Mit der Kamera in den Urlaub – 10 Urlaubstipps für Fotografen

Ein Auslandsurlaub ist wohl die beste Gelegenheit, einmal andere Motive vor die Linse zu bekommen. Vor jeder neuen Reise stehe auch ich immer wieder vor der Frage, welche Teile der Kameraausrüstung ich in die schönste Zeit des Jahres mitnehmen soll. Wer mit dem eigenen Auto unterwegs ist, muss sich keine Gedanken über das Gewicht der Ausrüstung machen. Bei Reisen im Flugzeug stehen Gewichtsbeschränkungen der Fluglinien und das Geschleppe im Weg – aber auch der Wert des Equipments.

Einige praktische Tipps aus meiner Reiseerfahrung möchte ich dir hier nennen.

Welche Objektive und welches Zubehör mitnehmen?

Wer nur ein Kamera-Kit hat, braucht schon mal nicht darüber nachdenken welche Objektive man mit in den Urlaub nimmt. Wer eine etwas größere Auswahl an Linsen hat kommt hingegen oft ins Grübeln. Mir geht es eher darum Ersatz zu haben, sollte ein Objektiv mal streiken oder zu Bruch gehen.

Den Luxus unterschiedlicher Brennweiten und Lichtstärken gönne ich mir im Urlaub nicht (mehr). Ich reise dann auch mit einem „Reiseobjektiv“ – also einem Universalobjektiv mit einem großen Zoombereich. In meinem Fall ist das das Tamron 18-270 VC, welches ich hier ausführlich vorgestellt hatte.

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Als Ersatzobjektiv nehme ich ein weiteres kleineres Zoom-Objektiv mit. Vor einigen Jahren hatte ich tatsächlich Probleme mit einem Nikon 18-200 VR, bei dem der Fokusmotor nicht mehr zuverlässig funktionierte. Das war allerdings auch eine ausgezeichnete Übung in der manuellen Fokussierung 😉

Meine Fotoausrüstung für den Urlaub 2011

Früher hatte ich auch noch einen Systemblitz mit dabei, was ich in der letzten Zeit gelassen habe. Zum Aufhellen bei starker Sonne oder Gegenlicht genügt der Kamerablitz vollkommen. Man spart sich dann auch noch zusätzliche Akkus, Ladegerät etc.

Batteriegriffe sind auf Reisen nur unnötiger Ballast, nicht aber ein zusätzlicher Akku. Gerade bei längeren Tagestouren ist ein zusätzlicher Akku immer ratsam, besonders dann, wenn man die Videofunktion der aktuellen DSLRs einsetzt.

Polfilter nehmen wenig Platz weg, haben auch kaum Gewicht und verhelfen zu schönerem Himmel, weniger Dunst und Reflexen.

Vor der Reise

Natürlich sollte man vor der Reise nochmal die fehlerfreie Funktion aller Komponenten überprüfen, Akkus aufladen und Speicherkarten freischaufeln und formatieren.

Sauberkeitsfanatiker können auch nochmal überprüfen, ob der Sensor sauber ist und diesen ggf. reinigen. Ich sehe das Thema sehr entspannt. Ein bisschen Staub ist immer auf dem Sensor, da helfen auch automatische Reinigungsmechanismen wenig. Solang das nicht extrem ist, oder sich wirklich störende Flecken in der Bildmitte zeigen, ist mir das relativ egal. Die wenigen Fotos bei denen das dann vielleicht noch auffällt, kann man bequem mit Lightroom vom Staub befreien.

Steckdosenadapter für verschiedene Länder

Da man als Digitalfotograf auch immer auf Strom angewiesen ist lohnt es sich, vor Reiseantritt nachzuforschen, ob man für den Aufenthaltsort evtl. einen Adapter für die Steckdose braucht. Die Netzspannung am Urlaubsort ist heutzutage eigentlich kein Problem mehr, da die meisten Ladegeräte mit sog. Schaltnetzteilen ausgestattet sind. Diese funktionieren von 100 bis 250V und bei 50 und 60Hz Netzfrequenz problemlos.

Der sichere Stand – Stative für die Reise

Ob es das Abendrot, die Blaue Stunde oder einfach ein Selbstportrait mit Fernauslöser ist: Ein Stativ ist auch auf Reisen eine sehr nützliche Komponente der Fotoausrüstung. Zwar bringt man auch große Stative in einem Reisekoffer unter, aber wer will das schon. Ich habe seit vielen Jahren das Joby Gorillapod SLR dabei und konnte damit bislang jeder Motiv realisieren, für das ein Stativ nötig war.

Joby Gorillapod SLR

Mit einem zusätzlichen kleinen Kugelkopf ausgestattet, vermisst man ein ausgewachsenes Stativ nur selten.

Der sichere Transport

Die Kamera gehört ins Handgepäck. Dieses ist zwar bei den meisten Airlines auf 6kg begrenzt und 8kg sind oft erlaubt, wenn man einen Laptop mit dabei hat. Ein zusätzliches Kameratäschchen wird aber meistens toleriert, genau so wie bei den Damen die Handtasche. Ideal hat sich für mich ein „Top-Loader“ erwiesen. Leider wird meiner – der Lowepro LP96 – nicht mehr angeboten. Dieser hatte zusätzlich zwei abnehmbare Objektivköcher an den Seiten, in die auch mal eine kleine Wasserflasche passt.

Das restliche Zubehör befindet sich in meinem Rucksack, den ich als Handgepäck dabei habe. VORSICHT: Stative – auch das Gorilla Pod – besser im Koffer transportieren! Ich musste deshalb schon einmal am Airport München mit einem Mitarbeiter der Security diskutieren. Ich konnte ihn letztlich zwar davon überzeugen, dass ich mit meiner Kamera eher jemanden erschlagen könnte, als mit dem Gorilla Pod, aber diesen Stress kann man sich sparen.

Lowepro Toploader Tasche mit abnehmbaren Objektivköchern

Auch werden größere Objektive teilweise tatsächlich als gefährlich eingestuft. Wenn man sowas tatsächlich im Koffer transportieren muss, kann man Objektive z. B. erst in eine Tüte geben und dann in Socken stecken. Dieses Päckchen dann möglichst in der Koffermitte platzieren.

Handgepäck mit Fotoausrüstung gehört auch nicht in die Fächer über den Sitzen. Zum einen ist eine solche Ausrüstung oft zu schwer. Zum anderen gibt es immer Idioten, die Millisekunden nach der Landung aufspringen, ohne Rücksicht auf Verluste ihre Habseligkeiten aus den Fächern reißen, dabei gerne mal fremdes Handgepäck fallen lassen, um dann länger am Gepäckband stehen zu dürfen.

Die Fotoausrüstung habe ich immer im Fußraum. Das ist zwar manchmal unbequem, aber sicherer für die Ausrüstung und die anderen Fluggäste.

Versicherung ja oder nein?

Ob man die Kamerausrüstung mit einer speziellen Kameraversicherung versichern sollte, hängt wohl vom Wert der Ausrüstung ab. Gute Kameraversicherungen, also welche, die auch tatsächlich im Schadensfall zahlen, auch wenn z. B. die Kamera im Ausland gestohlen wurde, sind selten und recht teuer. 200€ Jahresprämie für eine Vollversicherung ohne Wenn und Aber sind keine Seltenheit.

Lasst euch in jedem Fall genau erklären, was tatsächlich versichert ist, wie viel Selbstbeteiligung ihr tragen müsst und ob Neuwert oder Zeitwert ersetzt werden.

Sensorreinigung im Urlaub

Gleich vorweg: Sensorstaub kann man vorbeugen, wenn man im Urlaub möglichst wenig das Objektiv wechselt. Der Objektivwechsel ist so ziemlich der einzige Zeitpunkt, zu dem überhaupt Staub in die Kamera gelangen kann. Wenn man unterwegs wirkliche Probleme mit einem verschmutzten Sensor hat, kann man sich meistens mit einem Blasebalg behelfen.

Meiner Erfahrung nach sind es meistens nur wenige große Partikel, die zum Problem werden. Diese entferne ich unterwegs mit dem Speck-Grabber. Damit lassen sich einzelne Staubkörner oder Fussel problemlos aufnehmen und beseitigen. Für die komplette Sensorreinigung habe ich diesen Tipp: Sensorreiniger mit dem Sensorklean.

Ein einfaches Mikrofasertuch hilft Kamera und Linsen schonend und sicher zu reinigen.

GPS & Geotagging im Urlaub

Mit Geotagging weiß man auch nach dem Urlaub noch, wo man ein Foto aufgenommen hat. Verschiedene Lösungen dazu habe ich hier bereits ausführlich vorgestellt. Diese Beiträge kannst du HIER aufrufen.

GPS Aufzeichnung vom Rhodos Urlaub 2009

Ich empfehle, die Kamerauhr auf UTC-Zeit zu stellen, denn damit ist man unabhängig von irgendwelchen Zeitzonen und auch die Zeit im GPS-Signal ist die UTC-Zeit. Die Hintergründe dazu kannst du HIER nachlesen.

Datensicherung im Urlaub

Datensicherung, oder zumindest einen Strategie gegen den Verlust der wertvollen Urlaubsfotos ist auch unterwegs wichtig. Wer ein Notebook dabei hat, sollte sich nicht unbedingt allein darauf verlassen, dass dort die übertragenen Daten sicher sind. Ein zweites Backup auf eine externe Festplatte, die man in den Safe legt, ist auf jeden Fall sinnvoll.

Ich sichere jeden Tag einmal die Fotos von der Kamera. Sollte diese mal abhanden kommen, habe ich zumindest die bisherigen Bilder sicher – und die sind mir wichtiger als meine Kamera.

Auch das iPad kann man als Datenspeicher nutzen. Mit dem Camera Connection Kit kann man SD-Karten auslesen und Kameras per USB-Kabel verbinden. Das iPad versteht sich übrigens auch auf viele RAW-Formate und kann diese direkt anzeigen.

Ich lasse meine Fotos möglichst immer auch noch auf meinen Speicherkarten und verteile die Datenträger auf der Rückreise auf unterschiedliche Taschen/Koffer.

Viele bessere Hotels haben mittlerweile gute und teilweise auch kostenlose Internetzugänge. Hier könnte man auch ein Online-Backup z. B. zu WUALA (meine bevorzugte Lösung), Dropbox, Flickr oder Google’s Webalben machen. Damit kann man auch den Lieben daheim gleich ein paar Fotos vom Urlaub zeigen.

Notebook, Netbook, iPad im Urlaub?

Das muss jeder für sich entscheiden. Aus beruflichen Gründen habe ich immer ein Notebook dabei und auch der ein oder andere Blogbeitrag ist schon beim Blick aufs Meer entstanden.

Kartenleser fürs iPad

Wenn man nicht auf spezielle Software oder eine Tastatur angewiesen ist, ist das iPad eine leichtgewichtige Alternative, die sich auch zum ersten sichten der Fotos und eben als Sicherungsdatenträger eignet.

Personen nur mit deren Einverständnis fotografieren

Ich hab im Ausland schon viele Touristen beobachtet, die absolut hemmungslos Einheimische ohne deren Einverständnis fotografieren und ihnen sogar Anweisungen geben. In ihrer Heimatstadt würden sich das wohl nur die wenigsten trauen.

Personen nur mit deren Einverständnis fotografieren

Wenn man die Landessprache nicht beherrscht, kann man auch mit Hand und Fuß „anfragen“, ob man eine Person fotografieren darf. Oft erhält man darauf hin ein freundliches Kopfnicken, oder eben Abwinken, was man dann auch respektieren sollte. Wer nach Rambo-Manier Personen ablichtet oder gar rumkommandiert, macht sich nur unbeliebt und bekommt auch keine vernünftigen Fotos.

Nicht immer durch den Sucher gaffen

Zum Schluss noch ein ganz wichtiger Tipp: Schau nicht immer nur durchs Objektiv, sondern auch mal ohne Kamera vor dem Gesicht in die Gegend.

Die Kamera auch mal Kamera sein lassen ...

Die ständige Jagd nach tollen Objektiven kann schnell zum Stress werden … und Begleiter nerven. Zum Glück ist meine Herzdame ebenso fotobegeistert wie ich selbst.

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16 Kommentare zu “Mit der Kamera in den Urlaub – 10 Urlaubstipps für Fotografen

  1. Ich fahr im Sommer nach cala ratjada. Also Mallorca. Hab seit neusten eine Canon 1100D, also ehr eine EInsteigerkamera. Trotzdem würde.ich sie gerne mitnehmen. Aber wie sicher ist das?Klar würde ich die nicht qm Strand liegen lassen sondern nur mit nehmen wo ich weiss das ich sie nicht alleine lasse. Aber wie sicher ist der safe dort? Kann man sich darauf verlassen ? War selbst nie weit weg. Weiß generell nicht wie das so mit dem safe ist. Weiß jemand da mehr ? Liebe grüße.

  2. Hihi .. mich begeistert vor allem dein Übersichtsbild. Die Nikkon meines Freundes ist im Urlaub auch immer dabei. Das Gorillapod Stativ bekommt er spät. in einer Woche zum Geburtstag. Und die Lumix hab ich immer dabei. Auch bei uns fotografieren beide super gern. Da wird das Auswählen der guten Fotos nach dem Urlaub aus den 2 bis 4 Tausend ganz schön schwer 😉

    Tipp: Auch der IPod kann Bilder speichern mit dem richtigen Adapter, aber dieser kann RAW Bilder nicht anzeigen. Dabei sind und bei einem Urlaub dann mal 200 Bilder kaputt gegangen, weil der IPod die Bilder zwar in der richtigen größe geladen hat, aber komplett mit nullen überschrieben hat und das war auch nciht wieder gut zu machen 🙁

  3. hallo,

    das mit dem sichten der bilder auf dem ipad geht aber nur mit der lumix, oder?
    ich hab’s mal mit einer d200 probiert, die bilder wurde auf dem ipad weder angezeigt noch geladen…

    gruß

    colmans

    • Ich nehme an, dass du das mit RAW-Bildern probiert hast. Da könnte es sein, dass das doch etwas betagte RAW-Format nicht mehr erkannt wird. JPEGs sollten aber einwandfrei funktionieren – egal von welcher. Bei der D80 oder D7000 gehen übrigens auch RAWs.

      Oder willst du die D200 direkt am iPad anstecken? In jedem Fall müssen die Bilder erst auf iPad kopiert werden.

      • ja, ich habe die d200 mit dem usb-adapter angeschlossen, da der sd-adapter nicht geht, weil die d200 cf-karten benutzt.

        das hat leider nicht funktioniert…

      • Ach so, stimmt ja – die hat ja CF-Cards. Ich hab das Menü und die Funktionen der D200 nicht mehr so im Kopf. Funktioniert denn der Massenspeicherzugriff am PC, wenn du dort die Kamera per USB anschließt?

  4. Hallo Markus, auch ich mußte beim letzen Hinweis schmunzeln. Mich beschäftigt aktuell das Thema Stativ. Meine letzte Urlaubsreise hab‘ ich gänzlich ohne Stativ bestritten. Nun bin ich aber auf der Suche nach der eigerlegenden Wollmichsau, d.h. sehr gut und dazu noch günstig. 😉

  5. Toller und ausführlicher Bericht.
    Das mit dem Einverständnis wird auch wohl immer wichtiger.

    Was die Staubreinigung angeht, dass waren gute Tipps.

    Schöne Grüße aus dem fotogenen Ostfriesland.

  6. Hallo,

    interessante Tipps, die ich früher auch immer bedacht habe. Seit ich digital fotografiere und wandere, schleppe ich mich nicht mehr mit Fotogeräten ab. Ich habe nur eine alte digitale Olympus C220 Zoom, Speicherkarten und Batterien dabei. Das muss mir reichen. Jedes Gramm zählt auf meinen Wanderungen.Vielleich bin ich nicht mehr fanatisch genug wie früher?
    Viel Spaß beim schönen Fotohobby!
    Mawo

  7. „Die ständige Jagd nach tollen Objektiven kann schnell zum Stress werden …“

    jaja, die ständige jagd nach objektIVen 😉

  8. Guten Tag folks, echt netter Beitrag!Ich bin auch ein richtiger Reise-Feak! Ich war schon in Ländern wie z.B. Cuba und Bolivien. Ich freue mich schon unglaublich auf meine nächste Urlaub und kann allen nur empfehlen zu reisen!

  9. Der letzte Tipp ist nicht unwichtig bzw. kein Lückenfüller. Habe mich selbst dabei ertappt, von der Umgebung fast nichts mitbekommen zu haben, weil ich nur am knipsen war. Hier muss man echt das richtige Maß finden.

  10. Zum Nikon VR 18-200 VR2 (am Anfang erwähnt): ich hatte/habe genau das gleiche Problem: wenn ich in Bangkok unterwegs war (hohe Luftfeuchte und hohe Temperatur) musste ich mehrfach das Objektiv einschicken, da der Autofokus nicht mehr funktionierte. Jedes Mal (inzwischen die 4. Reparatur) Kosten von ca. 160 Euro -> Info von Nikon: Feuchtigkeit wäre in das System gekommen…………..
    Gruss
    Norbert
    http://www.NPX-Photo.com

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