Lightroom Praxis-Tipp 2: Der Softproof für bessere Ausdrucke und Abzüge erklärt

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Es ist ja eine ungerechte Welt: Da hat man ein tolles und farbenfrohes Foto in Lightroom mit allerlei Tricks entwickelt, das am Bildschirm so richtig toll aussieht und man möchte sich das auch gerne als Poster oder Leinwand an die Wand hängen. Aber kaum ist das Werk vom Fotodienstleister da, tritt die Enttäuschung ein, weil es so gar nichts mehr mit dem Bild gemeinsam hat, das wir am Monitor so toll fanden.

Der Softproof in Lightroom hilft dabei, solch unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Wie er funktioniert und wie man Fotos für den Druck aufbereitet, erfahrt ihr in diesem Lightroom Praxis-Tipp.

Auch wenn die meisten Fotos mittlerweile am PC-Bildschirm, TV-Gerät, Tablet oder gar Smartphone betrachtet werden, wollen viele noch immer einen Papierabzug, eine Fotoleinwand, ein Fotobuch oder Poster von den schönsten Werken.

Leider stoßen hier zwei Medien aufeinander, die sich nicht so ganz toll vertragen. Während die Farben und Kontraste auf dem Bildschirm toll leuchten und sehr differenziert sind (sofern man einen guten Monitor hat), wirkt das gleiche Bild auf Papier oder Leinwand plötzlich flach und unspektakulär. Die so toll leuchtenden Flächen mit der feinen Struktur sind vielleicht sogar komplett verschwunden und versinken in einem gleichförmigen Farbklecks.

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Die Gründe für die unterschiedliche Farbdarstellung

Der wichtigste Grund hierfür ist, dass es ich um zwei vollkommen unterschiedliche Farbsysteme handelt. Der Monitor, das iPad oder der digitale Bilderrahmen geben selbst Licht ab und erzeugen damit auch die Farben. Die Farben leuchten also von selbst. Dadurch wirkt alles sehr lebendig und frisch. Weiß ist ein richtig strahlendes Weiß. Beim gedruckten Bild – egal ob Fotoabzug, Leinwand oder bei speziellen Fototrägern wie Alu-Dibond oder Forex, werden die Farbpigmente vom Umgebungslicht angestrahlt und reflektieren es in unser Auge. Ist ein Untergrund, wie z. B. eine Fotoleinwand, matt und nicht ganz reinweiß, ändern sich dadurch auch die auf ihr aufgebrachten Farben und wirken ganz anders, als auf dem Monitor.



WhiteWall - Das Labor der Fotografen

Das hellste Weiß beim Druck ist immer die Papierfarbe und je nach Saugfähigkeit des Untergrunds, kann aus einem satten Schwarz, schon mal ein dunkles Grau werden.

Zudem sind nicht alle Farben des sRGB oder AdobeRGB-Farbraums in die Druckwelt übertragbar, da der CMYK-Farbraum (Vierfarbdruck) anders aufgebaut ist und viele Monitorfarben nicht darin enthalten sind. Das gilt besonders für sehr gesättigte oder leuchtende Farben.

Der Softproof in Lightroom hilft

Damit man nicht jedes Mal mit einer Überraschung rechnen muss, wenn das Fotoprodukt eintrifft oder unnötig Papier und Tinte beim Ausdruck daheim verschwendet, gibt es den Softproof in Lightroom. Damit dieser aber richtig funktioniert, benötigt man die Farbprofile des Ausgabegeräts und der verwendeten Papiersorten.

Für den eigenen Ausdruck auf dem Tintenstrahldrucker werden von den Druckerherstellern meist die entsprechenden Farbprofile (ICC-Profil) für den Drucker und die Originaltinten und Papiere des Herstellers mitgeliefert, die man dann in Lightroom (und Photoshop) nutzen kann.

Bei den Fotodienstleistern sieht das schon etwas anders aus, denn nicht jeder Anbietet, hält auch Farbprofile für seine Produkte und Geräte zum Download bereit.

Lightroom 5 Praxisvideo 2: Der Softproof für bessere Ausdrucke und Abzüge erklärt

Die Firma White Wall ist ein Anbieter der Farbprofile anbietet, und hat mir ein Fine-Art und Foto-Profil zur Verfügung gestellt, das ich im Video auch zur Demonstration einsetze.

Ihr erfahrt hier, wie der Softproof funktioniert, wie man Fotos für den Druck oder für Abzüge vorbereitet und wie man Probleme beseitigt, damit es später kein böses Erwachen durch Farbunterschiede oder andere Helligkeitsverteilungen gibt.

Übrigens ist für einen aussagekräftigen Softproof auch ein entsprechendes Display mit Kalibrierung notwendig, denn wenn schon euer Monitor nicht das zeigt, was sich wirklich abspielt, wird’s auch mit dem Softproof schwierig. Darum dürfte euch auch der Beitrag „Das wichtigste Teil der Fotoausrüstung, das keine Fotoausrüstung ist“ interessieren.

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