Mythen und Fakten zum DNG Format und RAW-Konvertern – was ist besser?

Ein nachbelichtet Leser warf HIER eine sehr erstaunliche Frage (vielleicht habe ich sie aber auch noch immer nicht kapiert) zum Thema DNG-Format auf bei der mir erst einmal klar wurde, wie unklar manche – für mich selbstverständliche – Zusammenhänge oft doch noch sind. Darum möchte ich heute mal ein bisschen zum Thema DNG und RAW aufklären.

Geschätzte Lesedauer: 4 Minuten

Wie ich auch, fotografieren viele von euch im RAW-Format. Große und günstige Speicherkarten und Festplatten haben das Gegenargument des deutlich größeren Speicherbedarfs relativiert und die Vorteile welche das RAW-Format bietet, lassen sich nicht wegdisktutieren.

Natürlich steigt der Aufwand der Nachbearbeitung, schließlich will das rohe Foto auch noch „entwickelt“ werden. Mit einem guten Workflow in Lightroom ist das aber auch kein Problem und wer zigtausende für seine Kameraausrüstung ausgibt, wird sich wohl auch kaum mit dem Foto direkt aus der Kamera zufrieden geben.

DNG und Hersteller-RAWs – die Unterschiede

Mit dem DNG-Format hat Adobe vor einigen Jahren einen Standard für digitale Negative, sprich: RAW-Daten eingeführt. Jeder Hersteller kann es lizenzieren. Das Format ist offen dokumentiert und soll damit plattformübergreifend nutzbar sein. Neben den eigentlichen Bilddaten und einer eingebetteten JPG-Vorschau, können auch Metadaten wie Aufnahmezeit, Blende etc. sowie frei definierbare Metadaten wie die Entwicklungseinstellungen eines RAW-Konverters im DNG selbst gespeichert werden.

Hier ist schon gleich einer der Vorteile gegenüber den herstellerspezifischen RAW-Formaten, denn bei denen müssen solche zusätzlichen oder geänderten Metadaten über sog. Sidecar-Dateien, also einer zusätzlichen Datei im XML-Format mitgeführt werden. Praktisch wie ein „Beiwagen“, wie er früher häufig an Motorrädern zu finden war.

XMP-Sidecar Dateien mit RAW- und JPEG-Fotos im Dateisystem
XMP-Sidecar Dateien mit RAW- und JPEG-Fotos im Dateisystem

Damit muss man schon wieder mit zwei Dateien pro Foto jonglieren, was wiederum zusätzlichen Aufwand bedeutet. Die Sidecars werden deshalb genutzt, weil man damit die Originalen RAW-Dateien nicht verändern muss und das oft auch nicht kann, da nicht jeder Hersteller den Aufbau seines RAW-Formats vollständig dokumentiert oder das hineinschreiben zusätzlicher fremder Informationen nicht vorgesehen hat.

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Ändert sich die Bildqualität bei der Umwandlung ins DNG-Format?

Ganz klar: Nein! Die RAW-Daten eines RAW-Formats werden 1:1 ins DNG-Format überführt. Mittlerweile haben die großen Hersteller ihre RAW-Formate auch gut dokumentiert, sodass Software-Entwickler auf die Entsprechenden Informationen zugreifen können. Nikon bietet diese z. B. im Rahmen seines Entwicklerprogramms an, wofür man sich hier https://sdk.nikonimaging.com/apply/ registrieren kann.

Allerdings werden nicht alle Metadaten der Kamera mitgenommen, dazu weiter unten mehr.

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Ralf
Gast
Ralf

Hallo in die Runde, der Blog ist ja schon etwas älter aber ich ahbe hierzu noch ene Frage.Iich bin noch Anfänger bei der Nutzung von LR CC und habe eine Frage zur Konvertierung von RAW in DNG. Zu welchem Zeitpunkt der Bearbeitung sollte dies stattfinden? Direkt beim Import oder nach der Bearbeitung? 1 Raw Bearbeitung: Wenn ich zuerst das RAW Bild bearbeite werden alle Bearbeitungsschritte in der zugehörigen XMP Datei gespeichert. Die Sicherungssoftware muss dann immer nur diese kleine Datei sichern. Wenn das bearbeitete Bild dann in das DNG Format konvertiert wird gehen hierbei die Protokolle verloren. Hierdurch sind dann… Weiterlesen »

Karl Scheidegger
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Als alter Analog-Amateur bin ich oft überfordert mit der digitalen Welt. Nachdem ich iPhoto endlich im Griff zu haben glaubte, hatte legte ich mit LR6 an, will ich doch meine bis zu 50 jährigen, endlich digitalisierten Kodachrome-Dias retten. Die Tutorials zu Lightroom sind für mich Gold Wert.
Gruss, Karl

Hans Albrecht
Gast
Hans Albrecht

Hallo Markus, ich nehme Bezug auf Deinen Kommentar vom 29. 08. 2015. Ich verstehe Deine Aufregung nicht, Du hast mir damals geholfen, dng zu verstehen, und ich glaube, es inzwischen verstanden zu haben. Da ich immer für Klärung bin, wo es möglich ist, hier mein Verständnis zu dng, wohlgemerkt in Lightroom, weil mir eben noch kein anderes Programm untergekommen ist, das ähnlich arbeitet. In der dng-Datei werden Einstellungen für die Bildbearbeitung gespeichert, also bspw. Kontrast 0 für den Ausgangszustand. Wenn der Kontrast bspw. auf 40 % erhöht und abgespeichert wird, enthält die Datei diese beiden Einstellungen. Beim Aufrufen der dng-Datei… Weiterlesen »

Albrecht
Gast
Albrecht

Hallo Markus, Bezug nehmend auf meinen Kommentar vom 03.09.15 folgendes: um die von mir angewendete Arbeitsweise zu nutzen, spielt die Reihenfolge eine Rolle. Ich entscheide zu Anfang, ob Funktionen, die Lr nicht bietet, erforderlich sind, konvertiere von dng in tif, nehme die Änderungen vor, und konvertiere danach sofort wieder in dng. Nun ändere ich alles, was erforderlich und in Lr möglich ist. Damit enthält die 2.dng-Datei dann sowohl den letzten Bearbeitungszustand als auch den ursprünglichen mit den extern vorgenommenen Änderungen. Frage, hat das 2-malige Konvertieren evtl. Einfluß auf die Metadaten exif und iptc ? Viele Grüße Hans p. s.: ich… Weiterlesen »

Hans Albrecht
Gast
Hans Albrecht

Hallo Markus, nochmal zu meiner Frage vom 19. 08.2015. Um die Frage vielleicht noch deutlicher zu machen, folgendes: ich nehme meine Bilder ausschließlich im Seitenverhältnis 3:2 auf, weil damit der Chip am besten ausgenutzt wird. Zur Darstellung werden die Bilder alle auf 16:9 skaliert, hängt auch damit zusammen, weil Fernseher heute meist in 16:9 darstellen. 16:9 ist aber nicht immer der optimale Bildausschnitt, deshalb füge ich Bildern, für die 16:9 kein optimaler Bildausschnitt ist, Rahmen hinzu. Da diese Funktion in Lightroom nicht zur Verfügung steht, nutze ich in Photoshop die Funktion Bild/Skalieren/Arbeitsfläche und füge entsprechend meinen Wünschen Rahmen hinzu, die… Weiterlesen »

Hans Albrecht
Gast
Hans Albrecht

Hallo Markus,
vielen Dank. Habe die Zusammenstellung gelesen. Ja für mein Anliegen ist nur ein Fluß ein und aus interessant. Adobe ist nicht aufgeführt, wahrscheinlich hat sich da aktuell auch nichts geändert.
Da mir der Überblick fehlt, vielleicht hast Du ihn und kannst mir zu folgendem Anliegen einen Hinweis geben:
beim Korrigieren von vertikalen Objektivverzerrungen kommt es vor, daß die breiten Seiten der Trapeze Informationen enthalten, die ich nicht durch Skalieren verlieren möchte. Deshalb möchte ich die nicht zum Bild gehörenden Flächen auf der schmalen Seite der Trapeze geeignet füllen. In Photoshop ist das möglich, aber es gibt kein out für dng.
Viele Grüße
Hans

Ralf
Gast

Moin,
„Ändert sich die Bildqualität bei der Umwandlung ins DNG-Format?“ – Darauf nein zu antworten, ist nicht richtig. Das hängt nämlich davon ab, ob verlustfreie oder verlustreiche Komprimierung eingestellt ist. Im ersten Fall stimmt es, die Qualität ändert sich nicht (sichtbar). Im zweiten Fall kann es aber speziell bei stark fehlbelichteten Aufnahmen zu sichtbaren Unterschieden kommen.
Siehe hier:
http://www.foto-kleemann.de/archives/4087

PD
Gast
PD

Folgende Anmerkungen:

Ersten: Die Integration der Metadaten ist nicht zwingend ein Vorteil, weil beim Speichern die Originaldatei verändert wird. Geht hierbei was schief (z. B. Blue-Screen während des Speichervorgangs), ist die Originaldatei futsch. Bei den Sidecar-Dateien sind dann nur die Metadaten weg. Die Wahrscheinlichkeit ist zugegebenermaßen jedoch sehr gering. Allerdings ist die Handhabung der Sidecars auch kein Problem. Solange die Dateien in Lightroom sind, kümmert sich LR darum und bei Export kann man ja immer noch DNG verwenden.

Zweitens: Unter Berücksichtigung der Lizenzmodellgebaren von Adobe glaube ich eher daran, dass ich in 20 Jahren noch meine CR2-Dateien bearbeiten kann als DNG.

Andreas
Gast

Ich bin wieder davon abgekommen, dass ich meine RAW-Dateien ins DNG-Format umwandle, denn ich will nicht Gefangener von Adobe sein. Wenn mich Adobe ärgert und auch Lightroom nur in der Mietversion anbietet, denke ich ernsthaft ans Umsteigen. Und dann nervt mich schon jetzt, dass ich meine alten DNG-Dateien womöglich nicht mehr öffnen kann.
Gruß
Andreas

Bernhard
Gast

das liegt an der Implementierung von Adobe in Lightroom.
darktable z. B. hält sich an das „read-only“-Prinzip und nutzt auch bei dng die xmp-sidecars.

Und ich gebe Dir Recht: so kann man z. B. über Prüfsummen die Unversehrtheit seiner RAWs prüfen:
https://www.bilddateien.de/fotografie/digital-backup.html

Wild Moe
Gast

Bei Pentax kann man schon in der Kamera entscheiden, ob man das Pentax eigene Raw-Format, oder DNG verwendet. Somit hat man noch nicht einmal einen zeitlichen Nachteil

Alex
Gast
Alex

Der Nachteil ist dass die Umwandlung von der eigentlicher RAW Datei ins DNG Format das Kameraprozessor belastet und manchmal, insbesondere bei Serienaufnahmen kann es zu eine kleinere „Reaktionszeit“ bzw. Bilder/Sek. aufkommen. Jedoch finde ich die Verwendung der DNG-Dateiformate ein Vorteils aus 2 Grunde: Bessere Komprimierung ohne Verlust der Qualität und schneller Bearbeitung ins Lightroom weil die Anwendung muss nicht jedesmal das proprietäre RAW Format einlesen und danach die Änderung in eine .XMP Datei nachschreiben. Zusätzlich sind inzwischen mehrere Anwendungen mit den DNG Format kompatibel.

Hans Albrecht
Gast
Hans Albrecht

Hallo Alex,
Du schreibst, inzwischen sind mehrere Anwendungen mit dem dng-Format kompatibel. Das interessiert mich sehr, weil ich eine Anwendung suche, mit der Änderungen, die in Lightroom nicht möglich sind, unter Erhalt des dng-Formates möglich sind.
Deshalb meine Frage, welche Anwendungen sind das ?
Viele Grüße
Hans