Warum der Absatzrückgang bei PC’s falsch interpretiert wird

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Überall kann man es lesen: Die klassischen PC-Hersteller wie HP, Dell und wie sie alles heißen, bleiben auf ihren Rechnern sitzen. Schuld daran wären Tablets und Windows 8. Ich glaube, dass das eine komplett falsche Einschätzung ist.

Viele von euch werden diese Zeilen nicht vor einem PC-Bildschirm oder an einem Notebook lesen, sondern über ein Tablet oder Smartphone. Das sagen zumindest meine Zugriffsstatistiken, denn mittlerweile sind 20 Prozent aller Zugriffe auf diese Gerätegattung zurückzuführen.

Darum wird es aber noch auf lange Zeit kein Aussterben der klassischen Desktop-Rechner und Notebooks geben, auch wenn man uns das so verkaufen will und die Hersteller jammern.

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Wir werden auch weiterhin nicht wirklich mit einem Tablet arbeiten können. Diplomarbeiten und Rechnungen lassen sich auf einem Tablet eben nicht besonders komfortabel verfassen. Videoschnitt, ernstzunehmende Bildbearbeitung, Software-Entwicklung, Desktop Publishing, CAD, Buchhaltung – all das braucht einen “richtigen” Rechner.

Warum werden weniger PC’s verkauft?

Der Grund ist ganz einfach: Viele Leute haben einen Desktop-Rechner und/oder ein Notebook, das meistens mehr als ausreichend für die aktuellen Aufgaben gerüstet ist. Das Megahertz und später Gigahertz-Rennen vergangener Jahre interessiert niemanden mehr und ein 3-4 Jahre alter PC langweilt sich auch heute noch in den meisten Betriebsstunden.

Heute lässt sich einem Rechner mit einer SSD ungeahnte Geschwindigkeit einhauchen und Speicherpreise sind lächerlich niedrig.

Ich selbst habe hier einen PC mit INTEL i7 950 CPU. Außer einer neuen Grafikkarte erfüllt dieser noch immer meine (zugegebener Maßen recht hohen) Ansprüche. Nur weil ich mit Adobe Premiere und After Effects noch schneller arbeiten möchte, stelle ich gerade eine neue Workstation zusammen.

Dann gibt es auch die Gruppe von Anwendern, die einfach ein bisschen im Web surfen, bei Ebay, Amazon und Zalando einkaufen und ein bisschen Freunde bei Facebook stalken wollen. Die brauchen keinen PC und haben ihn noch nie gebraucht. An diese Fraktion konnte man PC’s nur aus dem einen Grundverkaufen: Weil es keine Alternativen gab. Wenn sie dann einen hatten, war der viele Jahre gut genug.

Ich kann aber auch nicht verstehen, warum es kein Notebook-Hersteller schafft, ein leistungsfähiges, leichtes, schnelles Gerät auf den Markt zu bringen, das einem MacBook Pro das Wasser reichen kann und dabei gerne etwas billiger sein darf. Auch ich habe ein MacBook Pro angeschafft, weil ich nach Jahren einen neuen und vor allem leichten und ausdauernden Laptop mit gutem Display haben wollte.

Mein MacBook und das iPad
Mein MacBook und das iPad

HP schafft es nun mit dem Envy TouchSmart 14, einen MacBook Klon zu liefern, nachdem die Ultrabook-Kiste vollends in die Hose ging. Meine Erfahrung mit dem Asus Zen-Book waren desaströs.

Ist Windows 8 schuld?

Das glaube ich auch nicht. Für den durschnittlichen Anwender ist Windows 8 einfach eine weitere Möglichkeit, die aber nicht als notwendig angesehen wird. Da Windows 8 keine neue Hardware erfordert, gibt es auch keinen Anlass, deshalb einen neuen Rechner anzuschaffen.

Klar hat Microsoft mit der neuen Benutzeroberfläche und dem Wegfall des gewohnten Start-Buttons viele Anwender verunsichert. Wer schon froh ist mit einem Windows 7 Rechner einigermaßen umgehen zu können, wird daher erst recht einen Bogen um Windows 8 machen.

Windows 8 ist in einigen Bereichen gewachsen, wenn man z. B. das Datei-Versionsmanagement ansieht, das man als Mac-Anwender seit vielen Jahren unter dem Begriff “Timemachine” kennen und lieben gelernt hat. Windows 8 ist schnell und stabil – aber das war Windows 7 auch schon.

Was fehlt?

Ganz klar: Die richtige Killeranwendung, welche die Leistung aktueller PC’s wieder rechtfertigt und erfordert und die jeder haben möchte. Fällt euch eine ein? Mir nicht!

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