Warum mir Fotografie als Hobby nichts mehr gibt

Wo fange ich denn an? Gestern habe ich meinen Lightroom Katalog wieder etwas ausgemistet. Dabei ist mir aufgefallen, dass 2018 das Jahr war, in dem ich seit 15 Jahren am wenigsten fotografiert habe – zumindest mit meinen „echten“ Kameras. Die Gründe sind vielfältig – das Fazit aber eindeutig.

Ich weiß, dass dieser Beitrag viele Diskussionen provozieren wird. Gleich vorweg: Ich möchte niemandem Fotografie als Hobby madig machen. Ich möchte nur zeigen, wie ICH mittlerweile dazu stehe. Ich habe an einem Beitrag auch noch sie so lange formuliert, geändert und so viel darüber nachgedacht.

Tatsächlich kam ich mit meiner Nikon D750, D7000, Sony NEX6 und Sony RX100 III im letzten Jahr auf gerade mal 550 Fotos. Ziehe ich die Blogfotos und die Tauffotos für einen Freund ab, bleibt praktisch nichts mehr übrig.

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Es fällt mir auch schwer, noch etwas darüber zu schreiben, weil schon alles geschrieben wurde. Über neue Kameras und Objektive zu schreiben ist vollkommen überflüssig, da es dafür zig professionelle Quellen gibt. Ebenso, wenn es um fotografische Techniken geht.

Fotografie gibt mir nicht mehr viel

Nun haben wir letztes Jahr keinen Urlaub gemacht, weil wir ins neue Haus umgezogen sind und es viel zu tun gab. Da musste auch nachbelichtet hinten anstehen, sodass alleine schon deshalb weniger Fotos entstanden sind.

CFK-Teil im Studio

Zwar fotografiere ich nach wie vor die Produkte der Firma, für die ich arbeite und mache dort auch immer mal ein paar People-Shots. Die gehen allesamt in die Stockfotografie-Richtung. Privat fotografiere ich aber fast gar nicht mehr – zumindest nicht mit der „großen“ Kamera. Die Spiegelreflex packe ich nur noch für die Blogfotos aus, die ich mit Systemblitz oder Studioblitzanlage machen muss.

Fuerteventura von oben

Die meisten und auch schönsten Fotos sind in den letzten Jahren mit dem Smartphone entstanden – und niemand merkt den Unterschied. Ein schönes Foto ist ein schönes Foto. Man teilt es mit ein paar Freunden und der Familie oder bei Instagram und gut isses. Von einem Urlaub komme ich auch nicht mehr mit Hunderten von Fotos zurück, sondern mit einer kleinen 2-stelligen Anzahl. Das sind dann meist auch Fotos, auf denen wir sind und keine „komponierten“ Reisefotos. Die große Fotoausrüstung bleibt schon lange daheim. Ich habe auch keine Lust mehr nach dem Urlaub tagelang RAW-Fotos zu entwickeln.

So sah meine Fotoausrüstung im Urlaub noch vor ein paar Jahren aus

Ich schaue mich lieber um und genieße das, was ich sehe. Ich möchte nicht mehr angestrengt nach dem besten Motiv suchen, denn letztendlich ist das sinnlos, sofern man keine echte Verwertung und Wertschöpfung daraus generieren kann.

Wie viele Fotos kannst du dir ansehen, ohne dass sie dir langweilig werden?

Fotografie ist mir zu inflationär geworden. Manche ziehen aus der analogen Fotografie neue Impulse. Da komme ich allerdings her und ich muss da nicht wieder hin. Ich muss auch niemanden etwas beweisen und der Reiz eines gelungenen Fotos ist nicht mehr so groß wie früher. Wohin denn mit all den Fotos? Ein paar schöne Aufnahmen der letzten Jahre werden wir wohl an die vielen Wände im neuen Haus hängen. Einige darunter finde ich richtig gut. Aber sonst?

Wie oft sieht man sich diese Menge an Bildern noch an? Letztendlich sind es meistens die Schnappschüsse von Familienmitgliedern, Freunden, Veranstaltungen etc. die später noch interessant sind und Emotionen wecken. Kein normaler Betrachter sagt doch: „Was für eine tolle Bildkomposition und wie fein durchgezeichnet der Himmel doch ist!“ Beobachtet mal eure Familie, Bekannten, Freunde und Arbeitskollegen, wie sie sich Fotos ansehen. Ich glaube nicht, dass ein Foto mehr als 2 Sekunden Aufmerksamkeit bekommt.

Nach dem Tod meines Vaters fiel mir auf, was ein wirklich gutes und wertvolles Foto ausmacht: Es ist das Bild, das einen geliebten Menschen in ganz alltäglichen Situationen zeigt – vor allem dann, wenn er nicht mehr da ist. Diese Art Foto, die man früher in jedem Familienalbum finden konnte. Technisch ganz und gar unperfekt und trotzdem wertvoll.

Früher war auch noch der Reiz einer neuen Kamera mit wirklich besserer Technik oder eines neuen Objektivs da. Aber auch diese Zeiten sind vorbei, was man nicht zuletzt an der abgeblasenen Photokina 2019 und extrem rückläufigen Kameraverkäufen sehen kann. Selbst eine Einsteiger-DSLR liefert heute eine technische Bildqualität, die nahezu allen Anforderungen genügt. Aber warum überhaupt noch eine Kamera mitnehmen?

Wie viele Fotos kannst du dir ansehen, ohne dass sie dir langweilig werden? Der Instagram-Feed wird schnell durchgescrollt, ein Like vergeben und das war es – weil man 99,9 % aller Fotos so oder so ähnlich schon gesehen hat.

Baum. Himmel. Toll! Aber auch nichts anderes als die anderen Millionen toller Landschaftsfotos von anderen. Man kennt die ganzen perfekten Fotos und damit wird auch jede noch so gute Fotografie zur Normalität.

Die Interessen verlagern sich

Seit 2015 habe ich mein Interesse am Elektronikbasteln wiederentdeckt und daraus ergab sich ein wahrer Tsunami an Möglichkeiten. Nun habe ich eine schöne große Werkstatt mit jeder Menge neuer Werkzeuge – von der Kappsäge bis zum Schweißgerät und eine CNC-Fräse ist auch bald fertig. Die vielfältige Technik und das Knowhow um diese Dinge ist einfach viel anspruchsvoller und breiter und darum für mich sehr viel aufregender. Es entstehen Dinge, die einen echten Nutzen für mich haben. Oder ich repariere Geräte und vermeide somit ein bisschen Elektroschrott. Vielleicht liegt es auch daran, dass meine Interessen sehr vielfältig sind. Ein Auszug aus meinen Freizeitbeschäftigungen:

  • nachbelichtet Blog
  • Elektronik
  • 3D-Druck und CAD-Konstruktion
  • Smart Home Technik
  • Basteln und reparieren
  • Musik machen
  • Kochen

Zurück zur ganz großen Liebe: Musik machen

Durch das neue Haus musste die Musik lange Zeit hinten anstehen. Die Instrumente und das ganze andere Equipment war eingemottet. In den letzten paar Wochen, habe ich nun alles wieder aufgebaut. Noch ein paar Absorber basteln, damit die Raumakustik passt, ein bisschen Deko und Stimmung und ich kann wieder voll loslegen.

Beim Musikmachen kann man stundenlang total versinken und komplett abschalten. Ein bisschen auf der Gitarre zu zupfen. Ein paar Sounds mit dem Synthesizer bauen. Einen Song schreiben und aufzunehmen entspannt ungemein. Erst jetzt habe ich bemerkt, wie sehr mir die Musik gefehlt hat.

Musik hat einfach so viel mehr Facetten, Techniken, Möglichkeiten.

Fotografie als Hobby ist nicht tot – sie ist nur anders geworden

Schaut man sich den Suchbegriff „Photography“ bei Google Trends an, sieht man, dass das Interesse am Thema weltweit schwindet. Auf der anderen Seite werden immer mehr Fotos gemacht und geteilt. Hochwertige Fotografie als Hobby war schon immer eine Nische, denn sie ist mit Aufwand und Kosten verbunden. 

Mit dem Smartphone ist es einfach und billig Fotos zu machen. Die ständige Verfügbarkeit einer Kamera hat Fotografie aber auch zu etwas alltäglichem werden lassen. Dazu braucht man auch keine teure und schwere Ausrüstung und man tut es einfach. Und das ist gut so!

Ebenso wie ich herausgefunden habe, dass mir die Fotografie als Hobby ganz und gar nicht fehlt und was mir stattdessen wirklich etwas gibt. Auch das ist gut so!

Nachbelichtet war noch nie ein reines Foto-Blog und spiegelte schon immer meine vielen Interessen wider. Natürlich wird es weiterhin immer wieder Beiträge zu Foto-Software wie Lightroom und dessen Alternativen geben, da ich diese Tools ja auch selbst nutze. Die anderen Themen werden aber auch zukünftig immer mehr Platz einnehmen.

Das Leben verändert sich. Die Interessen verändern sich. Nachbelichtet verändert sich.

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37 Gedanken zu “Warum mir Fotografie als Hobby nichts mehr gibt”

  1. Bei mir war es komplett umgekehrt.
    Ich war dem Handy-Wahn satt. Ich hatte 3 Handys ständig bei mir, die mir keine freie Minute mehr gönnten. Auch das Fotografieren mit dem Handy war kein „Fotografieren“ sondern ein „Knipsen“. Alleine das Anvisieren des Motivs mit dem weit entfernten Bildschirm, die Blendung bei Sonnenschein und die schwierige Orientierung waren eine Qual. Dazu war es bei meinem Gerät nur sehr aufwendig bzw nicht möglich, Blende, Verschlusszeit oder auch nur die Entfernung einzustellen. Fotografieren mit dem Handy war Glückssache und Fotos in der Dämmerung meist komplett unscharf.
    Ich habe die Handys entsorgt und mir ein einfaches Gerät zugelegt (mit Wertkarte) mit dem ich ausschließlich telefonieren kann. Das genügt. Die meisten Gespräche führe ich über das Festnetz. Bin ich bei keinem Festnetzanschluss, herrscht wohltuende Ruhe!
    Auch habe ich mir eine Spiegelreflex zugelegt (D7500) und bin begeistert von den Möglichkeiten. Das ist wieder fotografieren! Entfernung, Blende, Belichtungszeit, ISO.. hier kann man noch kreativ sein. Der Sucher am Auge – ein Traum! Nichts kommt an die Dreipunkhaltung der Kamera (beide Hände und Stirn) auch nur annähernd heran. Die Kamera liegt ordentlich in der Hand und stört mich unterwegs keineswegs. Wie oft ist mir ein Handy zu Boden gefallen und zerbrochen oder ich habe es verlegt oder verloren.
    Leute, ich kann euch nur raten, wenn ihr fotografieren wollt, nehmt die Spiegelreflex. Ein Handy ist keine Alternative. Es ist brauchbar, wenn ihr beruflich oft telefonieren müsst (da tut ihr mir leid!) und man kann mehr schlecht als recht knipsen. Fotografieren kann man damit nicht.

  2. Hallo,
    vielen Dank für die offenen Worte. Hab‘ mich ach schon gewundert, dass die fotografischen Themen weniger werden. Aber deine Gründe sind absolut nachvollziehbar. Ich habe momentan auch so ein kleines (fotografisches) Loch – hab aber vor in diesem Herbst mal wieder mehr (nicht quantitativ) zu machen.
    Viel Spaß mit der Musik

  3. Mein lieber „nachbelichtet“,
    ich weiß gar nicht mehr WIE ich auf dich gestoßen bin und deinen Newletter abonniert hatte. Das Meiste was du mir regelmäßig zugesendet hast habe ich überflogen und gelöscht, einige (wenige) Beiträge habe ich mir genauer angeschaut. Nur weil ich zu faul war den Newsletter wieder abzubestellen habe ich diesen, deinen „Depressiven“ Artikel mir angesehen, reine Neugier am „Leid“ der anderen. Ich denke du hast ein anderes Thema gefunden, das du mit einem Newletter bewerben kannst und so dein Einkommen aufbessern kannst und deshalb die Gemeinde wechselst. Das ist ok für mich. Ich habe auch Verständnis dass sich dein Interesse geänert hat. Das habe ich in meinen 70 Jahren schon öfter selbst erlebt.Ich habe dann auch entsprechende Argumente gefunden um mich vor mich selbst zu rechtfertigen.Mein Rat: Heb deine Nikon, Sony XYZ und sonstiges Zubehör gut auf, vielleicht kommt der Appetit wieder mal – wenn auch nur vorübergehend zurück. Wenn du sie verkaufst, kriegst du eh nichts mehr dafür. Mit deinem neuen Hobby wünsche ich dir viel Vergnügen, vielleicht gelingt es dir auch dafür deine Umgebung mit deinen Meinungen zu versorgen und ein Zubrot zu verdienen. Nichts für ungut. RFA

  4. Hi,
    klar Worte – angenehm zu lesen. Wichtig ist, darf du Bock drauf hast, was du tust. Ob es jetzt fotografieren, basteln, oder Musik machen ist. Ich wünsche dir viel Spaß dabei!

    LG
    Timo

  5. Hallo und guten Abend,

    ich habe Deinen Artikel eben gelesen, dazu die Kommentare.

    Meine Anfänge in der Fotografie liegen jetzt 45 Jahre zurück. Ich habe noch das Analoge gelernt, auch das Entwickeln im 3-qm-Bad ;).
    Ich hatte immer wieder Phasen, in denen ich mehr oder weniger fotografiert habe, wie wir alle sicherlich.

    Seit 7 Jahren fotografiere ich allerdings am Stück – so lange wie vorher nie. Und ich habe auch immer noch Spaß dran. Wenn ich im Urlaub bin, dann immer mit der DSLR. Handy-Fotografie ist nett, hat aber für mich niemals denselben Effekt wie das Fotografieren mit meiner „Dicken“ ;).

    Die Fotografie wird immer das Herzstück meines Lebens bleiben – auch wenn ich oder auch andere alles schon mal fotografiert haben.
    Mir geht es nie um das fertige Bild, sondern immer um den Schaffensprozess an sich. Deshalb gehe ich immer noch mit Leidenschaft und Liebe mit meiner Kamera los.

    Interessen verändern sich, und gerade als kreativer Mensch gibt es sicher immer wieder Bereiche, die hinten rüberkippen. Das ist bei mir mit dem Malen so…liegt jetzt seit drei Monaten brach. Aber deshalb verkaufe ich nicht meine ganzen Untensilien. Irgendwann habe ich wieder Lust drauf.

    Und ich möchte mehr filmen, da gibt es für mich noch viel zu lernen und zu entdecken. Und der Blick durch den „Sucher“ bleibt mir dann auch erhalten ;).

    Liebe und sicher weiter mitlesende Grüsse aus dem Ruhrpott,

    Heike

  6. Ich habe zwei Sony A9 und habe gutes Geld verdient. Aber auch ich merke in letzter Zeit, besonders der letzten Woche (wie sind in Kroatien) das ich lieber mit dem Handy unterwegs bin. Ich würde sagen, das 3/4 aller Fotos per Smartphone gemacht wurden. Den Unterschied sehe ich zur A9 kaum. Und als Erinnerungen dienen sie allemal.

    • Du bist halt in winter „fotografischen“ Sinnkrise.
      Klar, die Jagd nacho dem perfekten Foto hat keinen grossen Reiz mehr.
      Ich habe deshalb auf Geschichten erzählen, also Reportage, AV- Shows produzieren und Fotobücher umgestellt.

      Ja, die Flut perfekter Fotos hat zu einer massiven Entwertung von Einzelfotos geführt, Inflation eben.

  7. Vielen Dank für Deine Gedanken, welche auch mir verdeutlicht haben, wie sich meine Vorlieben und Interessen verändert haben.
    Im aktuellen Urlaub habe ich meine DSLR tatsächlich zum ersten Mal nicht mehr mitgenommen. Schnappschüsse mache ich inzwischen auch mit dem Handy, und für ein paar schöne „Stil-Fotos“ (Detail-Aufnahmen, besondere Perspektiven und Situationen reicht dir LX100 vollauf! Mit der machen wir übrigens auch Fotos und Videos von Musikern während Konzerten (Kleinkunstbühnen, auf „arm-length“!), Und verarbeiten das in einem kurzen Blog (max. 2 min Video und 6 Fotos). Daraus ist inzwischen ein schönes Archiv entstanden mit weit mehr als als 100 Musikern, das wir, aber auch Freunde und Gleichgesinnte, häufig nutzen. Also quasi eine Kombination aus Musik (OK, überwiegend passiv), Fotografie, Videografie und Computer (Blog, Website, Lightroom).
    Ich kann Dich voll verstehen, zumal wir auch sehr gerne kochen und ich (in meinem „früheren Leben“) ein begeisterter Elektronikbastler war und auch selber alles repariere 😉
    Viel Erfolg Bei der Selbstfindung; in gespannt, was da noch so alles in zukünftigen Blogbeiträgen kommt!

  8. Interessen verändern sich im Laufe der Ueit, bei mir ist die Leidenschaft für „gute“ Fotos immer noch da.
    Klar, ich mache auch Schnappschüsse mit dem Handy, aber auch die DSLR hat bei mir ihre Berechtigung.
    Allerdings mache ich dann diese Bilder primär für mich oder einen eingeschränkten Personenkreis und diese haben dann eben bewusst nicht den Schnappschusscharakter sondern ich versuche sie „richtig“ zu machen.

    Aber auch meine Einstellung hat sich durch die Bilderflut verändert.
    Ich poste keine mehr auf Flickr und Co da man kaum noch gescheite Bildkritik bekommt. Zwar sind hunderte oder gar tausende Likes schmeichelhaft, aber für die eigene Entwicklung bringen die nichts.

  9. Danke für Deinen Beitrag, hat mir was gegeben und mein Abo werde ich behalten.
    Ich habe dieses Jahr fast nur mit meinem Smartphone fotografiert. Nicht viel aber mit ausprobieren der Pro Funktionen, Tele hab ich schon ab und zu vermisst.
    Bin vor 2 Jahren mit dem 3D Drucken angefangen, wegen einem größeren Umzug hab ich es zzt ganz eingestellt.
    Kalligraphie, Copterfotographie, Zeichnen, Raspi4 sind weitere Interessensgebiete von mir.
    Wenn das ProEquipment für Fotografen durch den Marktcrash wesentlich günstiger werden würde, würde ich mich freuen und meine Ausrüstung Upgraden, ist mir zuviel Kohle noch. In der Natur-Tier-Porträt Fotografie kann man immer noch, neben Auftragsarbeiten, sie gut gebrauchen.

  10. Da bin ich in einer ziemlich ähnlichen Situation. Kreative Flauten hatte ich immer mal, die gingen auch wieder vorüber. Aber derzeit dauert die Flaute schon das ganze Jahr an. Ich weiß einfach nicht, was ich noch fotografieren soll, ausser ein paar Familienfotos oder Porträts mit entfesselten Blitzen und Hintergrund. Lichtstimmungen entdecke ich keine, welche ich noch nicht fotografiert habe. Meine Kamera ist eine Fuji X-H1, also deutlich leichter als meine frühere Nikon D600. Auch die Fuji-Objektive sind leichter und qualitativ mindestens genauso gut wie die Nikon Linsen (z.B. AF-S 4/70-200). Am Gewicht liegt es also auch nicht. Was mir noch bleibt, ist der Urlaub. Im Herbst geht es nach Kreta, da werde ich die X-H1 und 3 bis 4 Objektive mitnehmen. Mal sehen, was und wieviel ich da fotografiere. Ein Fotobuch soll folgen, aber ich bin schon zwei Jahre im Verzug ;-).

    Vielleicht kommt aber auch noch mal ein Impuls, ich überlege, ob ich es noch einmal mit einem Fotokurs o.ä. versuchen soll.

    Ich bin also noch nicht ganz so weit, wie Du, aber wohl auf dem Weg dahin. Zum Glück habe ich nicht den Drang mich zu etwas zu zwingen, ich lasse mich einfach treiben.

  11. Na, für die Fotografen unter Deinen Mitlesern war es tatsächlich zuletzt sehr dünn.

    Aber ich danke Dir für viel Infos und interessante Themen. Du wirst sicher andere Themen und Leser finden!

  12. Kann ich alles nachvollziehen. Bei mir pendelt das Interesse ebenso zwischen drei Hobbys. Es gab genauso Urlaube und Jahre, in denen ich grademal eine Handvoll Fotos geschossen habe (übrigens auch um die Hausbauphase herum). Aktuell ist das Fotografieren wieder sehr hoch angesiedelt bei mir, aber ich weiß auch, dass das nicht so bleiben wird – und das ist auch gut so.
    Warum sollte ich mich mit etwas beschäftigen, zu dem ich aktuell nicht viel Lust habe?
    Wenn ich dir nur einen Rat geben darf: Brich nichts über’s Knie und verkauf nicht gleich alle Ausrüstung. Es kommt sicher der Tag, an dem du wieder gerne drauf zurück greifst.

  13. Hi. Ich hatte Dich ohnehin als Musikmenschen kennen gelernt – damals über den Delamar-Podcast. Dass du – wie ich – neben der Musik auch fotografierst, war eine überraschende Entdeckung. Auch bei mir geht die Tendenz haargenau in die von Dir beschriebene Richtung….i. Das Handy ist halt das Every-Day-Tool geworden, mit guter eingebauter Kamera. Aber wenn ich die DSLR auspacke (im Urlaub habe ich ein mich an eine Ablichtung der Milchstraße gewagt), dann mache ich es mit Begeisterung und Lernwillen.

  14. Ich kann Deine Gedanken wirklich sehr gut nachvollziehen. Bei mir ist das Ganze ein andauernder Flow, meine Interessen wabern immer zwischen 3 unterschiedlichen Gebieten hin und her: Fotografie, Musik, Sport. Mal betreibe ich eine Sache exzessiv, die anderen fallen dann unter den Tisch, mal widme ich mich zwei Themen. Derzeit ist es bei mir mal wieder die Musik, die komplett außen vor ist. Aber ich weiß aus Erfahrung, dass sich das auch mal wieder verschiebt. Daher lasse ich mich einfach überraschen, wohin die Neigung als nächstes kippt. 😉

  15. Vielen Dank für Ihren Artikel. Mir geht es genauso. Vor zwei Jahren habe ich meine komplette DSLR Ausrüstung verkauft und habe mir eine kleine Canon M50 zugelegt. Ich dachte ich fotografiere dann wieder öfter als mit der Großen, weil sie leichter ist und eher mitgenommen wird. Dem ist aber nicht so. Ich fotografiere nicht mehr und weniger mit der Kleinen. Die meisten Bilder werden auch bei uns mit den Handys gemacht. Lediglich wenn es ans Zoomen geht, dann wird die M50 rausgeholt. Wenn das die Handys auch noch können, ist es wohl vorbei mit den „großen“ Kameras. Jetzt habe ich versucht meine Canon M50 zu verkaufen, aber der Markt an Kameras ist derart übersättigt, so dass man seine Kamera gar nicht billig genug anbieten muss, um sie loszuwerden. Den hohen Aufwand den man für gute Fotografie aufbringen muss, kann und will ich mir nicht mehr leisten. Dafür stehen bei mir andere Interessen, eben auch die Musik, im Vordergrund.

    Ich bleibe aber gern Leser Ihres Blogs, auch wenn ich ihn damals wegen der Fotografie abonniert hatte. Auch Ihre anderen Themen interessieren mich.

    Vielen Dank.

    • Das freut mich sehr, Uwe. Mir war auch klar, dass ich mit einem solchen Artikel vermutlich jede Menge nachbelichtet-Leser der ersten Stunde verlieren werde. Umso mehr freut es mich, dass mir wohl viele treu bleiben werden.

      • Das P30 Pro in Händen gebe ich zu, auch zu denen zu gehören, die diese Winzlingsfotokisten immer mehr nutze, eben, weil sie dabei sind, ohne mitgenommen werden zu müssen?? DSLR wird nur noch zu bestimmten Anlääsen wie Hochzeit oder dergl. benutzt, dann aber auch sehr gerne.

  16. Mir geht es seit geraumer Zeit genau so, nur mit dem Unterschied, dass ich beruflich nicht fotografiere. Ich möchte sagen, im Hobby habe ich alles fotografiert, was es zu fotografieren gibt. Der Reiz ist verflogen… nun ist es derzeit aber auch eine denkbar schlechte Zeit um sich von seinem Equipment zu trennen, denn die Branche befindet sich im Sturzflug.

  17. Aus der Seele gesprochen. Genau das gleiche ist mir auch immer mal wieder durch den Kopf gegangen. Danke für den tollen Beitrag und viel erfolg weiterhin!

  18. Mich erinnert dein Text an meine stark veränderte Einstellung zum Musikhören. Ich bedaure, wie sich das Erlebnis durch die Massen von Neuveröffentlichungen und das Streamen bei buchstäblich jeder Gelegenheit. Früher nahm ich vorsichtig die Lp aus der Hülle (die oft schon für sich selbst ein eigenes Kunstwerk war) und legte sie auf den Teller des Plattenspielers. Dann setzte man vorsichtig die Nadel auf und genoss die 20 Minuten Spiellänge. Danach legte ich die 2. Seite auf und hörte sie. Das war fas ein sinnliches Erlebnis. Was ist dagegen ein Befehl wie:Hey Google, Spiel xy….

    Das mit dem Fotografieren scheint ein bisschen auch in diese Richtung zu laufen. So viele wunderbare Fotos und die erhoffte Aufsamkeit wird mit der Inflation immer mehr vergehen. Die Dinge sind wie sie sind. Aber es ist schade.

  19. Och wie Du recht hast
    Die gleiche oder ähnliche Gedanken habe ich auch. Und frage mich immer wieder wieso mache ich das . Immer wieder kämpfe ich mit mir um dann durch Eine Interessante Aufnahme wieder ein Lust an Fotografieren zu bekommen. Leider es passiert immer seltener …
    Sehr Interessante Blogbeitrag der mir viel zu Denken gab
    VG czoczo von http://www.czoczo.de

  20. Ich möchte meine Kameras nich missen.
    Wenn ich mit meiner Frau im Urlaub bin, dann mache ich Bilder mit Smartphone, DSLR und analogem Mittelformat und sie macht Bilder mit ihrem Smartphone. Aus jedem Urlaub wird auch ein Fotobuch, bei dem die besten Aufnahmen hinein kommen. Da ist viel Smartphone dabei, aber sogar meine Frau erkennt inzwischen den Unterschied zwischen DSLR, Smartphone und Diafilm in 6×7 Format und wenn sie entscheiden muss bei nahezu gleicher Aufnahme, so fällt die meiste Zeit die Entscheidung für 6×7, dann DSLR und zuletzt das Smartphone. Hierbei haben wir beide Geräte, die für ihre Kameraleistung besonders gelobt werden. Auch bei mir ändert sich die Fotografie. Früher konnte ich von einem Tagesausflug mit 500 Bildern zurück kommen. Heute sind es (dank analoger Schule) oft nicht mehr als 30 Bilder, eher weniger. Auch wenn vieles schon gemacht wurde, ebenso wie in der Musik, gibt es trotzdem noch Raum für neues. Technisch ist es aber schon so, dass außer im absoluten Grenzbereich eine DSLR und ein Mittelklasseobjektiv von heute kaum besser ist, als eines von 2014

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