Für wen Adobe Lightroom CC eine Alternative zur Classic-Version sein kann

Meine Erfahrungen mit Lightroom CC

Ich gebe zu, dass Lightroom CC seit Monaten eine Außenseiterrolle auf meiner Festplatte fristete. Dann habe ich mir einen Ruck gegeben und mich näher mit Lightroom CC beschäftigt. Da ich die Lightroom CC (früher Lightroom Mobile) schon seit Veröffentlichung auf meinem Smartphone nutze und die automatische Synchronisierung der mobilen Aufnahmen mit Lightroom CC Classic zu schätzen gelernt habe, war ich sehr gespannt, was Lightroom CC für mich tun kann.

Nach mehreren Wochen intensiver Arbeit mit Lightroom CC fiel mir auf, dass mir die Bearbeitungsfunktionen von LR CC für einen Großteil meiner Fotos vollkommen ausreichen. Noch sehr viel interessant war, dass LR CC deutlich schneller reagiert, als Lightroom Classic CC.  Das dürfte an der neuen Code-Basis liegen, denn auch Korrekturpinsel und Reparaturwerkzeuge arbeiten deutlich flüssiger und verzögerungsfreier. Auch für Anwender, die nicht alle Funktionen von LR Classic benötigen und auf eine etwas einfachere Benutzeroberfläche wert legen, ist Lightroom CC einen Blick wert. Schmerzlich vermisst habe ich jedoch die Funktion zur Synchronisierung von Entwicklungseinstellungen über mehrere ähnliche Fotos.

Erstaunlich gut funktioniert übrigens das bereits oben erwähnte Adobe Sensei. Es findet zu entsprechenden Suchbegriffen Fotos mit passendem Inhalt. Es handelt sich dabei also um eine intelligente Suche. Allerdings habe ich den Eindruck, z. B. Googles Bildersuche noch eine Spur besser und zuverlässiger ist.

Etwas irreführend ist Adobes Aussage, dass Sensei Fotos automatisch taggen, also mit Stichwörtern versehen würde. Das mag zwar für die interne Funktionsweise von Sensei stimmen, die Stichwörter sind für den Benutzer aber nicht sichtbar. Sie werden auch nicht mit Adobe Classic CC synchronisiert. Das ist sehr schade, denn damit wäre Lightroom CC auch für die Classic-Nutzer ein wertvolles Werkzeug, auch wenn man dessen andere Funktionen nicht nutzen will.

Erfahrenere Lightroom-Anwender werden jedoch Funktionen wie das automatische Synchronisieren von Entwicklungseinstellungen oder virtuelle Kopien vermissen. Auch Dinge wie den Soft-Proof, unterschiedliche Überlagerungen beim Freistellwerkzeug, Dual-Monitor-Betrieb oder die Kamerakalibrierung findet man ausschließlich in der Classic Version. Man kann in Lightroom CC zwar Presets benutzen, Plugins mit Zusatzfunktionen bleiben ebenfalls Lightroom Classic CC vorbehalten.

Genau das zeigt aber auch, welche Zielgruppe Adobe mit Lightroom CC ansprechen will, nämlich den Privatanwender. Darum dürften Bedenken, dass es in naher Zukunft nur noch Lightroom CC mit Cloud Speicher geben wird, unbegründet sein. Zudem ist Lightroom CC keine Einbahnstraße, denn man kann mit beiden Versionen parallel arbeiten und jederzeit dazwischen wechseln.

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