Ich muss ja zugeben, dass ich ein Anhänger des Verstärkermodellings bin. Die Auswahl an Verstärkern, Boxen, Effekten etc. ist einfach praktisch und ich bin auch mit dem Sound zufrieden. So nutze ich seit fast zwei Jahren einen Zoom 2.1u Bassmodeller im Proberaum (über die PA) und bin mit meinem Sound mehr als zufrieden. Ebenso liebe […]

Dieser Beitrag wurde 2009 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

Ich muss ja zugeben, dass ich ein Anhänger des Verstärkermodellings bin. Die Auswahl an Verstärkern, Boxen, Effekten etc. ist einfach praktisch und ich bin auch mit dem Sound zufrieden. So nutze ich seit fast zwei Jahren einen Zoom 2.1u Bassmodeller im Proberaum (über die PA) und bin mit meinem Sound mehr als zufrieden. Ebenso liebe ich die angezerrten Sounds und besonders den cleanen „Blackface“ Sound meiner Johnson J-Station. Auch Line6 war lange Zeit in meinem Gebrauch, aber der Toneport UX-2 war mir mit seiner Toneport-Software mit der Zeit zu unflexibel, da es sich dabei ja nicht um ein Plugin sondern eine externe Anwendung handelte. Line6 hat hier übrigens nachgezogen und mit der PodFarm liegt jetzt ein echtes Plugin dem neuen UX-2 bei, wobei sich PodFarm und Overloud’s TH1 nicht unähnlich sehen …

alt

Nie so recht erwärmen konnte ich mich für reine Software-Lösungen wie dem Native Instruments GuitarRig oder IK Amplitube, wobei mir letzteres noch immer mehr zusagte. GuitarRig klang für mich immer irgendwie „steril“.

Ein neuer Stern am Himmel des Amp-Modellings kommt vom Softwarehersteller Overloud, bekannt durch das algoritmische Reverb-Plugin „Breverb„. Mit dem schlicht TH1 genannten Plugin betritt man auf sehr interessante Art die Welt simulierter Gitarrenverstärker. Overloud nennt seine Technik selbst stolz „4th generation tube and analog emulation engine“.

altIch habe erst einmal kurz die 14 Tage lauffähige Demoversion angetestet und bin ziemlich beeindruckt, was dort geboten wird. Zwar hat man nur – im Vergleich zu GuitarRig – 8 Verstärkermodelle zur Auswahl, aber die können schon einmal in 21 Betriebsmodi arbeiten und werden von nicht weniger als 21 Lautsprechermodellen und 18 (!!) Mikrofonarten flankiert. Appropos Mikrofone: Diese lassen sich praktisch frei in allen drei Dimensionen vor dem virtuellen Lautsprecher positionieren und die unterschiedlichen Positionen haben wirklich auch einen hörbaren und realistischen Effekt – außer dass man nicht vom Regieraum in den Aufnahmeraum rennen muss.

Interessant ist, dass man die Verstärkermodelle überblenden kann, d.h. ein angezerrter Fender Blackface für den Anschlagsklick und ein heftiger Rectifier-Sound fürs harte Brett, lassen sich stufenlos mischen. Die Kombinationsmöglichkeiten sind immens, denn wie wäre es mal mit zwei Amps hintereinander oder einen abgenommenen Sound wieder durch einen Amp zu schicken? Alles ist möglich und durch Splitter und Mixer lassen sich auch ungewöhnliche Routings und Stereosetups auf verschiedenen Amps und Sounds realisieren.

altDie Effekte werden als Bodentreter dargestellt und klingen nach meinem ersten Eindruck sehr gut. Besonders die Reverbs sind gelungen, stammen sie doch technisch vom großen Breverb ab. Spaß macht auch der „AcGtrSimul“ ein Effekt, der erstaunlich realistisch eine Akustikgitarre nachahmt, wenn man z.B. eine Strat angeschlossen hat. Die CPU-Belastung fällt dabei auch bei umfangreichen Setup erfreulich gering aus.

Per Drag’nDrop lassen sich Schalter und Regler am unteren Bildschirmrand anlernen, die einen schnellen Zugriff auf beliebige Parameter der Amps und Effekte erlauben und sich per vordefinierten MIDI Controller Changes auch über externe Controller bedienen lassen. Ein Plus für den Live-Einsatz.

Ich werde nun mal tiefer in dieses sehr vielversprechende Plugin eintauchen und euch auf dem Laufenden halten. Die 14-Tages Demo und Hörproben findet Ihr auf der Herstellerseite.

4 Responses

  1. Sascha

    Hey Markus!Cooler Tip! Ich hab mir das Demo installiert und bin von den angezerrten Sachen begeistert. Die Amps reagieren sehr schön und stufenlos auf den Volumeregler an der Gitarre. Die Bedinung ist auch sehr gut gelöst. Ich hatte bisher NI Guitar Rig, finde aber die crunchy sachen hier viel besser.

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    • Markus

      Nee, leider nicht. Allerdings kann man den vorhandenen Modellen wie Blackface oder dem AC30-Klon schöne knurrige Sounds entlocken. Ein bisschen parametrischen EQ und Compressor und ab gehts.
      Zwei oder drei Bassmodelle wie einen SVT, etwas modernes wie SWR oder TraceElliot und vielleicht etwas in der Richtung SansAmp, zusammen mit entsprechenden Boxen und Effekten wäre natürlich der Knaller. Aber vielleicht kommt da ja noch etwas …

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