Auch wenn man als ambitionierter Fotograf mit einer oder gar mehreren Spiegelreflexkameras samt entsprechenden Zubehör ausgestattet ist, möchte man nicht immer die komplette Ausrüstung mitschleppen. Daher muss eine Kompaktkamera her, die aber den Anforderungen des verwöhnten DSLR-Besitzers entspricht. Auf der Suche nach der geeigneten Kompakten für mich, welche mich u.a. über die Samsung WB550 führte, gelang ich schließlich zur Panasonic Lumix DMC-TZ7.

Dieser Beitrag wurde 2010 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

Spiegelreflexkamera hin oder her – ich will nicht immer die „Dicke“ mitschleppen und habe mich daher nach einer neuen Kompakten umgesehen. Mein erster Versuch startete mit einer Samsung WB-550, weil sie einige meiner Anforderungen gut erfüllte.

Meine Anforderungen an die neue Kompaktkamera

Was waren meine Anforderungen? Zuerst wollte ich einen echten Weitwinkel und ordentlichen Zoombereich. Das sollte natürlich mit einem optischen Bildstabilisator unterstützt werden. Ein großes und helles Display sollte es sein, da ich den Sucher ohnehin schon schwer vermisse.

Zudem sollte sie einen HD-Videomodus mitbringen, bei dem auch der optische Zoom während der Aufnahme nutzbar ist (ein Feature, das erstaunlich wenige Kameras beherrschen).

Der Akku sollte ausdauernd sein und gegen eine relativ kompakte Bauweise hatte ich auch nicht – es war aber keine ultrakompakte Stylekamera gefragt. Am wichtigsten war mir natürlich die Bildqualität und da haperte es bei der Samsung ganz gewaltig. Hohes Bildrauschen bei schon sehr niedrigen ISO-Werten, Details wurden gnadenlos weichgezeichnet, was eher den Anschein eines Aquarells, als eines Fotos machte.

Zwar konnte die Samsung mit einigen lustigen Automatikfunktionen, wie z.B. dem automatischen Auslösen bei lächelnden Gesichern punkten, allerdings war sie auch etwas umständlich in der Bedienung, sodass sie den Weg zurück zu Amazon antreten musste. Eine kurz angetestete Canon PowerShot SX200 IS enttäuschte dabei ebenso. Auch hier wirkten die Bilder vergleichsweise matschig und undifferenziert und waren ab ISO400 praktisch nicht mehr zu gebrauchen. Mich nervte, dass der Blitz bei jedem Einschalten ausklappt und die Kamera dadurch nicht gut zu halten war. Zudem kann der optische Zoom nicht während der Filmaufnahme eingesetzt werden.

Die Panasonic Lumix DMC-TZ7

Etwas enttäuscht von der mangelnden Bildqualität der Samsung WB-550 und Canon PowerShot SX200 IS, wollte ich das Thema Kompaktkamera eigentlich schon wieder abhaken, bestellte mir abr trotzdem nochmal die Panasonic Lumix DMC-TZ7. Zwar gibt es hier bereits Nachfolger, aber diese verfügten über Ausstattungsmerkmale die ich nicht benötige und lagen auch über meinem Limit von etwa 200-220 €.

Auch die TZ7 verfügt über einen 25mm Weitwinkel und hat eine beachtliche Telebrennweite von 300mm. Das 3″ Display ist recht hell und löst mit 460.000 Pixeln sehr hoch auf. Besonders im Videomodus ist das Display ein absoluter Traum und übertrifft sogar die Anzeigen von semiprofessionellen Videokameras.

Die Menüs sind sehr durchdacht und aufgeräumt und daher leicht zu bedienen. Was nützen zig Motivprogramme und Automatiken, wenn man sie nicht findet oder nur sehr umständlich erreicht?

Als Anschlüsse bringt sie einen Mini-HDMI Ausgang mit, dem erfreulicherweise auch gleich das passende Kabel beiliegt sowie einem proprietären Anschluss zum Datenaustausch mit. Leider hat die TZ7 keinen Mini-USB Anschluss, was sich aber verschmerzen lässt, fasst der interne Speicher ohnehin nur etwa 8 Bilder in bester Qualität.

Der Akku der Lumix wird über ein externes Ladegerät geladen, wozu er aus der Kamera genommen werden muss. Panasonic fragt die Akkukennung ab, wodurch sich Akkus von Drittanbietern nicht verwenden lassen.

Ein seltenes Feature ist das Stativgewinde, das aus Metall gefertigt ist und mittig in der Kamera sitzt. Sehr gut!

Insgesamt hat man den Eindruck einer wertigen und stabilen Verarbeitung. Die Kamera liegt gut in der Hand und alle Bedienelemente sind schlüssig angebracht.

Fotografieren

Die TZ7 ist sehr schnell einsatzbereit, zumindest halte ich 1,8 Sekunden für einen sehr guten Wert bei Kompaktkameras und auch die Auslöseverzögerung ist erfreulich kurz. Nach einem Foto in höchster Auflösung ist die Kamera außerdem sehr flott wieder Aufnahmebereit.

Die Lumix fokussiert schnell und zuverlässig und auch bei schlechten Lichtverhältnissen waren die Ergebnisse überzeugend.

Sehr gut finde ich die Möglichkeit zwei Motivprogramme auf die Plätze MS1 und MS2 des Moduswahlrads legen zu können, damit hat man für häufige Motive gleich die passende Einstellung parat. Auf der anderen Seite erkennt der intelligente Modus ziemlich zuverlässig die aktuelle Motivsituation automatisch.

Der Akku hält sehr lange durch, wobei ich hier noch keine definitiven Zahlen nennen kann. Unseren 7 Tage Kurzurlaub samt Hochzeit von Freunden hielt die Kamera auf jeden Fall ohne Nachladen durch. Dabei habe ich etwa 300 Bilder fotografiert und 30 Minuten Videomaterial aufgenommen.

Bildqualität

Die Bildqualität der TZ7 ist tatsächlich sehr erfreulich. Sehr gute Schärfe, aber nicht überschärft und ein unglaublicher Detailreichtum im Vergleich zu anderen Kameras in dieser Klasse. Korrekte Farbwiedergabe und für eine Kompakte sehr geringes Bildrauschen. Besonders begeistert das hervorragende Objektiv, das sich durch eine sehr gute Randschärfe, geringe Verzeichnungen in allen Brennweitenbereichen und praktisch nicht vorhandene Chromatische Abberationen auszeichnet.

Dies wirkt sich natürlich auch auf die Videofunktion aus: Die TZ7 bietet eine bessere Bildqualität, als meine Sanyo Xacti 1010 …

Der integrierte optische Bildstabilisator arbeitet auch bei voller Telebrennweite (immerhin 25-300mm) sehr zuverlässig und ermöglicht verwacklungsfreie Bilder, auch wenn die Lichtverhältnisse nicht optimal sind.

Belichtungszeiten von 1/2000s bis 60 Sekunden, Belichtungskompensation und Belichtungsreihen bieten viel Raum für kreative Fotos. Die Serienbildfunktion schafft 2,3 Bilder pro Sekunde in voller Auflösung bei maximal 3 Bildern in Folge. Möchte man unbegrenzt Serienbilder aufnehmen bis die Karte voll ist, schafft die TZ immerhin noch 1,8 Bilder pro Sekunde. Die Lumix frisst übrigens SDHC Speicherkarten bis 32GB!

Als Bildverhältnis lassen sich die Formate 4:3, 3:2 sowie 16:9 einstellen. Die intelligente ISO-Automatik lässt sich bei maximalen ISO-Werten von ISO400, 800 und 1600 begrenzen. Das Quick-Menü erlaubt den schnellen und übersichtlichen Zugriff auf alle wichtigen Einstellungen, ohne dass man dazu erst umständlich in tiefen Menüs wühlen müsste.

Über die Display-Taste lassen sich verschiedene Einstellungen im Display einblenden, darunter auch Gitterlinien, die bei der Architekturfotografie helfen oder für einen geraden Horizont sorgen. Fortgeschrittene Fotografen dürften sich über das Live-Histogramm freuen, das sich auf Wunsch einblenden lässt.

Videomodus

Noch bis vor kurzer Zeit habe ich die Videofähigkeiten der Kompaktkameras belächelt. Die Lumix TZ7 zeigt aber, dass auch mit einer aktuellen Kompaktkamera gutes Filmmaterial erstellt werden kann. Das schärfe und helle Display habe ich bereits gelobt, eine Sensation ist aber das Leica Objektiv, was den 720p Videos der Lumix zu knackscharfen Ergebnissen verhilft. Der 25mm Weitwinkel ist ein Segen in beengten Räumen, fangen die meisten Consumer-Camcorder doch meist erst bei 35-40mm an. Panasonic spricht darum nicht zu Unrecht von einer „Hybridkamera“, welche Fotografie und HD-Videofilmen in einem Gerät bei sehr guter Qualität in beidenDisziplinen vereint.

Panasonic Lumix DMC-TZ7 Beispiel im MOTION JPEG Format from Markus Dollinger on Vimeo.

Der optische Zoombereich ist dabei auch während der laufenden Aufnahme voll nutzbar und bietet einen sehr geschmeidigen Kriechzoom, welcher sanfte Einstellungsänderungen erlaubt. Natürlich arbeitet der MEGA-OIS Bildstabilisator auch im Videomodus. Die eingebauten Stereomikrofone bilden den Ton gut ab und sind auch nicht zu empfindlich gegenüber Handgeräuschen. Im Menü kann ein Hochpass gegen Windgeräusche aktiviert werden, welcher aber meist nur geringe Verbesserungen bewirkt. Das ist aber auch bei den meisten dedizierten Camcordern der Fall, ebenso wie die Geräusche des Zoommotors, welche aber nicht sehr störend sind.

Als Formate hat man die Wahl zwischen AVCHD Lite mit 50fps und 17Mbps Kompression bei bester Qualität oder Motion JPEG mit 30fps. Letzteres ist übrigens das Format meiner Wahl, da es eine noch besser Bildqualität bietet. Im AVCHD Format lassen sich maximal 14:59 Minuten Video am Stück aufnehmen. Im Motion JPEG Format sind es hingegen nur 8:28 Minuten, was aber auch bei den meisten Anwendungen ausreichen dürfte. Beide Formate lassen sich problemlos direkt (d.h. ohne vorherige Konvertierung) in Programmen wie dem MAGIX Video Deluxe 16 bearbeiten – ein leistungsfähiger PC vorausgesetzt.

Sehr schön ist die dedizierte Aufnahmetaste für den Videomodus. Kein Umschalten, keine Änderungen im Menü – einfach aus dem Fotomodus auf den Aufnahmeknopf drücken und losfilmen!

Fazit

Die Panasonic Lumix DMC TZ7 war die richtige Wahl und erfüllt alles, was ich mir von einer Kompaktkamera erwarte. Der wirklich hervorragende Videomodus ist ein Goodie, das ich immer häufiger einsetze.

Okay, eine Sache fehlt mir, aber das ist ein Ausstattungsmerkmal, das man in dieser Kameraklasse kaum mehr antrifft: Ein optischer Sucher …

Wer eine digitale Spiegelreflexkamera besitzt sollte berücksichtigen, dass man mit einer Kompakten nie die Bildqualität einer DSLR erreichen wird, was aber keinesfalls heißt, dass man mit der Kleinen keine guten Bilder machen könnte, denn diese hängen einzig und allein vom Motiv ab. Die Qualität des Objektivs und die interne Bildverarbeitung erfreut aber mit der derzeit wohl bestmöglichen technischen Bildqualität in diesem Bereich.

Links: Kamera Auktion

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10 Responses

  1. Andrea

    Ich habe als Alternative zur DSLR auch die TZ7 schon seit einem Jahr und kann nur gutes darüber berichten. Besonders toll, wie angesprochen, ist der Videomodus. Und sogar in der Makrofunktion ist sie ebenso klasse. Bilder sind einwandfrei und ich bin selbst manchmal überrascht, welch gute Qualität dabei herauskommt. Aber noch ein Tipp: Akkus von Drittanbietern gehen einwandfrei- ich habe sie zu günstigen Preisen aus der Bucht bezogen.

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  2. Jana

    Ich kann nur für die TZ5 sprechen, aber sie rauscht nicht. Daher kann ich mir nicht vorstellen, das die TZ7 es tut… Ich bin ja ganz neugierig auf die TZ10 mit integriertem GPS und ich hoffe, das sie viel schneller ist als die TZ5. Bis die ausgelöst hat, ist das Motiv verschwunden.

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    • Sven

      Die TZ5 soll sehr gut gewesen sein und die Tests, die ich gelesen habe, haben bei der TZ7 gegenüber der TZ5 einen massiven Qualitätsabfall im Bezug auf das Bildrauschen festgestellt. Aus einem Test von Digitalkamera.de: „Bei der Bildqualität taucht schnell die Frage auf, ob die TZ7 ihre 430 EUR wert ist. (…) Das größte Problem der TZ7 ist allerdings das Bildrauschen, das bereits in niedrigen ISO-Bereichen deutlich erkennbar ist und bis ISO 1.600 sehr stark zunimmt. Ab ISO 800 steigt die Kurve steil an. Man benötigt dazu auch keine Labormessungen, das bloße Auge kann die bunten Farbfehler bei Verwendung der hohen Empfindlichkeiten leicht erkennen.“

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      • Markus

        Gerade das kann ich bei der TZ7 im Vergleich zu den anderen Kameras in diesem Bereich überhaupt nicht feststellen. Das Rauschen ist wohl eines der geringsten und die interne Bearbeitung lässt auch noch genügend Details erkennen. Gute Ergebnisse bei ISO1600 erwarte ich allerdings auch nicht, da sehen auch schon DSLRs wie die D80 etc. alt aus.

  3. atira

    Ich habe mich für die Canon S90 entschieden. Sensor ist größer als bei anderen und ich habe die Möglichkeit immer manuell einzugreifen. Die Ringfunktion am Objektiv ist erstklassig – nach meiner Meinung 😉

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  4. Sven

    Hm… Ich hatte mich damals, als die Kamera rauskam, auch dafür interessiert, wurde aber von den zahlreichen Berichten über das massive Bildrauschen dieser Kamera davon abgehalten. Ist dem bei Dir nicht so?

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    • Markus

      Das Bildrauschen in Relation zum Detailreichtum ist das geringste, was ich bislang in dieser Klasse gesehen habe.

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