So lief meine Corona-Impfung mit AstraZeneca ab

Am Donnerstag habe ich meine Corona-Impfung mit AstraZeneca erhalten. Das sind meine Erfahrungen.

Ich wohne in einer Region, die einige Zeit die „Corona-Charts“ hinsichtlich der Inzidenz angeführt hat. Daher gab es hier die Möglichkeit, sich freiwillig für 4.000 Dosen AstraZeneca zu bewerben, die außerhalb der Priorisierung verimpft wurden. Dazu habe ich mich am 9. April 2021 registriert und wurde am 21.4. angerufen, um einen Termin zu vereinbaren. Ich nahm gleich den nächstmöglichen Zeitpunkt am nächsten Tag um 11 Uhr im Impfzentrum Hof.

Die Impfung im Impfzentrum Hof

Das Impfzentrum ist in Hof sehr zentral und gut erreichbar gelegen und befindet sich in einer ehemaligen Industriehalle neben dem Bayerischen Roten Kreuz. Um 10:55 war ich bei der Anmeldung. Hände desinfizieren, kurz vor eine Wärmebildkamera stellen, damit Fieber ausgeschlossen werden kann. Etwa 15 Personen befinden sich im Anmeldungsbereich. Eine Bundeswehrsoldatin nimmt meine Daten auf, sieht sich den Personalausweis an und fragt, ob ich schon Corona gehabt hätte, in den letzten 2 Wochen mit irgendwas geimpft wurde und ob ich mich gesund fühlen würde. Dann gratuliert sie mir noch nachträglich zum Geburtstag, weil ich kürzlich 50 geworden bin.

Mit einem Info-Blatt, einem Fragebogen und einer Nummer, die später aufgerufen wird, soll ich mich in den nächsten Wartebereich begeben, bis meine Nummer auf dem Display angezeigt wird.

Kurze Zeit später war meine Nummer dran und ich sollte mich in Kabine 2 einfinden. Ein weiterer Soldat kontrollierte noch einmal meine Nummer und zeigte mir die Richtung zur Impfkabine. Darin war der Arzt und eine Helferin, die mir die Impfung verabreichen sollten. Er klärte mich über mögliche Nebenwirkungen auf und fragte mich, ob ich wüsste, dass es für meine Altersgruppe derzeit nicht empfohlen ist. Fun fact: Etwas später am selben Tag wurde AstraZeneca in Bayern wieder für alle Altersgruppen freigegeben.

Ich musste unterschreiben und wurde gefragt, in welchen Arm ich die Impfung möchte. Ich erwiderte, dass es der rechte Arm sein soll. Der Arzt war verdutzt: „Der Arm könnte einige Zeit schmerzen und Sie schreiben doch mit der rechten Hand?“. Das stimmt, aber ich erklärte ihm, dass ich eigentlich Linkshänder bin und nur in der Grundschule zum Schreiben mit der rechten Hand gezwungen wurde. Das konnte er kaum fassen und ich musste ihm das ganz genau erklären.

Nun kam der Ärmel hoch und die Spritze hinein. Man spürt praktisch gar nichts davon. Man klärte mich noch auf, bei welchen Symptomen ich sofort den Arzt aufsuchen sollte, wünschte mir alles Gute und schickte mich mit meinen Unterlagen zur Abmeldung. Hier legte ich die Unterlagen vor, Durchschläge wurden abgelegt und ich bekam auch gleich meinen zweiten Impftermin im Juli. Es wurde mir empfohlen, mich noch einige Zeit dort aufzuhalten, falls sich unerwartete Symptome zeigen sollten. Ich verzichtete.

Es war nun 11:25 Uhr und ich war mit meiner Impfung fertig. Ich hatte einen hervorragenden Eindruck vom Ablauf und den Helfern vor Ort. Alles ist perfekt organisiert. Es gibt keine Wartezeiten und alle Personen, mit denen ich zu tun hatte, waren überaus freundlich und hilfsbereit. Ich hatte das Gefühl, dass einem etwas Anerkennung entgegengebracht wurde, weil man sich freiwillig zur Impfung angemeldet hatte.

Ich fühlte mich gut und hatte keinerlei Probleme. Ein Bekannter wollte auf Instagram wissen, wie es mir ginge. Er hatte einen Tag zuvor seine Impfung erhalten und klagte nur über Kopfschmerzen und leichtes Frösteln.

12 Stunden später – erste Nebenwirkungen

Im Fernsehen läuft ein alter James Bond Film. Ich habe kalte Hände und Füße, was für mich extrem ungewöhnlich ist. Ein leichter Kopfschmerz kommt hinzu. Wir gehen gegen 23 Uhr ins Bett.

Eine Stunde später bekomme ich Schüttelfrost und friere extrem. Ich schlafe bis 2:30 Uhr und wache wieder auf. Ich schwitze. Das Infrarot-Thermometer zeigt 39 °C an – Fieber. Der Kopf dröhnt. Ich trinke etwas Wasser und lege mich wieder hin.

7:30 Uhr morgens am nächsten Tag. Das Fieber ist auf 38 °C runter, aber ich habe extreme Gliederschmerzen, starke Kopfschmerzen und auch der Arm, in den geimpft wurde, tut weh. Ich bewege mich wie ein Greis und habe keinerlei Antrieb. Ich lege mich wieder hin. Gegen 9 Uhr stehe ich wieder auf. Ich habe wieder Normaltemperatur, fühle mich aber wie ausgek….

Um 13 Uhr lege ich mich wieder hin, da ich extrem müde bin. Schlafe bis 16:30 Uhr. Kein Fieber mehr und ich fühle mich insgesamt etwas besser. Noch immer habe ich starke Glieder- und Kopfschmerzen. Gegen 20 Uhr wird es langsam besser.

2 Tage nach der Impfung

Mir geht es wieder ziemlich normal. Ich habe noch leichte Kopfschmerzen. Die Einstichstelle am Arm schmerzt etwas. Dafür sind die Gliederschmerzen weg, ich spüre wieder Tatendrang und schreibe diesen Beitrag.

Meine Symptome habe ich freiwillig in der „SafeVac“ App des Paul-Ehrlich-Instituts eingetragen, da es sicher nicht verkehrt ist, wenn man die Daten und Nebenwirkungen vieler Impfungen kennt und auswerten kann. Anmeldung erfolgt anonym. Zur Legitimation ist lediglich die Chargen-Nummer der Impfdosis erforderlich. Die App fragt in regelmäßigen Abständen, ob und welche Nebenwirkungen aufgetreten sind.

Fazit zur Corona-Impfung mit AstraZeneca

Die Nebenwirkungen waren bei mir ziemlich heftig und ich war einen kompletten Tag lang außer Gefecht gesetzt. Man kann das allerdings auch positiv sehen, denn es ist wohl ein Zeichen für eine starke und damit wirksame Immun-Antwort. Ja, es ist unangenehm, aber verkraftbar.

Der Ablauf der Impfung selbst könnte besser gar nicht sein. In der Corona-Pandemie wurden und werden viele Fehler gemacht. Die Organisation der Impfzentren scheint davon ausgenommen zu sein. So berichteten mir es Freunde und Bekannte auch von anderen Impfzentren in der Region.

Würde ich es wieder tun?

Selbstverständlich! Die Impfung ist derzeit die einzige Möglichkeit, sich und andere vor Corona zu schützen. Das Risiko, an Nebenwirkungen der Impfung zu sterben, ist 9-mal geringer, als an den Folgen eines schweren Corona-Verlaufs zu sterben. Wir Menschen sind nur nicht besonders gut darin, Risiken neutral und sachlich zu bewerten.

Das Risiko der AstraZeneca Impfung beträgt durchschnittlich 2 Mikromort – eine Einheit, mit der man Lebensrisiken vergleichen kann. Das entspricht 64 Kilometer mit dem Fahrrad zu fahren oder 3200 km mit dem Flugzeug zu fliegen …

Das Leben besteht aus Chancen und Risiken – diese gilt es nüchtern, ohne Vorurteile, mit Fakten und meinungsfrei abzuwägen.

Nun kennt ihr jemanden, der sich mit AstraZeneca hat impfen lassen und nicht daran gestorben ist. Ihr müsst damit auch nicht mehr irgendwelches Hörensagen bewerten. Ich kann euch nur dazu ermuntern, euch impfen zu lassen – auch mit AstraZeneca. Und nein: Ich werde nicht von „Big Pharma“ bezahlt. Wie mich diese Schwurbler alle aufregen …

UPDATE 27.04.21

Tatsächlich waren die Nebenwirkungen der Impfung am Samstag noch nicht vorbei. Wie ich am Samstagnachmittag festgestellt habe, war ich überhaupt nicht belastbar. Einmal die Treppe hoch und ich war außer Atem. Die Kopfschmerzen hielten an und ich war abgeschlagen. Am Sonntag kamen dann auch Übelkeit und Durchfall hinzu, was bis Montag anhielt. Erst am Dienstag wurde es besser und nun schmerzt auch der Arm nicht mehr.

Letzte Aktualisierung am 25.09.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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