Der Vorteil von Online-Backups ist, dass man sich nicht um Technik, Wartung, Stromverbrauch und Backup vom Backup kümmern muss. Mit 2,50 Euro pro Monat für 250 GB Speicherplatz, ist das auch extrem preiswert, kostet doch ein kleines NAS mit zwei Festplatten schon etwa 2-4 Euro an Strom pro Monat (24/7 Betrieb).

Der große Nachteil von Online-Backups ist in Berlin zu finden, denn als eines der reichsten Länder der Welt, leisten wir uns eine der schlechtesten Internet-Infrastrukturen. Das initiale Backup von 100 GB benötigt mit einer DSL 16.000 Leitung (2 Mbit/s Uplink), optimistisch gerechnet, gute 4 Tage. Jedes weitere Backup mehrere Minuten oder Stunden. Gerade bei einer so dünnen Leitung (wie ich sie aktuell auch noch habe), ist das eine ständige Belastung und nicht wirklich brauchbar.

Hat man 10 oder mehr Mbit/s Upload-Bandbreite zur Verfügung (z. B. bei DSL 50.000), wird es langsam interessant. Braucht man im Havariefall jedoch schnell seine Daten, muss man erst wieder auf den Download warten.

Online-Backups und NAS-Systeme

Anders sieht es aus, wenn man NAS und Online-Backup kombiniert. So nutzt man den schnellen Zugriff auf das lokale NAS-Laufwerk für das tägliche Backup, während man das NAS so konfiguriert, dass dessen Daten automatisch auf ein Online-Laufwerk gesichert werden. Damit hat man das zweite Backup immer außer Haus und muss sich nicht um den Transport der Laufwerke kümmern. Die Datenübertragung kann man in die Nacht oder zu anderen Zeiten mit geringer Internetnutzung verlagern, sodass der Internetzugang nicht gebremst wird.

Lohnen sich noch optische Datenträger?

Zwar gibt es heute optische Datenträger, die durch eine spezielle Beschichtung und Technik sehr zuverlässig sind und als M-Disc bekannt sind. 4 Stück mit je 100 GB Kapazität (BD-R XL) kosten etwa 22 Euro, sind also noch relativ preiswert. Man benötigt dazu aber auch ein entsprechendes Laufwerk, das diese Datenträger brennen kann und die entsprechende Zeit dazu.

M-Disc Foto: Wikipedia

Tatsächlich halte ich das für eine überholte Arbeitsweise und ein Backup ist es dann auch nicht mehr, wenn man nach der Erstellung die Daten von der Festplatte löscht. Diese können zur Archivierung dienen, wobei man beachten sollte, dass das notwendige Laufwerk und zugehörige Treiber in einigen Jahren vielleicht nicht mehr verfügbar sind.

Zudem sind diese Datenträger auch nur bei optimaler Lagerung hinsichtlich Temperatur und Luftfeuchtigkeit einer normalen DVD oder Blu-ray überlegen.

Tipps und Hinweise

Die meisten Backup-Programme bieten die Möglichkeit an, per Mail eine Benachrichtigung zu versenden. Zumindest für Backup-Fehler solltet ihr das auf jeden Fall aktivieren, denn wenn ein Backup ein paar Tage oder Wochen nicht korrekt ausgeführt wird, fällt meistens erst auf, wenn es zu spät ist.

Den Stromverbrauch eures NAS könnt ihr deutlich reduzieren, wenn ihr einen Zeitplan einrichtet, welcher das NAS automatisch zu vorgegebenen Zeiten startet und herunterfährt. Backup- und Replikationsvorgänge werden bei den meisten NAS-Anbietern natürlich erst abgeschlossen, bevor es heruntergefahren wird.

Automatische Abschaltung im QNAP NAS

Ist euer NAS für den Fernzugriff konfiguriert (also für den Zugriff von außerhalb eures Netzwerks), kann es auch bei Bedarf per „Wake On LAN“ (WOL) gestartet werden. Bei QNAP kann dies über die QNAP-App eingerichtet werden.

Verwendet bitte ein starkes Passwort, wenn ihr den Fernzugriff eures NAS freigebt, dann installiert regelmäßig alle Firmware-Updates und Bugfixes.

Übt bitte auch einmal das Zurückspielen und Öffnen eines Backups, denn das beste Backup nützt nichts, wenn man nicht weiß wie das funktioniert!

Und zu guter Letzt: Die Backup-Laufwerke bleiben ausschließlich Backup-Laufwerke und werden nicht mal schnell für andere Daten benutzt, weil Platznot herrscht.

Zusammenfassung

Ein sicheres Backup besteht aus einer guten Backup-Software, welche die Backups inkrementell oder differenziell automatisch durchführt und es besteht aus mindestens zwei Sicherungslaufwerken. Eines davon sollte möglichst immer an einem anderen Ort, außerhalb des Hauses gelagert werden.

Ein NAS mit gespiegelten Festplatten ist keine Datensicherungslösung, sondern eine Verfügbarkeitslösung. Es bringt alleine keine wesentlich bessere Datensicherheit.

Online-Backups sind derzeit noch immer relativ schwierig, weil die meisten Anwender keine ausreichende Internetanbindung besitzt, sodass dies als einzige Lösung praktikabel wäre. Sie können jedoch sehr gut das „Außerhauslaufwerk“ ersetzen und ein vernünftiges Datensicherungskonzept ersetzen.

Die Kosten für ein sicheres Backup beschränken sich für den Durchschnittsanwender auf den Preis zweier externer USB-Laufwerke. Backup-Software gibt es kostenlos oder für weniger als 50 Euro.

Teil 2:

Im zweiten Teil erfahrt ihr, wie ein solches Backup für Lightroom-Anwender aussehen könnte und wie man sich die Datensicherung einfacher macht.

 

4 Responses

  1. K.-D. Franzke

    Ein sehr interessanter Start in die Führung eines sicheren Backup! Sehr schön auch, das die „Spiegelung“ von Festplatten mal als nicht geeignet für Backup entlarvt wird. Meine Empfehlung ist der kostenlose BackUp Maker von ASCOMP Software GmbH.
    Ich freue mich schon auf die Fortsetzung des Artikels!

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