Kindle Fire – der Quellekatalog 2.0 von Amazon

Den Quellekatalog kennt ihr noch, oder? Zumindest den älteren unter uns ist das noch ein Begriff und gleichzeitig Inbegriff des Warenwunderlands. Mit dem neuen Kindle Fire hat Amazon nicht einfach ein weiteres Tablett herausgebracht, sondern einen Quellekatalog 2.0 ausgerufen.

Okay, mit Quelle ist es ja nicht mehr weit her, was jeden daran erinnern sollte was passieren kann, wenn man die Zeichen der Zeit verschläft. Sei’s drum! Für mich war der Quellekatalog als Kind besonders in der Vorweihnachtszeit besonders interessant, weil das die Inspirationsquelle (höhö) für den Wunschzettel war.

Kein neues Gerät – ein neuer Service!

Amazon-Chef Jeff Bezos sprach bei der Vorstellung des neuen Kindle Fire einen wichtigen Satz: „Its not hardware, its services!“ und genau um das geht es beim Kindle Fire. Das ist nicht einfach ein weiteres (Android)Tablet oder ein E-Book Reader oder Amazons Antwort auf das iPad. Der neue Kindle ist Amazons „Quellekatalog“. Darüber werden Bücher, Zeitschriften, Spiele, Musik und Filme verkauft und man spart sich damit jede Menge Logistikaufwand, weil weniger physisches Gut verschickt werden muss. Außerdem muss der neue „Katalog“ nicht für millionen Euro produziert, gedruckt und verschickt werden – die Leute kaufen ihn!

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Amazon Kindle Fire

Der Preis des Kindle Fire ist – gemessen an der Leistung – lächerlich gering … zumindest auf den ersten Blick. Amazon muss dieses Tablet auf jeden Fall subventionieren, was aber bestimmt ein gutes Geschäft werden wird, denn der Kindle wird durch die Erlöse aus E-Books, Musik, Apps, Filmen, Zeitschriften etc. mitfinanziert – eine klassische Mischkalkulation also.

Amazon Kindle Fire – der Versandkatalog 2.0

Mit dem Kindle hat man das gesamte Warenangebot von Amazon auf einem Gerät, das von Amazon kontrolliert wird. Angebote per Push-Nachricht? Kein Problem! Personalisierte Angebote auf dem Startbildschirm – die werden wohl so sicher kommen, wie das Amen in der Kirche. Der Quelle Katalog konnte auch nicht feststellen, welche Seiten man sich häufig angesehen hat und Vorschläge danach ausrichten. Das alles wird Kindle können.

Its not hardware, its services – genau so ist es! Warum kaufe ich z. B. nicht bei einem Media Markt ein? Weil es mir zu blöd ist! Das was ich suche ist ohnehin nicht da, gerade bei Kleinkram sind die Preise lächerlich hoch und die Beratung ist … naja. Kommt es dann mal zu einem Austausch habe ich auch noch die Rennerei und vielleicht sogar noch Diskussionen.

Amazon arbeitet ja schon am „Same Day Delivery“, also der Lieferung eines Artikels noch am Tag der Bestellung. Betrachtet man die Entwicklung bei den Spritpreisen lohnt es sich auch nicht mehr, zehn oder mehr Kilometer einfach zum nächsten Elektronikmarkt zu fahren. Zehn Kilometer bedeuten bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 8,5 Liter Super auf 100 km zum heutigen Tag 1,53 Euro alleine an Spritkosten – keine Versicherung, keine Steuer, keine Abnutzung, keine Wertminderung eingerechnet.

Die Kehrseite

Natürlich hat dieses schöne Amazon-Ökosystem auch eine Kehrseite. Die Zahl der Online-Händler wird immer geringer werden, weil diese gegen Giganten wie Amazon und Ebay nicht mehr ankommen werden. Ich bin selbst im Online-Versandhandel tätig und kann diese Entwicklung sehr schön am Beispiel von Zalando beobachten, die gerade dabei sind auch den Sportartikel- und Outdoor-Bereich aufzufressen. Als kleinerer Online-Händler bleibt einem nur, selbst bei Amazon tätig zu werden, auch wenn Amazon mittlerweile fast jeden Marketplace-Anbieter unterbietet und Preise – mittels ausgeklügelter Algorithmen – teilweise schon im Sekundentakt anpasst.

Die Marketplace-Händler sind dabei eine Art Versuchskaninichen für Amazon: Bietet man ein Markenprodukt an und es zeigt sich, dass es gefragt ist, entgeht das natürlich auch Amazon nicht. Amazon geht dann auf den Hersteller zu und erwirkt, dass man es selbst günstiger anbieten kann als seine Marketplace-Händler. Damit hatte man als kleiner Händler das Risiko und den Aufwand und Amazon profitiert davon.

Der Kindle Fire ist somit mehr, als nur ein Tablet von Amazon – es könnte der Anfang einer noch größeren Umwälzung im Handel sein – und Apple könnte im Vergleich zu Amazon bald wie Weisenknaben aussehen.

Was meinst du? Interessiert dich ein Kindle und würdest du ihn kaufen?

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3 Kommentare zu “Kindle Fire – der Quellekatalog 2.0 von Amazon

  1. Ich seh eigentlich keinen Grund mir den Kindle Fire zu kaufen. Wofür? Das Amazon-App auf meinem 1er iPad ist absolut ausreichend. Bin gespannt ob Amazon damit erfolg hat, ich glaube es nicht.

  2. Ich muss sagen, diese ganzen Pads und Tablets gehen an mir spurlos vorbei. Ich habe ganz bescheiden ein iPad der ersten Generation, gekoppelt per Wifi-Hotspot mit meinem iPhone. Für die paar eBooks die ich lese, die Kindle-App installiert. Ich vermisse nichts und wenn man erst an ein iOS-Gerät gewöhnt ist, will man sowieso nix anderes mehr 😉

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