Loupedeck Lightroom Controller im Test – Erfahrungen und Eindrücke

Controller und Fernbedienungen für Lightroom gibt es schon eine ganze Menge. Meist handelt es sich dabei entweder um Lösungen, die auch für andere Anwendungen nutzbar sind, oder um Workarounds, die z. B. MIDI-Controller aus dem Musikbereich als Grundlage nehmen. Dann gesellen sich noch zig Apps für iOS und Android dazu.

Loupedeck ist hingegen ein Controller, der ausschließlich für Lightroom gemacht und ausgelegt wurde. Ich habe mir Loupedeck einmal genau angesehen und damit gearbeitet.

Loupedeck startete als Indigogo Crowdfunding-Kampagne und konnte dort erfolgreich über 366.000 Euro von gut 1400 Unterstützer einsammeln. Ein Markt für einen dedizierten Lightroom-Controller ist also offenbar vorhanden. Während die Unterstützer damals Loupedeck für 229 Euro plus Versand reservieren konnten, wird es nun für etwa 250 Euro angeboten und ist über diverse Shops und auch bei Amazon erhältlich. Die ursprünglich angesetzten 369 Euro, gingen dann wohl doch etwas am Markt vorbei.

Nun sind aber auch 250 Euro kein Pappenstiel für einen Hardware-Controller, der nur eine einzige Anwendung bedienen kann. Aber sehen wir weiter.

Ausstattung und Verarbeitung: Durchwachsen

Verpackt ist das Loupedeck schon einmal sehr schick im mattschwarzen Karton. Was darin zum Vorschein kommt überrascht erst einmal, denn der Controller ist 40 cm breit und 15 cm tief. Damit nimmt Loupedeck etwa noch einmal den gleichen Platz auf dem Schreibtisch ein, wie eine Tastatur mit Zehnerblock.

Loupedeck ist aus Kunststoff gefertigt, an den Kanten abgerundet und mit rutschsicheren Gummifüßen versehen. Mit dem PC (ab Windows 7) oder Mac wir es mit einem fest angeschlossenen USB-Kabel verbunden, das mit 1,5 Metern Länge auf manchen Schreibtischen recht knapp werden könnte. Man kann es aber natürlich mit einer USB-Verlängerungen an die eigenen Gegebenheiten anpassen.

Ausgestattet ist es mit 36 Tasten, 8 Scroll-Rädchen mit Druckfunktion, 12 Drehencodern mit Druckfunktion und einem Jog-Wheel samt Druckfunktion.

Die Drehknöpfe wackeln leicht und sind, ohne Verschraubung mit dem Gehäuse, direkt auf der Platine befestigt. Ebenso ist es beim Jog-Wheel: Das eiert beim Drehen etwas herum. Für einen MIDI-Controller der 40-80 Euro Preisklasse wäre das verschmerzbar. Bei einem Gerät für 250 Euro gefällt mir das eher weniger.

Auch die großen Tasten für die Bewertung, und Grundfunktionen machen einen zwiespältigen Eindruck, worauf wir später noch beim Praxiseinsatz zu sprechen kommen werden.

Sparsam wurde zudem mit LEDs umgegangen. Lediglich 3, dafür unnötig helle weiße LEDs, zeigen den aktuellen Funktionszustand der Scrollwheels an, welche die Aufgaben der HSL-Farbregelung übernehmen.

Was ebenfalls auffällt ist, dass die Regler der Grundeinstellungen anders angeordnet sind, als es in Lightroom der Fall wäre. Die Gruppierung ist wie folgt (von links nach rechts):

  • Kontrast, Belichtung, Klarheit
  • Schwarz, Schatten, Weiß, Lichter
  • Lebendigkeit, Farbtemperatur, Sättigung, Tonung

Ein Drehencoder kann außerdem frei mit einer der Funktionen Vignette, Rauschreduktion, Schärfen, vertikaler oder horizontale Transformierung belegt werden. Ebenso können die Tasten C1 und C2 mit eigenen Funktionen versehen werden. Hier würde sich schon einmal die Belegung mit Bibliotheks- und Entwicklungsumschaltung anbieten, was übrigens die Voreinstellung für „C1“ ist. Unverständlicherweise gibt es für diese wichtige Funktion nämlich keine eigene Taste.

 

Auch die Konfiguration der Tasten P1 bis P8 und die Export-Taste kann in der Software abgeändert werden.

Loupedeck Software mit Konfigurationsmenü für Regler und Tasten. Nur die grau hinterlegten Bedienelemente können angepasst werden.

Das Problem bei solchen individuellen Einstellungen ist aber, dass man sich diese ebenso merken muss, wie Tastaturbefehle. Nichts repräsentiert die Belegung, da Loupdeck über keine Displays oder wenigsten Beschriftungsfelder verfügt. Alle anderen Tasten und Regler sind fest belegt und können in ihrer Funktion (derzeit) nicht verändert werden. So kann man die Regler auch nicht per Software umsortieren und an die eigenen Vorlieben anpassen. Loupedeck ist übrigens in Englisch beschriftet, was manchen Anwender evtl. verwirren mag.

In der Praxis

Die Installation der Treiber und Software ist unter Windows 10 und MacOS schnell und unkompliziert erledigt und war auf keinem meiner Testsysteme ein Problem. Die Anwendung residiert unter Windows im Tray und startet auf Wunsch beim Systemstart automatisch. Damit steht Loupedeck nach dem Start von Lightroom sofort zur Verfügung. Unterstützt werden übrigens alle Lightroom-Versionen ab Lightroom 6 aufwärts. Die Cloud-Variante Lightroom CC wird aber derzeit nicht unterstützt!

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
Das Kommentarformular speichert deine Namen, deine E-Mail-Adresse und den Inhalt, damit wir den Überblick über die auf der Website veröffentlichten Kommentare behalten können. Bitte lies und akzeptiere unsere Website-Bedingungen und Datenschutzerklärung, um einen Kommentar zu schreiben.
9 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Irrtümer und Preisfehler vorbehalten.