Vor knapp zwei Wochen gab es den ersten Teil des Beitrags „Microstock-Fotografie: Der Einstieg“ mit grundsätzlichen Erklärungen, Motivauswahl und technischen Tipps. Nun folgt der zweite Teil, mit Tipps zur Organisation, Verwaltung, Auswahl der Agenturen und Controlling. Organisation und Verwaltung: Egal ob man nun für sich selbst oder für einen kommerziellen Zweck fotografiert – wichtig ist […]

Dieser Beitrag wurde 2008 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

MicrostockfotografieVor knapp zwei Wochen gab es den ersten Teil des Beitrags „Microstock-Fotografie: Der Einstieg“ mit grundsätzlichen Erklärungen, Motivauswahl und technischen Tipps. Nun folgt der zweite Teil, mit Tipps zur Organisation, Verwaltung, Auswahl der Agenturen und Controlling.

Organisation und Verwaltung:

Egal ob man nun für sich selbst oder für einen kommerziellen Zweck fotografiert – wichtig ist die Organisation der Fotos. Dies schafft zum einen den Überblick über alle Fotos, lässt sie schnell wiederfinden und auswählen, aber dient zum anderen auch der Datensicherheit, da sich zentral organisierte Daten einfacher sichern lassen.

Fotoarchive auf CD und DVD, die nicht mit einem Archivprogramm organisiert sind und nur durch Datei- und Ordnernamen kategorisiert sind, sollten der Vergangenheit angehören, zudem die Problematik der geringen Langzeitstabilität von optischen Datenträgern bekannt sein sollte.

Besser können das Programme zur Fotoverwaltung, die es in reichlicher Auswahl gibt und letztlich durch den persönlichen Geschmack und Geldbeutel ausgewählt werden sollten. Ich bin bekanntlich ein Fan von Adobe Lightroom, das außerdem ein hervorragendes Entwicklungsmodul für RAW-Dateien mitbringt. Günstigere, bewährte Lösungen für den PC sind z. B. ACDSee oder iMatch. Googles Picasa eignet sich hier eher weniger, da es nur rudimentär mit IPTC-Daten umgehen kann und gerade dieses Feature brauchen wir für die effiziente Verwaltung von Microstockfotos.

Grundsätzlich sollte eine gute Bildverwaltung über folgende Funktionen verfügen:

  • Schnelle Darstellung der Thumbnails
  • gute, ausgefeilte Suchfunktionen
  • Katalogverwaltung
  • Anzeige von RAW-Dateien im Vollbild (achtet darauf, dass eure Kamera auch unterstützt wird!)
  • Umfangreiche IPTC-Datenverwaltung mit Batchfunktionen
  • Für die Katalogdaten sollte eine Backupfunktion eingebaut sein
  • Auswahlkorb – Bilder aus verschiedenen Katalogen und Ordnern sollten in irgend einer Weise zu einer neuen Auswahl zusammenstellbar sein
  • Vergleichsfunktion von mind. zwei Bildern
  • Batchexport-Funktion

Ob die Bildverwaltung auch grundlegende Bildbearbeitung beherrschen sollte, bleibt den persönlichen Anforderungen überlassen. Die Bearbeitungsfunktionen von ACDSee z. B. sind doch eher als Draufgabe anzusehen, auch wenn man mit der neuesten Version gerne in Richtung Lightroom vorgestoßen wäre, was aber meiner Ansicht nach nicht gelungen ist.

Lightroom BildverwaltungIst die passende Lösung einmal gefunden und das Bildarchiv importiert, geht es an die Auswahl der künftigen Verkaufsfotos. Wenn man nun einen Katalog „Stockfoto“ anlegt und darunter weitere Kataloge „bearbeiten“, „fertig“ sowie jeweils einen Ordner pro Stockagentur mit jeweils wieder einem Unterordner „hochgeladen“ und „abgelehnt“ einrichtet, hat man die perfekte Übersicht über seine Microstock-Erfolge.

Bilder die als Microstock-tauglich ausgewählt wurden, kommen in den „bearbeiten“ (wenn sie noch einen Feinschliff benötigen) oder den „fertig“ Ordner.

Die Fotos im „fertig“ Ordner werden Microstock-gerecht verschlagwortet, mit Titel und Beschreibung versehen, denn die meisten Agenturen können diese IPTC-Keywords, Titel und Bildbeschreibungen lesen, was einem viel Zeit erspart, wenn man die gleichen Fotos bei mehreren Agenturen anbieten möchte.

KatalogstrukturWelches Bild zu welcher Agentur soll, entscheidet dann die Sortierung in den jeweiligen Agenturordner. Wurde das Bild zur Agentur hochgeladen, kommt es in den – richtig! – „hochgeladen“ Ordner und wurde es widererwarten abgelehnt, wandert es in den „abgelehnt“ Ordner. Gerade dieser ist ganz praktisch, da man hier nochmal einen Versuch starten kann und man auch sieht, was keinen Erfolg hatte, um ggf. seine Strategie anzupassen.

Um es gleich vorweg zu sagen: Das ist eine Methode! Es ist aber eine, die sich bei mir bewährt hat.

Bei welchen Agenturen soll ich meine Fotos anbieten?

Grundsätzlich sollten die Top-Agenturen dabei sein, damit es auch etwas bringt! Für den Einstieg würde ich immer Fotolia empfehlen, da die Einstiegshürden vergleichsweise gering und die Vergütungen recht gut sind. Auf jeden Fall sollten auch Shutterstock und Dreamstime im Portfolio sein, wobei diese eine kleine „Aufnahmeprüfung“ verlangen. Unter den eher Macrostock-orientierten Agenturen ist Panther Media mein Favorit und entwickelt sich sehr gut.

Mit iStockphoto und StockXpert sollte man sich etwas Zeit lassen und erst ein bisschen Erfahrung sammeln, sonst kann bei diesen Agenturen schnell Frust aufkommen, da diese doch schon sehr pingelig geworden sind.

Unter den kleineren Anbietern sind 123rf, Crestock und vielleicht noch Bigstock Photo interessant. Aus meiner Erfahrung heraus sollte man sich aber auch wenige, verkaufsstarke Agenturen konzentrieren, Zeit und Energie auf die größeren Anbieter verwenden und hier lieber die Portfolios vergrößern. Die großen Agenturen verfügen über ein höheres Werbebudget und sind dadurch bekannter als die zwar guten, aber kleineren Agenturen. Das führt natürlich zu besseren und konstanten Verkäufen. Ich gehe davon aus, dass der Stockfotomarkt ohnehin vor einer größeren Konsolidierungsphase steht und kleinere Anbieter entwender von den großen aufgekauft, oder wie leider im Fall Lucky Oliver geschehen, dicht machen müssen.

Bilder hochladen

UploadBei den meisten Agenturen weden verschiedene Möglichkeiten zum Upload der Fotos angeboten. Vom einfachen, aber aufwändigen Upload über ein HTML-Formular, über Komfortuploader als JAVA-Applet oder ActiveX Control bis zum FTP-Upload. Wenn FTP-Upload angeboten wird, würde ich immer auf diesen zurückgreifen, da es einfach sehr komfortabel ist. Man muss nicht die Seite der Agentur ansurfen und sich erst anmelden um seine Bilder hochladen zu können. Einfach den FTP-Client starten, mit der gewünschten Agentur verbinden und die vorbereiteten Fotos hochschieben. Ein bekannter und sehr guter Freeware FTP-Client ist FileZilla, den ihr HIER bekommt.

Sind die Bilder hochgeladen, geht man entspannt in die Verwaltungsmaske der Stockagentur und muss oft nur noch die Kategorie und Verwendung (exklusiv, erweiterte Lizenz etc.) auswählen und dem Nutzungsvertrag zustimmen bzw. die Modelfreigabe zuweisen – aber nur wenn man schon wie oben beschrieben Keywords, Beschreibung und Titel per IPTC-Daten vergeben hat.

Zwischenstopp

Mal ein paar Worte zum Workflow bei dieser doch aufwändigen Arbeit. Bereitet einen größeren Satz Bilder vor und macht einen gesammelten Upload. Das kann auch an unterschiedlichen Tagen erfolgen. Ihr könnt Fotos zu den Agenturen hochladen und erst einmal dort „parken“ um dann gesammelt bei allen Agenturen die weiteren Schritte durchzuführen.

  1. Bilder auswählen und bearbeiten
  2. Keywords, Titel und Beschreibungen per IPTC vergeben. Hilfsmittel sind dabei z. B. Wörterbücher wie LEO
  3. Fotos möglichst per FTP zu den gewünschten Agenturen hochladen
  4. Wenn nötig Modelreleases etc. vorbereiten und einscannen
  5. Restliche Schritte zum Einreichen der Bilder bei den Agenturen durchführen
  6. Kataloge im eigenen Archiv aktualisieren (was wurde hochgeladen und zu welcher Agentur)

Beginnt nicht wegen 1-3 Bildern den ganzen Zirkus, sondern wartet, bis 15 oder mehr Fotos hochgeladen werden können. Das ist effektiver und spart Zeit.

Controlling

Wenn nun die Fotos eingereicht sind, gehen sie durch die Bewertung der Agenturen und je nach Anbieter können zwischen 10 und 90% der Bilder abgelehnt werden. Die Stockagenturen bekommen Unmengen von Fotos zugeschickt und können mittlerweile sehr wählerisch sein, was die technische Umsetzung und Qualität des Motivs angeht. Das heißt aber nicht, dass ein abgelehntes Bild für alles Zeiten verstoßen wurde – oft genügt es einige Tage oder Wochen später das Foto nochmals einzureichen und nicht selten geht es dann durch. Darum auch der Ordner „abgelehnt“ um hier den Überblick zu behalten und ggf. nochmals einen Versuch zu starten.

Die akzeptierten Bilder stehen nun zum Verkauf für interessierte Kunden zur Verfügung und finden hoffentlich auch reichlich abnehmer. Man sollte immer einmal überprüfen, was die Renner im Portfolio sind und ähnliche Fotos nachschieben. Gerade bei Shutterstock steigert das regelmäßige Nachschieben neuer Fotos den Verkauf älterer Bilder.

ProStockMasterSpeziell für Stockfotografen ist die Bildverwaltung ProStockMaster konzipiert. Diese beherrscht neben der Katalogverwaltung natürlich IPTC-Tags, macht hier sogar Vorschläge für zusätzliche Keywords und kümmert sich um den automatischen Upload der Fotos zu den Agenturen. Ebenso werden die Einkünfte bei den einzelnen Agenturen und der jeweiligen Bilder abgefragt und angezeigt. Wenn man sich ernsthaft mit der Vermarktung seiner Fotos bei Stockagenturen beschäftigt, ist der ProStockMaster ein praktisches, zeitsparendes Tool das mit 39€ auch noch recht preiswert ist und sich praktisch selbst finanziert.

So, das war es mit dem zweiten Teil des Einstiegs in die Microstock-Thematik.

Weiter geht es demnächst mit Teil 3: Ein Microstockfoto entsteht. Bleibt dran!

7 Responses

  1. charlotte915

    Hallo Markus,
    Dein Artikel ist für mich ein Geschenk des Himmels – vielen Dank! Nachdem ich die letzten Monate mich nur um das Zubereiten, Stylen und Fotografieren gekümmert habe, will ich nun verschiedene Portfolios anlegen und meine Foodfotos auch Mikrostock – Agenturen anbieten – bei meinen Recherchen, auf der Suche nach einer unkomplizierten und bezahlbaren Verwaltung der inzwischen doch recht umfangreichen Bilddateimenge (über 300) stand ich vor einem schier mich erschlagenden Logistik-Problem und ich mag mich mit Technik nur im allernötigsten Maß herumschlagen. Vielen Dank also!

    Antworten
  2. Stefan B.

    Hallo Markus,

    vielen Dank für Deinen überaus interessanten Blog, der aus der Masse mit tollen Infos heraussticht! Dieser Artikel inspiriert auch mich, mir die Stock-Agenturen mal anzusehen. Vielen Dank für Deine Tipps!

    LG Stefan

    Antworten
  3. Markus

    Hallo Marcel, der Weg ist leider etwas steinig, bei Fotolia hagelt es erstmal Ablehnungen (nein, ich habe keine Katzen und Sonnenuntergänge geschickt), dafür macht es mich schon ein wenig stolz, dass istockfoto mich angenommen hat (Ok, es war im zweiten Anlauf, aber immerhin). Also, nicht einschüchtern lassen!

    Viele Grüße Markus

    Antworten
  4. Marcel

    Hallo Marcus.

    ich hatte schon gewartet wann der 2. Teil kommt. Nun habe ich ihn endlcih gesehen und Zeit gefunden ihn mir durchzulesen.
    Ich finde es wirklich klasse das du uns deine Erlebnisse und Vorgehen mit den Stock-Agenturen zeigst. Ich bin wie Markus, weiter oben sehr inspiriert. Und ein kleiner Nebenverdienst für unser teueres Hobby ist immer willkommen.
    Sobald ich wieder Zeit finde, werde ich mich an Fotos für die Stock-Agenturen machen. Aber jetzt muss ich erstmal weiter die Hochzeit meines Freundes bildlich festhalten. 🙂 Vielleicht ist ja schon was dabei.
    BIs zum 3. Teil, bin sehr gespannt.

    Grüsse Marcel

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