Lightroom-Quickie: Ein- oder mehrere Kataloge nutzen? Ein paar Antworten!

Viele der Kommentare hier und Anfragen an mich drehen sich um das Thema „Kataloge in Lightroom“. Soll man nun einen Katalog für alles nehmen oder mehrere nutzen – und wie? Einige Anregungen möchte ich in diesem Beitrag geben.

Der Katalog ist die zentrale Datenbank von Lightroom und dessen Herzstück. Hier werden nicht nur die Speicherorte der eigentlichen Fotos auf der Festplatte verwaltet, sondern natürlich auch alle Metadaten wie Dateityp, EXIF-Daten, Stichwörter, Beschreibungen, Bewertung, Zugehörigkeit zu Sammlungen und sogar die Entwicklungseinstellungen für jedes Bild.

Während es bei Lightroom 2tatsächlich Vorteile hinsichtlich der Geschwindkeit haben konnte mehrere Kataloge zu führen, ist das jetzt nicht mehr notwendig.

Ein Katalog

Ganz klare Sache: Ein einziger Katalog ist sehr praktisch, hat man darin doch alle Meisterwerke sofort parat. Hat man alles schön in Sammlungen gegliedert, bleiben auch sehr große Kataloge übersichtlich und dank der Filterfunktionen lassen sich auch große Bildarchive schnell einschränken und die gewünschten Fotos auffinden.

Jahresarchive kann man ganz einfach mit Hilfe der Smart-Sammlungen erstellen. Einfach eine neue Smartsammlung anlegen, als Namen das gewünschte Jahr vergeben und als Regel Aufnahmedatum -> liegt im Bereich -> 2013-01-01 bis 2013-12-31

Smart-Sammlung für Jahresarchive
Smart-Sammlung für Jahresarchive

Das kann man dann für alle Jahre wiederholen und hat damit ein komfortables Jahresarchiv innerhalb eines Katalogs.

Mehrere Kataloge

Welchen Sinn könnten mehrere Kataloge haben? Wenn man, wie ich, Lightroom sowohl beruflich als auch privat nutzt, könnte man über getrennte Kataloge nachdenken. Ich habe zusätzlich einen eigenen Katalog nur für meine Blog-Fotos, da diese oft nach wenigen Monaten überflüssig werden.

Gerade im professionellen Bereich kann es auch praktisch sein einen Katalog pro Kunden anzulegen, wenn dieser große Mengen an Fotos enthält, aber nur wenige Male pro Jahr benötigt wird. Hochzeitsfotografen produzieren oft unglaublich viele Fotos. Diese unsäglichen „Hochzeitsreportagen“, bei denen der Braut unter das Kleid fotografiert wird und auch die Anzahl der Kerne der zweiten Erdbeere oben links auf der Hochzeitstorte nach Jahren noch nachvollziehbar sind. So kann sich wenigsten auch nach vielen Jahren nichts verklären und noch schöner erscheinen, als es vielleicht tatsächlich war. Wie auch immer.


Für das Jahresarchiv ist die Lösung mit Hilfe der Smart-Sammlungen deutlich praktischer. Kein Katalog-Export, keine Verschiebereien – nur ein schneller Filter.

Man muss schon einen sehr guten Grund haben mehrere Kataloge zu führen, verkomplizieren sie den Workflow doch erheblich.

Auch das Archivieren von Teilkatalogen ist für die meisten Anwender nicht zu empfehlen. Aus Performance-Sicht gibt es wie eingangs schon erwähnt keinen Grund dafür und die Bilder zu verschieben, Teilkataloge zu Bilden etc. ist mit vielen Fehlermöglichkeiten verbunden. Wenn ihr das machen wollt, solltet ihr euch zuvor auf jeden Fall einmal diese Anleitung ansehen: Lightroom Kataloge und Bilder sichern, archivieren und weitergeben

Weg vom Dateisystem

Um die Datensicherung möglichst einfach zu gestalten, ist es sinnvoll beim Import alle Fotos in den gleichen Zielordner zu speichern. Ich lasse Lightroom dabei auch die Ordner selbst nach Datum erstellen. Ich vergebe keine manuellen Ordnernamen und auch die Ordnerstruktur ist mir völlig egal. Selbstverständlich kann man aber auch eigene Ordnernamen vergeben und die Dateinamen umbenennen lassen – wer’s braucht …

Mit dem Ordner-Menü links in Lightroom arbeite ich gar nicht. Ich setze ausschließlich auf Keywords und Sammlungen. Daher haben Ordnernamen auch keine Bedeutung für mich.

Import in einen Zielordner mit automatischer Verzeichniserstellung nach Datum
Import in einen Zielordner mit automatischer Verzeichniserstellung nach Datum

Ich habe mich schon lange davon verabschiedet im Dateisystem zu „denken“. Aus diesem Grund habe ich ja auch eine Anwendung wie Lightroom, die sich um die Verwaltung, Katalogisierung und Auffindbarkeit der Fotos kümmert. Im Zweifelsfall weiß ich auch, dass sich die Urlaubsfotos vom Sommerurlaub 2011 im Ordner d:/privat/2011/08 befinden müssen, auch wenn d:/privat/urlaub_griechenland_2011 selbsterklärender wäre.

Für viele ist es aber wohl sehr unangenehm von dieser „Ordnung“ Abstand zu nehmen.

Fazit

Lightroom ist für mich in erster Linie für die Bildverwaltung da. Das ist wohl auch eine der wichtigsten Abgrenzungen gegenüber Photoshop und Bridge. Häufig führen Suchbegriffe wie „Photoshop vs. Lightroom“ oder „Photoshop oder Lightroom“ auf meine Seite. Die Antwort kann nur heißen: „Photoshop UND Lightroom!“

Auch mit Adobe Bridge lässt sich die Bildverwaltung mit Bewertung, Stichwörtern etc. realisieren, die dann aber vollkommen auf dem Dateisystem basiert und weniger komfortabel ist, da komplexe Filter, Smart-Sammlungen etc. fehlen.

Der Vorteil von Lightroom ist dagegen der Katalog, in dem alle relevanten Daten gespeichert werden und schnell auffindbar sind. Der Katalog erspart mir als Anwender mich selbst um Ordner und Speicherorte kümmern zu müssen und trotzdem alles geordnet vorzufinden.

Suche mir alle Fotos mit Brennweite 50mm, Bewertung 5 Sterne, die noch nicht bearbeitet und 2012 fotografiert wurden? Das ist nur mit einer Bildverwaltung wie Lightroom möglich.

Ein- oder mehrere Kataloge? Das kommt auf die persönliche Nutzung und Anforderung an. Ein Hobby- und Amateurfotograf ist wohl häufig mit einem einzelnen Katalog besser beraten. Professionelle Fotografen mit Kundenaufträgen werden eher auf eine der oben genannten Lösungen setzen.

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