Ein Channel Strip Plugin für jede Spur und Musikrichtung

Fuse Audio Labs VCS-1 – perfekter Channel-Strip zum Schnäppchenpreis

Aus der deutschen Plugin-Schmiede Fuse Audio Labs kommt ein vollausgestatteter Channel Strip mit tollem Sound zu Schnäppchenkonditionen. Ich habe den VCS-1 getestet.

Fuse Audio Labs VCS-1 Review

Plugins für die Musikproduktion und DAW gibt es mittlerweile in einer unüberschaubaren Vielfalt und in allen Preisklassen von Freeware bis zu mehreren hundert Euro. Die Sammelleidenschaft bei Plugins kann aber auch eine Last sein und mancher beschäftigt sich mehr mit neuen Plugins, als mit der Musik selbst.

Ich bin ein großer Fan von Channel Strips, da man damit alle wichtigen Tools zur Soundgestaltung in einer Oberfläche schnell parat hat. Damit kann man den Sound einer Spur schnell in die richtige Richtung bringen, ohne unterschiedliche Plugins mit unterschiedlichem Bedienkonzept aufrufen zu müssen.

Der VCS-1 von Fuse Audio Labs ist nicht der erste Channel Strip und auch das Layout wirft keine Fragen auf, ist es doch vielen anderen Plugins sehr ähnlich, was aber positiv zu verstehen ist.

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Ausstattung

Der VCS-1 ist in 7 Bereiche aufgeteilt. Der Preamp verfügt über 3 unterschiedliche Eingangsmodelle: OpAmp (DOA), bipolarer Transistor (BJT) und Feldeffekttransistor (FET), die schon in der ersten Stufe unterschiedliche Klangcharakteristiken bereitstellen und mit dem Drive-Regler in die Verzerrung getrieben werden können. Eines vorweg: Alleine die Eingangsstufe wäre ein eigenes Plugin wert, denn die Verzerrung der 3 Modelle klingt sehr gut und lässt sich sehr subtil, aber auch brachial einsetzen. Mit dem Mix-Regler kann man die Verzerrungsanteile zum trockenen Signal hinzuregeln. Gibt man etwa einer Kickdrum ordentlich FET-Verzerrung hinzu, kann man deren Präsenz sehr einfach verstärken.

Es folgen Hoch- und Tiefpassfilter und dieses Modul kann auf das Stereosignal, aber auch Mitten- oder Seitenband geschaltet werden. Besonders gut finde ich, dass sich die beiden Filter auch einfach ein- und ausschalten lassen. Als optischer Gag bewegen sich die Regler dabei wie ein Push-Pull-Poti.

Übersichtlich und voll ausgestattet: Fuse Audio Labs VCS-1

Im Routing-Bereich kann man festlegen, ob man den Preamp nutzen möchte und in welcher Reihenfolge Filter, Kompressor und Equalizer das Signal erhalten sollen. Ebenso gibt es eine Sidechain-Funktion, die auch externe Signale verarbeitet und über eine Vorhören-Funktion verfügt.

Der Equalizer besteht aus 4 voll parametrischen Bändern. Laut Fuse Audio ist er nicht nach einem speziellen Equalizer modelliert, orientiert sich aber an analogen Vorbildern, was die Charakteristik angeht. Ich bin ohnehin kein großer Freund von irgendwelchen Emulationen klassischer Vorbilder. Vielmehr sollte man die Möglichkeiten der digitalen Welt bestmöglich nutzen und das ist mit dem EQ der VCS-1 mehr als gelungen.

Der Equalizer ist sehr flexibel und klingt in allen Bereichen gut. Die LF- und HF-Bänder lassen sich zu Shelving-Filtern umschalten und beim HF-Band lassen sich wunderbar luftige Höhen erzeugen ohne harsch oder nervig zu wirken. Während die High Q Schalter im HF- und LF-Band im parametrischen Betrieb den Q-Faktor noch einmal erhöhen und damit die Filterkurve – etwa für die gezielte Bearbeitung von Problemfrequenzen noch enger machen, fügt die Funktion im Shelving-Modus leichte Resonanzen hinzu, die sehr musikalisch wirken können. Auch der Equalizer beherrscht die Bearbeitung im MS-Modus. Wenn es um die reine Klangformung geht, sollte man den Q-Regler jedoch eher in Richtung links bewegen, denn im Bereich 9-11 Uhr arbeitet der EQ für mich am besten.

Den Kompressor würde ich als typischen VCA-Vertreter bezeichnen, der auch eher clean als färbend seinen Dienst verrichtet. Dafür geht er – VCA-typisch – flott zur Sache und hat mit dem einstellbaren Knee und einem Limiter, der ab 0 dB greift noch weitere Tricks parat. So kann bei Stereosignalen die Verbindung beider Kompressorkanäle aufgehoben werden und der Parallelmix erlaubt NY-Compression direkt im Plugin. Er kann sehr schnell und knackig arbeiten, funktioniert aber ebenso gut als dezenter und langsamer Leveler. Sehr gut!

Das Noisegate kann auch als Expander arbeiten, wobei mit dem Invert-Schalter nur der Teil des Signals begutachtet werden kann, das vom Expander bearbeitet wurde. Damit lassen sich die Einstellung und deren Wirkung komfortabel bewerten.

Der Output-Bereich zeigt die Pegelreduktion des Kompressors sowie des Gates an. Ist der Limiter aktiviert, wechselt das -20 dB LED zum Limit-Indikator. Mit einem Klick auf die Aussteuerungsanzeige, kann zwischen Eingangs- und Ausgangspegel umgeschaltet werden. Ein Phasen-Schalter darf ebenso nicht fehlen, wie eine Mute-Taste für den Ausgang und ein Regler für den Ausgangspegel. Mit dem Width-Regler kann ein Stereosignal von Mono bis 300 % Stereobreite verändert werden.

Mixer View

Ein kleiner gelber Knopf bringt eine Besonderheit des VCS-1 hervor: der Mixer View. Dabei werden alle Instanzen des Channelstrips in einer Art kompakter Mixer-Ansicht dargestellt. So kann man schnell auf alle Instanzen des Plugins zugreifen und grundlegende Einstellungen bearbeiten. Das ist praktisch, wenn schnell und einfach ausprobieren möchte, wie sehr ein Kompressor oder EQ ins gesamte Klangbild eingreift. Aus der Mixer-Ansicht heraus lassen sich auch die einzelnen Instanzen aufrufen, ohne dass man erst die entsprechende Spur in der DAW suchen muss.

Die Mixer-Ansicht des VCS-1

Tatsächlich sehe ich noch einiges an Potenzial, denn es wäre perfekt, wenn man hier bestimmte Parameter frei auswählen und darstellen könnte.

Fuse Audio Labs VCS-1

Ausstattung
Bedienung
Klang
Preis

Fazit

Der Fuse Audio Labs VCS-1 Channelstrip ist eine Allround-Lösung für jeden Kanal. Er bietet alle Funktionen eines ausgewachsenen Kanalzugs und hat noch ein paar zusätzliche Tricks in der Hinterhand. Klanglich gibt es keinerlei Anlass zu Kritik. Wer mit den Ohren, statt mit den Augen hört und auf die Optik bekannter Vertreter vom Schlage SSL etc. verzichten kann, wird sehr positiv überrascht sein, denn der VCS-1 kann hier locker mithalten.
Die Mixer-Ansicht ist ein nettes und ungewöhnliches Feature. Hätte man auch Zugriff auf individuell konfigurierbare Einstellungen, wäre das ein ziemliches Alleinstellungsmerkmal.

Bis zum 12. Dezember 2021 gibt es den VCS-1 zum Einführungspreis von $29,00. Danach für noch immer preiswerte $79,00.

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