Adobe: Photoshop & Co. bald nur noch per Creative Cloud verfügbar und was das bedeutet

Diese Nachricht schlug wohl ein wie eine Bombe: Die Creative Suite ist bald Geschichte und neue Versionen von Photoshop, Illustrator, Premiere, Dreamweaver usw. wird es zukünftig nur noch per Creative Cloud (CC) Abo geben. Darum nennt sich die neue Version auch nicht CS7, sondern z. B. Adobe Photoshop CC. Was das zu bedeuten hat und was mit Lightroom passiert, erfahrt ihr hier.

Adobe rückt komplett von den Verkaufsversionen der Creative Suite ab und daher gibt es für die vergangenen Suites CS6, CS5 usw. auch nur noch kleinere Updates mit Fehlerbereinigungen. Wer zukünftig immer die neuste Version von Photoshop haben möchte, braucht ein Creative Cloud Abo. Punkt!

Ich bin seit fast einem Jahr selbst Abonnent der Creative Cloud und kann darüber nur Gutes berichten. Praktisch die komplette Adobe Produktpalette immer mit den neusten Updates verfügbar und das für einen monatlichen Festpreis. Für mich ist das besser, als gleich mal knappe 3000 Euro für die Creative Suite und dann nochmal einige hundert Euro alle 1-2 Jahre für Updates auf den Tisch blättern zu müssen

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Wie die Creative Cloud funktioniert

Viele denken, dass die Creative Cloud „irgendwie im Netz läuft“ und man auch seine Daten dort auslagern müsste. Das ist kompletter Quatsch. Mit dem Creative Cloud Abo bekommt man ganz normale und vollwertige Download-Versionen der abonnierten Apps, die man wie bisher auf dem eigenen Rechner installiert und wie jede andere Adobe-Version vorher auch dort läuft. Zur Erstregistrierung und dann alle 30 Tage funkt Adobe dann einmal zu den Registrierungsservern und prüft, ob noch ein aktives Abo vorhanden ist. Sollte länger keine Internetverbindung vorhanden sein, kann man die Suite aber trotzdem noch insgesamt 180 Tage nutzen, bis sie den Dienst quittiert.

Adobe Creative Cloud Client
Adobe Creative Cloud Client

Für die tägliche Nutzung ist keine Internetverbindung notwendig. Man muss auch seine Photoshop-Dateien, Premiere-Projekte etc. nicht in der Creative Cloud speichern. Man kann, wenn man das möchte, denn jeder bekommt 20 GB Speicherplatz von Adobe zur Verfügung gestellt. Damit kann man z. B. gemeinsam an Projekten arbeiten und auch die Einstellungen der einzelnen Adobe Anwendungen können über die Creative Cloud synchronisiert werden.

Welche neuen Funktionen gibt es?

Ich beschränke mich hier einmal auf meine „Haupt-Apps“ Photoshop CC und Premiere Pro CC. Für den neuen Photoshop CC dürften sich wohl besonders Fotografen interessieren, denn Adobe hat hier ein paar sehr interessante neue Funktionen integriert. So gibt es eine neue „Smart Sharpen“ Funktion und ein Tool, das schon längere Zeit durchs Netz geistert und nun wohl marktreif ist: Camera Shake Reduction. Damit lassen sich leicht verwackelte oder unscharfe Fotos digital „entwackeln“, was wohl erstaunlich gut funktionieren soll.

Ebenso fließen die neuen Funktionen zur Perspektivkorrektur und Reparaturfunktionen von Lightroom 5 (diese habe ich HIER und HIER im Video vorgestellt) in Photoshop CC, respektive Adobe Camera RAW (ACR) ein.

Bei Adobe Premiere CC kommt die Lumetri™ Deep Color Engine hinzu, die noch einfacheres und besseres Grading der Videos ermöglichen so, sowie die neue Live 3D Pipeline mit der Maxon Cinema4D Inhalte in 3D noch besser integriert werden können.

Besonders interessant für Premiere CC ist aber, dass nun deutlich mehr Grafikkarten und GPUs von der Mercury Engine unterstützt werden als bisher. So benötigt man nicht mehr eine der wenigen von Adobe explizit unterstützten Grafikkarten, die bislang ja meistens Nvidia Quadro-Modelle waren oder muss den Mercury Engine Hack bemühen.

Gibt es Lightroom nur noch in der Creative Cloud?

Nein! Lightroom wird auch weiterhin als Download oder Boxed-Version verfügbar und einzeln erwerbbar sein. Wenn man bisher nur Lightroom eingesetzt hat, benötigt man kein Creative Cloud Abo.

Mit Adobe’s neuer Strategie dürften aber zusätzliche Funktionen wie die jüngst angekündigte Lightroom iPad App (HIER ein Bericht dazu), aber evtl. tatsächlich nur noch für Creative Cloud Mitglieder verfügbar sein.

Wozu das alles?

Der Hauptgrund dürfte wohl das Problem mit Raubkopien sein. Es ist ja nur zu verständlich, dass es für Programme wie Photoshop ständig Cracks gibt, denn nicht jeder kann ein paar hundert Euro für eine Photoshop-Lizenz oder gar knapp 3000 Euro für die Adobe Creative Suite auf den Tisch blättern.

Irgendwie braucht und hat ja jeder Photoshop, auch wenn er damit gar nicht umgehen kann. Wer die Software aber wirklich produktiv einsetzt und nicht darauf verzichten möchte kann nun für den Gegenwert eines Abends beim Italiener oder 5 Schachteln Fluppen Photoshop CC mieten. Führ Lehrer und Studenten sowie Besitzer einer Vorversion gibt es Rabatte auf die Creative Cloud.

Natürlich werden Cracker versuchen, die Kommunikation zwischen den CC Anwendungen und Adobe abzuhören und zu umgehen. Das dürfte vermutlich aber deutlich schwieriger werden als die bisherigen „Warez“ Version von Adobe.

Auf der anderen Seite sollte das ein Startschuss für Softwarehersteller sein, adäquate Konkurrenzprodukte zu erschwinglichen Preisen auf den Markt zu bringen, die man auch wirklich als echte Alternative zu Photoshop bezeichnen kann.

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