Warum ich vorerst auf FSD beim Tesla Model 3 verzichte

Aktuell warte ich noch auf den Liefertermin meines Tesla Model 3. Zwischenzeitlich wurde ich schon häufig gefragt, warum ich nicht FSD, also das „Full Self Driving“ Feature genommen. Das sind meine Gründe.

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Ein Tesla ist kein Auto wie jedes andere. Vieles wurde hier von Grund auf neu gedacht. Dazu gehört auch die Vision des autonomen Fahrens. 

Tesla Model 3 Autopilot vs. FSD 

Mit dem Tesla Model 3 kommt auch immer der Autopilot, der schon jetzt Lenkaufgaben und das Beschleunigen und Bremsen unter Berücksichtigung von vorausfahrenden Fahrzeugen oder Fußgängern übernehmen kann. Zudem ist ein automatischer Spurwechsel mit Bestätigung durch den Fahrer möglich. Dazu erwartet der Autopilot aber auch, dass immer eine Hand am Lenkrad ist, die auch regelmäßig Rückmeldung gibt. 

Mit FSD, also dem aufpreispflichtigen „vollen Potenzial für autonomes Fahren“ für schlappe 6.300 Euro, sollten bis Ende des Jahres entsprechende Funktionen bereitgestellt werden.  Leider gibt es bis dato aber nur die Erkennung von Kennzeichen und Ampeln sowie automatisches Ein- und Ausparken. Für die Summon-Funktion, also das autonome Ausparken und Vorfahren des Tesla gibt es in Deutschland noch keine rechtliche Grundlage, sodass die Nutzung hier praktisch unnütz ist. Diverse YouTube-Videos und Nachrichten berichten auch von erheblichen Problemen bei der Nutzung, bis hin zu Verkehrsbehinderungen und Unfällen.

Am interessantesten in die NoA (Navigation on Autopilot) Funktion, bei der der Tesla auf Autobahnen Spurwechsel vorschlägt (die in Europa noch immer manuell bestätigt werden müssen), automatisch und in Abhängigkeit der programmierten Route Autobahnkreuze und Abfahrten erkennt und befährt und entsprechende Spurwechsel vorschlägt.

All das überzeugt mich allerdings noch nicht, 6.300 Euro extra auszugeben, da viele der Funktionen für mein Fahrprofil wenig interessant sind. Meine Strecken bestehen in der Hauptsache aus Landstraßen, Städten und Dörfern. Der Autobahnanteil ist sehr gering.

Gerade in Deutschland sehe ich aber auch ganz handfeste Hürden für die automatische Navigation auf Autobahnen: das nicht vorhandene Tempolimit. Die höchst unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf den unbeschränkten Strecken, stellen das autonome Fahren vor ganz andere Herausforderungen, als es im Rest der Welt der Fall ist. Wenn ich mir die aktuelle Verkehrsführung in unserer Provinzstadt Hof/Saale ansehe, glaube ich auch nicht, dass autonomes Fahren innerhalb von Städten möglich ist. Bei der unglaublichen Anzahl an Verkehrsbaustellen blickt man als Einheimischer mit 30+ Jahren Fahrpraxis oft nicht mehr durch.

Vom ehrgeizigen Ziel vollautonomer Funktionen ist Elon Musk nun wohl selbst abgerückt, antwortete er auf die Frage, wann diese verfügbar sein werden doch nur mit „Bald!“. Noch immer wird im Model 3 Konfigurator mit Funktionen geworben, die bis Ende 2019 kommen sollten, wie z. B. automatisches Fahren innerorts oder das „erweiterte Herbeirufen“ des Autos, was bis heute aber nicht verfügbar ist.

Der größte Knackpunkt: Selbst wenn man hier einen gehörigen Schritt machen würde, fehlt in Deutschland noch die rechtliche Grundlage für autonomes Fahren.  Tesla schreibt im Kleingedruckten selbst:

Zudem sind für den autonomen Betrieb gesetzliche Genehmigungen erforderlich, die je nach Rechtsprechung noch länger dauern dürften.

https://www.tesla.com/de_de/model3/design#autopilot

Aus diesen Gründen habe ich mich bei der Bestellung meines Tesla Model 3 dazu entschlossen, auf das FSD-Upgrade zu verzichten. Man kann es später – wenn auch vermutlich teurer – noch immer zukaufen, da es sich dabei nur um ein Software-Update handelt. Aktuell ist es aus meiner Sicht aber nur eine Wette auf die Zukunft und vielleicht entscheidet man sich bei Tesla ja auch dazu den Preis dafür wieder zu senken. Die FSD-fähige Hardware 3.0 wird bei allen neuen Modellen mitgeliefert, sodass man hier auf der sicheren Seite ist, wenn diese Funktionen doch irgendwann mal attraktiv und rechtssicher nutzbar werden.

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[shariff]

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