Ich habe ja jede Menge Fotoequipment herumliegen – also nicht nur Kameras und Objektive, sondern auch ganz unterschiedliches Zubehör. Schon vor längerer Zeit – vor fast 3 Jahren um genau zu sein – habe ich mir den SmaTrig 2.1 Fototrigger von DocDIY bestellt. Lukasz bietet hier einen universellen Fototrigger an, der sich auf allerlei Funktionen versteht. Nun konnte ich ihn endlich einmal bei einem Gewitter ausprobieren.

Irgendwie ist es ja immer wie verhext: Entweder die Gewitter ziehen um einen herum, es regnet zu stark oder es ist vorbei, während man noch seine Ausrüstung aufbaut.

Wie man Gewitter fotografiert habe ich ja bereits hier schon einmal beschrieben. Neben der dort beschriebenen Technik mit der langen Verschlusszeit, gibt es aber auch Tools, die auf den Blitz selbst reagieren und die Kamera entsprechend auslösen. Bei Kickstarter, Indigogo & Co. taucht ja gefühlt wöchentlich ein solcher Kameratrigger auf, dabei gibt es mit dem SmaTrig 2.1 eine OpenSource-Lösung, die mit etwa 70 Euro erschwinglich, vielseitig und ziemlich durchdacht ist. Wenn man das entsprechende Equipment und Erfahrung mit dem Löten von SMDs hat, kann man sich ihn auch komplett selbst bauen. Ein großer Vorteil des SmaTrigs ist, dass er sehr schnell ist, was gerade bei der Blitzfotografie wichtig ist. Lösungen, die auf das Smartphone und Apps setzen, sind hier meistens ungeeignet.

Der SmaTrig 2.0 auf meiner Nikon D750

Neben Intervallauslösung, Lichtschrankenfunktion (Tröpfchenfotos !), Audio-Trigger, Tochterblitz und noch diversen anderen Betriebsarten, kann der SmaTrig auch bei einem Gewitter auslösen. Da ein Blitz aber nur einige 10 bis 100 Millisekunden sichtbar ist, muss die Auslöseverzögerung der Kamera irgendwie kompensiert werden. Viele DSLRs bieten daher eine Spiegelvorauslösung. Dabei wird beim ersten Auslösen der Spiegel hochgeklappt und bei einer weiteren Auslösung nur noch der Verschlussvorhang geöffnet. Dadurch sinkt die Gesamtverzögerung drastisch und man kann tatsächlich direkt auf das Licht des Gewitterblitzes auslösen.

Unbeaufsichtigte Gewitterfotografie

Beim SmaTrig wählt man einfach die Betriebsart für den Gewitterblitz-Trigger und stellt durch die Anzahl der Tastenbetätigung ein, auf wie viel Sekunden man die Belichtungszeit an der Kamera eingestellt hat (eine Tabelle dafür befindet sich auf dem SmaTrig). Durch einen weiteren Tastendruck wird die Funktion scharfgeschaltet. SmaTrig löst dann einmal aus, um den Spiegel hochzuklappen und wartet auf ein Blitzereignis. Kommt innerhalb von 30 Sekunden kein Blitz, wird der Spiegel gesenkt und das Spiel beginnt von vorne. Kommt ein Blitz, löst der SmaTrig aus, wartet die eingestellte (Belichtungs-)Zeit und startet automatisch von vorne. So kann man ihn praktisch unbeaufsichtigt auf Blitzjagt gehen lassen. Das funktioniert sehr zuverlässig, sofern es wirklich deutlich sichtbare Blitzeinschläge sind. Diese Woche konnte ich vom Balkon aus einige Test durchführen. Leider waren es nur wenige Einschläge in der näheren Umgebung. Mein Walimex 14mm 2.8 Weitwinkel hat sich hier einmal mehr als eines meiner liebsten Objektive erwiesen. Das kam dabei heraus:

Wetterleuchten und leichte Wolkenblitze ignoriert der Trigger. Ein Vorteil dieser Methode der Gewitterfotografie ist, dass man die Kamera (evtl. mit einem Regenschutz) optimal aufstellen, während man sich selbst vor dem Gewitter in Sicherheit (z. B. im Auto) bringen kann.

Für die Blitzfotografie bei Tag ist er – meinen bisherigen Versuchen nach zu urteilen – nicht geeignet, da hier der Unterschied zwischen Tageslicht und Blitzlicht zu gering ist. Hier wäre ein einstellbarer Schwellwert ein Verbesserungsvorschlag. Ansonsten kann ich den SmaTrig 2.0 – nicht nur für die Gewitterfotografie – wärmsten empfehlen. Wer einen bestellen möchte, schreibt Lukasz einfach eine Mail. Er meldet sich und spricht mit euch die Details ab, denn er hat auch unterschiedliche Adapterkabel im Programm.

Mehr Infos und eine komplette Funktionsbeschreibung zum SmaTrig findet ihr bei doc-diy.net

Alternative Methoden zur Gewitterfotografie: EMP als Trigger-Signal

Derzeit bastel ich an einem Auslöser, der direkt auf den EMP (Elektromagnetischen Puls) des Blitzes reagiert. Jeder Blitz sendet einen hochenergetischen Impuls aus, der auch auf Mittelwellenfrequenzen im Radio zu hören ist. Diesen Effekt nutze ich mit einem kleinen AM-Empfänger aus, filtere und verstärke das Signal und gebe es zur Verarbeitung weiter.

Der EMP-Empfänger Prototyp

Momentan ist das alles noch im Anfangsstadium und da es ja gerade regelmäßig gewittert, hänge ich regelmäßig am Oszilloskop um die Empfindlichkeit der Schaltung zu testen und zu optimieren. Ziel ist irgendwann ein Blitz-Trigger, der unabhängig von der Umgebungshelligkeit und somit auch am Tag zuverlässig funktioniert. Für die Signalverarbeitung verfolge ich derzeit einen analogen- und einen digitalen Weg mit einem Microcontroller (Attiny 45). Die Herausforderung dabei ist, dass auch Lichtschalter oder größere Maschinen in der Umgebung entsprechende Impulse aussenden können. Dadurch kann man den Empfänger auch mit einem Miniblitz testen, den man durch das Kurzschließen einer 9V Batterie erzeugt:

 

 

2 Responses

  1. Michael Schweim

    Absolut überzeugende Bilder mit deinem Walimex. ^^

    Leider habe ich mit meinem, aufgrund deiner Empfehlung angeschafften Objektives, keine guten Erfahrungen gemacht. Selbst die Versuche das Teil einzumessen haben keinen Erfolg gebracht.

    Weder an der D7100 noch an der D4 konnte ich gute Ergebnisse erzielen. Es ist schon wieder weg, aber ich wollte das Mal loswerden da du immer noch die Werbetrommel rührst.

    LG aus Hamburg

    Michael

    Antworten
    • nachbelichtet

      Für die D7100 wäre auch eher das Walimex Pro 8mm 1:3,5 DSLR Fish-Eye II geeignet. Wie bei jedem Objektiv (und das hatte ich auch schon bei 2000 Euro Nikon-Objektiven) gibt es dezentrierte Modelle etc. Da muss man einfach noch mal eines bestellen.

      Antworten

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