8-Bit, 16-Bit, 32-Bit – was die Bit-Tiefe für Fotografen bedeutet

Geschätzte Lesedauer: 4 Minuten

In der Grundeinstellung erzeugt meine Nikon D7000 Fotos mit 12-Bit. Damit habe ich pro Farbe 4096 Abstufungen zur Verfügung, und damit auch viel mehr Tonwerte für starke Korrekturen zur Verfügung. Die D7000 lässt sich sogar auf 14-Bit umstellen, was zwar deutlich größere RAW-Dateien erzeugt (es sind ja mehr Bildinformationen enthalten), aber weiteren Spielraum liefert, da nun 16384 Helligkeitswerte zur Verfügung stehen.

RAW, Lightroom und Photoshop

Lightroom arbeitet grundsätzlich mit der höchsten Bit-Tiefe, die eure Datei liefert. Wenn ihr ein Foto aus Lightroom zur weiteren Bearbeitung an Photoshop übergebt, solltet ihr darauf achten, dass es mit 16-Bit weitergegeben wird. In Lightroom kann man das über Einstellungen -> Externe Bearbeitung festlegen. Ob ihr hier TIFF oder PSD nutzt, bleibt euch überlassen. Auf jeden Fall sollten hier 16-Bit Farbtiefe und ProPhoto RGB als Farbraum eingestellt sein, denn damit könnt ihr mit dem höchstmöglichen Umfang an Bilddaten in Photoshop arbeiten.

Einstellungen für den externen Editor in Lightroom
Einstellungen für den externen Editor in Lightroom

Wenn ihr mit eurer Bearbeitung fertig seid, könnt ihr das Bild natürlich als JPEG mit den üblichen 8-Bit exportieren, denn nun wissen wir ja, dass wir ohnehin nicht mehr Grau- und Farbtöne wahrnehmen können. Bei der Bearbeitung hattet ihr aber den nötigen Spielraum für große Korrekturen.

Für was denn 32-Bit Farbtiefe?

Nun sollte man meinen, 32-Bit mit lockeren 4,2 Milliarden Farbwerten wäre ein Overkill. Es gibt aber einen Sonderfall: HDR-Fotos. Bei einem HDR-Foto werden üblicherweise mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungen zu einer Datei mit einem riesigen Farbumfang zusammengerechnet, den eine normale Kamera mit einer einzigen Belichtung bislang nicht erreichen kann.

HDR Dialog in Photoshop CC
HDR Dialog in Photoshop CC

Um diese vielen Werte unterzukriegen, sind 32-Bit Dateien erforderlich. Damit lassen sich dann extreme Einstellungen realisieren, ohne dass Tonwerte verloren gehen.

HDR Tonemapping in Photoshop
HDR Tone Mapping in Photoshop

Fazit

Für die normale Betrachtung von Fotos braucht man nicht mehr als 8-Bit, weil unser Auge ohnehin noch nicht einmal diese 256 Tonwerte pro Farbe benötigt. Für die Bildbearbeitung sind 12- und mehr Bit aber sehr wichtig. Warum also nicht einfach mit dem Maximum an Bildinformationen fotografieren? Speicherkarten sind billig und aktuelle Rechner haben keine Probleme mehr, auch große RAW-Dateien zu verarbeiten. Der Gestaltungsspielraum ist größer und aus jedem Foto lässt sich mehr herausholen. Ein Beispiel dafür ist dieses Lightroom-Tutorial: Lightroom 5 Praxisvideo 1: Teneriffa – Linear- und Radialfilter in Action

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Boris

Tolle Erkärung !!

Da ich große psd-Dateien vermeiden möchte hätte ich dazu noch eine Frage;
ist es möglich die Dateien in 16-Bit zu bearbeiten, dann vor dem Speichern in 8-Bit umzuwandeln und auch als 8-Bit-psd abzuspeichern.
Und beim nächsten öffnen der 8-Bit-psd-Datei diese in Photoshop wieder in 16-Bit umzuwandeln um wieder die volle Farbtiefe für die Bearbeitung zur Verfügung zu haben ? Oder ist es eher so, dass einmal in 8-Bit gespeicherte Dateien keine höhere Farbtiefe mehr darstellen können ?

Vielen Dank und die besten Grüße

Jürgen

Toller Beitrag aber so richtig ist bei mir der Groschen noch nicht gefallen. Du schreibst: „Wenn ihr mit eurer Bearbeitung fertig seid, könnt ihr das Bild natürlich als JPEG mit den üblichen 8-Bit exportieren, denn nun wissen wir ja, dass wir ohnehin nicht mehr Grau- und Farbtöne wahrnehmen können. Bei der Bearbeitung hattet ihr aber den nötigen Spielraum für große Korrekturen.“ Soll das heißen der nötige Spielräum (also mehr Bits bei der Bearbeitung) lohnt sich auch wenn man das Bild hinterher als ein Stadard 8-Bit JPG exportiert, oder soll das heißen, das es sowieso so egal ist viele Bits die… Weiterlesen »

Ch. Haas

Besten Dank für die gute Erklärung!

Karl werner

Habe was dazu gelernt.
Super, danke.

Rene Meier

Sehr gut erklärt. Danke!

Meine neue Kamera D5300 bietet jetzt 14Bit an, doch leider importiert LR5.6 diese Dateien nicht nur die 12Bit Datei? ??

Wolfgang

Eine präzise, auch für der Einsteiger verständlich Hilfe. Sehr Empfehlenswert

Super einfach geschrieben und in wenigen Schritten erfolgreich erklärt. so mag ich das, danke! :]

Thorsten Schötz

Dankeschön! Ich habe in der RAW-Fotografie mein Hobby gefunden. Tolle und sehr verständliche Erklärung!

Jo Kro

eine der anschaulichsten Erklärungen die ich bisher gefunden habe