Ein scharfes Foto (im technischen Sinn) hängt von vielen Faktoren ab: Eine kurze Belichtungszeit, ein Stativ, eine ruhige Hand vermeiden Unschärfen. Ganz wichtig ist natürlich ein hochwertiges Objektiv, vielleicht sogar mit Bildstabilisator. Letzterer gleicht aber nun die Unschärfen aus, die durch die Bewegung der Kamera entstehen. Unschärfen durch Bewegungen im Motiv können dadurch nicht kompensiert […]

Dieser Beitrag wurde 2009 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

Ein scharfes Foto (im technischen Sinn) hängt von vielen Faktoren ab: Eine kurze Belichtungszeit, ein Stativ, eine ruhige Hand vermeiden Unschärfen. Ganz wichtig ist natürlich ein hochwertiges Objektiv, vielleicht sogar mit Bildstabilisator. Letzterer gleicht aber nun die Unschärfen aus, die durch die Bewegung der Kamera entstehen. Unschärfen durch Bewegungen im Motiv können dadurch nicht kompensiert werden.

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Die Serienbildlösung

Eine sehr hilfreiche Funktion, die oft zu noch schärferen Ergebnissen führt ist die Serienbildfunktion. Bei aktuellen Kameras sind selbst in der Einsteigerklasse wie der Nikon D90 4,5 Bilder pro Sekunde möglich und eine D300 schafft mit dem Batteriegriff oder diesem Trick bis zu 8 Bilder in der Sekunde. Warum sollen aber die Bilder schärfer werden, wenn sie mit der Serienbildfunktion fotografiert wurden? Ganz einfach: Weil die Wahrscheinlichkeit bei fünf, acht oder mehr Bildern in Serie größer ist, ein besonders scharfes Exemplar zu erhalten, als bei einem Schuss! Nebeneffekt des Serienbildes: Es sind vielleicht Augenblicken eingefangen, bei denen ein ganz besonders schöner Gesichtsausdruck etc. vorhanden ist, der nur Bruchteile einer Sekunde andauerte. Viele nutzen die Serienbildfunktion leider nur bei Actionfotos – zu Unrecht! Ihr werdet überrascht sein, wie oft sich ein deutlich schärferes Foto unter den Serienbildern befindet.

Serienbilder bei Gruppenfotos

Ein anderes typisches Beispiel ist das Gruppenfoto, z.B. von einer Hochzeitsgesellschaft: Alle sollen freundlich, mit offenen Augen, gut sichtbar und ohne Gezappel in Richtung Kamera schauen. Einen Sack Flöhe zusammenzuhalten ist dagegen eine einfache Aufgabe. Also die Kamera auf höchste Serienbildgeschwindigkeit getuned, kurze Instruktionen mit ein paar Späßchen, damit auch der Griesgram hinten links einen kurzen Augenblick der Erheiterung herausquält und Dauerfeuer mit dem Serienbild. Ich möchte fast garantieren, dass mind. ein Foto dabei ist, auf dem alle einigermaßen brauchbar aussehen und die Augen offen haben – außer Karl Dall war unter den Gästen 😉 Auch wird sicher eines dabei sein, in dem keine Bewegungsunschärfe zu finden ist, auch wenn man weiß, dass Vetter Philip zu den zappeligen Zeitgenossen gehört.

Serienbilder bei ruhigen Motiven

Auch bei recht statischen Motiven wie einer Landschaftsaufnahme kann ein Serienbild nützlich sein. Wenn es auch nur ein bisschen windig ist, werden Äste, Blätter, Wiesen etc. in Bewegung sein und man kann so vielleicht einen Moment einfangen, an dem alles so ruhig wie möglich war. Gerade dann aber, wenn extrem kurze Belichtungszeiten nicht möglich sind, weil wenig Licht vorhanden ist, kann die Serienbildtechnik helfen, schärfere Bilder zu erzielen. Auch sind so die Einzelbilder für HDR-Aufnahmen aus der Hand möglich.

Wie schnell gehts?

altWenn eine Kamera 5 Bilder pro Sekunde schafft, macht sie demnach alle 200 Millisekunden ein Bild. Da eine Spiegelreflexkamera auch etwas Zeit zum Hochklappen des Spiegels, zum Öffnen des Verschlussvorhangs und zum Schließen der beiden Teile, aber auch zum Speichern der Daten benötigt, erreicht jedes Kameramodell die maximale Serienbildgeschwindigkeit bei unterschiedlichen Belichtungszeiten. Bei der D90 werden die maximalen 4,5 Bilder pro Sekunde nach meiner Messung ab 1/125 Verschlusszeit erreicht. Fotografiert man nur mit 1/60, kommt man noch auf etwa 3,5 Bilder und bei 1/20 sind es nur noch 3 Serienbilder pro Sekunde.

Ich habe für euch einmal die Serienbildgeschwindigkeit der D90 bei 1/20, 1/60 und 1/500 gemessen, indem ich den typischen Klang des Spiegelschlags aufgenommen habe. Man sieht hier deutlich, dass die Serienbildaufnahme immer langsamer wird, je länger der Verschluss offen ist. Beachtet bitte, dass natürlich auch die Speicherkarte der Datenflut einer Serienbildaufnahme gewachsen sein sollte, besonders bei Kameras mit Auflösungen jenseits der 10MP oder wenn Ihr im RAW-Modus fotografiert.

Fazit

Serienbilder sind nicht nur was für Sportfotografen, sondern bei sehr viel mehr Situationen hilfreich. Egal ob Portrait, Landschaft, Gruppenbildern oder Livefotos von Bands. Serienbilder halten mehr Augenblicke fest und bieten damit die Möglichkeit auszuwählen. Große und günstige Speicherkarten erleichtern die Entscheidung, einfach öfter einmal eine Serie zu schießen. Außerdem klingt das „Klack-Klack-Klack-Klack-Klack“ einer SLR doch klasse und professionell, oder!? 🙂

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