Die Sat-Anlage für unser Smarthome – SAT>IP, Unicable, DVB-T, DAB+ und UKW

Meine erste Sat-Anlage habe ich meinen Eltern 1988 ans Haus gedübelt. Diese analoge Technisat-Anlage kostete damals um die 1200 Mark, öffnete aber nicht nur mit MTV das Fenster in eine neue Welt. 30 Jahre später war eine Sat-Anlage für das neue Haus dran.

1988 war ich gerade im ersten Lehrjahr zum Radiofernsehtechniker und bezog Spiegel, LNB und Receiver über einen befreundeten Händler. Während meiner aktiven Zeit als RF-Techniker, dürften es dann zur Wende um die 250 Anlagen gewesen sein, die ich an Wände und auf Dächer brachte. Knapp 25 Jahre nach meiner letzten beruflich montierten Satellitenanlage, dreht es nun um eine Sat-Anlage für unser neues Haus.

Von Analog zum Sat>IP TV-Streaming

Es ist schon wirklich erstaunlich welche tollen neuen Möglichkeiten es beim Thema Sat-Empfang gibt. Ich bin ja bereits vor dem digitalen Sat-Zeitalter ausgestiegen, habe damals aber ein paar ziemlich interessante Anlagen mit Kanalaufbereitung etc. gebaut. Ansonsten gab es Multiswitches und ein paar wenig ausgereifte Einkabellösungen. Für unser Haus habe ich mich nach einigen Überlegungen für eine Unicable-Lösung entschieden, die mit einem Telestar R1 SAT>IP Receiver gekoppelt wird, den ich seit fast einem Jahr im Probebetrieb habe.

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Aus- und Einrichtung der Fuba-Satantenne
Aus- und Einrichtung der Fuba-Satantenne

Wir haben 4 Sat-Dosen im Wohnzimmer, Gästezimmer, Arbeitszimmer und der Küche vorgesehen. Durch die Unicable Lösung können an einer Dose problemlos mehrere Empfänger angeschlossen werden. Ein einfacher unicable-fähiger Sat-Verteiler genügt. Der DVB-S2 Tuner unseres Panasonic TX-58EXW734 Fernsehgeräts verteilt den Sat-Eingang automatisch intern auf die beiden DVB-S2 Tuner, sodass hier nicht einmal ein Verteiler notwendig ist.

Die Unicable-Lösung sorgte für weniger Verlegeaufwand und mir gefällt die Technik ziemlich gut. Zudem kann man aus einem Anschluss auch schnell 2 oder 3 machen, indem man einfach einen Verteiler anschließt – wie bei einem Kabelanschluss.

Im Arbeitszimmer ist der Digibit R1 Sat>IP Server angeschlossen. Auch dieser verteilt einen Eingang auf die 4 internen Tuner, sodass auch hier nur ein Sat-Kabel und nur eine Dose notwendig ist. Praktischerweise habe ich neben der Sat-Dose auch gleich zwei Gigabit-Netzwerkanschlüsse, sodass dem gleichzeitigen Streaming von 4 individuellen Programmen nichts im Wege steht.

Die Hardware

Ich war früher zwar ausgesprochener Kathrein-Fan (damals gab es noch die Händlerschulungen in Rosenheim inkl. Hotel, Bier, Führungen durch die Firma samt Jobangeboten), allerdings war mir die Kathrein CAS80 Satellitenschüssel eindeutig zu teuer. Daher fiel meine Wahl auf den Fuba DAA780. Der macht einen sehr ordentlichen Eindruck und kostet ein Drittel des Kathrein.

Fine Offset WH1080 Wetterstation
Die Wetterstation auf unserem Dach

Hinweis:

Auch die Montage einer Sat-Anlage ist keine triviale Aufgabe für Heimwerker. Es sind Vorschriften bezüglich Erdung etc. zu beachten und wenn man sich auf ein Dach begibt, sollte man über entsprechende Sicherheitsausrüstung und Erfahrung verfügen. Auch wenn man ein Loch ins Dach schneidet, sollte man wissen was man tut. Im Zweifelsfall lasst ihr euch die Sat-Anlage besser von einem Profi montieren. Viele verarbeiten auch Fremdmaterial, geben darauf aber natürlich keinerlei Gewährleistung.

Als Unicable-Konverter habe ich mich für den Inverto 51510 IDLU-UST110-CUO1O-32P entschieden. Mein Elektriker hatte mir den Technisat Technirouter angeboten, der aber nur 8 Teilnehmer unterstützt. Der Inverto 51510 bietet hingegen Unicable 2 = JESS = EN50607 mit bis zu 32 Anschlüssen und außerdem EN50494 (Legacy Unterstützung) für ältere Geräte mit max. 8 Teilnehmern. Da er auch noch 30 Euro günstiger als der Technisat Technirouter war, fiel die Wahl nicht schwer. 8 Teilnehmer klingt auch erst einmal viel, macht man die Rechnung auf, relativiert sich das sehr schnell:

Panasonic TV mit Dual-Tuner: 2 Kanäle
Philips TV Küche: 1 Kanal
Samsung TV Gästezimmer: 1 Kanal
Sat>IP Server: 4 Kanäle

= 8 Kanäle und damit Vollbelegung des Technirouters ohne Reserven.

Unicable Geräte wie der Inverto werden von einem Quattro-LNB gespeist, also die LNB-Variante ohne eingebauten Multiswitch, welches die einzelnen Ebenen und Frequenzbereiche getrennt herausführt. Ein Quad-LNB funktioniert hier nicht, da es ja einen eingebauten Switch hat.

Hier kommt bei uns das Inverto Premium Quattro LNB zum Einsatz, das lächerlich preiswert ist und sehr gute Daten hat. Die angepriesenen Rauschabstände vieler LNB-Anbieter von teilweise 0,1 dB sind wohl ziemlich übertrieben. 0,3 – 0,5 dB scheinen realistischer zu sein. 1990 galt ein Rauschabstand von 0,9 dB als absolut spitze …

Netzwerk- und Antennendosen nebeneinander
Netzwerk- und Antennendosen nebeneinander

Der Inverto Konverter hätte zwar auch Passthru-Anschlüsse, welche die Quattro-LNB Signale einfach weiterleiten und an die ich den R1 auch anschließen könnte. So ist es aber sehr viel eleganter und ich kann den R1 ins Arbeitszimmer stellen, statt ihn im Sommer auf dem heißen Dachboden betreiben zu müssen. Die Steckdose, an der der R1 angeschlossen ist, wird über unsere LCN Haussteuerung nachts ausgeschaltet, damit er nicht unnötig Strom braucht.

Sat>IP – Live-TV auf iPad, Smartphone, PC und sonst wo streamen

Schon seit vielen Jahren sehe ich die meisten Programme auf meinem PC (während ich z. B. solche Blogbeiträge schreibe 🙂 ). Früher hat ich Sat-Karten im Rechner, dann kam Telekom Entertain und seit knapp einem Jahr habe ich nun eine Sat>IP Testinstallation laufen. Ich bin davon vollkommen überzeugt und es läuft extrem zufriedenstellend.

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5 Kommentare zu “Die Sat-Anlage für unser Smarthome – SAT>IP, Unicable, DVB-T, DAB+ und UKW

  1. Hi, auf was für einem System läuft dein Heimserver/TV-Headend und wie sind deine Erfahrungen mit dem Transcoding?

    Ich frage, weil ich TV-Headend aktuell auf einem Raspberry Pi laufen habe, was grundsätzlich auch gut funktioniert. Allerdings kann der kein Transcoding, sodass ich das Streaming oft in Hotels nicht nutzen kann, weil die WLANs dort nicht die nötige Geschwindigkeit erreichen.

    • Das läuft bei mir auf einem HP Microserver Gen8 https://amzn.to/2Mnisib mit 16 GB RAM.
      Darauf ist wiederum eine VMware ESXi Virtualisierung: Eine mit Open Media Vault (OMV), UrBackup, Nextcloud, Plex und eben TV-Headend.

      Eine weitere virtuelle Maschine mit Windows 10 für div. Aufgaben und noch eine Ubuntu Maschine für IP Symcon/LCN PCHK und meine Wetterstation.

      Der Raspi dürfte für die Transcodierung zu schwachbrüstig sein.

  2. Sehr schöner Artikel, der zeigt, dass man dafür garnicht so viel Geld ausgeben muss. Leider liegt in unserem Haus keine Netzwerkverkabelung und irgendwie scheue ich den Aufwand das zu ändern. WLAN als Medium ist vermutlich nicht die erste Wahl oder hast Du auch dazu Erfahrungen/Tests gemacht?

    • Du brauchst nur einen Punkt an dem du den SAT>IP Receiver per LAN ins Netz einspeisen kannst. Der Rest läuft auch über WLAN ordentlich. Bei 4 gleichzeitigen Streams ist ein Gigabit-Lan von Vorteil.

  3. Sehr geiler Beitrag! Wir bauen gerade auch ein Haus und genau das Sat-Thema war mir bislang noch nicht so klar. Vielen Dank für die Beschreibung!

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