Kostenlose Software und Tipps für Blogger, Videotutorials und E-Learning

Egal ob man Tutorials für YouTube erstellen will oder E-Learning Inhalte umsetzen möchte - was man dazu braucht ist die richtige Software und die gibt es meist sogar kostenlos oder für wenig Geld. Ich habe einige Soft- und Hardware Empfehlungen für euch zusammengestellt.

Ein geradezu lächerlich preiswertes Mikrofon ist das Røde M3. Davon habe ich gleich 3 Stück in meinem Musikstudio, da es für nahezu alle Klangquellen und Aufnahmen geeignet ist.

Røde M3 Mikrofon

Dazu braucht man allerdings einen Vorverstärker bzw. eine USB-Audio-Interface. Man kann es nicht einfach an eine Soundkarte anschließen. Sehr preiswert und vollkommen ausreichend ist das Audiointerface Behringer UM2 Uphoria.

Der richtige Umgang mit Mikrofonen

Ein guter Sprecher hat über die Jahre eine professionelle Sprech- und Mikrofontechnik entwickelt. Ein Abstand von 10-30 cm zum Mikrofon ist ideal. Wenn man weiß, dass die meisten Mikrofone über eine Eigenheit verfügen, die man Nahbesprechungseffekt nennt, kann man diesen sehr effektiv nutzen. Der Nahbesprechungseffekt zeigt sich in einer Anhebung der Bässe, je näher man am Mikrofon spricht. Das führt zu einem sonoren und prägnanten Klang mit viel Wärme.

Gerade Synchronsprecher und Sänger haben oft Lieblingsmikrofone, die ihre Stimme unterstützen. Tatsächlich haben unterschiedliche Mikrofone auch unterschiedliche klangliche Eigenschaften, und nicht jedes Mikro ist für jede Stimme oder jedes Instrument gleichermaßen geeignet. Meine Mikrofonsammlung ist bisher auf 40 Stück angewachsen …

Ebenso kann der Einsprechwinkel zum Mikrofon Wunder wirken. Bei eher nasalen Stimmen sollte das Mikro nach unten in Richtung Zunge angewinkelt sein. Bei sehr tiefen Stimmen kann eine Neigung nach oben in Richtung Gaumen mehr Verständlichkeit bringen. Hier ein paar Beispiele mit mir und dem Røde Procaster (nicht zu verwechseln mit dem Røde Podcaster! Das Procaster benötigt ein Audio-Interface, das Podcaster hat bereits eines eingebaut.).

 

Übrigens kann auch das beste Mikrofon eine schlechte Sprechtechnik und einen ungeeigneten Raum nicht ausgleichen! Ungeeigneter Raum? Der Raum in dem ihr aufnehmt spielt eine sehr große Rolle für den Klang der Aufnahme. Schallreflexionen von den Wänden, Nachhall durch glatte, harte und parallele Wände erzeugen allerlei unerwünschte Klangeffekte, die euer Mikrofon einfängt. Darunter zählen Kammfiltereffekte. Hier löschen sich Frequenzen gegenseitig aus und fehlen im Klangbild. Aber auch sog. Stehende Wellen sind störend, da sie zu Überbetonungen und Dröhnen besonders bei niedrigen Frequenzen führen und den Sound matschig und unangenehm machen.

Man muss nicht gleich den Raum akustisch mit Absorbern, Diffusoren oder Bassfallen optimieren. Oft genügt es schon, die Position im Raum zu verändern. Bettdecken auf einem Kleiderwagen hinter dem Sprecher bedämpfen den Raumhall, und wenn ihr näher ans Mikrofon geht, überwiegt der direkte Schall aus eurem Mund gegenüber den Reflexionen aus dem Raum.

Mit dem Smartphone filmen

Während man früher noch zwingend eine Videokamera benötigte, hat man heute immer eine dabei: Das Smartphone. Aktuelle Modelle liefern hier eine Bildqualität, die vor wenigen Jahren nur Camcordern vorbehalten war. Man benötigt lediglich ein paar Hilfsmittel, damit man das Smartphone sicher halten oder oder auf ein Stativ montieren kann. Ein Handgriff mit einer Smartphone-Halterung kostet nur wenige Euro und bringt ein völlig neues Erlebnis, was das Handling des Smartphones angeht. Dazu noch ein günstiges Kamerastativ und man ist für nahezu alle Aufgaben gerüstet.

Handgriff für Smartphones

Wer einen Schritt weiter gehen möchte, holt sich die hervorragende Video-App FiLMiC Pro (iOS und Android) für sein Smartphone. Diese bietet viele professionelle Funktionen wie Focus Peaking und direkten Zugriff auf Belichtungszeit und Blende. Mit dem passenden Smartphone kann man sogar Aufnahmen mit höherer Datenrate und Log-Kurven machen, die später eine erweiterte Bearbeitung von Belichtung und Farben ermöglichen.

FiLMiC Pro mit manuellen Einstellungen, Focus Peaking und Aussteuerungsanzeige

Hat man bereits eine Spiegelreflex- oder Systemkamera mit Videofunktion, kann man natürlich auch diese nutzen und das Smartphone als zweite Kamera mitlaufen lassen, um eine Auswahl an unterschiedlichen Perspektiven zu haben. Auch Kompaktkameras wie die Sony RX100 liefern hervorragende Ergebnisse, was die Videoaufzeichnung angeht.

Der gute Ton für Videoaufnahmen

Die eingebauten Mikrofone eignen sich meistens nicht für eine gute Tonaufnahme beim Filmen mit dem Smartphone. Das Problem ist hier schlichtweg der meist große Abstand zwischen Sprecher/Tonquelle und dem Smartphone. Dadurch wird der Klang unpräzise und Umgebungsgeräusche nehmen überhand. Die Lösung sind entweder externe Mikrofone, wie die von Edutige, die man auch mit einem Kabel verlängern und damit in die Nähe der Klangquelle oder des Sprechers bringen kann. Auch hier ist Filmic eine tolle Ergänzung für das Smartphone, da es die manuelle Aussteuerung des Tons ermöglicht, was man auch mit den Aussteuerungsanzeigen kontrollieren kann.

Edutige Smartline mit EIM-001 und Verlängerungskabel

Eine andere Alternative sind digitale Audiorecorder. Diese lassen sich mit den eingebauten Mikrofonen in der Nähe der Klangquelle positionieren. An den etwas teureren Geräten kann man auch professionelle Mikrofone anschließen. Damit fängt man Ton in hervorragender Qualität ein, den man dann in der Videobearbeitungssoftware mit der Videoquelle anhand der Tonspur synchronisiert.

Digitaler Audiorecorder von Zoom

Das weiter vorne im Text erwähnte DaVinci Resolve kann sogar mehrere Audio- und Videodateien automatisch synchronisieren. Natürlich kann man auch nur Videos aufzeichnen, die man später nachvertont.

Fazit

Auf der Software-Seite braucht man heute kein bis wenig Geld ausgeben, um sehr gute Ergebnisse bei Tutorials, Lerninhalten, YouTube Videos und Podcasts zu erreichen. Mit den genannten Programmen hat man praktisch alles, was man zur Produktion und Fertigstellung benötigt. Natürlich kostet das einiges an Einarbeitungszeit, aber ein gutes Ergebnis gibt es eben nicht ohne Aufwand.

Was die Hardware angeht, kommt man mit einem günstigen Mikrofon wie dem Røde M3 und dem Smartphone schon sehr weit. Natürlich gibt es nach oben keine Grenzen und mancher möchten dann doch mehr Möglichkeiten, wie eine zweite Kamera, um zwischen verschiedenen Einstellungen schneiden zu können.

Letztendlich zählen aber auch hier Planung, ein interessantes Thema, Kreativität und eine sympathische Ausstrahlung mehr als Soft- und Hardware.


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3 Kommentare

  1. Sehr nützliche Tipps. Ich bin neu und möchte mit Tutorials Videos starten. Da helfen mir die kostenlos Versionen sehr. Vielen Dank

  2. Hallo Markus,

    coole Tipps zur technischen Ausstattung. Wie schätzt du Kompressionsleistung und Qualität der komprimierten Bilder von RIOT im Vergleich zu TinyPNG ein?

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