Warum nicht einfach die meisten Lightroom-Funktionen ohne Abo nutzen?

Ich beschäftige mich ja derzeit intensiv mit Lightroom-Alternativen. Ich habe euch DxO Photolab 2 und  Alien Skin Exposure 4 (welches ich für den vielversprechendsten Kandidaten halte) vorgestellt, mir fehlt aber trotzdem noch ein bisschen die Organisation von Lightroom als Digital Asset Management (DAM). Warum also nicht Lightroom weiterhin ohne Abo nutzen und die Entwicklung mit einer anderen Anwendungen erledigen? Das geht!

Geschätzte Lesedauer: 2 Minuten

Was passiert mit Lightroom, wenn ich das Abo kündige? Die größte Angst vieler Lightroom Anwender ist, dass die ganze Arbeit mit der Organisation der Fotos mit Keywords, Titel, Katalogen, Sammlungen etc. umsonst war, sobald man das Abo beendet. Auch was mit den bereits entwickelten Fotos passiert, ist für viele höchst schleierhaft und aus vielen Kommentaren und Zuschriften weiß ist, dass mancher sogar den Totalverlust der Fotosammlung befürchtet, sollte man mal keine Lust (oder kein Geld) mehr auf ein Abo haben.

Was viele nicht wissen: Viele Funktionen von Lightroom Classic, kann man auch ohne aktives Abonnement weiterhin nutzen und die bisherige Bildersammlung ist weiterhin verfügbar – inklusive bisheriger Entwicklungen, Schlagwörter etc. Auch kann man bereits entwickelte Fotos ohne Abo exportieren. Damit aber nicht genug:

Welche Lightroom-Funktionen kann ich ohne Abonnement nutzen?

Ihr werdet überrascht sein, wie viele Möglichkeiten mit Lightroom noch habt, ohne einen einzigen Cent dafür zu bezahlen! Ich zähle einmal auf:

  1. Vorhandene Fotos ansehen, organisieren (Metadaten, Ordner, Kollektionen, Bewertung etc.), durchsuchen und exportieren
  2. Neue Fotos können weiterhin importiert und organisiert werden (Metadaten, Ordner, Kollektionen, Bewertung etc.) (!)
  3. Einfache Bildentwicklung mit der Ad-Hoc Entwicklung (Automatikmodus!) inkl. gespeicherter Vorgaben
  4. Unterstützung der RAW-Formate neuer Kameras
  5. Neue Fotos können exportiert werden
  6. Weitergabe von Bildern an externe Programme (Exposure 4, DxO, Affinity etc. etc.) inkl. Rückgabe an Lightroom
  7. Das Buchmodul kann weiter genutzt werden
  8. Dia-Shows können erstellt werden
  9. Web-Galerien erstellen
  10. Das Druckmodul ist weiterhin nutzbar
  11. Bilder können weiterhin gemailt und per Social Media geteilt werden

Welche Funktionen stehen ohne Abonnement nicht mehr zur Verfügung

  1. Das komplette Entwicklungsmodul ist nicht mehr verfügbar
  2. Keine Panorama- und HDR-Entwicklung
  3. Kein Kartenmodul
  4. Kein Tethering (Steuerung einer Kamera und direkte Übertragung zu Lightroom)
  5. Keine Synchronisierung mit der Creative Cloud und z. B. dem Smartphone
  6. Kein Photoshop CC

Die wichtigste Lightroom-Funktion ist für mich die Organisation der Bilder. Für viele von euch ist es jedoch die Bildentwicklung und Bearbeitung. Gerade dafür ist es aber am einfachsten eine Alternative zu finden, denn gute RAW-Entwickler gibt es jede Menge.

Man kann also den Komfort von Lightroom ganz ohne Abo weiterhin nutzen und die Bildbearbeitung in einer externen Anwendung wie DxO Photolab, Capture One, Exposure, Affinity, oder oder oder durchführen.

Man muss also kein Creative Cloud Abo bezahlen, um viele Lightroom-Features weiterhin nutzen zu können. Hat man einen alternativen RAW-Entwickler gefunden, kann man beides ganz einfach kombinieren.

Man muss aber auch sagen, dass Adobe hier sehr großzügig und fair mit ehemaligen Abonnenten umgeht – zumindest sehe ich das so. Das bedeutet auch, dass man sich eben nicht ewig an Adobe bindet, wenn man sich für ein Lightroom Abo entscheidet und das ist auch für diejenigen eine wichtige Information, die gerade mit den Gedanken eines Creative Cloud Abos spielen.

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Heinrich Günter Ruf
Gast
Heinrich Günter Ruf

Danke für den Artikel und insbesondere für die Nachricht, dass VIELES bei Lightroom weiter benutzbar ist bei Ev. Ausstieg.
Was ich nicht schön finde ist der Hinweis bei LR auszusteigen, ein anderes Programm zur Bearbeitung zu suchen bzw zu verwenden und dann wieder bei LR zurückkehren für insbesondere die Bibliotheksfunktion. Das ist harmlos gesagt Rosinenpicken!!! LR hat ein Superprogramm von 1.0 bis nunmehr 8.4 entwickelt. Da kann man doch die knapp 12 € im Monat zahlen, wenn einem die Fotografie ein interessantes und schönes Hobby ist! Für vieles dummes, ungesundes ….. geben wir im Monat mindestens 10 € aus…….
Lieben Gruß
Heinz

Sebastian
Gast

Danke für die Übersicht. Ich bin seit einem Jahr „raus“ und bei Affinity Photo gelandet. Leider ist es umständlicher jedes Foto einzeln reinzuziehen und dort zu entwickln. AF ist natürlich prima, aber der Weg nun anders und meiner Ansicht nach Umständlicher. Ich hatte es ne zeitlang mit Adobe Bridge probiert. Aber wirklich warm bin ich nicht mit geworden. Nun verwalte ich wieder die Bilder mit LR, aber muss sie eben dann manuell in AF entwickeln. Zwei Punkte möchte ich aber aufgreifen: „Einfache Bildentwicklung mit der Ad-Hoc Entwicklung (Automatikmodus!) inkl. gespeicherter Vorgaben“ Wo soll das sein? Wird das auch non-destruktiv oder… Weiterlesen »

Kai
Gast

Vielen Dank für den Artikel, das ist gut zu wissen! Allerdings hat die Bearbeitung außerhalb von Lightroom einen entscheidenden Nachteil: Die Bearbeitung ist nicht non-destruktiv möglich, zumindest. Das heißt es müssen, wenn man die bearbeiteten Bilder mit Lightroom katalogisieren möchte, alle Bilder erstmal im Dateiformat des RAW-Entwicklers oder z.B. als Jpeg exportiert werden.