Bildrauschen ist leider bei den meisten Kameras noch immer ein Thema – zumindest wenn die ISO-Empfindlichkeit zunimmt. Abhilfe schaffen spezielle Anwendungen zur Rauschreduzierung (hilft aber nicht nach einem durchzechten Wochenende!), die es in rel. großer Auswahl gibt, allerdings gibt es nur wenige, die man auch kostenlos nutzen kann. Zwei sehr brauchbare Vertreter sind Noiseware CE […]

Dieser Beitrag wurde 2008 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

BildrauschenBildrauschen ist leider bei den meisten Kameras noch immer ein Thema – zumindest wenn die ISO-Empfindlichkeit zunimmt. Abhilfe schaffen spezielle Anwendungen zur Rauschreduzierung (hilft aber nicht nach einem durchzechten Wochenende!), die es in rel. großer Auswahl gibt, allerdings gibt es nur wenige, die man auch kostenlos nutzen kann.

Zwei sehr brauchbare Vertreter sind Noiseware CE (Community Edition) und NeatImage Demo. Beide Programme arbeiten dabei im Standalone-Betrieb, d. h. sie funktionieren unabhängig von Photoshop & Co.

Noiseware CENeatImage arbeitet dabei aber auch als Photoshop-Plugin, unterstützt aber keine Photoshop-Aktionen, wobei wir schon bei der schmerzlichsten Einschränkung beider Anwendungen wären: Keine davon bietet eine Batchfunktion, also die automatische Verarbeitung mehrerer Bilder auf einmal. Zwar lässt NeatImage Demo 2 Bilder in der Stapelverarbeitung zu, was aber in der Praxis wohl auch nicht sehr viel weiter hilft. Dies ist auch der Grund, warum man in der Plugin-Version von NeatImage keine Aktionen zulässt – man könnte sich so eine hübsche Stapelverarbeitung basteln.

NeatImageBeide Programme bieten umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten, die das Entrauschen z. B. nur im Helligkeits- oder Farbkanälen erlauben, wobei NeatImage hier noch ein paar Möglichkeiten mehr bietet. Ein weiterer Vorteil von NeatImage besteht darin, einmal gefundene Einstellungen als Preset abspeichern zu können – NoiseWare erlaubt das leider nicht. Noch besser bei NeatImage: Der Hersteller bietet auf seiner Internetseite fix und fertige Profile für verschiedene Kameras zum Download an. Beide Vertreter gehen recht flott zur Sache und liegen in Sachen Geschwindigkeit gleich auf.

Jetzt aber zum wichtigsten Punkt: Wie gut entrauschen sie denn nun ein Foto?

ProgrammvergleichIch habe beide mal einem Test mit einem leicht verrauschten Foto unterzogen, dabei kamen in beiden Programmen die „Default“ Einstellung zum Einsatz, wobei NeatImage hier sein Autoprofil einsetzte. Beide Bilder habe ich dann bei 300% Vergrößerung betrachtet. Für mich ist die Sache eindeutig: NeatImage leistet hier bessere Arbeit, das Ergebnis wirkt „sauberer“.

Noiseware neigt auch bei modifizierten Einstellungen zu einer Art „Klötzchenbildung“ und leichten Artefakten, zudem werden Flächen nicht so gut entrauscht. Bei 10×15 Prints macht das zwar keinen Unterschied, allerdings hätte man hier selbst das Rauschen des Originals nicht bemerkt. Bei Vergrößerungen oder Ausschnitten macht das aber doch einen gewissen Unterschied.

NIK DefineDas Ergebnis von NeatImage überzeugte mich bei diesem Motiv sogar mehr, als das der kommerziellen Software NIK Dfine 2, die zwar mehr Ausstattung und Möglichkeiten bietet, dafür mit 120€ auch nicht gerade ein Schnäppchen ist. Fairer Weise muss man aber sagen, dass NIKs Dfine bei sehr starkem Rauschen noch immer ungeschlagen ist – zumindest meiner Meinung nach.

Wer nur ab und zu eine Software zur Rauschreduzierung braucht, oder sich mit der manuellen Bearbeitung mehrerer Bilder zufrieden gibt, kann auf jeden Fall zu NeatImage oder Noiseware greifen, wobei ich NeatImage bevorzugen würde – alleine schon wegen der Kamera-Presets. Wer ohnehin seine Fotos in einer Plugin-kompatiblen Bildbearbeitung nachbearbeitet, kommt an NeatImage fast nicht vorbei, da es sich eben in ein solches Programm integriert und damit die Kaufversion der Software fast überflüssig macht. Das Plugin lässt nur die Rauschreduzierung bis1024x1024 Pixel zu – schade. Danke für den Hinweis an meinen Leser Florian!

HIER gehts zum NeatImage Download
HIER gehts zum NoiseWare Download (ganz unten)

3 Responses

  1. Malte

    Hallo Markus,

    auch wenn dieses Thema schon etwas älter ist, würde ich gerne noch eine Frage dazu stellen. Wie bindest du die Bearbeitung deiner Fotos mit Programmen wir z.B. NeatImage in deinen Lightroom Workflow ein? Ich glaube ich mache mir das zu umständlich:
    1. Import in LR vom Gerät
    1.1. exportieren des JPGs bei RAW Bildern
    2. Öffnen der Datei vom Datenträger mit Neatimage
    3. Speichern unter *-filtered.jpg im gleichen Ordner
    4. Synchronisieren des Orders
    5. Stapeln in LR (so dass das neue Bild oben auf ist)
    6. Bearbeitung des Bildes in LR

    Vielleicht hast du eine bessere Idee (?) Wie machst du das?

    Gruß
    Malte

    PS: Toller Blog! Macht immer wieder Spaß alles auszuprobieren.

    Antworten
  2. Florian

    Die Plug-in-Version macht die gekaufte Version leider nicht überflüssig. Denn das Plug-in entrauscht nur einen Bereich von 1024×768 Pixel alles außerdhalb dieses Bereiches bleibt verrauscht.

    Antworten

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