Wie bereits angedroht, habe ich mir zum neuen Line6 Toneport UX-2 auch noch die Line6 Variax 300 in schwarz geholt. Warum? Ich war einfach beeindruckt vom Sound dieser Modeling-Gitarre! Es war für mich auch nicht richtig vorstellbar, dass eine Gitarre, soviele Sounds erzeugen kann, aber nachdem ich die Variax beim Musikhaus Thomann am Samstag angetestet […]

Dieser Beitrag wurde 2006 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

VariaxWie bereits angedroht, habe ich mir zum neuen Line6 Toneport UX-2 auch noch die Line6 Variax 300 in schwarz geholt. Warum? Ich war einfach beeindruckt vom Sound dieser Modeling-Gitarre!

Es war für mich auch nicht richtig vorstellbar, dass eine Gitarre, soviele Sounds erzeugen kann, aber nachdem ich die Variax beim Musikhaus Thomann am Samstag angetestet habe, war ich überzeugt. Die Variax klingt in jeder der Simulationen gut in den meisten sogar sehr gut. Am erstaunlichsten sind die Akustikgitarren und die Strat, finde ich. Die Stratocaster klingt nicht einfach nach einer Strat (im Variax-Jargon „Spank“), sondern nach einer wirklich guten, alten Strat und das in jeder Pickup-Position. Die Les Paul – hier Lester genannt – bringt das fette Brett und mit dem T-Model (Fender Telecaster), klingen die Akkorde von „Start Me Up“ der Stones wie aus Keith’s knochiger Klaue.

Bei den Semi-Models fühlt man regelrecht den B.B. King in sich und mit der Sitar kann man sich an „Within You, Without You“ vom Sgt. Pepper-Album der Beatles wagen. Selbst Exoten wie eine National oder Dobro, die Rickenbacker 360-12 („Mr. Tambourine Man“) oder die Gibson Super 400 klingen.

Sicher ist der Sound einer Gitarre nicht alles. Es spielen viele Dinge eine Rolle, allen voran die Haptik (schönes Wort, vornehmlich exzessiv von der Automobilindustrie genutzt), also das Gefühl beim Spiel, wie z.B. 4 kg Gewicht auf den Schultern, bei einer Les Paul Standard oder das voluminöse Gefühl, eine Gibson J-200 Akustik im Arm zu halten. Puristen werden wohl auf feinste Nuancen einer 1959er Strat Wert legen, aber für den Gebrauch im Projektstudio und vor allem auf der Bühne, gibt es nach meiner jetzigen Meinung, keine Alternative.

Man könnte sich wohl diverse günstige Kopien der Originale zulegen, wobei man aber schon bei nicht mal zwei Modellen, finanziell ins Hintertreffen gerät und die klingen nicht so …

Ein weiterer Vorteil ist: Die Variaxe sind nicht mit magnetischen Tonabnehmern, sondern mit einer Piezo-bestückten Brücke ausgestattet. Das hei??t bei den Strat (Singlecoil)-Modellen oder bei High-Gain Sounds: keine Nebengeräusche durch Einstreuungen auf den Pickup – schon mal den Bridge-Pickup einer Strat ohne Noisegate mit einer Mese Boogie Rectifier-Verstärkung gespielt OHNE Nebengeräusche!?
Man kann in der Mietswohnung, um 2 Uhr in der Nacht, schnell mal eine schöne Akustikgitarre aufnehmen ohne dass die Reifen der Autos am nächsten Tag zerstochen sind und gerade diese Akustiksachen klingen richtig gut.

Zusammen mit dem Line6 Toneport, bildet die Variax ein fast unschlagbares Team. Einen Sack voll Verstärkermodelle, Boxen und Effekte zusammen mit den Gitarren, die verschiedene Musikstile und Sounds geprägt haben im handlichen Format und schnell auf der Festplatte für gute 600 Euro – da macht man nix falsch!

??ber das Design der Variaxe im Allgemeinen, lässt sich streiten. Die 300er ist bestimmt keine Schönheit, aber auch 500,600 und 700er sind nicht das, was ich mir optisch von einer Gitarre vorstelle, aber es ist ja auch eine sehr spezielle Art von Gitarre. Sehr interessant war für mich, dass die grö??eren und teueren Modelle auch nicht anders klingen, als das Einsteigermodell Variax 300 und die Bespielbarkeit ist bei allen sehr ähnlich.

Soundsbeispiele, Presets und mehr, demnächst hier! Ach ja, kennt jemand eine seeeeehr günstige Bezugsadresse für die Variax Workbench?

7 Responses

  1. Markus

    Hallo Marc!

    Das freut mich sehr – ich bin auch nach wie vor sehr von meiner Variax begeistert! Den Kauf eines Line6 Toneport UX2 würde ich dir auf jeden Fall empfehlen, da die Sounds deutlich besser sind, als die des NI Guitar Rig. Bei den Gitarren-VSTs gefiel mir IK Multimedia Amplitude bisher am besten. Guitar Rig ist mir irgendwie zu steril und oft zu übertrieben.

    Das UX2 hat für seinen Preis sehr gute Preamps und man kann damit schon sehr viel machen. Ich nehme das UX2 gerne für Mitschnitte in unserem Proberaum, da ich mit meinem Notebook und dem per USB gespeisten UX2, sehr mobil bin.
    Da das UX2 auch Phantomspeisung hat (das UX1 übrigens nicht!), kannst du da auch ein Paar Kondensatormikros anschließen und somit auch schon sehr gute Akustikaufnahmen machen. Auch für Gesang ist das UX2 garnicht übel und macht mit den Modelings von z.B. einem Neve Preamp sehr viel Spaß. Ich hab den UX2 auch längere Zeit als Preamp (zusammen mit meinem Notebook) für meinen Bass auf unseren Bandproben genutzt und hatte über unsere PA immer eine Top-Sound.

    Schau dir doch auch mal mein neues Posting zum Thema „Recording für Jedermann“ an.

    Grüße
    Markus

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  2. Marc

    Hi..

    Habe aufgrund deines Artikels die Variax 300 bei nem onlineshop für 299€ gekauft und bin super begeistert. Als Interface nutze ich aktuell noch ein günstiges von Behringer in verbindung mit Guitar Rig 2.0. Lohnt sich die Investition in einen UX2 ?

    Gruß,
    Marc

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  3. Markus

    Hi Chubby!

    Mit einem recht edlen Amp wie dem Rivera Chubster40, wirst du diesen wahrscheinlich auch zum Aufnehmen nutzen wollen – da weiÃ? ich nicht, ob der Toneport – dessen Hauptmerkmal eine sehr gute Amp-Simulation ist – die richtige Wahl für dich ist – auÃ?er wenn du vielleicht mobil mit einem Notebook aufnehmen möchtest (Proberaum etc.).
    In deinem Fall wäre die M-Audio Karte oder z.B. die ESI Juli@ (http://www.esi-pro.com/viewProduct.php?pid=43&page=2) UND ein gutes Kondensatormikro (z.B. das Studio Projects B1) die sinnvollere Wahl zum gleichen Preis. Was dazu allerdings noch nötig wäre (schon wegen der Phantomspeisung des Kondensatormikros), ist ein Preamp z.B. der Mic100 von Behringer – lass dich nicht von diversen „Spezialistenmeinungen“ abhalten – der ist deutlich besser, als sein Ruf. Damit wärst du bei ca. 240 â?¬ und hast alles beieinander, um deinen Amp, Gesang, Akustikgitarren etc. vernünftig aufzunehmen.
    Kleiner Tipp am Rande: wenn du eine sehr gute Aufnahmesoftware suchst, solltest du dir mal die aktuelle Ausgabe (5/06) des Magazins „Keys“ zulegen – da gibt’s Samplitude von Magix in einer Spezial-Vollversion, die alle anderen Light und Special Edition von Steinberg, Ableton etc. in den Schatten stellt …

    Markus

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  4. Chubby

    Hi,

    ich hätte mal ne Frage und zwar stehe ich vor der Entscheidung entweder ein LINE6 Gerät oder ein „normales“ Interface a la M-Audio Delta 2496, ich besitze nämlich noch einen Toneworks Pandora PX4D. Also ich würde auch gerne meinen Amp (Rivera Chubster40) aufnehmen.
    Hier ein Link mit ner Diskussion aus dem Forum:
    http://www.musikinstrumente.de/foren/showthread.php?t=15388

    Gruss
    Chubby

    Antworten
  5. Roland

    Danke 🙂
    Dann freu ich mich schon auf meine Variax und den Toneport.
    Mit Thomann habe ich bisher auch ganz gute Erfahrungen gemacht.

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  6. Administrator

    Hallo!

    Die Verarbeitung der Variax ist gut, allerdings muss man die Gitarre schon noch nach seinen Wünschen einstellen, was allerdings bei nahezu jeder neuen Gitarre der Fall sein dürfte. Die Qualität der Verarbeitung bewegt sich bei guten Fernost-Modellen.
    Die Presets am Toneport kannst du entweder über die Cursortasten, einfache FuÃ?taster (keine Schalter!) oder per MIDI (z.B. über eine MidifuÃ?leiste) umschalten. Die Variante mit der MIDI-FuÃ?leiste hat natürlich den Vorteil, dass du den direkten Zugriff auf alle Presets hast und nicht nur über schrittweises Vor- und Zurückschalten.
    Ich hab die Variax beim Thomann übrigens für 420â?¬ bekommen, da das Musikhaus http://www.markstein.de, die Variax300 für 429,00 anbietet und noch 2% Skonto bei Vorauszahlung gibt – nur so als Tipp 😉

    Antworten
  7. Roland

    Ich möchte mir genau die gleiche Kombination anschaffen, also Variax 300 und Toneport und bin durch googlen auf deine website gestoÃ?en. Dein Artikel ist schon sehr aufschlussreich, aber ich habe nmoch ein, zwei Fragen:
    Wie ist den die Verarbeitung und Einstellung der Variax (Saitenlage, Bünde, Oktavreinheit)? Ich habe gehört, da gebe es eine ziemliche Streubreite.
    Wie schaltet man denn die Presets am Toneport um. Muss man da immer zur Maus greifen? oder hast du dir einen DoppelfuÃ?schalter angeschafft?

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