Solid State Disks oder SSDs sind der Beschleuniger für den Rechner. Sie sind schnell, leise und brauchen weniger Strom als ihre mechanischen Brüder. Leider sind SSDs aber auch noch immer sehr teuer.

SEAGATE hat nun mit der Momentus XT eine Alternative am Start, welche die Vorzüge beider Welten – Schnelligkeit, wenn es notwendig ist und günstigen Preis – vereint. Ich habe mir die Technologie einmal angesehen.

Dieser Beitrag wurde 2010 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

Nachdem sich viele Jahre lang glänzende Magnetscheiben gedreht und unsere Daten aufgezeichnet haben hält eine Speichertechnologie Einzug, bei der es keine mechanisch beweglichen Teile mehr gibt: die Solid State Disk oder SSD.

Dieser Festplattennachfolger speichert die Daten nicht mehr auf der drehenden Scheibe, bei der der Schreib-/Lesekopf hin und herflitzen muss. SSDs speichern die Daten, ähnlich wie USB-Sticks, auf Speicherchips. Der große Vorteil der SSDs: Mechanisch sind diese Platten sehr unempfindlich, sie brauchen wenig Strom, sind geräuschlos und: Sie sind sehr schnell.

SSDs sind schnell, leise und … teuer

Gerade wenn es um das Laden von kleinen Dateien geht, besticht die SSD mit Schnelligkeit. Während eine herkömmliche Festplatte den Schreib-/Lesekopf ständig neu positionieren muss, was jede Menge Zugriffszeit kostet, kann die SSD sofort den benötigten Speicherbereich aufrufen und ausgeben. Dieser Geschwindigkeitsvorteil zeigt sich vor allem beim Systemstart oder beim Aufruf großer Anwendungen, wie z.B. Photoshop.

Der Systemstart dauert mit einer leistungsfähigen SSD nur noch halb so lange, wie mit einer herkömmlichen Festplatte und Anwendungen werden in Rekordzeit geöffnet.

Wo Licht ist, ist aber auch Schatten: SSDs sind noch sehr viel teurer, als ihre mechanischen Brüder. Etwas 2 Euro pro Gigabyte muss man heute für eine gute SSD rechnen, während man bei einer herkömmlichen Festplatte mit 6 Cent und weniger pro GB dabei ist. Zudem haben SSDs bei großen Dateien, wie sie im Audio- und Videobereich vorkommen, praktisch keine Vorteile gegenüber normalen Festplatten.

Best of both worlds: Hybridfestplatten als preiswerte Alternative

SEAGATE geht nun mit der Momentus XT einen neuen Weg, denn man vereint hier die Vorteile der SSD, also die Geschwindigkeit mit denen unserer altbekannten Festplatte: Viel Platz für wenig Geld. Erreicht wird das, indem man zur normalen Festplatte, welche mit 7.200 u/min dreht, einen 4GB großen SSD Bereich mit verbaut.

Der Trick ist nun, dass man der Momentus XT eine Logik verpasst hat, die mit der Zeit lernen kann, welche Dateien am häufigsten benötigt werden z. B. beim Systemstart. Diese werden dann im SSD-Bereich der Platte organisiert und stehen so mit SSD-Geschwindigkeit zur Verfügung. Dieser Prozess dauert einige Zeit, aber die Geschwindigkeitsvorteile sind nach einigen Boot-Vorgängen und dem häufigen Start der gleichen Anwendungen durchaus spürbar.

Bei der SEAGATE Momentus XT handelt es sich übrigens um eine 2,5 Zoll kleine Festplatte, sie hat also den selben Formfaktor wie die meisten SSDs. Auch als Standard-Festplatte, ohne die SSD-Vorteile gehört die Momentus XT zu den schnellsten Notebookfestplatten auf dem Markt.

Praxis

Ich habe die Momentus XT einmal in einen Desktoprechner eingebaut, der bereits mit einer INTEL X25 SSD bestückt ist. Mit Hilfe der Imagesoftware Shadowprotect Desktop, habe ich ein Abbild meiner SSD auf die Momentus XT kopiert, sodass es sich um die gleiche Konfiguration und Installation handelt und diese dann als Systemplatte angeschlossen.

Die ersten Starts verhielten sich deutlich langsamer, als ich es von meiner INTEL SSD kannte. Nach einigen Neustarts zeigte sich aber, dass diese immer weniger Zeit benötigten und nahe an die Bootzeit der „echten“ SSD kamen. Auch hier muss ich aber hinzusagen, dass auch mit der INTEL SSD die Bootvorgänge nicht immer gleich lang dauern und sich so nur „gefühlte“ Eigenschaften ermitteln lassen.

Auch beim Start meiner wichtigsten Anwendungen wie Adobe Photoshop, Lightroom, Magix Samplitude, Ableton Live oder Standards wie Webbrowser, konnte ich nach einiger Zeit eine Beschleunigung feststellen. Zwar war diese nicht so ausgeprägt wie bei einer Systemplatte, die vollständig auf SSD-Technik basiert, aber es war durchaus flotter, als man das von herkömmlichen Festplatten erwarten würde.

Fazit

Benchmarktests sind leider etwas schwierig, da sie der Performancevorteil der Hybridfestplatte erst nach und nach ergibt und die gängigen Benchmarktests dafür nicht ausgelegt sind. Wer aber den Systemstart und den Start der am häufigsten benutzen Programme beschleunigen möchte, bekommt mit der SEAGATE Momentus XT SSD-Feeling in den wichtigsten Bereichen für wenig Geld – eine Momentus XT bekommt man für 22 Cent pro GB!

LINKS:

Momentus XT Produktseite

Momentus XT bei Amazon

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7 Responses

  1. Steffen

    In den Kundenrezensionen auf Amazonen findet sich Kritik bezüglich der Lautstärke bzw. der Vibrationen der Platte. Welches Modell hast du?

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  2. @Mitchy79

    Hat mich neugierig gemacht, muss ich sagen.
    Der Link zur Amazon-Seite führt komischerweise auch auf die Herstellerseite. Ist da was durcheinander gekommen?

    Antworten
  3. Batschkapp

    Interessantes Teil und preislich wenigstens nicht gleich die Hälfte der Kosten des Gesamtsystems. Vielleicht gibts ja mal noch einen Bericht nach einem längeren Praxistest?

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