Ich habe ein Raumschiff gekauft – das Tesla Model 3 ist da

Gestern war T-Day! Ich konnte unseren Tesla in Nürnberg abholen. Seitdem kann ich mit dem ungläubigen Kopfschütteln nicht mehr aufhören.

Am 07.12.2019 habe ich ein Tesla Model 3 AWD Long Range bestellt. Seitdem war es ziemlich ruhig, bis vorletzte Woche plötzlich die Abschlussrechnung und ein Liefertermin angekündigt wurde. Ausgeliefert sollte am 10.02.2020 in München werden. Nun war mir München nicht ganz so recht und ich habe mich bei der Tesla Hotline erkundigt, ob denn nicht eine Auslierferung in Nürnberg möglich wäre. Das wurde verneint: in Nürnberg würde man keine Auslieferungen mehr machen. Okay, dann halt München.

Die Auslieferung des Tesla … in Nürnberg

Zwei Tage nach der Begleichung der Rechnung kam der Fahrzeugbrief per UPS-Express. Fast zeitgleich erhielt ich einen Anruf von Tesla Nürnberg: Ich würde mein Model 3 dort abholen können – wenn ich möchte auch vor dem 10.03. Wow! Nun auf einmal doch Nürnberg und auch noch früher? Perfekt! Also einen Termin für Samstag, den 07.03. um 12 Uhr vereinbart. Nach der Arbeit ging es am Donnerstag noch zur Zulassungsstelle. E-Kennzeichen, Fahrzeugschein – alles ohne Wartezeiten. Noch schnell einen Mietwagen bei Europcar reserviert und dann ging es am Samstag nach Nürnberg. 

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Tesla Motors im Thumenberger Weg in Nürnberg ist eine ziemliche schicke Location. Kurz warten, Kennzeichen abgeben und da stand er nun: unser Tesla Model 3 in Midnight Grey Metallic. Die Tesla-Jungs in Nürnberg sind sehr freundlich und aufmerksam. Eine kurze Einführung, anlernen der Tesla-App als Schlüssel, Einstellung der Sitze, Spiegel und des Lenkrads und ein paar Tipps für den Start. Danach bat ich um etwas Zeit, um das Fahrzeug auf Mängel zu untersuchen. Während man zum Auslieferungstermin Anfang letzten Jahres noch jede Menge Horrorstorys im Hinterkopf hat, kann man diese 2020 wohl getrost vergessen. Ebenmäßiger Lack ohne Einschlüsse und Fehler. Sehr korrekte und gleichmäßige Spaltmaße und keinerlei Auffälligkeiten. Überhaupt wirkt das Model 3 sehr gut verarbeitet. Das Graumetallic sind fabelhaft aus! Ebenfalls erfreulich: Der Tesla war zu 90 % aufgeladen und zeigte eine Reichweite von 450 Kilometern an.

Die ersten Meter mit dem Tesla

Meine erste Fahrt war genau 15 Meter kurz: aus der Garage auf den Parkplatz. Zunächst wollte ich noch ein paar Einstellungen vornehmen und mich langsam an die erste richtige Fahrt herantasten. Tatsächlich hatte ich etwas Respekt vor der Fahrt im Tesla. Der Tesla-Mitarbeiter stellte mir das Fahrverhalten zunächst auf „lässig“ und „kriechen“ ein. Damit wird die Leistung nicht so brutal abgerufen und wenn man von der Bremse geht, kriecht das Auto weiter, wie man es von einer herkömmlichen Automatik kennt. 

Die „Schaltung“

Schon nach den ersten paar Kilometern aus Nürnberg heraus war mir klar: Das ist eine komplett andere (Auto-)Welt! Es fühlte sich anders an, aber sofort richtig gut. Das fast geräuschlose Gleiten in der Stadt, ein Cockpit, das nur von einem riesigen Display dominiert wird und sonst praktisch keine Bedienelemente hat. Und dann der Tritt aufs Gas, äh Pardon, den Strom: erste Assoziation: Achterbahn. Eine solche Beschleunigung habe ich noch nicht erlebt, und das vollkommen ohne Verzögerung und absolut gleichbleibend. Es ist teilweise schon unangenehm in der Magengrube. Okay, das werde ich nicht oft machen und ist auch nicht der Sinn dieses Autos. Aber man muss es erlebt haben.

Viel wichtiger ist für mich, dass das Auto komfortabel ist, und das ist absolut der Fall. Das Fahrwerk empfinde ich für genau richtig abgestimmt und die Diskussionen über teils starke Windgeräusche kann ich nicht nachvollziehen, dabei fand unsere erste Fahrt bei recht starkem Wind und zu 80 % auf der Autobahn von 130 bis … öhm … 230 km/h statt. Vielleicht wurde das für die 2020er Modelle auch schon verbessert.

Nach einigen Kilometern Autobahn war auch der Autopilot kalibriert und zweimaliges Antippen des Ganghebels nach unten aktiviert diesen. Der Autopilot weiß schon jetzt zu begeistern, lenkt er doch selbständig, gibt Strom und bremst zuverlässig. Eine Hand muss am Lenkrad bleiben und alle 30 Sekunden bestätigen, dass man noch aufmerksam ist. Das lässt sich auch durch Drehen an einem dem Scrollräder erledigen. Überhaupt ist die Bedienung sehr schlüssig und ich vermisse keinerlei Tasten, Schalter oder Regler. Zudem lässt sich alles auch per Sprachbefehl zuverlässig steuern – von der Sitzheizung bis zum Handschuhfach.

Das Premium-Soundsystem ist eines der besten, die ich jemals in einem Auto gehört habe, und welches Auto kommt schon mit Netflix und YouTube? Beides funktioniert natürlich nur im Stillstand. Ebenfalls sehr abgefahren ist das „One Pedal Driving“. Man benötigt praktisch nur das Strom(Gas-)Pedal um zu beschleunigen UND zum Bremsen. Dabei richtet sich die Verzögerung, z. B. an einer Ampel, auch am vorausfahrenden (oder stehenden) Auto. Das Bremspedal kommt nur noch höchst selten zum Einsatz.

Tesla daheim laden

Da ich teilweise nicht gerade Verbrauchs-schonend gefahren bin, waren bei Ankunft noch 180 km Reichweite in der Batterie. Also gleich mal den neuen go-eCharger angeschlossen und ausprobiert. Ich habe in der Garage und im Gerätehaus einen Drehstromanschluss mit 32 Ampere.

CEE 32 Anschluss im Gerätehaus

Da das Model 3 mit AC-Ladern nur 11 kW maximale Ladeleistung ziehen kann, ist das mehr als ausreichend. Ladeklappe auf (geht motorisch), das beiliegende Typ 2 Ladekabel angeschlossen und mit dem go-eCharger verbunden.

Die Ladung startete sofort mit vollen 11 kW Leistung und nach ca. 4,5 Stunden war der Tesla wieder auf 90 % Kapazität aufgeladen. Allein das ist schon eine besondere Erfahrung: Keine Tankstellenbesuche mehr – man kann daheim „auftanken“. 

go-eCharger

Der go-eCharger lässt sich beim Laden komfortabel per App, aber auch offener API auslesen und steuern. Damit kann auch die Wallbox komplett ins Smart Home integriert werden.

Erstes Fazit

Zwischendrin kamen bei mir ab und zu Zweifel auf, ob ein E-Auto und speziell der Tesla wirklich das Richtige für mich ist. Es ist keine unerhebliche Summe, die man dafür investiert, wenngleich der Kostenvergleich zu einem herkömmlichen Oberklassefahrzeug über den Nutzungszeitraum überzeugend ist. Der Kofferraum ist riesig und der „Frunk“ (Front Trunk), der zusätzliche Kofferraum an der Front, erweitert den Stauraum zusätzlich.

Der Frunk

Außerdem habe ich mein Model 3 mit abnehmbarer Anhängerkupplung geordert. Nach den ersten 200 km mit dem Model 3 bin ich aber vollkommen überzeugt davon, DASS die Entscheidung richtig war. Es fühlt sich aber noch immer an, als ob ich ein Raumschiff gekauft hätte, denn der Unterschied im Konzept und Handling gegenüber einem „normalen“ Auto könnte nicht größer sein. Unser Tesla hört übrigens auf den Namen „McFly“ – natürlich nach Marty McFly und nicht George McFly 🙂

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Letzte Aktualisierung am 20.09.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Nett geschrieben und animierend noch dazu

Hallo Nachbar, herzlichen Glückwunsch. Nach dem Raumschiffgefühl kommt dann Wohlfühlen und einfach entspannt fahren. Wir wohnen 25km entfernt in Richtung Oelsnitz. Am 2. Mai richten wir unser 8. E-Mobil-Treffen im Vogtland aus.Wenn Ihr dabei sein wollt…
https://unsersonnenstrom.wordpress.com/2019/11/19/hier-die-einladung-zum-8-emot-im-vogtland/

Ich will auch.. 😀
Toller erster Eindruck von dir. Bei der Präsentation damals sah es mir zu minimalistisch aus. Aber vielleicht muss man sich einfach daran gewöhnen. Ein Mac sieht auch anders aus, als ein Windows-PC.
Ist der Kofferraum wirklich so groß? Ich hörte, dass das nicht der Fall ist. Zumal Koffer usw eher schwer reingehen (Familienüberlegungen).