Die 10 häufigsten Home Assistant Fehler, die du unbedingt vermeiden solltest

Vor der Nutzung von Home Assistant sollte man einige grundsätzliche Dinge beachten und überlegen. Ich habe 10 davon aufgeschrieben.

Smart Home-Systeme wie Home Assistant können dein Leben erleichtern und dir zahlreiche Möglichkeiten zur Automatisierung und Steuerung deiner Geräte bieten. Allerdings machen viele Menschen bei der Einrichtung von Home Assistant einige Fehler, die zu Frustration führen können. Hier sind die 10 häufigsten Fehler und wie du sie vermeiden kannst:

Nicht mit Familie und Partner absprechen

Bevor du überhaupt mit der Einrichtung von Home Assistant beginnst, solltest du sicherstellen, dass alle Familienmitglieder und dein Partner einverstanden sind. Jeder, der das System nutzen wird, sollte wissen, wie es funktioniert und welche Vorteile es bietet. Es ist auch wichtig, die Bedürfnisse und Vorlieben aller Familienmitglieder zu berücksichtigen, um sicherzustellen, dass das System für alle von Nutzen ist.

LCN-GT8 Glastaster mit Temperatursensor und Bargraph-Anzeige

Nicht jede interessante, anspruchsvolle oder gar abgefahrene Funktion stößt bei den anderen Nutzern auf Gegenliebe. Ein Smart Home sollte Dinge immer vereinfachen und komfortabler machen und nichts komplizierter, als es vorher war. Zudem sollte dir klar sein, dass du sehr viel Zeit in Home Assistant stecken kannst (und am Anfang auch stecken musst). Hast du diese Zeit und bist du auch bereit, diese zu investieren?

Zu viel wollen, wenn noch die Kenntnisse fehlen

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Ein essenzieller Tipp ist, klein einzusteigen und mit der Aufgabe zu wachsen. Viele Fragensteller in den Home Assistant Communities haben gerade mal das Grundsystem installiert und fragen schon nach den komplexesten Funktionen, ohne die notwendigen Kenntnisse erworben zu haben.

Was sind Entities, Services, Scenes, Scripts usw.? Probiert viel aus, ohne dass das System schon wirklich in euer Leben integriert ist und ihr in Hardware investiert habt.

YAML – das unbekannte Wesen

YAML ist gewöhnungsbedürftig und eine der größten Problemquellen für Einsteiger, denn eine falsche Einrückung und eine Konfiguration oder Automation funktioniert nicht oder nicht mehr. YAML ist aber essenziell wichtig! Bekomme ein Verständnis für YAML und dessen Grundlagen. Eine ausgezeichnete Anleitung gibt es hier:

https://www.home-assistant.io/docs/configuration/yaml/

Nicht durchdachte Automationen

Die Automatisierung von Geräten kann Zeit und Mühe sparen, aber es ist wichtig, sie sorgfältig zu planen. Zu viele Automationen können zu Verwirrung führen, insbesondere wenn sie nicht richtig funktionieren. Es ist ratsam, nur die Geräte zu automatisieren, die du wirklich benötigst und die sinnvoll sind. Denke daran, dass jede Automatisierung auch Wartung erfordert und dass du Änderungen vornehmen musst, wenn sich deine Bedürfnisse und Anforderungen ändern.

Du solltest jede Automation ausgiebig testen. Dazu kann man z. B. in den Entwickler-Tools die Werte der beteiligten Entitäten manipulieren. So lässt sich eine Automation schnell und einfach testen, ohne dass man erst auf die Änderung der Werte und Status warten muss. Ergeben sich hier Ungereimtheiten oder funktioniert die Automation gar nicht, kann man mithilfe der Trace-Funktion und im Logbuch den Ablauf nachvollziehen und anpassen.

Foren und Community falsch nutzen

Die Home Assistant Community ist immer hilfreich und freundlich. Ebenso sollte man dort auftreten. Dazu gehört eine Forensuche, ob das eigene Problem nicht schon einmal Thema war, bevor man einen eigenen Thread dazu startet. Eine exakte Beschreibung des Problems sollte selbstverständlich sein und ein Auszug aus dem Log ist auch von Vorteil.

Home Assistant Subreddit.

Sei freundlich und geduldig, wenn nicht gleich nach 10 Minuten eine Antwort kommt. Am meisten lernt man aber auch, wenn man nicht sofort nach Hilfe fragt, sondern recherchiert, probiert und sich durchbeißt. Das gilt meiner Ansicht nach fürs ganze Leben 😉

Natürlich freuen sich alle, wenn ihr eure Entdeckungen und Erkenntnisse teilt und anderen ebenfalls behilflich seid.

Logfiles bei der Fehlersuche ignorieren

Man kann in Home Assistant praktisch alles protokollieren lassen. Bei der Fehlersuche ist das unbezahlbar. Wer bei Problemen mit Home Assistant Hilfe in den Foren oder bei Reddit sucht, wird häufig zuerst nach verdächtigen Log-Einträgen gefragt und die sollte man immer zu Hand haben.

Wie ausführlich Home Assistant protokolliert, kann man in der Configuration.yaml einstellen. Mehr dazu kann man hier nachlesen: https://www.home-assistant.io/integrations/logger/

Das Logging lässt ich auch für Custom Components aktivieren.

Zu viel Dashboard und zu wenig Automation

Ein weiterer häufiger Fehler bei der Einrichtung von Home Assistant ist das Erstellen von zu vielen Dashboards mit Lovelace und zu wenig Automatisierungen. Dashboards sind großartig, um deine Geräte zu überwachen, aber viele verwenden zu viel Zeit für stylische Dashboards oder gar Floorplans, die vielleicht noch in Form eines Tablets an der Wand hängen, um Freunde und Bekannte zu beeindrucken.

Stelle sicher, dass du genügend Automationen einrichtest, um die Geräte automatisch steuern zu lassen, um nicht jedes Mal manuell eingreifen zu müssen. Investiere die Zeit statt in Dashboards, besser in die Grundlagen von Home Assistant. Ein Smart Home ist nur dann wirklich smart, wenn es ohne dein Zutun arbeitet.

Falsche Hardware

Ein Raspberry Pi ist für den Einstieg gut. Auf Dauer wird er dich nicht glücklich machen. Ausfälle der SD-Karte gehören zu den häufigsten Fehlern. Ein gebrauchter Mini-PC ist oft die viel bessere (und zurzeit auch preisgünstigere) Alternative mit mehr Rechenpower. Ein PC hat mehr Schnittstellen, du kannst sofort eine schnelle und zuverlässige SSD nutzen und hast ein robustes Gehäuse. Eine andere Möglichkeit sind alte Notebooks. Wenn der Akku noch okay ist, hast du gleich eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) eingebaut.

Auch bei den angebundenen Geräten ist es wichtig sicherzustellen, dass diese kompatibel sind und dass sie von Home Assistant unterstützt werden. Die Auswahl der falschen Hardware kann zu Problemen bei der Einrichtung und Verwendung des Systems führen. Vergewissere dich, dass deine Geräte mit den aktuellen Standards kompatibel sind, um zukünftige Kompatibilitätsprobleme zu vermeiden.

Gebrauchter Mini-PC für unter 100 € als Raspi-Alternative

Vermeiden sollte man auch Geräte, die auf die Cloud-Dienste der Hersteller angewiesen sind. Entscheidet sich der Hersteller die Dienste zu beschränken oder ganz einzustellen, hat man nur noch einen teuren Briefbeschwerer. Für viele Geräte gibt es aber auch alternative Open-Source-Firmware und lokale Dienste wie z. B. TUYA Lampen, Roborock Sauger oder Sonoff Schalter.

Keine Backups

Das Erstellen von Backups ist eine der wichtigsten Aufgaben bei der Einrichtung von Home Assistant, da es deine Konfiguration und Einstellungen schützt, falls etwas schiefgeht. Ohne Backups kannst du deine Konfiguration und Einstellungen nicht wiederherstellen, wenn du einen Fehler machst oder wenn deine Hardware defekt ist.

Daher solltest du regelmäßig Backups erstellen, was mit der eingebauten Backup-Funktion von Home Assistant zum Glück sehr einfach ist. Allerdings solltest du diese Backups auch immer an einem zweiten Ort speichern, z. B. mit der Google Drive Erweiterung.

Release Notes nicht lesen

In diese Falle bin ich auch schon öfter gelaufen: Die Release-Zyklen von Home Assistant sind atemberaubend schnell. Wer aber ebenso schnell auf „Update“ klickt, erlebt nicht selten unangenehme Überraschungen. Der Grund hierfür sind die „Breaking Changes“. Damit sind Funktionen gemeint, die sich bei der aktuellen Version verändert haben oder sogar ganz weggefallen sind.

Home Assistant ist noch immer eine vergleichsweise junge Software, die sich ständig verändert. Manche alte Funktion wird durch eine bessere ersetzt und manche Geräte werden einfach nicht mehr unterstützt. Hat man das vorher nicht gelesen, verschwendet man vielleicht unnötig Zeit mit der Fehlersuche. Das gilt übrigens nicht nur für das Core-System, sondern auch für Add-Ons, Integrationen und HACS-Komponenten.

Zu große Configuration.yaml

Wenngleich immer mehr über die Benutzeroberfläche konfiguriert werden kann, ist das Herzstück von Home Assistant noch immer die Configuration.yaml. Sobald dein System größer wird, solltest du darüber nachdenken, die Configuration.yaml in übersichtlichere und einfacher pflegbare Teile zu zerlegen.

Ich habe z. B. meine LCN-Konfiguration, meine Sensoren, Automationen, Lichter, Alexa-Entitäten und noch mehr in extra Dateien aufgeteilt, die ich in der configuration.yaml einbinde:

light: !include lights.yaml
automation: !include automations.yaml
script: !include scripts.yaml
scene: !include scenes.yaml
switch: !include switch.yaml
sensor: !include sensors.yaml
alexa: !include alexa.yamlCode-Sprache: YAML (yaml)

Damit wird alles nicht nur viel übersichtlicher – es erleichtert auch die Fehlersuche, weil man im Notfall mal eine dieser Dateien herausnehmen kann.

Mehr dazu findet ihr hier: https://www.home-assistant.io/docs/configuration/splitting_configuration/

Fazit

Die Einrichtung von Home Assistant kann eine Herausforderung sein, aber wenn du diese 10 häufigen Fehler vermeidest, kannst du ein effektives und zuverlässiges Smart Home-System aufbauen. Sprich mit deiner Familie und deinem Partner, starte klein, lerne die Grundlagen, hol dir Hilfe aus der Community, erstelle regelmäßige Backups, plane Automationen sorgfältig und recherchiere vor dem Kauf von Geräten, ob sich diese auch mit Home Assistant nutzen lassen.

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2 Kommentare

  1. Viele wichtige und richtige Hinweise!
    Was ich aber nicht verstehe, ist die Aussage zum Pi. Auf einem Raspi 4 lässt sich HA ohne Probleme auf einer SSD installieren und die Performance reicht für HA locker aus.
    Ich betreibe mein System von Beginn an auf einem Raspi 4 mit SSD und hatte keine größeren Probleme. Im Gegenteil, die Dinger brauchen kaum Strom und normalerweise auch keine Lüfter.
    Zu der Zeit als ich ihn kaufte, war er auch günstig und daher habe ich zwei davon; einer wird alle Monate mit einem aktuellen Update aus dem letzten Backup versehen. Im Fall eines Ausfalls, stöpsel ich um und das System steht nach spätestens 3 Minuten wieder.

    • Ja, aber Raspis sind noch immer sehr teuer und das wird sich auch erst Mitte des Jahres ändern. Zudem betreiben viele den RPi mit SD-Karte und der zusätzliche Aufwand mit SATA-Adapter etc. ist nichts für Einsteiger.
      Mit einem Mini-PC (der nicht viel mehr Strom benötigt) ist auch eine Kameraüberwachung mit Frigate ohne Tensor aka Google Coral möglich. Da wird es für den Raspi schon schwer.

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