[Photokina 2016] Profoto D2 – der schnellste Studioblitz der Welt und etwas Theorie zur Abbrennzeit

Bei den beliebten „Tröpfchenfotos“, bei dem ein Wassertropfen auf eine Wasseroberfläche fällt und dabei schöne Strukturen und Muster erzeugt geht man daher als Einsteiger in diesem Bereich meist so vor, dass man die Belichtungszeit der Kamera z. B. auf 2 Sekunden einstellt, den Tropfen fallen lässt und den Blitz gar nicht durch die Kamera, sondern von Hand auslöst. Hier spielt natürlich der richtige Augenblick und damit der Zufall eine große Rolle. Einfacher geht es mit Lichtschranken, Magnetventilen etc., aber das ist hier nicht das Thema. Ein Meister dieses Fachs kommt übrigens aus Franken: Markus Reugels.

Tropfenfoto von Markus Reugels http://www.markusreugels.de/
Tropfenfoto von Markus Reugels http://www.markusreugels.de/

Um schnelle Bewegungen und Ereignisse möglichst scharf (ohne Bewegungsunschärfe) festhalten oder „einfrieren“, braucht man eine sehr kurze Belichtungszeit. Viele Kameras können hier 1/4000 oder ein 1/8000 Sekunde. Leider nützt das im Zusammenhang mit Blitzgeräten nichts (Highspeed Synchronisation HSS und elektronische Verschlüsse lassen wir jetzt mal außen vor), da hier immer die Blitzsynchronzeit der limitierende Faktor ist. Diese liegt meistens bei 1/200 oder 1/250. Manche Kamera können auch 1/500. Diese sorgt dafür, dass der Verschlussvorhang der Kamera (wir erinnern uns: dieser gibt den Sensor für das einfallende Licht frei) bereits vollständig geöffnet ist, bevor der Blitz ausgelöst wird. Wäre der Verschlussvorhang bereits schon wieder ein Stück geschlossen, würde ein Teil des Sensors bereits abgedunkelt werden. Genau das äußert sich dann in einem schwarzen Balken über dem Bild. Der Blitz brennt noch, erzeugt Licht, aber der Verschluss saust schon wieder über den Sensor.

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500stel

Man kann also die Belichtungszeit der Kamera bei der Blitzfotografie nicht beliebig kurz einstellen und darum bestimmt der Blitz die geringstmögliche Belichtungszeit durch seine Abbrennzeit.

Der Profoto D2

Zurück zum neuen Profoto D2. Wie schon erwähnt bestimmt der Blitz mit seiner Abbrennzeit die Belichtungsdauer und damit auch die maximale Schärfe bei bewegten Objekten. Profoto schafft mit dem D2 eine Belichtungszeit von unglaublichen 1/63.000 Sekunde (das sind 15 Mikrosekunden), bei 20 Auslösungen pro Sekunde. Durch diese extrem schnelle Abbrennzeit, ist der Blitz auch schneller als die schnellste Verschlusszeit der Kamera, sodass man auch die Kamera z. B. auf ein 1/8000 Sekunde beim Blitzen einstellen kann.

profoto-ds-set

Allerdings sind diese extrem schnellen Abbrennzeiten auch nur bei geringen Leistungen möglich. Profoto gibt hier für den D2 500 Wattsekunden diese Abbrennzeit bei genau 1 Ws Leistung an … Nutzt man die volle Blitzleistung aus, braucht auch der D2 1/2600 Sekunden und ist dann gar nicht mehr so flott.

Ach ja, der Profoto D2 dürfte das Budget der meisten von uns ziemlich sprengen, denn er kostet knapp 14.000 US-Dollar.

Mehr Infos und tolle Fotos, die mit dem D2 gemacht wurden gibt es HIER.

 

 

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