Diese Nachricht schlug wohl ein wie eine Bombe: Die Creative Suite ist bald Geschichte und neue Versionen von Photoshop, Illustrator, Premiere, Dreamweaver usw. wird es zukünftig nur noch per Creative Cloud (CC) Abo geben. Darum nennt sich die neue Version auch nicht CS7, sondern z. B. Adobe Photoshop CC. Was das zu bedeuten hat und was mit Lightroom passiert, erfahrt ihr hier.

Dieser Beitrag wurde 2013 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

Adobe rückt komplett von den Verkaufsversionen der Creative Suite ab und daher gibt es für die vergangenen Suites CS6, CS5 usw. auch nur noch kleinere Updates mit Fehlerbereinigungen. Wer zukünftig immer die neuste Version von Photoshop haben möchte, braucht ein Creative Cloud Abo. Punkt!

Ich bin seit fast einem Jahr selbst Abonnent der Creative Cloud und kann darüber nur Gutes berichten. Praktisch die komplette Adobe Produktpalette immer mit den neusten Updates verfügbar und das für einen monatlichen Festpreis. Für mich ist das besser, als gleich mal knappe 3000 Euro für die Creative Suite und dann nochmal einige hundert Euro alle 1-2 Jahre für Updates auf den Tisch blättern zu müssen

Wie die Creative Cloud funktioniert

Viele denken, dass die Creative Cloud „irgendwie im Netz läuft“ und man auch seine Daten dort auslagern müsste. Das ist kompletter Quatsch. Mit dem Creative Cloud Abo bekommt man ganz normale und vollwertige Download-Versionen der abonnierten Apps, die man wie bisher auf dem eigenen Rechner installiert und wie jede andere Adobe-Version vorher auch dort läuft. Zur Erstregistrierung und dann alle 30 Tage funkt Adobe dann einmal zu den Registrierungsservern und prüft, ob noch ein aktives Abo vorhanden ist. Sollte länger keine Internetverbindung vorhanden sein, kann man die Suite aber trotzdem noch insgesamt 180 Tage nutzen, bis sie den Dienst quittiert.

Adobe Creative Cloud Client

Adobe Creative Cloud Client

Für die tägliche Nutzung ist keine Internetverbindung notwendig. Man muss auch seine Photoshop-Dateien, Premiere-Projekte etc. nicht in der Creative Cloud speichern. Man kann, wenn man das möchte, denn jeder bekommt 20 GB Speicherplatz von Adobe zur Verfügung gestellt. Damit kann man z. B. gemeinsam an Projekten arbeiten und auch die Einstellungen der einzelnen Adobe Anwendungen können über die Creative Cloud synchronisiert werden.

Welche neuen Funktionen gibt es?

Ich beschränke mich hier einmal auf meine „Haupt-Apps“ Photoshop CC und Premiere Pro CC. Für den neuen Photoshop CC dürften sich wohl besonders Fotografen interessieren, denn Adobe hat hier ein paar sehr interessante neue Funktionen integriert. So gibt es eine neue „Smart Sharpen“ Funktion und ein Tool, das schon längere Zeit durchs Netz geistert und nun wohl marktreif ist: Camera Shake Reduction. Damit lassen sich leicht verwackelte oder unscharfe Fotos digital „entwackeln“, was wohl erstaunlich gut funktionieren soll.

Ebenso fließen die neuen Funktionen zur Perspektivkorrektur und Reparaturfunktionen von Lightroom 5 (diese habe ich HIER und HIER im Video vorgestellt) in Photoshop CC, respektive Adobe Camera RAW (ACR) ein.

Bei Adobe Premiere CC kommt die Lumetri™ Deep Color Engine hinzu, die noch einfacheres und besseres Grading der Videos ermöglichen so, sowie die neue Live 3D Pipeline mit der Maxon Cinema4D Inhalte in 3D noch besser integriert werden können.

Besonders interessant für Premiere CC ist aber, dass nun deutlich mehr Grafikkarten und GPUs von der Mercury Engine unterstützt werden als bisher. So benötigt man nicht mehr eine der wenigen von Adobe explizit unterstützten Grafikkarten, die bislang ja meistens Nvidia Quadro-Modelle waren oder muss den Mercury Engine Hack bemühen.

Gibt es Lightroom nur noch in der Creative Cloud?

Nein! Lightroom wird auch weiterhin als Download oder Boxed-Version verfügbar und einzeln erwerbbar sein. Wenn man bisher nur Lightroom eingesetzt hat, benötigt man kein Creative Cloud Abo.

Mit Adobe’s neuer Strategie dürften aber zusätzliche Funktionen wie die jüngst angekündigte Lightroom iPad App (HIER ein Bericht dazu), aber evtl. tatsächlich nur noch für Creative Cloud Mitglieder verfügbar sein.

Wozu das alles?

Der Hauptgrund dürfte wohl das Problem mit Raubkopien sein. Es ist ja nur zu verständlich, dass es für Programme wie Photoshop ständig Cracks gibt, denn nicht jeder kann ein paar hundert Euro für eine Photoshop-Lizenz oder gar knapp 3000 Euro für die Adobe Creative Suite auf den Tisch blättern.

Irgendwie braucht und hat ja jeder Photoshop, auch wenn er damit gar nicht umgehen kann. Wer die Software aber wirklich produktiv einsetzt und nicht darauf verzichten möchte kann nun für den Gegenwert eines Abends beim Italiener oder 5 Schachteln Fluppen Photoshop CC mieten. Führ Lehrer und Studenten sowie Besitzer einer Vorversion gibt es Rabatte auf die Creative Cloud.

Natürlich werden Cracker versuchen, die Kommunikation zwischen den CC Anwendungen und Adobe abzuhören und zu umgehen. Das dürfte vermutlich aber deutlich schwieriger werden als die bisherigen „Warez“ Version von Adobe.

Auf der anderen Seite sollte das ein Startschuss für Softwarehersteller sein, adäquate Konkurrenzprodukte zu erschwinglichen Preisen auf den Markt zu bringen, die man auch wirklich als echte Alternative zu Photoshop bezeichnen kann.

Informationen zum Fotobuch bei myphotobook.de

15 Responses

  1. Jochen

    Die Aktion ist rein zur Kundenbindung und das wir kein Update mehr auslassen können. Das wird Ihnen gegen Raubkopierer absolut nichts bringen. Und die Box Versionen wollen sie sich ersparen. Also mehr Geld für weniger Aufwand. Perfekt gelöst, aber eben nur für Adobe 😉 Vorher hat man das gleiche Gelb bezahlt und konnte noch eine Software sein eigen nennen. Als zusätzliches Modell ist die Cloud absolut in Ordnung und sicher gut gelöst, aber ich bin kein Fan davon 🙂

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  2. Michel

    Natürlich ist Piraterie ein schwieriges Thema. Bei so speziellen Programmen wie PS etc. hat sie aber nicht nur negative Auswirkungen für die Hersteller.

    Ob man es glaubt oder nicht, diese Crackversionen bauen einen Kundenstamm auf. Zuerst schnuppert man mal in das Programm rein und möchte dann mehr lernen, mehr als mit einer 30 Tage Testversion möglich ist. Wenn man sich dann gut auskennt und es häufig nutzt, nervt es einen schon gewaltig, wenn sich z.B. die RAWs der neuen Kamera ohne Updates nicht öffnen lassen. Also, fängt man an sich zu überlegen, ob es sich nicht doch lohnt das Original zu kaufen.

    Hätte ich nicht die Gelegenheit gehabt mit PS jahrelang zu üben, dann hätte ich mich nie dazu entschlossen so viel Geld in eine Software zu investieren. Mehr noch ich werde in Zukunft auch beruflich damit arbeiten…

    Nennt mich blauäugig, aber das Thema Piraterie unterscheidet sich hier schon, zu z.B. Filmpiraterie.

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    • raischub

      Da geh ich sogar noch weiter: Adobe weiss das & hat das jahrelang auch geradezu provoziert. Auch mit den billigen & häufig „missbrauchten“ Education-Versionen haben sie den Gebrauch ihrer Softtware geradezu „gefördert“. Mal abgesehen davon ist das Argument „Piraterie“ keines, dass Adobe für sein Distributionsmodel gebrauchen könnte, denn… hätten sie die Mittel, Piraterie zu bekämpfen, dann könnten sie das genauso gut mit dem klassischen Modell. Nur zur Erinnerung: Die Apps laufen nach wie vor (genau wie früher) lokal. Dagegen, dass die Software ab und an mal „nach Hause telefoniert“, hätten wohl weniger User was (mal abgesehen davon: wer sein Netzwerk beobachtet, weiss eh dass Adobes Software das in einem Umfang tut, wie sonst kaum eine andere…). Diese halbwahren Argumente seitens Adobe sind unerträglich. PS.: Gestern habe ich in einem Finanz-Bericht gelesen, dass MS eine 5% Beteiligung an Adobe besitzt & einen ihrer Gurus im Management Board sitzen hat. Wen wunderts da noch, dass hier jetzt ein weiterer Präzedenzfall geschaffen wird ala Office 365…
      Wehret den Anfängen! Bereits knapp 23.000 Unterzeichner bei: https://www.change.org/petitions/adobe-systems-incorporated-eliminate-the-mandatory-creative-cloud-subscription-model

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  3. Daniel

    Hallo Marcus,

    vielen Dank für Deine Lightroom 5 beta Videos. Sie sind sehr gut verständlich und ich freue mich schon auf die neue Finalversion. Ich habe mir erst vor ein paar Wochen eine DSLR gekauft, besitze seit neuestem die Lightroom Version 4 und bin auch davon schon sehr begeistert. Hast Du evtl. Erfahrungswerte, wie teuer ein Versions-Upgrade bei Lightroom i.d.R. in den letzten Jahr war ? Und noch eine Frage: Ich habe noch eine alte Photoshop Version CS3 im Schrank zu liegen und eigentlich kaum genutzt. Ich habe auf der Adobe-Seite jedoch schon getestet, dass ich die Adobe Creative Cloud inkl. Photoshop CC Einzellizenz im ersten Jahr für ca. 12,30 EUR nutzen könnte. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich Photoshop tatsächlich zusätzlich zu Lightroom brauche, wenn ich damit nur Fotos nachbearbeiten will. Die Panorama-Funktion und die HDR-Funktion sind zwar interessant, für mich als Hobby-Fotograf aber nicht lebenswichtig. Könntest Du mir aus Deiner Erfahrung ein paar Funktionen nennen, die man als Digital-Fotograf unbedingt braucht, um die eigenen Fotos zu veredeln, die nur in Photoshop und nicht in Lightroom enthalten sind?

    Vielen Dank
    Daniel

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  4. Bernhard Schlor (@fotoschlumpf67)

    Hallo Markus,

    viele Programme aus anderen Bereichen, z.B. CAD oder Berechnung, haben ähnliche Modelle. Der Vorteil ist neben den neuen Versionen auch der damit verbundene Support. Nachteil allerdings ist, dass man bei ständigen Updates auch einen ständigen Schulungsbedarf hat. Wenn man dann auch keien Wahl hat, ob man überhaupt die neue Software will oder lieber eine oder zwei Version überspringt wird es mühsam…

    Die Softwarepiraterie wird man so auch nicht in den Griff bekommen, Cracks werden bald auftauchen. Wünschenswert und effektiver wäre dann ein „Pay per Use“, das 1-2€/Tag/Programm kosten könnte. Dann würden die Hobbyfotografen, die lediglich ab und zu an einem verregneten Sonntagmachmittag ihre Bilder kreativ bearbeiten finanziell eher die Möglichkeit haben mit einer ofiziellen Lizenz zu arbeiten. Außerdem könnten auch Firmen ihren Spitzenbedarf, wenn mal für eine Schulung oder einen wichtigen Auftrag ein paar mehr Lizenzen notwendig sind, die Möglichkeit haben dieses kostengünstig und rechtssicher abzuwickeln.

    LG Bernhard

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    • Markus Dollinger

      Man muss allerdings auch sagen, dass man mit einer Tageslizenz wohl kaum wirklichen Nutzen aus Photoshop & Co. ziehen können dürfte, außer man kennt die Software aus dem Tagesjob in und auswendig.

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    • raischub

      Bei Programmen im 3D Bereich, die oft in der Entwicklung enorm teuer sind und nur eine kleine spezialisierte Nutzerschaft haben ist das gerade noch einsehbar. Dort weiss man allerdings von vorne herein worauf man sich einlässt. Die Programme die ich bisher auf dieser Basis kenne, hatten von Anfang an dieses Bezahl-Model. Hier hat sich ein Gigant eine Alleinstellung im Markt geschaffen. Konkurrenz wie Macromedia einfach aufgekauft oder an die Wand gekämpft (Preispolitik – Quark XPress). Piraterie tollerrant zugesehen (mit Edu-Versionen schon fast unterstützt) – und jetzt, da in der grafischen Branche fast nicht mehr wegzudenken (Workflows auf PDF-Basis zB / PlugIns die ich für Premiere besitze oder After Effects – oft teurer als die Software selbst). Jetzt kommt der Punkt, das Sahnehäubchen abzulöffeln. Und verkauft wirds natürlich als Segen für die Userschaft. Das Argument der Piraterie-Bekämpfung ist geradezu lächerlich, da die Apps nach wie vor wie gewohnt lokal installiert werden. Hätte man also auch mit der alten Distributionsmethode machen können. Gelle.
      Nö – ich finde Adobe sollte gezwungen werden, eine Dauemnschraube ins Logo aufnehmen zu müssen.

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    • Markus Dollinger

      Nein, bin nur gerade in der Schweiz und hatte mal einen Tag kein Internetzugang (was auch mal ganz entspannend ist …)

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  5. Andreas

    Ich kann nachvollziehen, dass das neue Geschäftsmodell für größere Publishing-Firmen sehr attraktiv ist. Aber schon bei kleineren Firmen, bei kleineren Fotostudios oder freischaffenden Fotografen sieht es ganz anders aus. Da weiß ich, dass viele mit älteren Photoshop oder Indesign Versionen arbeiten, weil sie sich das ständige Updaten auf die neuste Version gar nicht leisten können. Ganz zu schweigen von normalen Foto-Enthusiasten oder Vereinen oder eben Kirchengemeinden. Ich zahl ja schon viel aus eigener Tasche. Wenn ich meinem Kirchenrat damit kommen würde, ein monatliche Cloud-Abo vorzuschlagen, würde ich auf wenig Verständnis stoßen, auch wenn es für uns als kirchliche Einrichtung wahrscheinlich wieder Sonderkonditionen geben wird.

    Aber das ist nur die eine Seite. Viel entscheidender ist für mich ein ganz anderer Punkt. Das neue Cloud-Modell ist ein grundlegender Wechsel des Verhältnisses zum Hersteller und des Verhältnisses zum Produkt. Das ist nicht zu vergleichen mit dem Ausstieg aus der Disketten-Version. Mir ist es im Endeffekt egal, wie ich zu meiner Programmversion komme. Ich habe mich schon längst gefragt, warum Adobe immer noch CD’s ausliefert. Entscheidend ist – hier geht es um ein komplett neues Geschäftsmodell. Ich erwerbe jetzt nicht mehr ein Programm, das sozusagen dann mir gehört und mit dem ich arbeiten kann, solange ich möchte. Ich kann auch nicht mehr selbst entscheiden, ob und wann ich mir ein Update gönnen kann. Sondern ich kann nur solange mit dem Programm arbeiten, wie ich Monat für Monat die Gebühr dafür löhne bzw. aufbringen kann. Und wenn es eine Phase gibt, wo ich das Geld dafür nicht locker habe, funktioniert auch das Programm nicht mehr.

    Zudem gerate ich immer mehr in eine Abhängigkeit zu Adobe. OK, jetzt kostet die Nutzungsgebühr für ein Programm knapp 20 Euro. Mit dem Cloud-Modell hat Adobe die Möglichkeit, die monatlichen Gebühren nach Bedarf anzuheben. Und dann hat man nur die Möglichkeit mitzugehen oder ganz auszusteigen.

    Wenn andere Firmen dem Cloud-Modell folgen, dann ist das für mich der totale Horror oder ein worst case. Vielleicht finden andere das Modell auch super, und man muss dann monatlich zahlen für die Nutzung des Betriebssystems, der Textverarbeitung, des E-Mailprogramms … Dann steigen die monatlichen Fixkosten so, dass ich’s bleiben lassen kann.

    Viel besser gefällt mir da z.B. das Modell von photodex für sein Programm ProShowProducer. Hier kauft man sich das Programm und hat dann ein Jahr lang die Möglichkeit, immer die neuste Version zu beziehen. Wenn man nicht verlängert, kann man die letzte Version so lange benutzen, wie man will. Wenn man in die Updates wieder einsteigen will, zahlt man eben einen Updatepreis. Ich finde, dieses Modell ist fair.

    Andreas

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