Begegnung der dritten Art: Das sagt ein Nikon-Profi zur Sony SLT-a77

Ihr wisst: Ich fotografiere selbst seit vielen Jahren mit Nikon Kameras und hatte auch bislang nie daran gedacht, das System zu wechseln. Nach ein paar Wochen mit der Sony SLT-a77 bin ich ins Grübeln gekommen, denn mit dieser Kamera tun sich ganz neue Welten auf. Aus diesem Grund interessierte es mich, was ein wirklich eingefleischter Nikon-Profi zur Sony sagt.

Ich habe mit dem Kollegen, Freund und natürlich Fotografen, Jürgen Wunderlich kürzlich in unserer Agentur über die Sony SLT-a77 gesprochen und Jürgen war sehr interessiert, obwohl er über eine Nikon-Ausrüstung verfügt, bei der vielen anderen der Sabber aus dem Mundwinkel laufen würde:

  • 2 Nikon D700 Bodys mit Nikon Batteriegriff
  • 1 Nikon 24-70 2.8
  • 1 Nikon 28-300 VR
  • 1 Nikon 60 2.8
  • 1 Nikon 50 1.8
  • 1 Nikon 28-200 EF
  • 1 Sigma 12-24
  • 2 Nikon SB-800 Systemblitz
  • 1 Nikon SB-600 Systemblitz

Dazu kommen noch diverse Zubehörteile und ein sehr ordentliches Fotostudio mit 200 qm Fläche und einer Studioblitzanlage von Hensel und Walimex.

Die nachbelichtet-Beiträge direkt und kostenlos in dein Postfach!

Nikon-Profi Jürgen Wunderlich http://www.jw-fotodesign.de

Nachdem ich wohl vor einigen Jahren auch nicht ganz unbeteiligt daran war, Jürgen von Canon weg und hin zu Nikon zu locken, wollte ich von ihm wissen, was er vom derzeitigen Sony-Flagschiff hält.

Jürgen ist in der Hinsicht ein Pragmatiker – er nutzt das, was am besten funktioniert und das muss nicht immer das aktuellste Modell sein, weshalb ihn eine Nikon D800 derzeit recht wenig reizt und er vom Nikon SB-900 Systemblitz wieder auf den SB-800 gewechselt ist. Stichwort: Überhitzungsproblematik.

Erste Eindrücke

Ich drückte Jürgen die Sony SLT-a77 samt dem Kit-Objektiv 2.8/16-50mm SSM einfach mal in die Hand. Sein erster Eindruck: „Fasst sich gut an!“ und nach einem bisschen Tastendrücken und Menü-Surfen sein zweiter Eindruck: „Fühlt sich an wie Nikon – kommt man schnell damit klar.

Sony SLT-a77 mit 2.8/16-50 Kit-Objektiv und Hochformatgriff

Interessant wurde es natürlich beim Blick durch den elektronischen Sucher, denn das war für mich eigentlich die größte Umgewöhnung. Auch Jürgen meinte: „Ist ein bisschen anders, aber die ganzen Infos im Display und dass man sämtliche Einstellungen und die Schärfentiefe ohne Abblendtaste sofort beurteilen kann, ist der Hit!

Vergleiche zur Nikon D700

Da Jürgen neben seinen erotischen Kalendern und Shootings für div. Magazine auch regelmäßig Hochzeiten fotografiert, ist eines seiner Hauptkriterien die Bildqualität und Geschwindigkeit bei wenig Licht. Gerade hier ist natürlich auch der Bildstabilisator gefragt, denn 1/30 s und ISO 3200 sind schon eine Standardeinstellung – gerade wenn es um Fotos in der Kirche geht.

Ein paar Testauslösungen später hörte ich nur „Wow, das ist schon der Hammer! Das Bildrauschen ist zwar etwas höher als bei meiner D700, dafür hat das Foto aber auch die doppelte Auflösung – und das mit APS-C Sensor„.

Sony SLT-a77 und ausgeklapptem Monitor

Besonders interessant fand Jürgen, dass man die Bildkontrolle auch im EVF machen kann, was gerade bei Aufnahmen im Freien sehr hilfreich ist; zudem muss die Kamera zur Bildkontrolle nicht abgesetzt werden. Der ausklappbare und dreh- und schwenkbare LCD-Monitor wusste auch sofort zu begeistern. Wir fragen uns beide, warum so etwas bei Nikon immer nur den Einsteigermodellen vorbehalten ist. Gerade bei der Produktfotografie auf dem Stativ leistet ein so flexibel einstellbarer Monitor gute Dienste und entlastet den Rücken.

Oha! Das 300 mm Objektiv und Peaking

Nachdem wir das Kit-Objektiv als extrem gut bewerteten, kam das Sony 70-300mm F4,5-5,6 SSM Objektiv auf die a77. Ein paar Auslösungen und Jürgen stellte fest, dass es nicht nur sehr schnell, sondern auch, für ein Modell dieser Preisklasse, unglaublich scharf ist. Selbst bei 300 mm Brennweite und 1/125 s Belichtungszeit waren die Testbilder knackscharf.

Sony 70-300 4.5-5.6 SSM Ausschnittsvergrößerung 100% Crop und Original (300mm, ca. 1km Luftlinie bei flirrender Luft und 30 Grad)

Wie auch ich meinte Jürgen, dass es zwar eine Umstellung von den VR-Objektiven von Nikon sei, weil diese das Bild bereits vor dem Auslösen stabilisieren und „einfrieren“, was besonders bei solch hohen Brennweiten hilfreich ist, aber die Effektivität bei der Sony-Technik (hier wird zur Stabilisierung der Sensor bewegt) sogar noch etwas besser ist.

Peaking-Anzeige (rote Markierung der Schärfeebene im Vordergrund an den Ästen) im Display

Besonders interessant war für Jürgen Wunderlich die Peaking-Funktion, die bei manueller Fokussierung einen farbigen Rahmen um die Objekte legt, die im Schärfebereich liegen. Damit kann man auch manuell sehr schnell und vor allem sicher scharfstellen.

Die Meinung des Nikon-Profis:

„Ein Vergleich zwischen Nikon und Sony ist recht schwierig, da es sich bei der a77 ja um ein praktisch völlig anderes System handelt: Kein bewegter Spiegel und damit auch kein optischer Sucher. Vom Handling denkt man aber trotzdem, eine waschechte DSLR in der Hand zu haben. Solides Gehäuse, guter Grip und die typischen Funktionen einer gehobenen digitalen Spiegelreflexkamera.

Sony SLT-a77

Besonders gut gefällt mir am elektronischen Sucher die Fülle an Informationen, wie z. B. das Live-Histogramm und natürlich die Vorschau, die alle Einstellungen des fertigen Fotos bereits vor der Aufnahme widerspiegelt. Die zwei getesteten Objektive sind in dieser Preisklasse außergewöhnlich und können mit weitaus teureren Nikon-Objektiven mithalten. Berücksichtig man den günstigen Preis der Sony SLT-a77, kommt man sehr schnell ins Grübeln, ob man nicht noch einmal einen Systemwechsel wagen sollte. Die Sony SLT-a99 mit Vollformat-Sensor soll ja im Herbst erscheinen und dann werde ich noch einmal einen großen Blick darauf werfen.

Mein Hauptkriterium hat sie auf jeden Fall erfüllt: Ich muss eine Kamera anfassen, die wichtigsten Einstellungen sofort finden und mich innerhalb von wenigen Sekunden ‚wohlfühlen‘. Die Bildqualität ist über jeden Zweifel erhaben. Rechnet man die 24MP Auflösung der a77 auf die 12MP meiner D700 herunter, sind die Ergebnisse verblüffend.“

Jürgen Wunderlich’s Website findest du hier: www.jw-fotodesign.de

Und noch ein Wort zur Sony SLT-a77 von mir:

Ich stehe mit der a77 noch am Anfang und möchte natürlich wie immer alle Funktionen ausreizen und ebenso schnell bedienen können. In den nächsten zwei Wochen geht die Sony mit mir auf Reisen und ich werde euch meine Eindrücke praktisch „live“ berichten. Egal ob GPS und Geotagging, die beiden Objektive und den Einsatz in den unterschiedlichsten Situationen – alles wird die SLT-a77 meistern müssen. Irgendwie schon ein seltsames Gefühl, wenn man ohne die bekannte Kamera für längere Zeit unterwegs ist und sich ausschließlich auf ein neues Produkt verlässt – aber ich habe bereits jetzt vollstes Vertrauen zur Sony SLT-a77.

Was hältst Du von der Sony SLT-a77 und den neuen elektronischen Suchern im Allgemeinen?

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36 Kommentare zu “Begegnung der dritten Art: Das sagt ein Nikon-Profi zur Sony SLT-a77

  1. Nach einer Nikon D700 mit Zeitlupen Autofokus vor zwei Monate gegen eine Sony Alpha 77 Mark 2 umgetauscht.
    Habe meine Bilder mit der Nikon D700 verglichen. Geht alles zu Gunsten der Sony aus. Bis Iso 6400 auch bei Blende 2,8 spitzenmäßige Bilder. Auch RAW . Der Autofokus und die Schnelligkeit bei Serienaufnahmen unerreicht, 12 Bilder in der Sekunde . Wollte mir eigentlich eine Nikon D500 kaufen. Aber das Gesamtpaket ist mir zu wenig attraktiv. Kein eingebauter Blitz – Preislich über einer Nikon D750.
    Weiter passen die Akkus und der Blitz von der Sony Alpha 58 an der Sony Alpha 77.
    Mit Batteriegriff liegt die Kamera super in der Hand und das Kit Objektiv 2,8 Lichtstark ist nicht von schlechten Eltern. Auch ist der schwenkbare Bildschirm im Einsatz eine Ideale Unterstützung bei schwierigen Einsätzen. Wenn ein Blick durch den Sucher zu lange dauert.

  2. Ein Text, der – so jedenfalls empfinde ich es – die Vor- wie auch Nachteile der Kamera objektiv darstellt. Ein Text, der zeigt, dass es auch im professionellen Einsatz nicht immer eine Kamera aus dem Reigen der beiden bekannten großen Marken sein muss. Tatsächlich kenne ich gerade bei der Lokalpresse etliche Kollegen, die mit Sony, Pentax oder Olympus unterwegs sind. Und deren Ergebnisse sich in nichts von denen der Marken-Fetischisten unterscheiden!

  3. Sehr netter Eindruck von Euch beiden, deckt sich zu 100% mit meinen persönlichen Wandel von „Nikon-haben-will“ zu „Sony-haben-muss“. Ich stand in der Tat viele viele Jahre vor der Frage, wo ich mal viel Geld als Hobbyfotograf investieren sollte und hatte bisher immer Nikon im Auge.

    Ja, bis man eine Sony in der Hand hatte, vor allen die A77 und die A77-II. Derzeitig lehne ich mich sogar soweit aus dem Fenster und behaupte, dass es ein besseres APS-C System als die A77-II derzeitig am Markt nicht gibt und im Gegensatz zu der Nikon und Canon Fraktion ist Sony nochmal wirklich innovativ. Zudem bei der A77-II ein ganz großes Manko kompensiert wurde und das Sucherbild mit fokussieren stabilisiert wird.

    Am 15.11. hol ich mir meine A77-II, nachdem ich auf der diesjährigen Photokina ein bis 2h damit verbracht habe und Eure Eindrücke nur teilen kann. Bin gespannt, was mir nach einem Tag im Tiergarten Nürnberg noch dazu einfällt!

    LG,

    Stephan

    • Ich bin auch schwer am überlegen. Ich hatte immer Nikon DSLRs und dementsprechend auch einiges an Objektiven und Zubehör. Allerdings finde ich bei Nikon derzeit nichts was mich wirklich reizen würde. Ich bevorzuge auch noch immer den DX-Sensor und habe eigentlich auf einen D300s Nachfolger gehofft. Da wird sich aber zukünftig nichts mehr tun, denn Nikon wird den APS-C Sensor zukünftig bestenfalls für spiegellose Kameras einsetzen. Da ich selbst die Vorzüge der Spiegellosen mit meiner NEX-6 und der a77 schätzen gelernt habe, würde ich hier zukünftig auch eher zu Sony tendieren, zumal das Objektivsortiment kräftig ausgebaut wird.

      • So…nun also hab ich es auch wahr gemacht und hab meinen lokalen Fotodealer glücklich und mich ein ganzes Stück ärmer gemacht. Der erste Eindruck: Der Wahnsinn!

        Es fühlt sich an wie Nikon, man lernt schnell, kommt SEHR schnell zu brauchbaren Ergebnissen und dann sind da halt die Dinge, die einem vergessen lassen, dass man keinen Spiegel mehr hat:

        Das Bild im Sucher ist von der Realität her meiner Meinung nach nicht mehr zu unterscheiden, auch in seiner Bildwiederholrate her nicht. Knifflig wird es erst dann, wenn es dunkel wird und der EVF die ISO vom Sensor hochreißt und das Bild zu ruckeln beginnt – klar weil interpoliert werden muss. Da entwickelt sich der EVF in der Tat eher zum Schätzeisen, dafür sitzt dann jedoch der Autofokus umso besser (heißer Tip: Lock On AF: Expand flexible Spot), sowohl bei flammneuen Objektiven (hab das 16-50/2.8 und das 70-400/4-5.6 GII), als auch bei alten, geliebten Minolta Eisen, die dann auch noch mal ziemlich auftrumpfen und profitieren. Der AF ist dann jedoch nicht mehr ganz so zielsicher, was auch an der Mechanik des alten AF liegt.

        Bisher bin ich über Demofotos nicht hinweg gekommen…was mich aktuell kolossal stört ist, dass man anscheinend nicht den Dateinamen der Fotos ändern kann (DSC ist so nichtssagend)…aber eventuell rüstet das Sony nochmal nach.

        Übrigens: Wenn man vor der Wahl steht, würde ich JETZT kaufen, aktuell fährt Sony ne Cashback Aktion. Auf das 70-400mm GII gibt es z.B. 150€ die man direkt in die Ausfallversicherung von Sony (5 Jahre, auch bei Eigenverschulden) investieren sollte meiner Meinung nach.

        Ich hab auch nen Unboxing zu gemacht…mal schauen, ob ich das noch online stelle, und schneide…und vielleicht eine alte Domain reaktiviere dafür.

        Aber bis jetzt ist der Eindruck: Wow!

        LG,

        Stephan

    • wow … , schön zu lesen!!! Auch bei mir steht die Anschaffung der A77 II an.
      Hast Du mal ein paar Bilder online. Insbesondere im höheren ISO-Bereich – ohne Nachbearbeitung. Ich fotografiere noch mit der A77.
      Ich hoffe, durch die A77 II gerade in dunklen Räumen, Kirchen jetzt noch bessere Bilder abliefern zu können.
      Gerade bei Konzerten von Chören in Kirchen kam ich mit der A77 und dem Sony SAL1650, Standard-Zoom-Objektiv (16-50 mm, F2,8 SSM) doch schnell an die Grenzen.
      Da hoffe ich jetzt auf einen großen Sprung nach vorne.

  4. Hi,
    Ich habe auch eine A 77, bin sehr zufrieden. Aber kann mir einer sagen ob ich diese „Vorschau “ ausschalten kann? Bei einer Arbeit im Studio bei Blende 11 und 1:125 sehe ich nichts im Sucher……

    • Hallo,

      Du kannst unter MENU/2/ Anzeige Life-View/ die Einstellung „Alle Einstell. Aus“ wählen, dann hast Du immer das Bild ohne ISO/Blende/Zeit… Beeinflussung. Super im Studio mit Blitz…

      • Ich habe „Zahnrad 2“ geschrieben, die Klammern wurden wohl als auskommentieren angesehen…

  5. Der Jürgen also wieder mal *gg …aha…. Was zahlt Dir Sony für diese „hochqualitative“ nichtssagende Ja-Sager-Schmunzette ?
    Oder war´s doch nur Werbung ?

  6. Ich zitiere:
    „dass man sämtliche Einstellungen und die Schärfentiefe ohne Abblendtaste sofort beurteilen kann, ist der Hi“

    Sagt mal, diese Aussage stimmt so doch nicht, oder?
    Ich muss doch um die Schärfentiefe bei meiner A77 zu beurteilen doch die Abblendtaste drücken. Oder verstehe ich lediglich den Satz falsch?

  7. Danke für den super Tipp mit der Feineinstellung des 16 50mm, Mein erstes Foto war meiner Gattin geweiht und ich war etwas enttäuscht, dass die Augen unscharf waren…

  8. Hallo,
    ich habe mir die A77 vor 14 Tagen gekauft und meine Nikon D90 erst einmal behalten…
    Die genannten Vorteile sehe ich auch,es gibt aber auch Dinge die nicht gefallen – der hohe Stromverbrauch z.b.,auch der Sucher ist sehr gewöhnungsbedürftig und die Videofunktion nicht wirklich überzeugend (der Autofocus ist auch mit dem 2,8/16-50 deutlich zu hören und stellenweise würde ich mir dabei einen sanfteren Autofocus wünschen) da hatte ich mehr erwartet!.
    Außerdem fünktioniert beim Filmen der Autofocus nur bei Blende 3,5 und bis 1600ASA!
    Ansonsten eine tolle Kamera – ich habe sie behalten!

    • Der hohe Stromverbraucht ist tatsächlich gewöhnungsbedürftig, besonders wenn man von einer Nikon D90 oder D7000 kommt, die „gefühlt“ nie geladen werden müssen. An den Sucher hatte ich mich schnell gewöhnt.

      Was das Thema Video angeht muss ich aber sagen, dass man beim Filmen mit DSLRs eines nicht braucht: Den Autofokus. Wenn ich darauf wert lege, muss ich einen Consumer-Camcorder oder eine „echte“ Videokamera kaufen. Hier geht es eigentlich nur ums manuelle Fokussieren und Schärfeziehen.

      • Ich weiß nicht, warum Ihr Euch über den hohen Stromverbrauch wundert.
        Ist doch klar, der EVF benötigt selbst Strom und damit überhaupt ein Bild angezeigt werden kann muß ALLES, also auch der komplette Bildprozessor etc. mitlaufen.
        Ne normale DSLR braucht Strom nur beim Auslösen zum Wegspeichern der Daten – oder eben beim Kontrollblick auf das Display.

        Da liegen eben Welten zwischen den Welten 😉

  9. Hallo,
    ich habe die A77 erst seit wenigen Tagen und bin noch ausgiebig am testen….
    Meine alte Kamera ist eine D90 von Nikon mit der ich sehr zufrieden bin.
    Der eigentliche Grund ist der beworbene gute Autofocus bei Videoaufnahmen – hier hätte ich doch etwas mehr erwartet.
    Es funktioniert nur bedingt und ist kein wirklicher Grund zum Systemwechsel weil ich für wirklich gute Ergebnisse in den Manuellen Modus wechseln muß – das hatte ich mir anders vorgestellt.
    Der Stromverbrauch ist sehr hoch (gegenüber der D90) und das Rauschen über 800 ASA schon sehr störend.
    Der Sucher ist sehr gewöhnungsbedürftig und man erkennt nur schwer ob in den Schatten noch Zeichnung vorhanden ist.

    Ansonsten:sehr gute Verarbeitung,gutes 16-50 2,8 Objektiv,schneller Autofocus,schwenkbarer guter Monitor .

    • Für Videos braucht man doch keinen Autofokus!? Wenn das der Hauptgrund ist, wäre man mit einem Camcorder wirklich besser bedient. Gerade das Focuspeaking mach die a77 so attraktiv für den Videofilmer – zusammen mit der vollkommen manuellen Einstellmöglichkeit auch während der Aufnahme. Bei der D90/D7000/D7100 kann man ja noch nicht einmal die Blende wechseln ohne den Live-View verlassen zu müssen. Videofilm bedeutet eigentlich immer: Manueller Fokus, Blende und 1/50 Belichtungszeit (zumindest bei 25p oder 50i).

      Für das Belichtungsproblem ist doch gerade das Histogramm im Sucher optimal. Damit vermutet man keine Zeichnung, damit weiß man, dass welche vorhanden ist. Der erhöhte Stromverbrauch ist tatsächlich gewöhnungsbedürftig, was dem OLED-Sucher geschuldet ist. Das Rauschverhalten ist (im RAW-Modus) höher als das einer D7000, allerdings in der Nachbearbeitung sehr gut in den Griff zu bekommen.

  10. Nach dem ich vor vielen Jahren von einer Spiegelreflexkamera auf kleine Digitalkameras abgerüstet habe, habe ich mich auf drängen meiner Freunde und aus gestiegenem persönlichem Interesse wieder für eine Spiegelreflexkamera interessiert. Zunächst habe ich mich für eine Pentax K5 begeistert und mir diese Kamera bei meinem örtlichen Händler zeigen lassen. Die pfiffige Verkäuferin meinte zu mir, eine tolle Kamera, aber da gibt es was von Sony, was ich mir doch auch mal anschauen sollte… Mit dieser Empfehlung bin ich dann nach Hause gefahren und habe mich im Internet mit der Sony SLT alpha 77 beschäftigt. Je mehr ich las, besonders auch in US Amerikanischen Foren, um so mehr reifte mein Entschluss, mit diese super Kamera zu kaufen.

    Seit August 2012 bin ich jetzt stolzer Besitzer einer Sony SLT alpha 77 mit Objektiv 18 – 135 und Batteriegriff. Um den Einsatz im Urlaub zu erleichtern, habe ich mir neben dem Sony Fotorucksack noch einen Trageriemen der Fa. Sunsnipper gegönnt. Echt super dieser Riemen…

    Nach dem ich im unmittelbaren Umfeld die ersten Schritte mit der Kamera gemacht habe, zwei Fotokurse besucht habe, einmal Nachtaufnahmen und ein spezieller Kurs für die Sony SLT Kameras, wurde es dann im November ernst. Eine China/Hongkong Reise stand an.

    Um es kurz zu machen. Die Bilder die dort entstanden sind, möchte ich als kleine Sensation bezeichnen. Die eingebauten Möglichkeiten, wie z.B. HDR oder auch die Gemäldefunktion bringen unglaubliche Ergebnisse. Ich bin selber immer wieder über die Leistungsfähigkeit und Möglichkeiten dieser Kamera erstaunt.

    Im Januar folgte dann eine Thailandreise, bei der ich mit zwei anderen Fotobegeisterten unterwegs war. Der eine Canon D5 und der andere Nikon D70. Beide haben mir im Anschluss der Reise zu den wirklich sehr gelungenen Bildern gratuliert. Da können ihre Kameras nicht mithalten, obwohl die D5 eine Vollformat Kamera ist. Die Möglichkeiten der Sony sind einfach super!

    Also, ein tolles Teil und ich wünsche Sony, dass sie weiterhin so viel gute Ideen in die Kameras mit einbringen und das Erbe von Konika/Minolta mit viel Erfolg unter die Leute bringen.

    • Danke – für den tollen Bericht.
      Das bedeutet für mich, ich mache alles richtig, wenn ich in dieser Woche die A77II bestellte. Ich hatte erst mit der A99 geliebäugelt. Nur hier passen nicht alle Objektive, die ich mir für die A77 angeschafft habe.

    • Ich habe keine direkten Testfotos mit gleichem Licht, Aufbau etc. gemacht und halte von solchen Haarspaltereien eher wenig, da ich das mit einem kleinen Ruck am Kontrast-Regler in Lightroom auch erreichen könnte.

      Die Bildqualität von der a57 zur a77 war auf jeden Fall noch einen deutlichen Schritt besser. Die a99 hatte ich noch nicht zum Test und werde sie auch frühstens im März bekommen.

  11. Hallo,habe mir dieses Teil gegönnt und hatte vorher eine Nikon D90. Bisher bin ich begeistert und habe nur mit dem Stromverbrauch zu kämpfen. Hier bin ich von der D90 verwöhnt. Habe GPS aktiviert und habe recht schnell ein leeres Akku (Original), auch ein anderer Akku bringt keine Besserung. Sogar den Monitor habe ich deaktiviert.

    Wie sieht es da bei dir aus?

    Jochen

    • Das mit dem Akkuverbrauch ist schon eine ziemliche Umgewöhnung, weil ich mir bei meinen Nikons darüber auch nie Gedanken machen musste. Die einzige Lösung: 1-2 Ersatzakkus einstecken haben. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich im jetzigen Urlaub mit 2 Akkus, eingeschaltetem GPS und Monitor und Standby-Zeit von 30 Minuten (wg. GPS) locker über einen ganzen Fototag und noch mehr gekommen bin.

      Statt dem manuellen aktivieren des Monitors/Suchers und dem automatischen Einschalten per Näherungssensor, wäre es viel besser, wenn der Sucher/Monitor nur dann aktiviert werden würde, wenn man den Auslöser antippt. Trägt man nämlich die Kamera am Gurt und sie ist auf Standby, aktiviert sich ständig der Sucher/Monitor und das manuelle Umschalten per View-Taste ist ziemlich nervig.

  12. Ich hatte erst die A55 und jetzt parallel die A77. Mich hat das SLT-Konzept recht schnell überzeugt, denn der EVF ist wirklich gut geworden und bietet mir quasi ein Live-View im Sucher – mit den zusätzlich einblendbaren Informationen ist dies sehr hilfreich.
    Ansonsten schätze ich bei der A77 die Möglichkeiten die Kamera an meine Bedürfnisse anzupassen und dass man sehr schnell mit ihr Arbeiten kann.

  13. Fotografierst du RAW? Mich würde das RAW-Rauschen interessieren und damit der Headroom bei unterbelichteten Aufnahmen und extrem wenig Licht.

  14. Vielen Dank für diesen interessanten Einblick. In den einschlägigen Top-Listen der Fotomagazin spielt die Sony ja wohl ganz vorne bei den Top-Modellen mit. Ich hatte mir kürzlich einige Testbilder angesehen, war aber ein bisschen vom Rauschverhalten enttäuscht.

    • 24 Megapixel auf einem APS-C Sensor sind natürlich auch schon ein Wort. Wie im Text bereits beschrieben wendet sich das Blatt, sobald man die 24 MP auf die üblichen 16MP oder „nur“ die 12 MP der D700 reduziert – das Bildrauschen ist dann auch bei sehr hohen Einstellungen nicht mehr wirklich sichtbar und man kann trotzdem sehr viele Details bewundern.

    • Hab den Beitrag mit Freude gelesen, ich hab die Alpha 77 ein gutes Jahr,, was mich oft stört bei den Bewertverschiedenen Magazinen da schneidet die Kamera in der Bildqualität oft miserabel ab.Du bist ein Profi und bei dir ist die Bildqualität gut bis sehr gut.Ich find auch dass die Bildqualität sehr gut, das Rauschverhalten da kann ich beipflichten das ist ein Schwachpunkt ich verwende das Sony 24-70 2,8 von Zeiss das ist schon eine Super-Linse.Freu mich schon auf eine Antwort von Dir mfg u.Gut Licht Hanspeterungen in

      • Ich nutze 2 Stück a77 beruflich, fotografie und filme damit. Über die Bildqualität hat sich noch niemand beschwehrt und wir drucken die Fotos in Broschüren und Katalogen für Geräte, die pro Stück mal gerne 150.000 Euro kosten …

        Technische Bildqualität hinsichtlich Sensor etc. interessiert keinen Menschen solange das Bild und dessen Aussage passt!

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