link for the requested software cannot be found. We will update our database soon and let you know when EB Tester Software is available for download.“
Das war aber schon vor zwei Wochen.
Vielleicht bin ich ja nur zu ungeschickt zum Suchen, und jemand von Euch kann mir mitteilen, wo man diese Software erhalten kann. Markus antwortete mir leider nicht.

Danke, Markus, die beiden Links waren schon einmal Goldes wert; die Software und der Treiber sind installiert (Windows 10 Pro). Allerdings habe ich noch die große Hürde des Anschlusses an den Rechner. Laut Beschreibung brauche ich dazu ein USB zu TTL serial converter Kabel. Da die Elektronische Last einen USB-Mini-B-Ausgang hat, wäre das also ein Kabel bzw. Adapter von USB-Mini-B auf Seriell. Dann könnte ich diesen seriellen Stecker mit einem weiteren Adapter zu USB A für den Rechner machen (keiner meiner drei Rechner hat noch einen seriellen Port). So kann das doch nicht gemeint sein. Wenn ich die Elektronische Last… Weiterlesen »

Jetzt ist alles klar. Auch bei mir war das Kabel dabei, ich habe es aber nicht als Spezialkabel erkannt und deshalb mit anderen Kabeln probiert 🙁 Danke.

Sehr guter Test. Vielen Dank für deine Zeit, den durchzuführen.
Kann man mit der elektronischen Last eigentlich auch diese USB-Power-Packs testen?

Danke für den Test, Markus. Er hat mich angeregt, mir diese Elektronische Last auch zu kaufen. Leider ist die dazu nötige EB Tester Software (derzeit?) nicht downloadbar. Falls sie kostenlos ist, bitte ich Dich, Deine Version irgendwo hochzuladen, damit wir Interessierten sie auch verwenden können.

Heinz

Guter Test, aber was sagen die Akkus bei Temperaturen unter 0°C?
Ich habe das mal mit einer Philips LED Fahrradlampe bei -7 °C getestet.
Bei Discounter Akkus mit angeblich 2600 mAh schaltete die Lampe nach 15 Minuten ab, die 1900er eneloop hielten locker 45 Minuten, und das ohne nachladen an mehreren Tagen. (Fahrt zur Arbeit)
Für mich gibt es nur einen zuverlässigen Akku, Eneloop.

Hallo,

Preislich geben sich die Amazon und die Eneloop ja nicht`s, von daher vermute ich das die von Amazon auch von Panasonic sind. Deine Werte bestätigen mir das eigentlich auch. Danke fürs testen.

Tja, das Problem bei den Discountersachen ist eben, dass man nicht sicher sein kann, dass die nächste Charge genauso reagiert, da sie evtl. von einem anderen Hersteller stammt. Man kann ja wohl auch bei den Weinen Glück haben und Überproduktionen richtig guter Tropfen erwischen … Jedenfalls hatte ich mal bei Lidl Akkus gekauft und wollte damit mein Speedlite betreiben, allerdings schafften die es selbst voll geladen nicht, den Speedlite auf grün zu kriegen. Seitdem kommen mir diese Akkus maximal noch in die Taschenlampe oder Fernbedienung, für Extremsituationen dann doch lieber Eneloops oder die scheinbar wirklich vergleichbaren Amazon-Akkus, von denen ich… Weiterlesen »

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen