Ich habe die perfekte Ausrüstung!

Aloha Freunde! Lasst und doch mal über Equipment plaudern: Da gibt es bei den Fotografen die Ziegelmauer/Zollstockfotografen, die immer am Start sind, um neues Equipment zu testen und zu verreißen, die scheinbar ständig den kleinen „Ichbinnichtzufriedenmann“ im Ohr haben, der ihnen sagt, dass es da ja noch etwas … Weiterlesen …

Aloha Freunde! Lasst und doch mal über Equipment plaudern:

Mein WerkzeugDa gibt es bei den Fotografen die Ziegelmauer/Zollstockfotografen, die immer am Start sind, um neues Equipment zu testen und zu verreißen, die scheinbar ständig den kleinen „Ichbinnichtzufriedenmann“ im Ohr haben, der ihnen sagt, dass es da ja noch etwas viel besseres geben muss, als das Equipment das sie gerade besitzen. Die haben dann in den einschlägigen Foren innerhalb von 3 Monaten 1500 Beiträge geschrieben und kennen den genauen Wortlaut der Bedienungsanleitung auf Seite 143 auswendig.

Mancher weiß auch, dass meine zweite, große Leidenschaft die Musik als aktiver Musiker ist. Mit meiner damaligen Ausbildung als Radio-Fernsehtechniker, verschiedenen Weiterbildungen im Bereich der Ton- und Audiotechnik usw., kann ich auf ein gewisses Hindergrundwissen verweisen und noch heute befasse ich mich intensiv mit dem Thema Audioproduktion.

Was beide Themen, Fotografie und Tontechnik gemeinsam haben ist, dass hier ein extremer Equipmentfetischismus um sich greift.

Da wird im Musikbereich von einem minderjährigen Punkgröhler (nicht dass ich irgendwas gegen Punkmusik hätte) die Frage gestellt, ob man mit einem 500€ Mikrofon nicht sein Potential verschenken, und das zarte Stimmchen nicht von einem 2000€ Mikrofon besser aufgelöst würde … Der neutral denkende Außenstehende fragt sich hier: Welches Potential – welche Stimme? Achso das Gegrunze neben der verstimmten Gitarre und dem Schlagzeuger, der immer schneller wird? Soll der Bub erst einmal ein bisschen Gesangstechnik verinnerlichen, dann klingts auch mit einem 100€ Mikro.

Ebenso verhält es sich beim Thema Fotografie: Da werden besagte Ziegelmauern fotografiert um schonungslos unerhebliche Objektivschwächen bloßzulegen; Da werden Features als Minimum festgelegt, die kein Mensch braucht und überhaupt könne man nur gute Bilder machen, wenn man die Ausrüstung XY besäße. Das glauben dann auch die Jünger im Forum (die mit nur neun Beiträgen, weil sie sich gar nicht mehr fragen trauen), deren Amateurausrüstung (die ohnehin schon zu teuer, mit sie aber ganz zufrieden waren) gerade madig gemacht wurde.

„Hätte ich doch nur diese 2000€ Linse, dann könnte ich auch gute Bilder machen!“. Nein, würdest du nicht!

Du würdest vielleicht schärfere Bilder machen, aber keine besseren UND du würdest weniger Bilder machen, weil du dich ab jetzt nur noch mit dem Equipment statt dem Motiv beschäftigst, einen Zweitjob annehmen musst, um die sauteure Ausstattung abzahlen zu können, von der du noch nicht einmal 20% der Funktionen benutzt, weil du dir die Anleitung noch nicht durchgelesen hast und dir das Hintergrundwissen fehlt, was man damit eigentlich erreichen kann. Ende der Argumentationskette mit dem einzigen Argument, welches man nicht widerlegen kann: ISSO! (das ist so!) 🙂

Ich bin ein Typ für’s Mittelmaß: Ich nehme Equipment aus der qualitativ und preislichen Mitte und versuche damit die besten Ergebnisse zu erzielen – gönne mir dafür aber eine Frau aus der Luxusklasse und behalte die mein Leben lang 🙂 🙂 .

In der Audiotechnik nehme ich das, was für mich gut klingt (mir wurde bislang immer ein recht feines Öhrchen attestiert) und bezahlbar ist, genau wie bei der Fotografie. Sicher würde mich bei meiner Audioausstattung ein SSL-Channelstrip, ein Paar Adam S4 Lautsprecher oder auch ein Fodera Signature Bass reizen – ebenso wie eine Nikon D300 oder gar D3, aber ich wäre damit auch nicht besser, als mit meiner Nikon D80 und mit dem Fodera Bass klänge ich auch nur nach Markus D.

Der Markus am Vigier Passion III BassBei der Musik kommt es auf das Gefühl und das Gehör und beim Fotografieren auf das Gefühl und das Auge dafür an – in beiden Fällen kann ein Defizit nicht durch bessere Ausstattung ersetzt werden. Man kann allerdings üben und wenn es auf der billigen Gitarre klingt, klingt es auf der teuren erst recht und wenn das Foto an sich aufregend ist, ist ein bisschen Bildrauschen eh wurst …

So, zurück zum Fotoequipment: Meine ideale Ausstattung ist die, mit der ich derzeit fotografiere und die sieht so aus:

  • Nikon D80 D-SLR
  • Nikon AF-S VR DX Zoom 18-200 1:3,5-5,6 IF-ED
  • Nikon MB-D80 Batteriegriff (für meine großen Hände)
  • Nikon SB-800 Blitzgerät

Damit decke ich mittlerweile meine gesamten Anforderungen ab. Ergänzt wird alles noch durch eine Nikon 1,8 50mm Festbrennweite und einen Sigma EF500 EG Super Blitz, der im Slave-Betrieb per iTTL arbeiten kann. Dreh- und Angelpunkt ist dabei das extrem gute 18-200 VR-Objektiv – das Preisleistungsverhältnis ist absolut spitze, ich brauche nicht umständlich Linsen wechseln und dabei um Staub auf dem Sensor zu bangen!

„Dann hättest du dir halt gleich eine Bridge-Kamera gekauft!“, höre ich da schon wieder einen Einwurf. Nein, denn da habe ich nicht die Geschwindigkeit, den niedrigen Stromverbrauch und den hellen, scharfen Pentaprismensucher. Außerdem wechsel ich ja die Linse ab und an. Wenn die Stockfotoverkäufe weiter so laufen, hätte ich außerdem gerne auch einmal ein starkes Weitwinkelobjektiv (hier würde ich auf das Tokina ATX 4,0/12-24 Pro DX setzen, da das Nikon Pendant 12-24mm f/4 mit gut 1000€ einfach ein bisschen happig ist).

Ja und mit der harten Ausrüstung ist es ja dann noch nicht zu Ende – jetzt kommt ja erst noch die EBV mit der geeigneten Software und meinem bekannten RAW-Workflow (bitte die Seitensuche bemühen!) und schon passt der Lack! Da interessieren mich ein paar CA’s nicht mehr unbedingt – die werden weggeregelt PUNKT!

Mein Fazit: Versuchen mit der Ausrüstung die einem zur Verfügung steht, das Bestmögliche zu erreichen – es dauert IMHO sehr lange, bis man wirklich an die Grenzen der Ausstattung stößt, vorher kann man noch einiges an sich selbst verbessern. Wenn man dann ein Bild mit einer veralteten Kamera und einem einfachen Objektiv macht, das alle bewundern, ist man bereit für neues Equipment … oder noch kürzer: Shit in – Shit out! Basta!

Letzte Aktualisierung am 19.01.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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