Evernote vs. Microsoft OneNote – warum ich doch nicht auf Evernote verzichten kann

Notizanwendungen gehören für mich seit vielen Jahren zur Grundausstattung auf PC und Smartphone. Lange Zeit (seit 2008)  war Evernote meine Standardanwendung für diesen Zweck, bis ich im April 2017 wieder mal einen genaueren Blick auf Microsoft OneNote geworfen hatte und es Evernote ablöste. Nun bin ich wieder zurück bei Evernote. Das sind die Gründe.

Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie man ohne ein Notiz-App leben kann. Snapshots von Webseiten, schnelle Notizen, Inhalte der Zwischenablage, Besprechungen, Recherchen fürs Blog, Bedienungsanleitungen etc. – alles sammle ich in einer solchen Anwendung und habe es sofort wieder griffbereit.

Die Suche von OneNote nervt

Genau das war allerdings das Problem mit mir und Microsoft OneNote. Die Suchfunktion ist leider sehr viel schlechter und unzuverlässiger als bei Evernote. Gerade während unseres Hausbaus war OneNote sehr wichtig, weil ich unterwegs alle Vertragsunterlagen, Pläne etc. dabei hatte. Nur leider habe ich oft nicht mehr das gefunden, was ich gesucht habe.

Der kostenlose nachbelichtet Newsletter für dich

Was ich ebenfalls schmerzlich vermisst habe, war eine Scan-Funktion, welche Microsoft ja bei OneNote 2016 entfernt hat. Da es auch keine überwachten Import-Ordner wie bei Evernote gibt, waren unhandliche Workarounds notwendig. Apps wie Office Lens waren da nur eine Krücke, denn das Abfotografieren mehrerer doppelseitiger Dokumente ist eben sehr viel zeitaufwändiger, als der automatische Dokumenteneinzug meines Druckers. Ebenfalls halbherzig waren die Funktionen rund um den automatischen E-Mail Import nach Regeln. Damit lege ich automatisch alle Mails ab, die „Rechnung“ oder „Invoice“ sowie einen Dateianhang enthalten.

Nervernaufreibend war die unzuverlässige Synchronisierung zwischen den verschiedenen OneNote-Clients. Oft musste ich die Synchronisierung erzwingen und dann wurden doch einige Notizen vergessen oder es kam zu Fehlern bei der Synchronisierung.

Handschriftliche Notizen erfassen

Um handschriftliche Notizen zu erfassen setze ich – nach vielen Experimenten – nach wie vor auf Stift und Papier. Eingabestifte für Tablets haben mich nicht überzeugt. Auf Glas zu schreiben fühlt sich für mich nicht gut an und meine recht ordentliche Handschrift sieht dort immer aus wie das Gekrakel eines Grundschülers. Also schreibe und zeichne ich auf irgendeinem Stück Papier und fotografiere es anschließend mit der Evernote App. Dank der hervorragenden OCR, werden auch Inhalte meiner handschriftlichen Notizen erfasst und sind durchsuchbar.

Krakelschrift mit Tablet und Stylus

Die Eingabe von Vektor-Objekten in OneNote ist sehr gut, wie überhaupt die ganzen Zeichenfunktionen. Aber auch für Skizzen ist mir Papier nach wie vor lieber. Ich bin damit einfach sehr viel schneller und präziser.

Die ganzen Editor-Funktionen von Microsoft habe ich nur spärlich genutzt und der pragmatische Ansatz von Evernote gefällt mir hier sehr viel besser und die wenigen Formatierungsmöglichkeiten genügen mir vollkommmen. Zudem ist der Web-Clipper von Evernote deutlich zielsicherer und schneller als der von OneNote.

Die ungewisse Zukunft von OneNote

Microsoft konzentriert sich offenbar – wenn überhaupt – nur noch auf die UWP-Version von OneNote und mit der gibt es für mich keinerlei Vorteile mehr gegenüber Evernote, da sie im Funktionsumfang gegenüber OneNote 2016 zu eingeschränkt ist. OneNote 2016 bekam ein Facelift, ohne jedoch neue Funktionen zu erhalten. 2020 ist es dann mit OneNote 2016 ohnehin vorüber und es gibt ab da nur noch die UWP-App. OneNote ist schon jetzt nicht mehr Bestandteil der Office 2019 Suite und damit dürfte die Verbreitung weiter stagnieren.

Alternativen zu Evernote und OneNote?

Die einzig vergleichbare Alternative zu Evernote ist Nimbus Note. Es ist schon fast ein Evernote-Clone und verfügt über nahezu alle Funktionen von Evernote. Die Suche ist aber deutlich langsamer. Die kostenlose Version von Nimbus erlaubt im Gegensatz zu Evernote aber die Synchronisierung mit beliebig vielen Geräten und bietet 100 statt 60 MB (Evernote) freien Upload pro Monat. Es ist auf jeden Fall einen Test wert.

Ebenfalls interessant ist Notion, was aber einen etwas anderen Fokus hat. DevonThink könnte man sich auch einmal ansehen, ist aber ziemlich hochpreisig und wirkt altbacken.

Fazit

Evernote is einfach das Werkzeug, mit dem ich Dinge schnell ablegen und wiederfinden kann. Ganz ohne unnötigen Schnickschnack und mit den Funktionen, an die ich mich seit 2008 gewöhnt habe. Die 6,99 € für die Premium-Version tun mir nicht weh – vor allem wenn ich die Zeit zusammenrechne, die ich bereits mit Evernote gespart habe.

Wer die Premium-Funktionen von Evernote einen Monat lang kostenlos testen möchte, kann sich mit diesem Link registrieren.

Falls du einen Tipp für eine echte Evernote Alternative hast, würde ich mich über einen Kommentar freuen.

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7 Gedanken zu “Evernote vs. Microsoft OneNote – warum ich doch nicht auf Evernote verzichten kann”

  1. Als Evernote damals das Geschäftsmodell angepasst hat, und die kostenlose Variante stark einschränkte (man hatte sich ja doch gefragt, wie die mal Geld verdienen wollten), bin ich auf Note Station auf meiner Synology umgestiegen. Da gab es sogar ein einen Import von Evernote, sodass der Umstieg super einfach war.

    Positiver Nebeneffekt ist, dass die Daten nicht mehr irgendwo im Netz gespeichert werden, sonder auf dem eigenen NAS (inkl. Backup-Verantwortung natürlich).

    Clients gibt‘s für iOs, Android, Windows, Linux und als Web-Frontend.

    Ob die beschriebene Automatisierung damit funktioniert weiß ich nicht, vermutlich nicht. Aber für den einen oder anderen, der eh eine Synology Disk Station zu Hause stehen hat wäre das ja vielleicht eine Alternative.

  2. Als Evernote damals das Geschäftsmodell angepasst hat, und die kostenlose Variante stark einschränkte (man hatte sich ja doch gefragt, wie die mal Geld verdienen wollten), bin ich auf Note Station auf meiner Synology umgestiegen. Da gab es sogar ein einen Import von Evernote, sodass der Umstieg super einfach war.

    Positiver Nebeneffekt ist, dass die Daten nicht mehr irgendwo im Netz gespeichert werden, sonder auf dem eigenen NAS (inkl. Backup-Verantwortung natürlich).

    Clients gibt‘s für iOs, Android, Windows, Linux und als Web-Frontend.

    Ob die beschriebene Automatisierung damit funktioniert weiß ich nicht, vermutlich nicht. Aber für den einen oder anderen, der eh eine Synology Disk Station zu Hause stehen hat wäre das ja vielleicht eine Alternative.

    • Das ist aber auch nur eine reine Notiz-App für iOS. Davon gibt es jede Menge, sind aber keine Alternative für Evernote und OneNote (WebClipper, Scanner, Texterkennung, Dokumentenarchiv etc.)

  3. Moin,
    Ich kann mich Markus nur anschließen. Ich habe die gleiche Leidensgeschichte wie Markus hinter mir. Und ich bereue nicht einen einzigen Cent. Das Programm ist für solche „Korinthenkacker“ wie mich, die alles aufbewahren eine wahre Megaerrungenschaft.
    Kein Vergleich zu EN und wie Markus schon schrieb, die Daten sind alle unter meiner Kontrolle.

    BTW: noch ein kleiner Nachtrag für die Macht über die eigenen Daten. Wer da mehr zu wissen möchte wie das geht:

    Schaut mal unter https://www.Steffiscloud.de. Die Seite kann ich dazu sehr empfehlen. Über Steffi bin ich Herrscher über meine Daten geworden. Und nein, ich bekomme kein Geld für die Empfehlung. Mir ist nur daran gelegen so viele User wie möglich von dem papierlosen Büro zu überzeugen.

  4. Hallo Markus,

    mir ging es vor 2-3 Jahren genauso wie dir. Und deswegen möchte ich mal kurz eine Lanze für DEVONthink brechen, da ich doch schwer begeistert von dem Tool bin, weil das für mich die beste Lösung darstellt.

    Man könnte es vielleicht als altbacken bezeichnen, aber eine Besserung ist in Sicht. Bei der nächsten Version (wenn ich das richtig verstanden habe noch in diesem Jahr) wird das geändert.
    Wichtig ist aber nicht auf dem Platz sondern in dem Fall „unter der Haube“. Seit ich 2016 in die Apple-Welt gewechselt bin, nutze ich DEVONthink. Und alleine das Programm wäre den Wechsel wert gewesen.

    Vorher habe ich auch eine zeitlang One Note genutzt, danach auch Evernote. Und ich konnte mir damals auch nichts anderes vorstellen. Aber dann kam Evernote mit dem dämlichen Abozwang und damit auch dem Speichern auf deren Servern.
    Und bekanntlich ist der Bessere der Feind des Guten ?

    Und hochpreisig ist relativ. Ein Jahr Evernote kostet 84,- € – die Vollversion DEVONthink Pro Office, die ich nutze, als Einzelversion 157,- €. Ich habe mir die damals mit meinem Freund zusammen geholt und dabei noch eine Aktion mitgenommen.

    ABER: meine Daten liegen auf meiner Synology und ich habe aktuell 13 verschiedene Datenbanken per WebDav im Zugriff. Und die Daten sind meine!
    Und gefunden habe ich bisher über den Namen, den Inhalt oder per Tags alles!!! Und das sehr schnell.

    Darüber hinaus kann ich auch ziemlich „tief“ schachteln, d.h. Ordnerstrukturen anlegen, wenn es benötigt wird. Bei Evernote kam ich da nicht soweit.

    Meine papierlose Ablage wird mittlerweile, nachdem OCR drübergelaufen ist, fast komplett automatisch mit Hilfe von Hazel in DEVONthink importiert und dabei auch schon in die richtigen Ordner sortiert.

    Auch der Sync zu den iOS-Geräten läuft fast reibungslos. Und notfalls hilft die Community bzw. die Macher von DEVONthink.

    Einziges Manko: es läuft ausschließlich in der Apple-Welt.

    Du merkst schon, ich bin tatsächlich ein echter Fan. Weil ich allerdings überzeugt wurde durch die tägliche Arbeit.

    Vielleicht solltest du die 150 Std. Lauf-/Testzeit einfach mal nutzen – ich habe es auf jeden Fall nicht bereut.

    Viele Grüße
    Dein Namensvetter ?

    • Danke für den Einblick! Die MacOS/iOS Beschränkung hatte ich noch gar nicht umrissen und ist für mich das K.O. Kriterium. Ich nutze zwar auch ein MacBook und ein iPad, aber sonst nur Windows und Android.

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