Nun gibts eine recht ausführliche Präsentation der neuen Audiosoftware „Record“ von Propellerhead. Diese habe ich mir vor zwei Wochen einmal intensiv angesehen. Dabei fiel mir spontan der Standardspruch meines Kumpels Jörg ein, der bei Begeisterung oder Verwunderung jeden Satz mit „Alter Schwede …“ beginnt – und das passt ja zu den Propellerheads wie die Faust […]

Dieser Beitrag wurde 2009 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

Nun gibts eine recht ausführliche Präsentation der neuen Audiosoftware „Record“ von Propellerhead. Diese habe ich mir vor zwei Wochen einmal intensiv angesehen. Dabei fiel mir spontan der Standardspruch meines Kumpels Jörg ein, der bei Begeisterung oder Verwunderung jeden Satz mit „Alter Schwede …“ beginnt – und das passt ja zu den Propellerheads wie die Faust aufs Auge, kommen diese doch aus Schweden …
Nun sind noch zwei weitere Videos zu Propellerheads Lösung für „echte Musiker“ (sorry, das konnte ich mir nicht verkneifen …) zu sehen

Was wollte ich jetzt eigentlich sagen!? Ach so: ALTER SCHWEDE! Die Propellerköpfe haben sich wirklich Gedanken gemacht!

Große Auswahl – alles gleich

Wir haben ja eine recht gute Auswahl an DAWs – den digitalen Audioworkstations von den Platzhirschen Cubase, Logic, Pro Tools, Sonar und Ableton Live, über Samplitude, preiswerte Lösungen wie Reaper und Tracktion bishin zu Exoten wie Energy XT oder Ardour. Einzig Ableton Live und Tracktion verfolgen hier einen etwas anderen Ansatz. Eine echt einfache Lösung für Musiker – also diese Art Mensch, die sich nur für die Musik interessieren und denen Technik am A…. vorbei geht, gibt es eigentlich nicht.

Mal aus dem Nähkästchen geplaudert: Ich mache seit 1990 mit meinen 4 Jungs Musik. Ich habe mich schon immer für Technik interessiert und bereits 1986 mit dem Homerecording in Form eines Tascam 4-Spurrecorders, Roland TR-505 Drummachine und div. Peripherie begonnen und eine Ausbildung zum Radiofernsehtechniker absolviert. Meinen anderen Herren war das immer ziemlich schnuppe. Sie hatten aber Interesse daran, ihre Ideen auf Band festzuhalten und konnten mit einem Inline-Mixer und Bandmaschinen umgehen. Irgendwann haben sie auch den Unterschied zwischen Sends und Inserts begriffen, konnten Subgruppen sinnvoll nutzen und wussten, dass man zusätzliche Geräte im Rack hat, die zusätzliche Möglichkeiten bieten.

Probleme, die man vorher nicht hatte

altMit der digitalen Audiowelt am PC wurde die ganze Geschichte erst einmal komplizierter, denn man musste sich um Dinge wie Plugins, Latenzen und Samplerates beschäftigen. Von den Problemen mit Treibern und Interfaces mal ganz abgesehen. Zwar gab es hier auch Mixer, die Arrangementansicht, welche der Bandmaschine entsprach und jede Menge Effekte, aber das Handling war irgendwie aufwändiger und es entsprach nicht mehr direkt der analogen Welt, auch wenn wir „Profianwender“ oftmals das nicht begreifen können.

Einem solchen Anwender ist es wurst, ob das Plugin einen Pultec EQ oder einen Urei Kompressor nachmacht, denn die kennt er „ich echt“ nicht und kann mit den subtilen bis esotherischen Unterschieden ohnehin nichts anfangen, da er mit dem Kompressor ansich schon auf Kriegsfuß steht. Er kennt zwar den generellen Nutzen, aber das soll der dann auch so machen und der Rest interessiert nicht, denn: Es geht ihm allein um die Musik!

Wenn man ehrlich ist muss man auch zugeben, dass man vor dem Mikrofon schon so viel falsch machen kann, dass die nachfolgenden Komponenten vom Mikro über den Preamp und schon gleich keine Wandler oder Plugins einen Unterschied machen. Mangelnde Raumakustik, Unkenntnis bei der Mikrofonauswahl – sofern überhaupt Alternativen zur Verfügung stehen – bis zur Aufstellung.

Kreativität hängt nicht von der Technik ab

Worum es sich dreht ist die Musik, die Kreativität und die Performance – alles andere ist Schnickschnack. Anstatt zwei Dutzend EQ-Plugins durchzuprobieren, sollte man doch lieber mal zwei Dutzend Soli probieren, oder?

Genug der ideologischen Ausführungen. Was Propellerhead mit Record vor hat, ist dieser Ansatz: Ein integriertes System ohne Fremdsoftware. Eine „Bandmaschine“, ein Mixer und ein Rack. Hat man Reason, hat man auch die Klangerzeuger, die performant und stabil laufen, weil man keine Schnittstellen für Jedemann vorhalten muss. Keine VST-Plugins, keine 3rd Party-Software, kein Ballast. Keine myriardenfachen Erweiterungsmöglichkeiten, die allesamt nur eines bewirken, nämlich die Ablenkung von der Musik und des kreativen Prozesses.

Und zurück zu Propellerhead Record

altMan kann den Propellerköpfen zur ihrer Entscheidung und auch zum Mut der dazu gehört, noch eine DAW auf den Markt zu werfen nur gratulieren. Ein insich geschlossenes System, das wie das echte Leben aussieht könnte eine ganze Reihe von Musikern überzeugen, die bislang einen Bogen um rechnergestüzte Aufnahmesysteme gemacht und bestenfalls mit einem Kompaktstudio wie dem ZOOM HD16 aufgenommen haben.

Ich kann zwar schon jetzt wieder die ganzen Haarspalter unken hören, dass die Soundengine von Record viieeel weniger Dynamik hätte und irgendwie spitz klänge, die EQs ja überhaupt nicht zu gebrauchen wären und überhaupt ja Reason schon sch…. lecht gewesen wäre. Aber das machen die ohnehin bei allen Produkten so …

Ich bin auf Record sehr gespannt und werde damit mal den Noob-Test machen, also jemanden ans Recording ranprügeln, der bislang noch überhaupt noch keinen größeren Drang dazu hatte.

Was hältst Du von Record und würdest Du es nutzen?

Eine Antwort

  1. Denis

    danke fuer die ganzen videos. record hoert sich interessant an…. die idee ist gut. auch wenn ich nicht komplett technikbehindert bin, es kann schonmal nerven soviel einstellungen vornehmen zu muessen, bis man irgendwas aufnehmen kann…. nud man kann sich einfach in diesen Programmen verlieren. nicht sehr kreativ.

    eine sache muss ich aber sagen nachdem ich mir die videos angeschaut habe: Ich sehe jetzt noch nicht wirklich wo es jetzt genau einfacher oder schneller ist, etwas aufzunehmen: Ich kann ja theorteisch auch in Live oder Reaper schnell mal einen track aufnehmen… ausser dass das system integriert ist und ohne vst lauft, sehe ich jetzt keinen unterschied, oder ueberseh ich da was?

    auf der anderen seite ist die qualitaet, wenn man einen track langsamer abspielt wirklich fantastisch. habe ich so gut noch nichtmal in live gehoert….

    einen looper wuerde ich mir noch wuenschen….. (oder kann man da irgendwie den comp editor verwenden) sowas wie eine software version enier „Boss RC-50 loop station“ oder von der loopmachine in guitar rig (ich spiele gitarre, deswegen waere das interessant). ich werde record auf jeden fall antesten wenn es herauskommt. es gibt hoffentlich eine demo auch wenn die vollversion wohl nur mit einem dongle lauft.

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