Back on Mac: Mein Mac Mini M1 in der Praxis (Spoiler: Unglaublich!)

Seit gut 3 Monaten habe ich einen Apple Mac Mini M1 mit Apple Silicon auf dem Tisch und bin unglaublich zufrieden. Das sind meine Erfahrungen.

Erfahrungen mit dem Mac Mini M1

Okay, ganz weg vom Mac war ich nie, denn mein hauptsächlich genutzter Laptop ist ein 13 Zoll Macbook Pro von 2013, das noch immer tadellos seinen Dienst verrichte und das ich wegen seiner langen Akkulaufzeit und den geringen Abmessungen schätze. Nun bin ich weder ein Apple-Fanboy noch irgendwie anders festgelegt. Mir geht es immer nur um das beste Werkzeug für den jeweiligen Einsatzzweck und mich. Mein Hauptrechner war bislang ein Windows PC mit AMD Ryzen 3700 CPU, 32 GB RAM und AMD RX480 Grafik. Leise. Leistungsfähig. Preiswert – und seit 2013 immer wieder um- und aufgerüstet.

Mit meinem neuen Homestudio musste aber auch ein neuer Rechner fürs Büro her, denn der Ryzen-PC sollte ins Studio wandern. Der Grund hierfür war, dass es zum Zeitpunkt des Wechsels noch keine M1-Treiber für mein MOTU 828es Audiointerface gab und auch viele Audio-Plug-ins noch nicht direkt unter macOS BigSur für Apple Silicon unterstützt wurden. Das hat sich zwar inzwischen deutlich verbessert und sowohl meine Studio-Hardware als auch die meisten Plug-Ins etc. werden nun nativ unterstützt. Der neue Mac Mini M1 ist aber im Büro perfekt aufgehoben. Große Videoprojekte mache ich in meinem neuen Studio, da hier nicht nur die Akustik optimiert ist, auch die Umgebung wirkt sich positiv auf die Kreativität aus. Trotzdem wollte ich kleinere Videoschnitt-Aufgaben auch im Büro machen können.

GIK Acoustics Absorber im Studio getestet
Die neue Heimat des Ryzen PCs

Ich habe mich für das Modell mit 16 GB RAM und 1 TB SSD entschieden und das ist ein echter Knaller! Nicht nur, dass der M1 Mac praktisch unhörbar ist, da sich der Lüfter sehr selten zuschaltet und dann auch nur äußerst dezent im Hintergrund säuselt. Die meiste Zeit arbeitet der M1 jedoch komplett geräuschlos. Lightroom Classic 10.4 ist mittlerweile für Apple Silicon optimiert und läuft wie geschmiert auf dem kleinen Rechner. Korrekturpinsel und Bereichsreparatur funktionieren sogar flüssiger, als auf dem PC.

Performance bei Lightroom, Photoshop und DaVinci Resolve

Der Export von 100 Fotos meiner 24 MP Nikon D750 vom DNG-Format nach JPG mit Standard-Schärfung und 75 % Qualität, benötigt der kleine Mac 2:29 Minuten. Der Ryzen-PC hat hier mit 1:48 Minuten die Nase noch vorn – es sind aber auch keine Welten. Der Import mit samt Erzeugung von Smart-Previews geht auf dem Mac M1 sogar ein Stück schneller als auf dem PC.

Photoshop arbeitet in der aktuellen Version 22.5 sehr flüssig und schnell. Im Praxiseinsatz ist kein Unterschied zum PC feststellbar. Leider sind die gängigen Benchmark-Tools für Photoshop noch nicht für Apple Silicon geeignet und laufen im Kompatibilitätsmodus unter Rosetta.

Da ich doch mal wissen wollte, wie sich der Mac gegenüber dem PC verhält, habe ich mir eine Aktion gebaut, die den radialen Weichzeichner in sehr guter Qualität und Stärke 100 auf ein Bild mit 3700 x 2300 Pixeln 5-mal anwendet. Das dauerte sowohl auf den Mac M1, als auch auf dem PC exakt 18 Sekunden.

Leistungstest mit dem radialen Weichzeichner in Photoshop

Blackmagic Design haben mit der neuen Version 17.3 von DaVinci Resolve noch einmal eine große Schippe draufgelegt. Zwar lief Resolve 17.2 schon ausgezeichnet mit Apple Silicon und der Schnitt von 4k Material und normalem Color-Grading war nie ein Problem. Nun soll man aber auch 6 und 8k-Material schneiden können – selbst auf einem Macbook Air M1. Auf dem Mac Mini M1 kann ich nun auch komplexere Gradings mit mehreren Masken etc. auf 4k Material mit 100 MBit/s und 60 fps ohne Render-Proxy und Caching ruckelfrei abspielen und bearbeiten und auch mit Fusion lässt es sich sehr ordentlich arbeiten.

Blackmagic Design Video Benchmarks auf dem Mac Mini M1 …
… und auf dem Ryzen PC mit ATI RX480 Grafikkarte und 32 GB RAM

Mit Adobe Premiere arbeite ich nur noch, wenn ich alte Projekte noch einmal öffnen muss. Auch hier kann man mit dem Mac Mini M1 einwandfrei und zügig arbeiten. Für einen Rechner, der in der Grundausstattung mit 8 GB RAM und 256 GB SSD weniger als 700 Euro kostet, ist die Leistung phänomenal! Übrigens funktioniert auch die Musikproduktion auf dem kleinen Mac einwandfrei, wobei natürlich der nicht vorhandene Geräuschpegel gerade in diesem Bereich ein großer Vorteil ist.

Hardware und Anschlüsse

Ein Manko beim aktuellen Modell ist, dass man neben den zwei USB-C bzw. Thunderbolt-Anschlüssen, nur zwei herkömmliche USB3-Anschlüsse am Mac Mini hat. Über einen Thunderbolt-Anschluss habe ich mein Display verbunden, das selbst dann noch 2 USB3-Anschlüsse als Hub bietet. An einem der beiden USB3-Ports des Mac Mini ist ein TP-Link 7-Port HUB angeschlossen. Am anderen Port hängt ein ICY BOX RAID Gehäuse mit zwei 1 TB SSDs, die ich als getrennte Laufwerke eingebunden habe. Weiterhin werkelt eine alte mechanische 2,5 Zoll Festplatte in einem weiteren Gehäuse als Ziel für das Time Machine Backup.

Einer der wenigen Nachteile: externe Hardware

Das ist einer der Nachteile des kleinen Rechners: Zusätzliche Hardware muss natürlich extern angebunden werden. Mich stört das aber wenig, da alles hinter dem Monitor verschwindet und demnächst unter der Schreibtischplatte.

Fazit

Der Mac Mini M1 bietet für weniger als 700 Euro in der kleinsten Ausstattungsvariante eine unglaublich gute Leistung in allen Bereichen. Egal, ob Bildbearbeitung, Videoschnitt oder Musikproduktion – der kleine M1 Mac gibt sich keine Blöße. Dabei ist er praktisch immer vollkommen still. Ich würde aber die Variante mit 16 GB RAM empfehlen, da auch dieser gut ausgenutzt wird. Speicherplatz kann man hingegen extern anbinden, sofern man kein Problem damit hat, dass noch ein paar Geräte herumstehen.

Kürzlich wurde auch bekannt, dass es wohl noch in diesem Jahr eine noch leistungsfähigere Variante mit M1x CPU geben wird, die mehr Kerne hat. Gerüchte sagen auch, das man bei diesen Modellen mehr Anschlüsse bekommen würde. Das wäre dann für mich auch eine Überlegung, den PC im Studio gegen ein solches Modell abzulösen. Auf jeden Fall kommt demnächst Ersatz für mein MacBook Pro von 2012 her. Ob es ein MacBook Pro oder ein Air werden wird, weiß ich noch nicht. Aber auch schon mit dem Macbook Air ließen sich alle Aufgaben erledigen, die ich mit einem Notebook unterwegs hätte.

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