Die Microstock-Bildangenturen waren immer ein großes Thema bei … nachbelichtet. Zwischenzeitlich hat sich der Markt wohl etwas beruhigt und die vielen Microstocks die es gab, sind durch Aufkäufe oder Schließung ziemlich eingedampft worden.

Kein Zweifel: Der Zukauf von Bildmaterial über Microstockagenturen hat sich etabliert und nicht nur kleine Agenturen greifen auf diese riesigen und preiswerten Bilderpools zu, sondern auch renommierte Firmen.

Dieser Beitrag wurde 2010 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

Die Microstock-Bildagenturen waren immer ein großes Thema bei … nachbelichtet. Zwischenzeitlich hat sich der Markt wohl etwas beruhigt und die vielen Microstocks die es gab, sind durch Aufkäufe oder Schließung ziemlich eingedampft worden.

Kein Zweifel: Der Zukauf von Bildmaterial über Microstockagenturen hat sich etabliert, und nicht nur kleine Agenturen greifen auf diese riesigen und preiswerten Bilderpools zu, sondern auch renommierte Firmen.

Fotografen, die sich auf das Thema Stockfotografie spezialisiert haben, verdienen gutes Geld damit, auch wenn die Anforderungen alles andere als trivial sind.

Der geschätzte Blognachbar, Robert Kneschke – selbst Stockfotograf, hat sein Wissen kürzlich auch in Form eines interessanten Buchs mit dem Titel „Stockfotografie – Geld verdienen mit eigenen Fotos“ veröffentlicht, welches ich hier noch einmal wärmstens empfehlen möchte.

Meine Aktivitäten und die Topseller

Durch andere Projekte habe ich meine Microstock-Aktivitäten in den letzten Monaten auch etwas schleifen lassen. Ich bin allerdings sehr erstaunt, wie ein recht übersichtliches Portfolio trotzdem noch regelmäßig für Ertrag sorgen kann. Dabei stehen die Agenturen Fotolia, iStockphoto und Shutterstock noch immer an erster Stelle, wenn es um regelmäßige Verkäufe geht.

Aber auch Panther Media sorgt immer wieder für Umsätze, die durch das interessante Vergütungsmodell auch sehr attraktiv ausfallen können.

Bilderschwemme aus Asien?

Viele Microstocker befürchten allerdings, dass man zukünftig mit Bilderschwemmen aus dem asiatischen Raum rechnen müsse, weil hier Bildmaterial am Fließband und mit geringstem Lohnaufwand erzeugt würde. Ich glaube aber, dass das wenig Erfolg haben wird, denn am besten verkaufen sich Fotos mit Personen und ein europäischer Kunde erwartet natürlich auch europäisches Aussehen.

Microstock – weiterhin lohnenswert?

Ich sehe nach wie vor einen großen Bedarf an Microstockfotos. Die erste Generation von Bildern wird teilweise von den Agenturen herausgenommen und durch neues Bildmaterial ersetzt. Gründe hierfür sind z. B. die bessere Bildqualität aktueller Kameras und auch Veränderungen in Mode und Aussehen der Models.

Wer explizit für die Verwertung bei Microstockseiten fotografiert, muss sich einen sehr straffen Workflow schaffen, damit sich dieses Geschäft auch rechnet. Wer aber ohnehin Bildmaterial in guter Qualität und mit gesuchten Motiven hat, kann es hier einer Zweitverwertung zuführen, die als Nebeneinkommen sehr attraktiv sein kann.

Das brauchst Du, um im Microstockgeschäft erfolgreich zu sein

… okay, die Überschrift verspricht ein Universalrezept, was es natürlich nicht gibt. Es gibt aber einige Dinge, welche den Einstieg erleichtern und für weniger Frust sorgen.

Die eingereichten Motive müssen einen werblichen Charakter haben. Hier zählt nicht die Fotokunst oder hyperreale Abbildung. Stockfotos sind knackig in den Farben und clean in der Umsetzung. Das bedeutet z. B., dass es natürlich keine Models mit Pickeln gibt und ein störender Baum oder Grashalm wird gnadenlos wegretuschiert. Hintergründe sind einfarbig, damit das Objekt gut freigestellt werden kann.

Ein großes Thema und häufiger Grund für die Ablehnung eingereichter Bilder ist das Bildrauschen. Zwar ist das bei den aktuellen DSLRs mittlerweile sehr moderat, aber die Micros zicken schon beim geringsten Bildrauschen. Hier sollte man sehr genau darauf achten, dass man so gut wie möglich die Bilder entrauscht, ohne dass es dabei zu Detailverlusten und anderen Nebenwirkungen kommt.

Ich nutze hier übrigens seit langer Zeit „Noiseware“ von Imagenomic, aber auch der Rauschfilter des neuen Adobe Lightroom 3 ist sehr gut und ein Quantensprung im Vergleich zum Vorgänger.

Oft wird auch die Bildschärfe bemängelt, weil sie nicht da sitzt, wo das Hauptelement des Motivs liegt. Allerdings reagiert man auch auf zu gut gemeintes Schärfen allergisch – also aufpassen, dass man die Fotos nicht überschärft. Eine korrekte Belichtung ist natürlich selbstverständlich.

Noch mehr Tipps zum Thema habe ich vor einiger Zeit in zwei Beiträgen veröffentlicht:

Microstock-Fotografie – der Einstieg Teil 1 und Teil 2

Wie sind deine Erfahrungen mit Stockfotografie? Hast Du das schon einmal ausprobiert oder verkaufst du sogar erfolgreich Fotos bei Microstockagenturen? Ich bin gespannt auf Deinen Kommentar!

7 Responses

  1. Hochzeitsfotograf

    Tja, ich meide Microstock wie der Teufel das Weihwasser und sehe mich da als Fotograf nicht gewürdigt. Das ist wieder ein Beispiel dafür, dass es immer jemand billiger machen kann. Was mich erschreckt ist, das die erste Seite der Suchergebnisse immer sehr einträglich aussieht („Was, für das Bild hat der Fotograf 500 Downloads bekommen?“), man aber nicht beachtet, dass es noch weitere tausend Seiten mit Suchergebnissen gibt.

    Einfach mal bei Fotolia Suchen und sich die Ergebnisse auf Seite 100 anschauen. Die meisten Bilder sind noch nicht mal angeschaut geschweige denn verkauft worden…

    Antworten
  2. Jan

    Hallo zusammen,

    ich habe vor gut 5 Monaten meine ersten Bilder bei Fotolia und Polylooks eingestellt. Das Resultat ist ernüchternd.

    Ich bin Fotograf und habe auch eine „richtige“ Agentur. Die Verkäufe dort sind zwar nur sporadisch, aber dafür bekommt man auch einen ganz anderen Betrag. Das liegt bei mir zwischen 75,- und 350,- EUR pro Bild. Dafür muss ich das Bild in 50 MB als Tiff abliefern, top bearbeitet und verschlagwortet. Also bis auf die Monsterdateigröße genau wie bei Microstock-Agenturen.

    Ich finde es schon bitter, wenn ein erstklassiges Foto für 0,35 EUR verkauft wird – das hat es nicht verdient. OK, jetzt sagen alle der Verdienst kommt über die Masse. Ich habe jetzt ca. 140 Bilder bei Fotolia. Das ist nicht viel, ich weiß. Aber selbst wenn ich das mal 10 nehme ist mein Verdienst so gering, das sich die Arbeit einfach nicht lohnt.

    Jetzt kann man sagen, tja, deine Bilder entsprechen einfach nicht den Kundenbedürfnissen bei Fotolia. Ich denke aber schon, das ich sowohl thematisch als auch stilistisch ganz gut reinpasse.

    Ehrlich gesagt habe ich zwischendurch das Gefühl, dass diese ganzen Geschichten „Großverdiener dank Microstock“ fakes sind.

    Naja, ich werde noch ein paar andere Agenturen ausprobieren und mal schauen was passiert. Denn das ist das Schöne: einmal verschlagwortet geht’s dann auch schnell bei anderen Agenturen an den Start.

    Liebe Grüße,
    Jan

    Antworten
  3. Stephan

    Hallo Markus,

    ich interessiere mich sehr für das Weitervermarkten meiner Bilder z.B. über Fotolia.
    Wonach ich auf der Suche bin, ist ein idealer Workflow mit Lightroom 3. Wie ich da die Bilder am besten vorbereite, Stichwörter, Metaeinträge etc, um die Bilder dann einfach und schnell nach Fotolia hochzuladen.

    Gibt es in Lightroom 3 eine Schnittstelle/Plugin für Fotolia oder anderen Stockfoto-Portalen?

    oder wie ist dein Weg?

    Gruß
    Stephan

    Antworten
  4. Tobi

    Hallo Markus,

    ich habe vor fast genau einem Jahr aus purer Neugier meinen eigenen „Microstock-Selbstversuch“ gestartet und muss sagen, dass man sich auch mit verhältnismäßig wenig Aufwand ein nettes Taschengeld dazuverdienen kann. Meine Philosophie dabei ist bisher diese, dass mich der Gedanke das jemand ein von mir erstelltes Bild kauft mehr freut, als die paar Cent oder manchmal Euro an Verdienst dabei.

    Wer bei Ausübung seines Hobbys sowieso immer die Cam dabei hat (z.B. Landschaftsaufnahmen) oder gerne mal im Heimstudio ein paar Experimente macht (Stills, Produkt etc.) hat sicherlich viele Bilder dabei, welche sich verkaufen lassen.

    Wer einen Schritt weiter geht und das ganze thematisch angeht, kleine oder größere Shootings dafür einplant, mit Models Szenen stellt und sich an gefragten Motiven und Bildstilen orientiert wird auch heute noch, trotz Flut an spezialisierten Fotografen und chinesischen Freistellersklaven viele Bilder an den Mann/Frau bringen.

    Ich persönlich habe mich auf fotolia konzentriert, da ich die Annahmequote für sehr gut halte, was sich allerdings zum Teil auch in der dort angebotenen Qualität der Bilder widerspiegelt. Durch das eingeführte Abo-System sind die Gewinne allerdings sehr gesunken, da macht es dann wirklich die Masse. Als Käufer (ich brauche so ca. 5–10 HiRes-Bilder die Woche) bin ich allerdings ausschließlich bei istock mit dem Preis-Leistungsverhältnis bisher zufrieden und kaufe auch nur dort (bisher).

    Zum Schluss würde ich mir noch mehr authentische Aufnahmen im People-Bereich wünschen, welche man auch getrost für regionale Kunden verwenden kann ohne gleich nach dem Stock-Verweis im Impressum suchen zu müssen. Für viele Kunden braucht man günstiges Imagematerial nur ist es oftmals sehr unglaubwürdig das in vielen Firmen nur durchgestylte Models tätig sind ;).

    Grüße Tobi

    Antworten
    • Markus

      Hallo Tobi!

      Vielen Dank für Deinen ausführlichen Erfahrungsbericht! Es ist immer sehr interessant zu hören, welche Erfahrungen andere im Microstockgeschäft machen.

      Antworten

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