Lightroom-Quickie: Was das DNG-Format bringt und wie man es nachträglich konvertieren kann

So richtig spannend wird Lightroom erst, wenn man RAW fotografiert. Mit dem Mehr an Bildinformationen kann man in der Nachbearbeitung auch mehr herausholen und das habe ich in einigen Lightroom-Tutorials bereits gezeigt. Warum man sich aber das DNG-Format von Adobe als RAW-Alternative einmal genauer ansehen sollte, zeigt dieses Ausgabe des Lightroom-Quickies.

Geschätzte Lesedauer: 5 Minuten

Die Vorteile des RAW-Formats sollten mittlerweile hinreichend bekannt sein und dank günstiger und immer größerer SD-Karten und Festplatten, greift das Speicherplatzargument nicht mehr so richtig. Klar: RAW Fotos muss man noch einmal extra anfassen und bearbeiten. Mit einem passenden Workflow, Presets und der Synchronisierung von Einstellungen geht das aber sehr flott und die Ergebnisse sind es wert.

Vorteile von Adobe DNG

Mit den DNG Dateien hat Adobe vor einigen Jahren ein eigenes RAW-Format geschaffen, das im Gegensatz zu den proprietären Formaten der meisten Kamerahersteller offen und gut dokumentiert ist. Lightroom bietet beim Import an, RAW-Formate in das DNG Format zu konvertieren, was ich schon immer mache. Die eigentliche Bildinformation wird dabei nicht angetastet und ein DNG enthält jedes Pixel, das auch das Originalformat enthielt.

Was nicht enthalten ist, sind die Eigenheiten der Kamerahersteller. So werden z. B. keine Daten über die Autofokusmessfelder die bei der Aufnahme aktiv waren mit ins DNG geschrieben und auch nicht, welches Motivprogramm eingestellt war. Diese Daten lassen sich ohnehin nur mit der RAW-Software der Hersteller auswerten und sind für Lightroom oder Adobe ACR obsolet.

Gerade bei der Arbeit mit Lightroom hat das DNG Format aber zwei handfeste Vorteile. Lightroom kann die DNG Dateien schneller öffnen als die meisten Hersteller RAWs. Der Grund hierfür liegt im Format selbst, das komplett dokumentiert ist und somit auch sehr effizient gelesen werden kann. So muss nicht erst ein fremdes RAW-Format interpretiert werden.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Metadaten und Entwicklungseinstellungen von Lightroom direkt im DNG-File gespeichert werden können. Bei anderen RAW-Formaten geht das nur über eine zusätzliche Datei, die sog. XMP-Sidecars.

Und auch wenn Speicherplatz heute nur noch eine untergeordnete Rolle spielt, ist eine DNG Datei oft bis zu 20 Prozent kleiner als das entsprechende Original-RAW. Hier ein kleiner Test mit einem Canon .CR2 RAW und der daraus konvertierten DNG-Datei:

Größenvergleich Canon CR2 und DNG
Größenvergleich Canon CR2 und DNG

Dass es sogar noch kleiner geht, seht ihr weiter unten.

DNG nachträglich erzeugen

Wenn ihr jetzt auf den DNG-Geschmack gekommen seid und bislang aber eurer Original-RAWs importiert habt, könnt ihr diese nachträglich ins DNG Format konvertieren.

Dazu wählt ihr die zu konvertierenden Fotos aus, geht auf Bibliothek -> Foto in DNG konvertieren … und erhaltet daraufhin eine Auswahlmenü:

DNG Konvertierung Auswahlmenü
DNG Konvertierung Auswahlmenü

Hier könnt ihr nun auswählen, dass nur RAW-Formate und nicht auch JPG-Formate ins DNG-Format konvertiert werden und ob die Original-RAWs nach der erfolgreichen Konvertierung gelöscht werden sollen. Andernfalls würde sich natürlich der Speicherbedarf verdoppeln. Ob die Dateierweiterung in Groß- oder Kleinbuchstaben erfolgen soll bleibt euch überlassen. Die Kompatibilität kann auf der Vorgabe bleiben.

Jetzt kommt ein spannender Punkt: JPEG-Vorschau. Diese Einstellung ist eigentlich vollkommen überflüssig, denn weder Lightroom noch Adobe ACR greifen auf das eingebettete JPEG-Vorschaubild zu. Es wird nur in externen Programmen wie z. B. dem Mac Finder als Vorschaubild genutzt und man könnte problemlos auf die Einbettung verzichten. Allerdings macht das durchschnittlich weniger als 1 Prozent Unterschied im Speicherbedarf aus, ob man es einbettet oder nicht.

Der Haken bei Schnell ladende Dateien einbetten führt zu einer etwas besseren Performance, wenn man das Bild im Entwicklungsmodul lädt.

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Hans Albrecht
Gast
Hans Albrecht

Hallo Markus,
habe soeben Dein Video zu raw gegen jpg angesehen, sehr gut.
Allzu sehr überrascht mich das allerdings nicht, jpg ist schon eine ausgereifte Sache. Und wenn die jpg noch in der Kamera generiert werden, ohnehin.

Da schon wieder ein Jahr fast vergangen ist und Du uns wieder sehr viele interessante Beiträge „gespendet“ hast, möchte ich mich sehr herzlich bedanken und ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute für die Zukunft wünschen.

Ich habe das Wort gespendet absichtlich in „“ gesetzt, ich würde mich gern selbst auch mit einer Spende für Dich bedanken, ist so etwas vorgesehen ?

Viele Grüße
Hans

Hans Albrecht
Gast
Hans Albrecht

Hallo Markus,
ich habe jetzt für eine Olympus SH 2 zum Versuch raw-Dateien .orf von dkamera.de
runtergeladen, kann sie mit Lightroom 5.7 nicht öffnen.
Was kann ich tun ?
Viele Grüße
Hans

Guido
Gast

Zum Thema Konvertierung in DNG noch ein kleiner Hinweis. Für alle Sicherheitsfanatiker macht es Sinn, beim Import der Bilder in LR5, die Option „Zweite Kopie an folgendem Ort“ anzuklicken. Mit dieser Option speichert LR5 das Original-RAW oder JPG an einem zweiten Ort (bei mit eine Thunderbolt HDD) ab. Dabei werden bspw. auch die hinterlegbaren Umbenennungsregeln angewandt. Ich bennene meine Dateien z.B. grundsätzlich nach dem Schema Aufnahmedatum YYMMDD_hhmmss_## um. Die RAW Originale werden dann ebenfalls umbenannt auf dem zweiten Speicherort abgelegt. So hat man immer noch die RAW Originaldateien, die man dann auch nochmals auf einem NAS sichern kann. Einziger Nachteil… Weiterlesen »

Hans Albrecht
Gast
Hans Albrecht

Hallo Markus, ich möchte die Gegenfrage stellen, hast Du richtig verstanden, was ein dng-file, so wie ich es beschrieben habe, am Ende alles enthält? – Es enthält den Ausgangszustand, den ich über Lr abrufen kann (file öffen und zurücksetzen) -Es enthält den Bearbeitungszustand mit den Bearbeitungsschritten, den ich über Lr aufrufen und ggfs. ändern kann – Es enthält ein jpg-file in voller Größe für den Bearbeitungszustand, das ich bspw. mit irfanview anzeigen kann. Ich muß kein jpg-file erzeugen, weil es im dng-file enthalten ist. Diese Funktionalität finde ich gelungen. Daß sich die Programme Lr und Ps diesbezüglich nicht richtig verstehen,… Weiterlesen »

Maren
Gast

Hallo.
Ich glaube wo hier das Missverständnis liegt ist, dass Hans denkt / hofft, dass ein fertig bearbeitet Bild aus PS als DNG gespeichert werden kann, da es in LR gefühlt so ist.
Aber LR speichert ja nur die notwendigen Bearbeitungsschritte ab und beim Entwickeln / Exportieren fertigt es ein Jpg oder Psd an.
Es macht also kein fertiges Bild in DNG

Und Photoshop macht doch auch nichts anderes.
Nur im Psd Format

Hans Albrecht
Gast
Hans Albrecht

Hallo Maren, Hallo Markus,
wo liegt denn hier das Mißverständnis?
Wenn Du in die dng-Datei als Vorschau volle Größe angibst, kannst Du in anderen Programmen, z. B. irfanview bei entsprechender Einstellung dng-Dateien quasi so anzeigen, wie sie nach der Bearbeitung wirklich sind.
Und was heißt hier, das ist keine der eigentlichen Eigenschaften von dng, es ist eine, und wie ich meine, eine sehr gute, eben weil das dng-file ohne xmp-Files auskommt.
Von meiner Seite o. k.
Viele Grüße
Hans

Hans Albrecht
Gast
Hans Albrecht

Hallo Markus, daß Photoshop bzgl. dng-Verarbeitung ein „destruktives“ System ist, habe ich mittlerweile an Hand der suksessive gesammelten Erkenntnisse mitbekommen, Du bestätigst es, dafür danke. Es ist also tatsächlich so, daß die Systeme Lr und Ps, obwohl aus einem Haus, nicht wirklich zusammenpassen, traurig. Und das, gerade weil Adobe mit dem dng-Format eine Art Standard für raw schaffen wollte. Letzte Frage dazu, ist Dir evtl.bekannt, ob Adobe da noch einmal etwas ändern will? Nochmal zu Deiner Bemerkung, die Abspeicherung der bearbeiteten raw-Dateien im dng-Format sei sinnlos. Das sehe ich so nicht, denn am Ende der Bearbeitung und Abspeichern in dng… Weiterlesen »

Hans Albrecht
Gast
Hans Albrecht

Hallo Markus? entschuldige, wenn ich mich nicht klar genug ausgedrückt habe. Ich bin z. Zt. dabei, Urlaubsbilder zu bearbeiten. Die Bilder habe ich im raw-Format von Sony, also in dem Fall als .arw-Dateien, aufgenommen. Nun habe ich diese Bilder in Lightroom 5.7 bearbeitet und am Ende als .dng-Dateien abgespeichert. Das geht einwandfrei, und ich habe das erreicht, was ich erreichen wollte, in den dng-Dateien sind alle Informationen enthalten, also der Ausgangszustand und der Bearbeitungszustand. Nun gibt es aber etliche Funktionen aus Photoshop in Lightroom nicht, deshalb will ich bei einigen Bildern die dng-Dateien im externen Editor von Photoshop bearbeiten und… Weiterlesen »

Hans Albrecht
Gast
Hans Albrecht

ich habe 2014 das 1. Mal durchgehend mit raw-Format fotografiert und nach dem Nachbearbeiten in dng abgespeichert.
Meine Erfahrung:
Einlagern einer jpg-Datei in voller Größe bringt Vorteile bei der Anzeige bspw.
mit irfanview, Geschwindigkeit.
Volle Größe erhöht allerdings den Speicherbedarf um ca. 5 MB.

Frage: ich habe zusätzlich zu Lightroom 5.7 noch Photoshop Elements 11, dng-Dateien werden von Photoshop Elements nicht unterstützt.
Weiß jemand, ob es ein Adobe-Programm (außer Lightroom) gibt, das dng-Dateien unterstützt (öffnen und speichern)?

Michael Fries
Gast
Michael Fries

Hi Markus, kannst Du mir helfen,
Ich habe mit der neuen Nikon D750 da so ein Problem mit den Raw Daten öffnen.
Lightroom ist noch nicht soweit mit dem Update auf 5.7 und für CS5 gibt es keinen passenden DNG Converter. Hast Du eine Idee wie convertiere ich meine NEF’s in DNG?
Grüße aus Viernheim
Michael

Manuela
Gast
Manuela

Hallo zusammen. Ich habe den DNG converter von adobe heruntergeladen und wollte damit meine ORF Dateien umwandeln. Leider findet der Converter meine Dateien gar nicht. Sprich, wenn ich die zu konvertierenden Bilder auswählen will, werden meine Ornder als leer angezeigt. Kann mir jemand helfen, woran das liegen könnte?

Jörg
Gast
Jörg

Hallo, Markus! Ich bin mit dem Einstieg in die LR-Welt auch grundsätzlich von NEF Richtung DNG gewechselt. Das passt immer prima. Aber bleiben die Dateien wirklich dauerhaft unverändert? Mir fällt immer wieder auf, dass ich nach der RAW-Entwicklung und dem Einsatz des Histogramms wg Lichter und Schwarz wieder die warnenden Pfeile dort angezeigt bekomme, die ich vorher penibel mittels der Regler „beseitigt“ hatte. Woran liegt das? Grüße, Jörg