Für viele von uns ist der Urlaub wohl die Zeit schlechthin, in der wir die meisten Fotos machen und die schönsten Motive finden. Oft ist aber auch die Zeit in der wir am meisten darüber nachdenken, ob unsere teuere Kamera und Ausrüstung auch sicher wieder nach Hause kommt. Ich habe für euch ein paar meiner Erfahrungen und Tipps zum Thema „Kamera und Urlaub“ zusammengestellt.

Dieser Beitrag wurde 2013 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

Konkreter Anlass für dieses Posting war der Kommentar von Marie im Beitrag „Mit der Kamera in den Urlaub – 10 Urlaubstipps für Fotografen„. Sie schreibt:

Ich fahr im Sommer nach cala ratjada. Also Mallorca. Hab seit neusten eine Canon 1100D, also ehr eine EInsteigerkamera. Trotzdem würde.ich sie gerne mitnehmen. Aber wie sicher ist das?Klar würde ich die nicht qm Strand liegen lassen sondern nur mit nehmen wo ich weiss das ich sie nicht alleine lasse. Aber wie sicher ist der safe dort? Kann man sich darauf verlassen ? War selbst nie weit weg. Weiß generell nicht wie das so mit dem safe ist. Weiß jemand da mehr ? Liebe grüße.

Jetzt bin ich regelmäßig nicht nur mit meiner Fotoausrüstung, sondern auch mit iPad, Notebook etc. im Ausland unterwegs und schleppe damit immer mehrere tausend Euro an Elektronik mit mir herum. Bislang ist mir dabei noch nie etwas gestohlen worden und es ging auch nichts kaputt. Dabei hatte ich die Ausrüstung nie in Hotelsafes deponiert, weil sich dort schlichtweg gar nicht hineinpasst hätte.

Meine Fotoausrüstung im Urlaub

Meine Fotoausrüstung im Urlaub 2012

Da ja bekanntlich die Gelegenheit Diebe macht, sollte man teure Geräte natürlich nicht einfach offen liegenlassen und damit auf diese Gelegenheit aufmerksam machen. Wenn die Kamera daher auf dem Zimmer bleibt, lege ich sie in meinen Reisekoffer und verschließe diesen mit dem TSA-Schloss. Es ist wohl sehr viel unwahrscheinlicher, dass ein kompletter Koffer (dessen Inhalt noch nicht einmal bekannt ist) mitgenommen wird, als eine einzelne Kamera oder Kameratasche.

Kameraversicherungen sinnvoll oder nicht?

Hier kann ich ganz klar sagen: Sehr sinnvoll, aber es muss die richtige Versicherung sein! Im letzten Jahr habe ich einen Vergleich verschiedener Kameraversicherungen in einer Fotozeitschrift gelesen und mich für den Testsieger „Aktivas“ entschieden (keine Angst, für die Empfehlung bekomme ich nichts!).

Beim Tarif „Komfort 75“ der Fotoversicherung sind Kameras und Ausrüstung bis 3000,00 Euro weltweit gegen Diebstahl, Verlust, Beschädigung, auf Reisen, im Auto und auch in aufgegebenen Fluggepäck versichert, wenn dieses nicht ankommt.

Dabei muss die Ausrüstung auch nicht beim Versicherer benannt oder registriert werden, was es besonders bei häufig wechselnder Ausrüstung sehr komfortabel macht. Da ich häufig Testgeräte von diversen Kameraherstellern mit dabei habe war es mir wichtig, dass auch Leihgeräte versichert sind und das sind sie in diesem Tarif bis zu 2.500 Euro.

Im Schadensfall trägt man eine Selbstbeteiligung von 75,00 Euro, welche aber jedes schadensfreie Jahr um 1/3 sinkt. Diese Fotoversicherung ist für sehr günstige 75 Euro plus 19 % Versicherungssteuer pro Jahr zu haben.

Da ja jede Versicherung bekanntlich nur so gut ist wie ihr Service kann ich bei der Aktivas nur sagen, dass dieser perfekt ist. Ich hatte kürzlich einen Schadensfall, weil mir ein Stativ umgefallen war und dadurch ein Objektiv zum Totalschaden wurde. Die Mitarbeiter von Aktivas waren sogar am Wochenende per Mail erreichbar und der Schaden wurde ohne Wenn und Aber innerhalb einer Woche reguliert und der aktuelle Neupreis des Objektivs wurde erstattet.

Im Komfort-Tarif kann auch ein Notebook mitversichert werden, was allerdings deutlich teurer ist. Viele Versicherungen bieten sog. Elektronik-Versicherungen und spezielle Laptop-Versicherungen an, was oft günstiger ist.

Für Backups sorgen!

Beim Thema Backups im Urlaub meine ich zwei Dinge: Das Backup der Fotos, aber auch ein Ausrüstungs-Backup für den Fall der Fälle.

Ich mache auch im Urlaub regelmäßig Backups von meinen Fotos. Da ich ohnehin mein Notebook immer dabei habe, mache ich die Backups darüber auf eine externe Festplatte. Denn geht die Kamera verloren, zahlt die Versicherung. Diese kann mir aber nicht meine Urlaubsfotos ersetzen!

Meine Fotoausrüstung für den Urlaub 2011

Meine Fotoausrüstung für den Urlaub 2011

Auch eine große zusätzliche SD-Karte oder ein USB-Stick reicht für Backups aus. Viele Hotels haben PCs mit Kartenleser vor Ort. Android-Besitzer können sich mit einem billigen USB OTG Kabel eine preisgünstige Backup-Alternative für unterwegs basteln. Mit dem OTG Kabel kann man die Kamera per USB im Massenspeicher-Modus an das Smartphone oder Tablet anschließen und die Fotos übertragen. Steckt man zuerst einen einfachen USB-Hub wie diesen an, kann man mit dem Smartphone sogar von der Kamera auf eine externe Festplatte oder USB-Stick kopieren.

Dies Kopie hebt man dann an einem anderen Ort auf und hat im Fall eines Kameraverlusts zumindest noch die wertvollen Urlaubserinnerungen. Das ist natürlich auch ein wirksamer Schutz gegen defekte SD-Karten.

Apple Freunde können mit dem Camera Connection Kit Speicherkarteninhalte auf iPhone und iPad übertragen und damit ihr iOS Gerät zum Image-Tank machen.

Das andere Backup-Thema betrifft die Kamera selbst.

Ich habe zusätzlich zu meiner „Hauptkamera“ immer noch eine kleine Kompaktkamera dabei. Dabei muss noch nicht einmal die Kamera geklaut werden, auch bei einem Defekt der eigentlichen Fotoausrüstung hat man so noch die Möglichkeit Fotos in guter Qualität zu machen.

Mein Freund Jörg vom WP-Reiseblog stand mit seiner Canon EOS auf dem Gipfel des Kilimandscharo, wollte Fotos machen und hörte nur noch ein Knarzen aus der Kamera, weil der Verschluss zugefroren war. Seine Rettung für die Gipfelfotos war dann eine kleine Kompaktkamera …

Mit der Kamera im Flugzeug

Klar ist so ein Urlaubstrip die Gelegenheit seine Kameraausrüstung auszuführen, ich beschränke mich jedoch mittlerweile auf eine möglichst kleine Ausstattung, zumindest wenn ich mit dem Flugzeug unterwegs bin. Kamera, Objektive und Notebook trage ich grundsätzlich im Handgepäck. Anderes Zubehör wie Stativ, Kabel, Akkus etc. kommen in den Koffer. Allerdings habe ich auch schon Objektive im Koffer mitgeführt. Einfach einen Gefrierbeutel darüber, ein paar Socken darübergesteckt, ein T-Shirt rumgewickelt und in der Mitte des Koffers verstaut – kein Problem!

Dass die Fotoausrüstung in einem entsprechenden Fotorucksack etc. aufbewahrt werden sollte, ist ohnehin klar. Verstaut Kamera und Objektive aber auch so, dass ihr sie beim Sicherheitscheck schnell vorzeigen könnt. Mittlerweile wollen die Sicherheitsleute gerne mal einen Blick durch das abgenommene Objektiv werfen (damit sich darin keine Bombe versteckt) und oft möchten Sie sogar, dass man die Funktionsfähigkeit der Kamera mit einem Foto vor Ort beweist.

Der Heralder 38 Kamerabag von Vanguard schluckt meine Kameraausrüstung, mein Notebook und mein restliches Handgepäck sicher und ist für das Handgepäck auf Flugreisen zugelassen. Oft reicht mir diese Tasche auch für meine Klamotten bei einem Kurztrip, da sich die Einsätze sehr variabel gestalten und auch komplett herausnehmen lassen.

Leider gibt es für uns Fotografen noch immer keine gute Möglichkeit, größere Fotoausrüstungen preiswert im Flugzeug zu transportieren. Die meisten Fluggesellschaften beschränken das Handgepäck auf 8 kg, manche erlauben max. 10 kg, wenn ein Laptop dabei ist.

Für mich ist das mittlerweile auch vollkommen ausreichend, es gibt aber auch einen Trick: Alles was man direkt am Körper, also in der Jacke, Hose und um den Hals mit sich führt, zählt nicht zum Handgepäck. So kann man sich die schwere Vollformatkamera umhängen und kleinere Objektive in die Jackentasche verstauen. Allerdings ist der Aufwand bei der Sicherheitskontrolle sehr viel größer, da man alles ausräumen muss …

Fazit

Aus meiner Erfahrung heraus ist es kein Problem, auch mit teurer Kameraausrüstung in den Urlaub zu gehen. Sehr viel einfacher ist es jedoch, sich auf die wichtigsten Ausrüstungsteile zu beschränken, da man damit auch  weniger Stress beim Checkin hat und weniger herumschleppen muss.

Eine Fotoversicherung gibt einem nicht nur ein gutes Gefühl, sondern auch die Sicherheit, nicht auf dem Verlust sitzen zu bleiben. Sollte der Fall der Fälle eintreten, hilft ein Backup der Fotos und eine Kompaktkamera für den Rest des Urlaubs.

Wo geht’s bei euch dieses Jahr hin und habt ihr noch Tipps?

 

8 Responses

  1. Breitei

    Danke für den tollen Bericht. Hätte noch eine Frage zu der Aktivas Versicherung. 3.000 Euro sind ja bei einer Fotoausrüstung schnell überschritten oder reicht die Versicherung wenn man davon ausgeht, dass man maximal einen Schaden von 3.000 bekommen wird. Weil sonst ist man ja mit einer 5D Mark III + Objektiv schon über den 3.000 Euro.

    Antworten
    • nachbelichtet

      Es gibt auch noch andere Tarife, die höhere Summen abdecken. Die Regulierung im Schadensfall ist tatsächlich unkompliziert und einwandfrei – ich musste sie selbst schon in Anspruch nehmen.

      Antworten
  2. Marie

    Vielen dank für den Beitrag ! Eine europaweite Versicherung gegen Beschädigungen habe ich bereits, Diebstahl war nicht inklusive, ich erkunde mich aber noch mal. Danke!

    Antworten
  3. Johannes

    Hallo Markus,

    da ich immer zwischen Deutschland und England hin- und herpendeln muss und ich gerne mein Ausrüstung (Stativ brauch ich dann doch nicht) mitnehme, brauche ich immer eine „größere“ Kameratasche. Bisher hatte ich einfach eine Lowepro Nova 170 AW. Da kann ich aber leider nicht mein Notebook mitnehmen. Ich will mir jetzt bald auch noch eine zweite Kamera anschaffen und würde die auch gerne mitnehmen (mir der anderen). Weißt du da welche Tasche ich bräuchte???

    Nochmal eine Liste mit dem was reinpassen soll:

    Notebook 16,9 Zoll
    Nikon D80 (mit Aufladegerät und Ersatzakku)
    Nikon D7100 (mit Aufladegerät und Ersatzakku)
    Nikon NIKKOR 18-105mm (gerne an der Kamera und nicht „seperat“)
    Nikon NIKKOR 50-300mm
    2-3 SD Karten
    gerne noch Platz für ein bisschen was zu essen bzw. zu Trinken.

    Ich hoffe Du kannst mir weiterhelfen 🙂

    MfG Johannes

    Antworten
    • Markus Dollinger

      Im Beitrag steht ein Tipp,der genau auf deine Ansprüche zutreffen dürfte

      Antworten

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