Das Wetter ist ja an diesem Wochenende nicht die Wucht – zumindest hier in Nordost-Oberfranken. Aber auch bei bedecktem Himmel und gelegentlichen Regenschauern gibt es noch reizvolle Motive, die man für die eigene Kreativität oder sogar den Verkauf bei Microstockagenturen wie Fotolia, iStockphoto oder Shutterstock fotografieren kann.

Dieser Beitrag wurde 2012 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

Sehr gefragt sind gerade bei den Microstockagenturen sog. „Grunge-Textures“, also Fotos von verfallenen Mauern, abgebröckelten Putz, abgeblätterter Farbe oder dreckigen und verrosteten Oberflächen. Hauptsache bei den Grunge-Textures ist eine starke Struktur sowie eine marode Optik. Solche Motive findet man eigentlich an jeder Ecke, aber kaum jemand interessiert sich für diese faszinierenden Strukturen. Gerade ein bedeckter Himmel eignet sich sehr gut für diese Fotoideen, weil das diffuse Licht weiche Schatten erzeugt und die Texturen gleichmäßiger wirken lässt.

Verschiedene Grunge-Texturen

Meistens wird man auch etwas ungläubig angesehen, wenn man mit seiner Kamera vor einer solchen Wand steht und wie besessen fotografiert. „Was gibt es denn da schon zu sehen? Das ist doch nur eine alte Mauer!“ denken die sich – aber wir sehen da natürlich mehr!

Hier ein paar Tipps, wie ihr gelungene Grunge-Hintergründe fotografiert

  1. Fotografiert nach Möglichkeit in dem Bereich, in dem euer Objektiv am besten funktioniert. Die meisten Objektive haben einen Brennweiten- und Blendenbereich, in dem sie die geringsten Verzeichnungen (Kissen/Tonnenverzeichnungen), die beste Randschärfe und die geringste Vignettierung (so nennt man das Abfallen der Helligkeit an den Bildrändern und Ecken) haben. Festbrennweiten sind hier den Zoom-Objektiven meist überlegen. Ziegelwände, Holzbretter und ähnliche Strukturen entlarven unerbittlich jede Objektivschwäche.
  2. Weitwinkeleinstellungen sind gänzlich ungeeignet, da auch die besten WW-Objektive verzerren. Wenn es möglich ist, solltet ihr aus etwas Abstand mit einer mittleren Brennweite um die 70mm fotografieren. Tipp für Nikon-Freunde: das günstige und sehr gute AF D 50mm/1,8 NIKKOR ist auch hier einmal mehr die ideale Besetzung!
  3. Fotografiert frontal und gerade auf die Oberfläche und vermeidet damit stürzende Linien und Verzerrungen, die durch die Perpektive entstehen.
  4. Der Blitz sollte aus bleiben, da man damit nur harte Schatten und eine ungleichmäßige Ausleuchtung erzeugt. Schattenwürfe, Lichtreflexe oder unterschiedlich ausgeleuchtete Bereiche stören bei einer Textur ebenso wie Objekte, die nichts mit der Oberfläche selbst zu tun haben, wie z. B. Schilder oder andere Objekte.
  5. Für knackscharfe Strukturen hilft ein Stativ oder der Einsatz von Bildstabilisatoren.
  6. Fotografiert mit etwas „Fleisch“ drumrum, also einen größerem Bereich als den, den ihr später eigentlich verwenden wollt. Damit kann man Randunschärfen durch geschickten Zuschnitt entfernen.
  7. Grunge-Textures erfordern meist ein bisschen Unterstützung in der Bildbearbeitung. Etwas mehr Kontrast durch eine leichte S-Kurve bei der Gradation, ein bisschen Hochpassschärfen für knackigere Kanten und ein Schuss mehr Sättigung schaden nicht.
  8. Diese Motive sind sehr gnädig, was die Sichtbarkeit von Bildrauschen angeht. Man kann also guten Gewissens einen etwas höheren ISO-Wert einstellen.
  9. Die selbe Fläche gibt oft mehrere einzelne, vollkommen unterschiedliche Grunge-Motive her
  10. Verzeichnungen und Vignettierungen können sehr schnell und einfach in Photoshop mit Filter -> Verzerrungsfilter -> Objektivkorrektur beseitigt werden.

Gut gemachte und technisch einwandfreie Hintergründe verkaufen sich bei den Agenturen oft besser und häufiger, als so manch aufwändig inszeniertes Bild mit Models und allem Drum und Dran! Webdesigner setzen diese Texturen als Hintergründe ein, sie sind auf vielen Event-Flyern zu sehen und 3-D Designer suchen ständig nach realistischen Texturen für ihre 3-D Modelle.

Es macht außerdem sehr viel Spaß, sich mit diesen Motiven zu beschäftigen und wenn man erst einmal damit begonnen hat, ist man ständig auf der Suche nach weiteren interessanten Strukturen.

4 Responses

  1. bestgrafix

    Auf die Idee bin ich auch noch gar nicht gekommen. Ich wollte jetzt auch ins Microstock geschäft einsteigen da ich eh viel Fotografie. Da ich früher in der Gamesbranche gearbeit habe und da brauchte man ja immer jede menge von Texturen. Sollte man die Texturen schon kachelbar machen oder einfach nur ordentlich zurecht schneiden und optimieren?

    Grüße

    Benni

    Antworten

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