Der Homo Meto Furere

Wenn man Evolution – insbesondere die des Menschen – nachweisen kann, dann an einem wohl schon instinktiv verankerten Verhalten: Brumm, Brumm, rrrrrrräääärrrrrääääähhh – aha es ist Samstag gegen 14 Uhr und irgendwo in der Ferne hört man den betörenden Klang eines Solo-Bezinrasenmähers. Puhhh, denkt man sich, gerade auf dem Balkon …

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Homo MetoWenn man Evolution – insbesondere die des Menschen – nachweisen kann, dann an einem wohl schon instinktiv verankerten Verhalten: Brumm, Brumm, rrrrrrräääärrrrrääääähhh – aha es ist Samstag gegen 14 Uhr und irgendwo in der Ferne hört man den betörenden Klang eines Solo-Bezinrasenmähers. Puhhh, denkt man sich, gerade auf dem Balkon über einen Artikel im Lieblingsmagazin vertieft, weit weg …

Aber da, der nächste Rasenmäher kommt näher und eine Kettensäge. In der näheren Nachbarschaft geht auch schon ein Häcksler los – natürlich emmisionsarm, denn der verantwortungsvolle Kleingärtner hat sich vorher bei Stiftung Warentest genauestens informiert, deshalb ist dieser nur so laut wie ein Airbus A320 beim Start.

Jetzt greift es wie eine Kettenreaktion: In bester Dolby 5.1 Qualität beginnen die Rasenmäher um einen herum zu wüten. Unterbrochen wird das Getöse nur durch volle Fangsäcke oder dem Verlangen nach einer Hopfenkaltschale.

Wie kommt das? Ist es der selbe Effekt, den man beobachten kann, wenn sich der Nachbar einen Mercedes geleistet hat, dass dann die restliche Nachbarschaft mit ähnlichem kontern muss oder ist es wirklich ein evolutionäres Phänomen: Die innere Uhr des Menschen, sagt einem jetzt nach tausenden von Jahren nicht nur wann man schlafen, aufstehen, essen und … naja … muss, sondern auch: „Pass‘ auf Mensch! Es ist Samstag 14 Uhr, die Sonne scheint, also den Neurotransmitter ausschütten, der das Rasenmähen anregt. Außerdem soll der Depp, der da üben auf dem Balkon sitzt und liest sehen, was anständige und normal entwickelte Menschen zu dieser Zeit machen!“

Es könnte allerdings auch eine natürliche Anpassung des Menschen an widrige Umstände sein, seit man sein Auto nicht mehr vor der eigenen Tür waschen darf.

So entwickelte sich der Mensch vom Homo Sapiens zum Homo Meto Furere (lat.: Rasen mähender Mensch), der aber dabei schon wieder mehr in die gebückte Haltung übergeht. Spätere Archäologen werden in dem ungewöhnlichen Verhalten wohl einmal einen religiösen Hintergrund vermuten – kultisch ist er allemal 😉

Ach ja: Dem Deppen auf dem Balkon ist es übrigens völlig egal – er hat sich ein Hefeweißbier aufgemacht und freut sich, dass er die 1200qm gegenüber nicht mähen muss.

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