Für welche Smart Home und Haussteuerung ich mich entschieden habe und warum

Auch beim Umbau und der Renovierung eines Hauses gibt es jede Menge zu planen. Unser neues Zuhause wird derzeit fast auf einen Rohbau zurückgesetzt und ist dabei nicht weit von einem Neubau entfernt. Ein großer und sehr komplexer Teil der Planung betrifft die Elektroinstallation. Natürlich setzen wir dabei auf die modernen Möglichkeiten der Haussteuerung und bauen damit ein Smart Home.

Die Parametrisierung, sprich die Programmierung der Haussteuerung, soll flexibel sein. Ganz wichtig dabei ist, dass man das System auch mit anderen Systemen und Technologien verbinden kann. Das beginnt bei IP-Kameras, die auch als Bewegungsmelder fungieren könnten, die Anbindung der Telefonanlage (Fritzbox) und vorhandener Philips Hue Lampen bis hin zu selbstgebauten Sensoren (z. B. Temperaturfühler in Wänden und im Estrich der Fußbodenheizung, Füllstand der Regenwasserzisterne abfragen) und Aktoren per 1-Wire, Arduino und Raspberry Pi. Natürlich möchte ich mein Smart Home selbst programmieren und erweitern können. Ideen gibt es tonnenweise.

Unser Haus im Urzustand
Unser Haus im Urzustand

Beim Thema Sicherheit war mir auch sehr wichtig, dass ich mich nicht auf Gateways eines Herstellers verlassen möchte, die im Zweifelsfall sperrangelweit offen oder ein interessantes Ziel für Angriffe sind. Systeme, die den Webservice eines Herstellers benötigen, scheiden komplett aus.

Da die Hausautomation auch Sicherheitsaufgaben übernehmen soll, dazu gehört die Kontrolle von Fenstern und Türen (offen, gekippt), soll dies mit vertretbarem Aufwand realisiert werden können. Für die Fenster und kippbaren Türen bedeutet das, dass man 2 Magnetkontakte pro Fenster benötigt, womit wir in unserem Haus auf gut 40 Sensoren kommen.

Natürlich sollen die Jalousien automatisch gesteuert werden, damit im Winter die Sonne für zusätzliche solare Wärme sorgt und im Sommer draußen bleibt. Bei Sturm sollen die Jalousien automatisch nach oben fahren. Eine Wetterstation mit Wind- und Lichtsensoren auf dem Dach macht es möglich. Und wenn man schon dabei ist, möchte man auch noch die Heizung entsprechend regeln.

In der näheren Auswahl: KNX, Loxone und LCN

Da reine Wireless-Systeme nicht in Frage kamen und die meisten davon auch nicht den notwendigen Funktionsumfang boten, fielen Lösungen wie EnOcean, Homematic etc. heraus. SPS-Lösungen wie Siemens Logo sind zu speziell und komplex. Übrig blieben zunächst KNX und Loxone.

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KNX – eine standardisierte und mächtige Smart Home Lösung

KNX (früher „EIB“) ist ein genormtes System, das Anfang 2000 eingeführt wurde und von vielen Herstellern unterstützt wird. Dazu zählen etablierte Hersteller wie Gira, Hager, Busch Jäger und noch viele andere. Man hat also eine ziemliche Auswahl an Komponenten. Die Installation erfolgt sternförmig, der Bus kann flexibler gehandhabt werden. Die Steuerungskomponenten liegen im Schaltschrank als Hutschienen-Module. Es gibt eine große Auswahl an „intelligenten“ Tastern. Zentrale Steuerungs-Displays sind extrem teuer (z. B. Gira Control zwischen 2.000 und 4.000 Euro).

KNX Installation (Bild: ABB.com)
KNX Installation (Bild: ABB.com)

Die Software ist für bis zu 5 KNX-Komponenten kostenlos, was aber selbst für einfachere Systeme nicht ausreichend ist. Die Pro-Version kostet 1000 Euro, ist aber bei Sammelkaufaktionen in div. Foren für etwa 500 Euro zu bekommen. Die Programmierung ist komplex und wenig übersichtlich. Die Anbindung an Fremdsysteme kann über einen speziellen LAN/IP-Router erfolgen.

KNX rangierte für mich lange auf dem ersten Platz, da man hier – dank vieler Anbieter – keine Angst haben muss, dass das System bald vom Markt verschwindet. Ein Nachteil ist die aufwendige Verkabelung mit Sternverkabelung für die Elektroleitungen plus zusätzlichem Bus-Kabel.


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5 Kommentare

  1. Liebe nachbelichtet-Besucher!

    gerade habe ich den zweiten Band meiner Ratgeberreihe zu LCN herausgebracht. Der zweite Band ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Parametrieren Eures Bussystems, illustriert mit vielen Screenshots und angereichert mit vielen Übungsaufgaben. Wer noch vor der Kaufentscheidung steht, für den ist Band 1 ideal, weil ich dort alle Möglichkeiten aufzeige.

    https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/index/?q=Traum%20vom%20intelligenten%20Zuhause&bod_issue=Traum%20vom%20intelligenten%20Zuhause&c_filter%5Bbod_print_variant%5D=1#products

    Würde mich freuen wenn Ihr mir twittert, wie zufrieden Ihr seid. Band 3 wird sich mit LCN GVS befassen (Visualisierung und Fernsteuerung) und erscheint Ende 2019.
    https://twitter.com/RichardTigges/status/1071121050379919361

    • Im Prinzip legst du einen Ring mit 3-Adern J-Y (ST) Y 2x2x0,8 (auch Telefonkabel oder Fernmeldeleitung) oder ein CAT-Kabel, welches an einen entsprechenden Hub angeschlossen wird (siehe Text). Daran kann man nun sehr viele günstige 1-Wire Sensoren (Temperatur, A/D-Wandler, Binäreingänge) anschließen. Jeder von denen hat ab Werk eine eigene ID und die ist dann zur Auswertung sichtbar. Je nach Gegebenheiten sind 100 oder 200 Meter Kabel und 50 oder 100 Sensoren wohl kein Problem.

      Details dazu und einen Testaufbau gibt es bald in einem Beitrag – leider sind die benötigten Teile noch nicht da.

  2. Super Beitrag! Wir planen gerade auch unser neues Haus und da kommt deine Einschätzung gerade recht! Bislang wurde nur Loxone angeboten.

Kommentare sind geschlossen.