Lightroom 6 beschäftigt uns schon seit Wochen. Mehrmal wurde – auch von mir – über Veröffentlichungstermine spekuliert. Bislang tat sich hier aber nichts. Der Grund dafür könnte nun ein ganz anderer sein: Lightroom 6 wird es nicht geben! Die neue Version heißt Lightroom Cloudview und auf ein vollkommen neues Konzept der Distribution setzen. Damit knüpft es an Dienste wie Microsofts Office 365 an.

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Mit der Creative Cloud hat Adobe vor zwei Jahren einen großen Schritt gewagt. Photoshop, Illustrator, Premiere etc. gibt es nur noch per Abo und nicht mehr als Verkaufspaket. Für viele (wie mich) ein großer Vorteil, da ich sehr viele Anwendungen der Creative Suite regelmäßig nutze und auch gerne immer neue Versionen habe.

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Lightroom in der Cloud

Adobe Lightroom ist auch Bestandteil der Creative Cloud, war aber bislang auch immer noch als echte Verkaufsversion zu haben. Mit Lightroom 6 ändert sich das nun. Adobe geht hier aber einen komplett neuen Weg. Die neue Lightroom-Version wird eine komplett Browser-basierte Software sein. Das hat den Vorteil, dass man keine Software mehr installieren und updaten muss, allerdings muss man zur Nutzung online sein. Als technische Basis setzt Adobe hier natürlich auf Adobe AIR. Für viele Reisefotografen oder die schnelle Bearbeitung im Urlaub sieht das zunächst nach einem Nachteil aus, allerdings ergibt sich durch die AIR-Technologie eine offline-Möglichkeit, die den Funktionsumfang auf den Import und die Ansicht der Vorschauen beschränkt. Ist man dann wieder am Netz, kann man nahtlos und mit allen Funktionen weiterarbeiten.

Adobe Lightroom Cloudview

Adobe Lightroom Cloudview

Zudem erlaubt Lightroom Cloudview auch einen Zugriff auf lokale Laufwerke und kann diese dynamisch einbinden. Damit das Datenvolumen gering bleibt, werden zunächst nur komprimierte Vorschauen zur Cloud übertragen. Ist man dann wieder an einem schnellen Internetzugang, folgen die Originaldateien. Wer möchte, kann auch Cloud-Laufwerke wie Box.net oder Dropbox wie ein lokales Laufwerk in Lightroom integrieren.

Performanceschub für Lightroom durch Cloud-Rendering

Seit vielen Versionen ist das Thema Performance immer wieder Bestandteil vieler Diskussionen und Beschwerden. Viel habe auch ich schon darüber geschrieben und nicht zuletzt Tipps wie der in der Box helfen dabei Lighroom schneller zu machen.

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Durch das Hosting in der Cloud werden nun aber alle Berechnungen auf einer Serverfarm durchgeführt und das geht in Windeseile. Kein Warten mehr und trotz der Browser-Nutzung fühlt sich alles sehr viel flüssiger an als auf dem Desktop.

Neue Dateitypen und Team-Nutzung

Durch das Hosting von Lightroom auf Adobe Servern (die Daten werden natürlich verschlüsselt abgelegt und können jederzeit auch auf den eigenen Rechner heruntergeladen werden), kann man Lightroom Cloudview nun aber auch im Team als gemeinsame Medienverwaltung nutzen. Aus diesem Grund Unterstützt Lightroom nun auch mehr Dateiformaten, darunter auch verschiedene Videocodecs wie H.265 und Avids DNxHR, aber auch MP3, WAV und gängige Office-Formate. Ein kleiner Gag ist der eingebaute MP3-Player, der stark an Apples iTunes erinnert und bei der Bildbearbeitung für Hintergrundmusik sorgt.

Ein weitere positiver Aspekt dürfte für viele sein, dass man sich nun nicht mehr um Backups der wertvollen Fotos und anderer Dateien kümmern muss, denn dieses ist automatisch in Lightroom 6 Cloud enthalten. Auch lässt sich Lightroom nun nicht nur auf allen Mobilgeräten oder gar Smart-TVs im vollen Umfang nutzen, sondern steht nun auch erstmals für Linux Nutzer im vollen Umfang und ohne Tricks zur Verfügung.

Kosten und kostenlose LT-Version

Viele wird Lightroom Cloudview ebenso sauer aufstoßen wie die Creative Cloud, allerdings sind die Vorteile auch nicht ohne. Lightroom 5 wird auch noch einige Zeit als normale Verkaufsversion zu haben sein, ebenso wie die CS6 Suite. Die Preise für Adobe Lightroom Cloudview stehen noch nicht fest, werden ich aber wohl um 4,99 Euro pro Monat bewegen. Versöhnlich dürfte eine komplett kostenfreie Version „Lightroom Cloudview LT“ stimmen, die im wesentlichen der Vollversion entspricht, aber auf die Module „Fotobuch“, „Diashow“ und „Karten“ verzichtet. Außerdem kann die LT-Version keine Video-, Audio- und Office-Dateien importieren.

Was passiert aber mit den Daten, wenn man das Abo nicht mehr möchte? Hier geht Adobe wie z. B. Facebook vor, wo man auch seinen kompletten Datenbestand herunterladen kann. Durch die automatischen Backups kann bis zu 3 Monate nach Beendigung der Lightroom Cloudview Mitgliedschaft die komplette Datenbank inkl. aller Metadaten, Bearbeitungen und natürlich Originalfotos heruntergeladen werden. Zudem besteht weiterhin die kostenlose Nutzung über die Lightroom Cloudview LT zur Verfügung.

Für mich hört sich das nach einer interessanten neuen Version an. Die Diskussionen rund um die Creative Cloud sagen mir aber auch, dass viele nicht so begeistert sein dürften. Lightroom Cl0udview wird voraussichtlich ab Mai, zunächst in einem öffentlichen Betatest zur Verfügung stehen.

Was meint ihr zum neuen Lightroom?

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32 Responses

  1. Steffen

    Mein Gott, ich war schon im Begriff einen neuen Provider für eine höhere upload-Geschwindigkeit als meine derzeitigen 384 kB/s zu suchen. Welchen Zeitrahmen es wohl gesprengt hätte bei *.RAW im Vollformat?

    Danke für diese kurzzeitige Erhöhung des Adrenalinspiegels!!!!!!…. ich bin darauf reingefallen, der Scherz ist echt gelungen!

    Antworten
  2. svenhedin

    Im englischen gibts es den Begriff Worst Case. Der Gedanke ist für Adobe sicherlich verlockend.

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  3. Gerrit

    Super Idee. Importieren und rumspielen offline, bin ich wieder im Netz, kann ich endlich wieder entwickeln. Geil!

    Gelungerner Scherz. Auch ich bin drauf reingefallen, auch wenn schon der 2.4. ist.

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  4. Olaf

    Alter Schwede, bedenke bitte, dass es auch Leute mit Herzproblemen gibt! Ich muss zugeben, dass hat einen Moment gedauert, bis ich es gerafft habe!!
    Puuuuhhhh

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  5. Wolfgang

    Netter Versuch, hätte fast geklappt. 😉
    Aber nochmal zur Creative Cloud. Ich lebe in Shanghai und Verbindung in den Rest der Welt, also außerhalb Chinas, ist trotz 30Mbit/s dermaßen lahm, dass man glaubt, es ein Mitarbeiter der Great Firewall of China liest 1:1 mit.
    Es dauert zwar etwas länger, Updates für PS herunterzuladen, auch ein Upload von Smart Previews dauert; ich lade Smart Previews erst zum Schluss oder in Pausen hoch; insgesamt bin ich aber mit der Funktionalität sehr zufrieden.
    Mir ist die Creative Cloud in der Fotografie Version die knapp € 12.-/Monat wert.

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  6. Anne Gathow

    cleverer Aprilscherz. Beim Lesen habe ich zwischen Erstaunen ob der aufgeführten Neuerungen und mit Entsetzen, LR 6 jetzt auch wie PS nur im Abo zu benutzen.

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  7. Axel

    Hmm, also mit Blick auf das heutige Datum – good news -, sollte ich aber falsch liegen würde ich mir doch ggf. überlegen mein CC-Abo nicht zu verlängern.

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  8. Johann

    Wie bitte? Heißt das ich muss Terabite an Originaldaten jetzt erstmal hochladen, bevor ich irgendwas machen kann?

    Antworten

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