Hauttöne sind für unser Auge ganz besonders kritisch und bedürfen besonderer Betrachtung. Oft kommt es durch Reflektionen von farbigen Wänden und Decken zu Verfälschungen der Hauttöne oder der Weißabgleich der Kamera hat nicht geklappt bzw. wurde durch andere Einflüsse gestört. Leider hat man in Adobe Lightroom nur eine Anzeige der RGB-Werte zur Verfügung, was die […]

Dieser Beitrag wurde 2008 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

Neutrale HautfarbenHauttöne sind für unser Auge ganz besonders kritisch und bedürfen besonderer Betrachtung. Oft kommt es durch Reflektionen von farbigen Wänden und Decken zu Verfälschungen der Hauttöne oder der Weißabgleich der Kamera hat nicht geklappt bzw. wurde durch andere Einflüsse gestört.

Leider hat man in Adobe Lightroom nur eine Anzeige der RGB-Werte zur Verfügung, was die Farbkorrektur etwas schwieriger macht, als es mit CMYK-Werten der Fall wäre. Aber es geht doch!

Einen generellen Weißabgleich kann man zu allererst mit dem Pipettenwerkzeug (W-Taste) durchführen, indem man auf einen neutralen Bereich (grauer oder weißer Bereich unter 100% Helligkeit) klickt und damit das gesamte Bild anpasst. Dies bedeutet aber nicht unbedingt, dass damit auch der Hautton stimmt, da die Stelle, von der ihr euch den Neutralwert gezogen habt, vielleicht von einer anderen Lichtquelle beleuchtet wurde …

Hauttöne messenUm den Hautton einer Person zu bestimmen, misst man mit der Pipette an einer ausgewogen belichteten, gleichmäßigen Hautpartie. Geeignet sind hier besonders der Bereich der Nasenwurzel oder der Bereich zwischen Kinn und Unterlippe, da hier selten Reflexe auftreten. Man sollte natürlich nicht unbedingt auf roten Bäckchen (besonders bei Babys und Kindern aufpassen), Pickeln oder Sommersprossen messen 😉

Im Idealfall haben die RGB-Farbwerte recht gleiche Abstände zueinander, wobei diese je nach Belichtung und stärke der Bräunung unterschiedlich weit auseinanderliegen können. Im Beispiel links (meine Frau Tanja mit unserem Patenkind Jannik), ist Rot ca. 10% höher als der Grünwert und dieser wiederum etwa 10% höher als der Blauwert. Das Verhältnis der Werte ist beim kleinen Jannik und Tanja praktisch gleich, obwohl Tanja gebräunt ist und Jannik seine zarte, helle Babyhaut bevorzugt.

SättigungErst sollte man sich die Farbsättigung ansehen, denn übersättigte Hauttöne wirken immer unnatürlich. Hier kann man den Rotwert und den Blauwert heranziehen: Der Blauanteil sollte nicht geringer sein, als 3/4 des Rotwertes. Misst man also z. B. 68,4% Rotanteil, sollte der Blauanteil auf jeden Fall nicht geringer als 68,4*0,75 = 51,3% sein, sonst sind die Hauttöne übersättigt und die Person sieht dann oft nach Sonnenbrand, Bluthochdruck oder Thomas Anders anno 1986 aus. In diesem Fall sollte man die Farbsättigung etwas verringern (siehe Bild oben – Janine mit Handy).

Farbtemperatur verändernUm nun ein Bild zu korrigieren vergleicht man den Grünanteil zum Rotanteil und zu Blauanteil. Wenn Grün und Blau zu eng zusammen sind (wenige, 1-stellige Prozent Unterschied), wirken die Hauttöne blass und bläulich – wie eine Wasserleiche im Tatort. Hier muss die Farbtemperatur angepasst und wärmer gemacht werden, also den Temp-Regler nacht rechts schieben.

Farbton verändernSind hingegen Grün und Rot zu eng zusammen (die Haut wirkt zu gelb und fahl), muss der Farbton verändert werden und der Farbtonregler nach rechts in Richtung Magenta bewegt werden.

All diese Angaben sind natürlich kein Gesetz und können selbstverständlich variieren. Zudem sind sie auf den Europiden, also Menschen mit „weißer“ Hautfarbe ausgelegt. Gerade wenn es um die Beurteilung von Hauttönen geht, ist ein kalibrierter Monitor ein unverzichtbares Werkzeug – ich empfehle den Pantone Huey als preisgünstige und gute Lösung.

Getty TestbildEin sehr brauchbares Testbild, gibt es bei Getty-Images zum kostenlosen Download. Es kann sehr gut als Referenz und zum Vergleich dienen. Außerdem kann man es immer einmal bei der Bildbestellung unterjubeln, um zu sehen, was die Fotodienste so treiben …

Die Screenshots wurden übrigens mit der Betaversion von Lightroom 2.0 erstellt. Die Anleitung funktioniert natürlich ebenso in früheren Lightroom Versionen.

2 Responses

  1. motw

    Hallo Markus,

    hier hast Du mal wieder einen hervorragenden Beitrag geschrieben.
    Was ich mich aber schon immer frage, wie stelle ich die Tönung richitg ein?
    Was ist Richtig?
    Kann man sich an dem Histrogramm orientieren?
    Wenn es um den Weißabgleich geht wird immer auf die Temperatur eingegangen und nebenbei auf die Tönung.

    LG
    motw

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