Homerecording, also das aufnehmen der eigenen Musik oder Ideen mit dem PC ist so günstig wie nie, wobei die technischen und klanglichen Möglichkeiten, die man selbst bei den günstigsten Lösungen erhält so umfangreich sind, dass man vor 15 Jahren nur davon geträumt hätte. Waren es früher die 4-Spur Analogrecorder auf Basis von Compact-Kassetten wie der […]

Dieser Beitrag wurde 2007 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

Homerecording, also das aufnehmen der eigenen Musik oder Ideen mit dem PC ist so günstig wie nie, wobei die technischen und klanglichen Möglichkeiten, die man selbst bei den günstigsten Lösungen erhält so umfangreich sind, dass man vor 15 Jahren nur davon geträumt hätte. Waren es früher die 4-Spur Analogrecorder auf Basis von Compact-Kassetten wie der Klassiker Tascam Portastudio oder gar ein 1/4 Zoll System mit 8-Spuren vom Typ Fostex R8 (wenn man einen etwas pralleren Geldbeutel hatte) die den Standard beim Homerecording ausmachten, kann man jetzt aus den Vollen schöpfen. 8 oder mehr gleichzeitig aufnehmbare Spuren, unendlich viele Audio- und MIDI-Spuren – solange es der PC mitmacht, ein Arsenal virtueller Instrumente, Kompressoren, Limiter, Hall- und Delayplugins und die verführerische Möglichkeit, aus vielen einzelnen Takes einen „perfekten“ Take zusammenzuschneiden. Dazu kommen noch die mittlerweile extrem preiswerten Audiointerfaces, Midi-Keyboards, Kondensatormikrofone und Preamps aus meist chinesischer Fertigung, die teilweise erstaunliche Qualität für wenig Geld liefern.

Der Einstieg in die Recordingwelt mittels DAW (Digital Audio Workstation) beginnt im günstigsten Fall bei gut 100€, wobei ich davon ausgehe, dass man sowohl Instrumente und Gesang sowie MIDI (z.B. Keyboards oder programmierte Drums) aufnehmen möchte und man mit 2 gleichzeitig aufnehmbaren Audiospuren auskommt (wobei auch damit schon Drumaufnahmen möglich sind, mehr dazu später). Was man haben sollte, ist ein einigermaßen aktueller PC (oder Notebook) mit mind. 512 MB RAM, 1,5 GHz Prozessor sowie einer Festplatte mit einigen GB Platz. Ich gehe davon aus, dass ihr aber z.B. einen Mikrofonständer rumstehen habt und im Besitz von ein paar gängigen Kabeln seid. Als Monitorlautsprecher nehmt ihr erst einmal eure vorhandene Stereoanlage oder die PC-Lautsprecher her.

Um es gleich vorweg zu nehmen, die genannten Lösungen sind keine „Highend“-Systeme und Diskussionen über die Qualität von Audiowandlern erübrigen sich hier. Meine Vorschläge sind Praktikerlösungen um mit wenig Geld, gute Aufnahmen zu realisieren und einen problemlosen Einstieg in die Homerecordingwelt bieten.

Lösung 1: Die Taschengeld-DAW ab 120 €

Auch wenn man nur sehr begrenzte Mittel zur Verfügung hat, kann man schon ordentliche Aufnahmen machen. Sehen wir uns erst einmal nach einen Aufnahmeinterface um. Da nahezu alle Onboard-Soundkarten die in PCs und Notebooks verbaut sind, gänzlich ungeeignet für’s Homerecording sind (von Creative Audigy mal abgesehen), sollte man zu einem speziellen Recordinginterface mit z.B. USB-Anschluss greifen. Diese haben recht brauchbare Audioeigenschaften und kosten nicht viel. Hier unsere erste Kombination:

Wird sind hier 113,00€ für eine komplette Recordinglösung – aber die Software fehlt ja noch …

… das ist aber heute garkein Problem mehr. Beim Behringer-Interface sind schon Massen an brauchbaren Virtuellen Instrumenten (Synthesizer etc.) und Effekten (z.b. die sehr gute Kjaerhus Classic Serie) enthalten. Einzig mit der Freeware Recordingsoftware „Kristal“ mag ich mich nicht so recht anfreunden, daher mein Tipp, denn ich vor einiger Zeit hier veröffentlicht habe: Bestellt euch die Ausgabe 11/07 der Zeitschrift c’t nach, darin ist die Software Samplitude 8SE enthalten – eine hervorragende Aufnahmesoftware. Also nochmal 5€ für die Heftbestellung und TATAAAAA: knappe 120€ und der Spaß beginnt.

Wer jetzt auch noch in die Tasten greifen möchte und noch kein passende Keyboard sein Eigen nennt, greift zum ESI Keycontrol 49. Gute Tastatur zum günstigen Preis. Wer schon ein MIDI-Keyboard hat, dem reicht ein günstiges USB-MIDI-Interface wie das Swissonic.

Lösung 2: Die Einsteiger DAW für Gitarristen / Bassisten mit Anspruch für gute 300€

Du spielst Gitarre oder Bass, möchtest einen guten Gitarrensound/Basssound, nimmst auch mal gerne Gesang und ein Schlagzeug oder ein paar Akustikgitarren auf, möchtest aber nicht zu sehr investieren:

Wenn es noch ein Keyboard sein soll, gilt auch hier die Empfehlung von oben. Als Software liegt dem Toneport Ableton Live bei. Allerdings würde ich auch hier wieder das oben genannte Samplitude empfehlen.

Lösung 3: Die Aufsteigerlösung für gut 1000€

Du möchtest also richtig einsteigen, sehr gute Aufnahmequalität und auch mal 8 oder mehr Spuren (Drums oder Bandrecording) gleichzeitig aufnehmen? Auch das ist mittlerweile sehr preiswert möglich.

Damit habt ihr eine solide Grundausstattung für gehobenes Homerecording für gut 1000€. Hier solltet ihr allerdings dann auch in eine Recordingsoftware investieren wobei ich hier Steinberg Cubase Studio 4 empfehlen würde. Ich habe auch mit Cakewalk Sonar schon Sachen aufgenommen, nur komme ich mit dem Workflow nicht so unbedingt klar, es hat noch einige Schwächen im Bereich des Midi-Editors und bei größeren Projekten erzeugt es deutlich mehr Last als eben Cubase. Alternativ wäre da noch Samplitude 9, wobei hier meiner Ansicht nach das Preisleistungsverhältnis nicht mehr so stimmig ist.

Jetzt noch ein paar Tipps:

Auch wenn ihr nicht immer mehrere Spuren gleichzeitig aufnehmen müsst, ist ein Recordinginterface mit mehreren Eingängen durchaus sinnvoll. Man kann hier gleich alles fest anstecken (Bass, Gitarre, Gesangsmikro etc.) und sofort darauf zugreifen, ohne etwas umstöpseln zu müssen. Das hilft der Kreativität und schont die Nerven.

Drumrecording mit nur 2 Mikrofonen? Das geht – und zwar erstaunlich gut! Mit der sog. Recorderman Mikrofonierung kann man mit 2 Mikros einen vernünftigen Drumsound hinbekommen, sofern das Drumset ansich schon einen brauchbaren Sound hat. Ein (englisches) Video zu dieser Technik gibt es bei Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=IiFOD1EeKhQ

Ich hoffe, dass ich euch mit meinen Empfehlungen weiterhelfen konnte. Bei Fragen könnt ihr gerne posten.

[tags]DAW, Recording, Musik, Line6, Toneport, Homerecording[/tags]

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